Der Tag begann wie der Gestriege geendet hat, mit Regen in der Maximalausprägung. Leider hat er dann gegen 04:15 Uhr auch wieder den gleichen Effekt für die Stromversorgung des Wohnwagens gehabt. Es war nachdem geli und TobbY noch mal auf dem Wohnwagenklo waren ein vollständiger Stromausfall an dem Versorgungsverteiler. Da wir gerade wach waren haben wir noch überlegt, ob wir den Kühlschrank auf Gas umstellen müssten, sind dann aber zu dem Schluss gekommen, dass es nicht notwendig ist, da er bei den Temperaturen doch bis morgen früh durchhalten sollte und dann sollten wir auch wieder Strom haben. Also wieder rumdrehen und weiterschlafen. Und da für heute ja durchgängig Regen angesagt war, brauchte man also nicht so früh mit dem Aufstehen planen.

Gegen 08:30 Uhr hat es geli dann doch aus dem Bett getrieben, denn es drückte ein Ei und unter den besonderen Umständen hat sie sogar schon darüber nachgedacht, den Weg zum Klo mit dem Auto zu machen und gleich an der Rezeption vorbei zu fahren um die Geschichte mit dem Strom zu klären. Während sie sich noch auf dem Bett sitzend angezogen hat, ging die Mückenlampe wieder an, also musste der Strom wieder da sein. Vermutlich 1 hat einer der Nachbarn beim Brötchen holen die Betreiber über den erneuten Stromausfall informiert und sie haben es dann umgehend beseitigt. Also konnte geli den Weg zum Topf zusammen mit dem inzwischen auch müssenden TobbY direkt antreten.

Alles in allem führt ein so verregneter Morgen aber zu einem späten Frühstück, da auch die Jungs nicht wirklich aus dem Bett gekommen sind. Geplant war eigentlich für den heutigen Tag auch kein besonderes Programm, aber wenn man am Campingplatz und am Strand nix machen kann, dann muss man wohl doch noch mal über Programm nachdenken.

Während wir immer noch auf die Jungs beim Frühstückmachen warteten, haben geli und TobbY dann ein wenig nach einem aktuellen Programm gesucht. Nebenbei sind schon die ersten 13 QSO’s auf 30m ins Log gefallen. Bei der Recherche nach Möglichen Ausflugszielen die auch Schlechtwettertauglich sind ist TobbY dann auf die Webseite der Ringkøbing-Skjern Museen 2 gelandet und hat sich das Programm vom Ringkøbing-Museum angeschaut. Dabei musste er leider feststellen, das sie die Gelegenheit zu einer „Bunkertour in Ringkøbing“ 3 gerade verpasst hatten, denn die wäre heute zwischen 10:00 und 11:30 Uhr gewesen und es war immerhin schon 11:15 Uhr.

Da der Wetterbericht keine Besserung in Aussicht stellte und die Aussicht auf einen ganzen verregneten, kalten Tag im Vorzelt / Wohnwagen nicht TobbY’s Vorstellungen von einem Urlaub entsprach 4 wurde das Kulturprogramm mit dem Besuch des Ringkøbing-Museum beschlossen.

Was kann man über dieses Museum erzählen. Eigentlich nicht viel, denn es ist mit 3 Ausstellungsräumen recht klein, aber die Ausstellungen sind sehr interaktiv und modern angelegt. Es gibt drei Ausstellungen von denen TobbY aber nur zwei wirklich interessiert haben. Nachdem wir am vergangenen Samstag 5 die Festung Søndervig bzw. einen Teil deren Überreste am Strand und in den Dünen besichtigt haben, konnten wir jetzt einen Eindruck von „Saalfelds“ Bunker bekommen. Was hat es sich mit „Saalfelds“ Bunker auf sich? Eigentlich ist der Mannschaftsbunker vom Type 501 ein Standardbauwerk des Atlantikwalls und lässt sich zu tausenden unter den gut 7000 Bunkern des Atlantikwalls finden. Das besondere an diesem Bunker sind aber zwei Dinge. Nach der Kapitulation und dem überhasteten Aufbruch der deutschen Truppen aus Søndervig ist dieser Bunker in kürzester Zeit 6 vollständig versandet und von der Bildfläche verschwunden.

Einer seiner „Bewohner“ ein damals 17 / 18 Jähriger Marineinfanterist, ein Gerhard Saalfeld tat in diesem Bunker Dienst und hat so den Krieg überlebt. Da für Ihn die Dänen kein Feindesland waren und er sich auch aus Politik rausgehalten hat, hat er bereits 20 Jahre nach dem Krieg Dänemark und den Bereich der Festung Søndervig mit seiner Familie besucht und seinen Bunker gesucht. Das ist den Dänischen Fremdenführern aufgefallen und Sie haben ihn dazu befragen können. Er hat auch in Büchern / Kapiteln über seine Zeit in den Bunkern berichtet, aber sein Bunker blieb verschwunden.

Bis 2008 eine Strumflut zu einem Dünenabbruch geführt und ausgerechnet den Bunker freigelegt hat. Man hat dann in vier Tagen Arbeit den Bunker auch innen ausgegraben und ihn überraschend gut erhalten vorgefunden. Viel Dinge aus dem Bunker waren im Sand und Salzwasser bereits vergangen aber eine Schuhbürste tauchte auf. Und in diese Schuhbürste hatte der einfache Soldat Saalfeld seinen Namen geschnitzt.

Im Museum ist der Bunker nachempfunden worden und in dem engen Bunkerraum kann man die Geschichte von Saalfeld in einem kurzen Film erfahren.

Der zweite Raum in dem Museum befasst sich auch mit dem 2. Weltkrieg, aber einem Kriegsschauplatz einigen 100 Meter über dem Atlantikwall. Luftangriffe und Flugzeugabstürze im Bereich Westjütlands berichtet. Bei Wikipedia 7 hatte ich gelesen, dass die Alliierten auf die Bombardierung der Radarstation verzichtet haben, da sie diese als Peilstation zur Navigation genutzt haben. 19 Bomber und Jäger haben diese Entscheidung mit einem Absturz und die Crews teilweise mit dem Leben bezahlt. Auf der anderen Seite zeigt die Ausstellung aber auch, dass auch die Bombercrews nicht immer nur die Engel der Lüfte waren. So gab es immer wieder Bomber deren Aufgabe die Versenkung von Nachschubschiffen war. Diese Schiffe verkehrten zwischen den Erzhäfen in Norwegen und dem Deutschen Reich. Wenn die Mannschaften keine geeigneten Ziele ausmachen konnten, waren die Alternativziele nicht deutlich festgelegt. Die Bombercrews sollten Militärische Ziele (Nachschublinien oder Fabriken) treffen.

Leider sind auch dabei immer wieder unbeteiligte Zivilisten und sogar Flüchtlingstracks beschossen worden. Auch diese Seite des Luftkrieges wurde im Museum anhand eines Flüchtlingszuges sowie eines Schlachtbetriebes dargestellt.

Die dritte Ausstellung in dem Museum ist unter die Regenbogenflagge gestellt und hat uns alle kaum bis gar nicht interessiert.

Nach dem Museumsbesuch ging es dann noch in den Super Brugsen da die Vorräte immer nur auf max. zwei Tage ausgelegt sind. Die Lagerkapazität gibt bei vier hungrigen Reiseteilnehmern nicht mehr her.

Den Hinweg war TobbY gefahren damit geli mit den Jungs die tägliche Vokabellektion durchziehen konnte. Es passiert nicht oft aber es gibt Tage das sind die Lateinkenntnisse von Nils besser als die Spanisch Kenntnisse von Nick, und heute war mal wieder so ein Tag. TobbY fand aber beide nicht gerade berauschend und ist auch zurückgefahren, eigentlich mit dem Ziel, das die Jungs noch eine Runde machen können. Dazu waren sie aber wohl nicht mehr in der Lage.

Auf dem Rückweg ging es dann aber an dem Camping Platz vorbei, weiter nach Hvide Sande. Zum einen reift so langsam der Plan das es am kommenden Mittwoch weiter gehen soll und wir noch einen zweiten Stellplatz ansteuern wollen und zum anderen wollten geli und TobbY noch etwas Räucherfisch besorgen.

Was hat es mit dem Umzug auf sich? Nun ja, mit einem Solofahrzeug fährt es sich leichter an die Tankstelle als mit dem Gespann aus Auto und Wohnwagen, also waren wir zum ersten mal für den Urlaub an der Tankstelle.

Und dann ging es bis auf den Parkplatz vor der Abgebrannten Ferienanlage 8 und von dort zu Fuß erst über das Wehr und anschließend auch noch über die Schleuse. Aber bis zur Überquerung der Schleuse musste noch ein kleiner Streit überwunden werden.

Im Nachgang war aber der Einkauf von Räucherfisch auf der Südseite der Schleuse die richtige Entscheidung. Gekauft wurden 3 geräucherte Makrelen und zwei Stücke geräucherten Lachs, welcher gegen 18:00 Uhr zum späten Kaffee am Campingplatz serviert wurde.

Heute früh hatte ich von einer verpassten Gelegenheit gesprochen, heute Nachmittag hatten wir dann die zweite. Lebensmittel sind in Dänemark etwas teurer und da TobbY zum „sparen“ erzogen worden ist, machen wir das auch hier. So waren wir zwar schon in Ringkøbing einkaufen, haben dort aber bewusst keine Remoulade und keine Mehrrettich gekauft denn es war ja noch nicht klar, ob wir überhaut Fisch erstehen werden. Also ging es auf dem Heimweg aus Hvide Sande noch mal am Fakta und Spar vorbei. TobbY wollte erst nicht mit rein, ist dann aber doch reingegangen und konnte daher in der Wühlkiste beim Käse noch einige Schnäppchen machen. So kostet der Chili Käse nur 5 kr. statt der regulären 22 kr. für die Nils den von Papa gesuchten Käse schon im Super Brugsen in den Wagen legen wollte. Nur die Remoulade mussten wir für den Regulären Preis von 30 kr. beschaffen.

Leider habne wir im Fakta keinen Mehrrettich bekommen und mussten daher noch mal schnell im Spar schauen ob es den vielleicht dort gibt. Und es gab ihn, aber es gab auch die Remulade zum halben Preis für nur 15 kr. Wieder eine verpasste Gelegenheit noch mehr zu sparen.

Wie endete der Tag… nicht ganz so nass wie er begonnen hat, aber nach der Rückkehr zum Platz gab es erst mal ein paar Schauer und dazu noch so viel, jetzt Nordwind, das TobbY Neben dem Vorzeltheizer auch eine Decke über seine Schulter beförderte. Die geräucherten Lachsstücke zum späten Kaffee gegen 18:00 Uhr haben geli und TobbY so gesättigt, das TobbY eigentlich auf ein richtiges Abendbrot hätte verzichten können. Da die Jungs aber noch nichts hatten und geli auch noch mal Hunger bekommen hat, gab es heute extrem spät Abendbrot, so gegen 22:15 Uhr. Mal schauen wie sich dass auf den morgigen Tag, der noch mal als Gammeltag geplant ist auswirkt.

Ps: Stand 23:15 sind es für heute schon 63 QSO’s im Log.

  1. so hat dann auch Nils berichtet []
  2. https://www.levendehistorie.dk/ringkoebingmuseumde []
  3. Rundgang durch Ringkøbing mit einem Guide des Museums, mit Fokus auf die Zeit des Krieges, inkl. Besuch zweier Bunker. []
  4. auch wenn er dann den ganzen Tag hätte Funken können []
  5. Link []
  6. knapp 3 – 4 Monaten []
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B8ndervig_(Festungsanlage) []
  8. ich denke davon berichtet zu haben []

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *