Wie heißt es in einem Lied aus dem Kölner Karneval? „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“1 Und da alles ein Ende hat, so auch leider unser Urlaub, wobei dieses Ende mit unterschiedlichen Gefühlen einhergeht. Nick hat mir vor ein paar Tagen schon erzählt, er freue sich wieder auf zu Hause und er freue sich auch wieder auf die Schule. Und dieses Ende ist für morgen terminiert, die Fährtickets für 11:15 Uhr sind bereits gekauft.

Also bleibt für heute entweder noch mal eine Aktivität oder wie geplant, ein fauler Tag. Ihr wisst, ein fauler Tag beginnt mit Ausschlafen, spät frühstücken, vielleicht eine Kleinigkeit unternehmen und ansonsten am Campingplatz rumdümpeln, Dinge abarbeiten, die liegen geblieben sind oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Oder wie heute, Dinge abarbeiten, die erst wenn wir wieder zurückkommen relevant werden. Aber, so wie es meistens ist, gilt: Ist der Plan auch gut gelungen, lebt er doch von Änderungen.

Und die erste Änderung begann gleich heute früh nach dem Aufstehen, als ich aufs Klo gegangen bin, meinte, mein Körper die Durchgangsbreite voll auszunutzen und ich bin mit meinem T-Shirt ärgerlicherweise an einer scharfen Kante der Tür hängen geblieben. Nun dann haben wir halt ein paar Putzlappen mehr.

Zum Frühstück haben sich dann Nils und Nick wieder mal ein wenig gekabelt und dabei musste unsere erst im Urlaub gekaufte Fliegenklatsche dran glauben.

  • Nick meinte er habe die Fliegenklatsche nicht gefunden.
  • Nils sagte daraufhin, „dann schlage ich halt die nächsten Wespen auf dir kaputt“ und hat bei der nächsten Wespe Nick gehauen.
  • Das hat Nick wiederum nicht gefallen. Er hat die Fliegenklatsche genommen und Nils gehauen.

Ende vom Lied. Die elektrische Fliegenklatsche besteht aus grobem Gitter (Masse), feinem Gitter (Positiv gepolt) und damit sie beidseitig funktioniert wieder einem groben Gitter (Masse). Dadurch dass Nick mit der Fliegenklatsche auf Nils eingeschlagen hat waren die drei Gitter verbogen und haben sich permanent berührt. Ein Feld konnte sich so zwischen Massefläche und aktiven Gitter nicht ausprägen und die Fliegen oder Wespen schlüpfen leider einfach durch. Also womit wurde der weitere Vormittag zugebracht? Richtig, die Fliegenklatsche muss repariert werden. Erst habe ich es probiert, und schon mal alle Schrauben aufgeschraubt, dann hat Nils gewürgt, und dabei die Steuerplatine abgerissen. Zum Schluss durfte auch Nick und da Nick nicht zimperlich genug war, hat er zumindest alles soweit aufbekommen, dass wir die einzelnen Gitter wieder ordentlich einlegen konnten. Jetzt kam ich wieder zum Zuge, Kabel wieder anlöten und Panzertape sei Dank alles wieder zusammenkleben. Sie geht wieder.

Per Mail hat sich Westfield bei uns gemeldet, die Preisübersicht für Tubes und Cover geschickt, sowie für die Reparatur die notwendigen Adresse und den Hinweis, wie das Zelt zu verpacken und zu verschicken sei. Wichtig, nach dem Urlaub müssen wir das Zelt von Staub und Erde reinigen, Gebrauchsspuren sind erlaubt, aber Staub und Dreck führen dazu, dass das Zelt, ohne das daran Arbeiten erledigt werden zurückgeschickt wird.

Als nächstes kam die lustige Aktion mit unserem Mobilfunkanbieter O2. Letztes Jahr im Sommerurlaub hatten wir unsere Tarife angepasst, also war zu erwarten, dass dieses Jahr im Sommerurlaub der Anruf mit einem neuen Angebot kommt. Und so war es auch, überraschend klingelte gelis Telefon. O2 war dran. Sie wollen uns als langjährigen Kunden ihre Sommeraktion vorstellen. Geli kam mit dem Anruf nicht ganz klar, also habe ich übernommen denn die Verhandlungen mit O2 habe in den letzten Jahren meist ich geführt.

Was könnte er uns denn anbieten? Dann habe ich den Kollegen erst mal ein bisschen ausgefragt bzw. ihm unseren Bedarf geschildert. Je länger das Gespräch dauerte, umso mehr bemerkte er, dass ich mich mit dem Thema Tarife, Tarifstruktur und was brauche ich eigentlich ziemlich genau auseinandergesetzt habe. Das hat er mir dann auch auf den Kopf zugesagt und gemeint, unter den 200 Langzeitkunden, die sie jetzt kontaktiert hätten, hätte er keine Zehen gefunden, die wüssten, was sie eigentlich haben. Er hätte schon sieben Verträge umstellen dürfen, nachdem er den Leuten erklärt hätte, was sie überhaupt haben. Gegen Ende des Telefonats kam wir auch auf sein Angebot zurück, das Angebot weswegen er überhaupt angerufen hatte. O2 bietet jetzt auch Glasfaserverträge. Aber im Rahmen unserer Diskussion hat er schon festgestellt, dass meine Ansprüche an einen Glasfaseranschluss andere sind als sein Angebot aktuell bieten kann. Schlussendelich erwarten wir jetzt in den nächsten Tagen eine E-Mail von ihm, in der er uns ein Angebot auf Basis der bestehenden Verträge macht und das ihre neuen Vertragsstruktur abbildet. Und dann schauen wir mal, was dabei raus kommt. Ich habe ihm aber auch gleich deutlich gemacht, solange ich keine Verbesserung für mich sehe und das was sie mir online angeboten haben war keine Verbesserung, kann ich aktuell auch bei meinem bestehenden Konditionen bleiben, damit habe ich kein Problem, denn die Verträge passen noch zu unserem Bedarf.

Inzwischen war es bereits 16 Uhr durch und wir hatten vor wenigstens heute noch die Domkirche zu besichtigen und das Leergut abzugeben, damit wir nicht wieder auf Pfand sitzen bleiben. Wir haben insgesamt sechs Thermosflaschen mit, in die wir die Getränke so weit umgefüllt haben um alles Leergut hier zu lassen.

Mit dem Leergut geli und ich dann mit dem Fahrrad aufgebrochen, am Ufer des Sees entlang in Richtung Dom. Die Domkirche hat eine bewegte Geschichte hinter sich 2. So wurde 1460 in Maribo ein Kloster gegründet. Dieses Kloster oder diese Klöster, ein Männerkloster und ein Nonnenkloster waren direkt mit der Klosterkirche verbunden, sodass die Mönche unten in ihr Chorgestühl gehen konnten, während die Nonnen im ersten Stock ihr eigenes Chorgestühl hatten. Mit der Reformation wurde das Kloster 1556 in ein Adeliges Damenstift umgewandelt, das aber nur bis 1621 bestand hatte. Nachdem die örtliche Stadtkirche abgebrannt war 3, wurde die Klosterkirche zur Stadtkirche und mit Schaffung der Diözese Lolland-Falster 1924 wurde aus dieser Kirche der Dom.

Interessant war auch noch, dass in der Kirche zwei Orgeln verbaut sind. Eine alte klassisch gegenüber des Altars an der zweiten Stirnwand und eine neue links, wenn man vom Altar ins Kirchenschiff schaut, mit dem Manuale direkt im Erdgeschoss und den Pfeifen auf der Empore.

Des Weiteren haben wir auf der Stadtrunde noch ein paar Statuen und Denkmäler fotografiert, sind mal kurz durch die Fußgängerzone gerollt und dabei festgestellt, dass die Geschäfte in der Fußgängerzone alle schon um 17 Uhr geschlossen haben.

Gegen 19.45 Uhr sind geli und ich dann noch mal zur Wiese im Freilichtmuseum aufgebrochen. Warum werdet ihr euch fragen? Und da darf ich euch erinnern, dass heute gegen 20.10 Uhr in Europa eine Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Für uns hier im Norden wird es eine partielle bleiben, weiter im Süden mit besten Aussichten von Spanien aus eine vollständige. Drüben an der Wiese haben sich nach und nach Interessierte zusammengefunden und ein älteres holländisches Pärchen hatte sogar zwei Brillen, die Sie vor einigen Tagen in einer Bibliothek mitgenommen haben, mit, dass man sich das Spektakel genauer angucken konnte. Leider blieb hier im Norden ca. ein Sechzentel permanent unverdeckt.

Im Nachgang dieses gemeinsamen Erlebens des kosmischen Spektakels haben wir noch ein wenig mit den Holländern und einem Hannoveraner über Camping in Skandinavien, und Wandern, in Schweden bis hoch nach Jockmok und weiter in den Norden geschwatzt.

Dass unsere Jungs, die das Abendessen zubereitet haben, noch keine Vermisstenanzeige aufgegeben haben, hat uns echt gewundert.

Und vorläufig erstmal der letzte Schaden für heute ist wieder von Nick. Er ist beim Aufräumen rückwärts an der Abspannöse für Tische und Stühle am Bett hängen geblieben und hat diese sauber abgebrochen. Das ganze ist passiert, während ich auf dem Klo war und bevor ich überhaupt am Wohnwagen zurück war, ist Nils schon aktiv geworden und hat die Öse aus unseren Reserven ersetzt. Dabei hat er sich noch über mich aufgeregt, da ich beim Einbau damals entschieden hatte, es gibt Schrauben mit Muttern und nicht die Holzmuttern. Die Holzmuttern hätten nicht aus dem Holz rausfallen können und er hätte die Öse heute nur von vorne tauschen können. So musste er unter dem Bett die Mutter gegenhalten.

Nun noch der Tagesbericht: Aktueller Stand: 1791 QSOs aus Dänemark in 25 Tagen, in Summe 93 DXCCs, heute sind noch mal 89 QSOs und 1 DXCC dazu gekommen.

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Alles_hat_ein_Ende_nur_die_Wurst_hat_zwei_(Krause_%26_Ruth[]
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Maribo_Domkirke[]
  3. Jahreszahlen müsste man noch mal recherchieren.[]

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