Wie gestern schon angedeutet geht es heute leider wieder heim nach Ilmenau. Die Fähre haben wir für 11:45 Uhr gebucht. Das heißt bei ca. 20 Minuten Fahrt sollten wir spätestens gegen 11:15 Uhr loskommen. Eine Fähre würde auch schon um 11:15 Uhr gehen. Wenn wir die kriegen, können wir sie nehmen. Wenn wir sie nicht kriegen, ist auch nicht schlimm. Und selbst wenn wir die 11:45 Uhr nicht kriegen, kriegen wir halt die um 12:15 Uhr.

Also wie immer aufstehen noch ein paar QSOs machen und frühstücken. Beim Abbau hatten wir heute ein bisschen verändert das Programm, da wir keinen Vorzelt, daher keine Beleuchtung und auch keinen Schuhschrank abzubauen hatten. Dafür, das haben wir bloß nicht so richtig mitgeschnitten, hat der Nils beschissen geschlafen und am ungünstigsten Tag Rücken. Und das hat am Ende ein wenig Unstimmigkeiten zwischen ihm und mir während des Abbaus geführt, wenn einer schon in der Grundstimmung gereitzt ist, reicht eine Kleinigkeit und dann knallt es. Die Kleinigkeit war die Reihenfolge, in der die Wäschespinne in die Tasche gepackt wir, erst die 3 Füße ohne Wäschleine oder die vier Arme mit der Wäscheleine. Am Ende hatten wir alles verpackt und gegen 10:55 Uhr waren wir dann soweit, dass wir losgerollt sind.

Heute sollte ich nur der Backup Fahrer sein, geli wollte die erste Runde, Dänemark, Fähre, Fehmarn, durch Hamburg bis Schwarmstedt übernehmen und ab dort hat Nils die zweite Hälfte, über Seesen, Osterode, Herzberg auf die A39 und dann auf die A71 bis Ilmenau übernommen.

Die Tunnelbaustelle des Fehmarnbelt Tunnels auf der dänischen Seite hatten wir uns ja schon vor zwei Tagen angeschaut. Aber die Tunnelbaustelle auf der deutschen Seite wollten wir uns heute im Vorbeifahren noch anschauen. Dazu sind wir, nachdem wir die Fähre verlassen haben, direkt Richtung Puttgarden abgebogen und von Puttgarden auf den Marineleuchteweg, der direkt zu der Aussichtsplattform führt.

Im Vergleich zu der dänischen Baustelle ist die Baustelle auf deutscher Seite winzig. So ist es aber auch geplant, denn auf Fehmarn wird nur das Tunnelportal und die Zufahrten an Land gebaut. Alles für den Absenktunnel kommt dann über den Belt aus den Produktionshallen auf dänischer Seite. Erschreckend für mich ist der Unterschied zwischen der Hinterlandanbindung in Dänemark, zum Beispiel die Dronning Margrethe II’s Bro zwischen Sjælland und Falster, die dieses Jahr in Betrieb gegangen ist, während auf der deutschen Seite die Fehmarnsundbrücke über die Dauer von acht Jahren saniert werden soll und trotzdem hinterher nicht die Kapazität haben wird, die als Hinterlandanbindung für eine Autobahn- und eine Hochgeschwindigkeitseisenbahntrasse benötigt wird.

Die Recherche im Netz 1 hat aber auch ergeben, dass man sich auch für eine Neubau eines Absenktunnels im Femmernsund entschieden hat, mit dessen Fertigstellung vor 2023 nicht zu rechnen ist, was die Fertigstellung des Gesamtprojektes deutlich verzögert.

Was gibt es weiter noch über die Ankunft in Deutschland zu berichten? Eigentlich nur mein Lieblingsthema, die Grenzkontrolle. Auf der Fähre wurde noch angesagt, kurz bevor wir losgefahren sind, dass man bitte Reisepässe oder Personalausweis bereit halten soll, falls auf der deutschen Seite kontrolliert wird. Wir sind von der Fähre runtergefahren, quasi direkt am Bordershop rechts ab nach Puttgarden und waren an keiner Grenzkontrolle vorbeigekommen. So stelle ich mir Schengen vor.

Den Bericht über die Fahrt können wir recht kurz fassen und er ist im vergleich zu den letzen Jahren fast langweilig. In Hamburg war es zähflüssig mit leichter Stauung. Die A7, so leer haben wir sie eigentlich noch nie erlebt; ohne irgendwelche Einschränkungen. Die Südharz Route lief geschmeidig. Und dann die letzten zwei Autobahnen sowieso. Einzig die vorletzte Kurve, da merkte man Nils dann auch an, dass er müde war, die hat er etwas eng genommen und ist mit dem Wohnwagen über die Bordsteinkante gerumpelt. Zu Hause angekommen, den Wohnwagen in die Einfahrt gestellt, erste Dinge ausgeladen. Wie immer Abendbrot bestellt. Und dann ging es für uns überwiegend ins Bett. Beziehungsweise ich habe versucht noch ein Runde Tagebuch zu schreiben. Und so ist auch dieser Sommerurlaub mit fast vier Wochen wieder vorbei. Wir lesen uns zur nächsten Reise.

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Fehmarnsundtunnel[]

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