Noch im Bett liegend wurden wir heute mehrfach von Regen geweckt. Der Tag sollte ein fauler Tag werden, aber leider endet er mit schweren Verwundungen. Aber beginnen wir von vorne.
Nach dem Aufstehen haben wir erstmal wieder ein Déjà-vu erlebt. Erinnert ihr euch, bereits 2020 haben wir im Urlaub einen Dosenöffner vergessen. Und wie hab ich damals so schön getitelt: „Des Dänen Toilettenpapier während Corona sind Dosenöffner“ 1. Dieses Jahr kommt es aber noch schlimmer. Wir haben aus Ilmenau einige Dosen mit Wurst mitgebracht, da sie zum einen gegessen werden müssen, zum anderen aber auch in Dänemark die Versorgung mit Frühstücksbelag nicht unbedingt unserem Geschmack entspricht. Heute haben wir dann festgestellt, dass wir nur den damals in Dänemark gekauften und sich als unbrauchbar herausgestellten Dosenöffner eingepackt haben, keinen von den neueren, bequemer funktionierenden Dosenöffner, alle in Ilmenau vergessen.
Wir können eigentlich schon heute sagen, dass dies der Urlaub der vergessenen Dinge ist. Ich hoffe, dass unser Lade- und Packmeister in den nächsten Tagen die Packlisten so auf Vordermann bringt, dass wir die im nächsten Jahr mit weniger Verlusten laden werden.
Gestern Abend hatte Nils schon ausprobiert, wie die Duschen hier funktionieren und dass sie ohne zusätzliche Kosten im Preis des Campingplatz enthalten sind. Also nach dem Aufstehen mein Duschzeug geschnappt und ab unter die Dusche.
Auf dem Rückweg klingelte mein Telefon Marius mein HiWi war dran und hatte fragen zu Kabeln und ihren Messwerten. Ich habe zwar Urlaub aber trotzdem will man ja nicht so sein. Und während ich noch mit Marius telefoniere ruft Karina an: Was war passiert: Marius hat mich über webex angerufen und ich habe nicht daran gedacht dass webex auch wenn ich das Gespräch am Handy annehmen auf dem PC so lange weiter klingelt, bis ich das Gespräch auf dem Handy beende. Als ich Karina dann zurückgerufen habe, hatte das Klingeln schon aufgehört, aber ich habe dennoch nach dem Frühstück den webex Client auf meinem Dienstrechner im Büro getötet.
Und wie sollte es an so einem Chaos-Tag, an dem alles schief geht, anders sein? Nach dem Frühstück noch mal fix nach vorne aufs stille Örtchen. Handy diesmal nicht mitgenommen. Und genau in der Zeit ruft das Sanitätshaus an, das meine Socken fertig sind und abgeholt werden können. Wie meine Familie aber sagte, wird das erst nach dem Urlaub, also Mitte August, was.
Anschließend habe ich begonnen einige aufgelaufene Arbeiten abzuarbeiten. Denn leider ist inzwischen der Anhörungsbogen für meinen Geschwindigkeitsverstoß eingegangen und auch wenn ich vier Wochen Urlaub habe, die Frist zu reagieren ist mit einer Woche relativ kurz angesetzt. Zum anderen habe ich mir zum Geburtstag einen Transciver gewünscht, für den Yaesue eine Cashback-Aktion bietet. Für diese Cashback-Aktion mus ich aber 30 Tage nach dem Kauf die Rechnung bei Yaesu einreichen. Und jetzt im Urlaub nehme ich mir die Zeit für solche Dinge.
Gegen Mittag, sind geli und ich zum einkaufen geradelt. Die Idee kam von ihr 2 und so ging es gemeinsam auf die insgesamt 10 km lange Tour, während die Jungs am Zelt geblieben sind. Auf dem Hinweg sind wir in Åbyskov rechts abgebogen und haben eine Strecke durch die Felder genommen. Diese Strecke hat gefühlt weniger Höhenmeter 3, aber nur gefühlt während die andere Strecke, die wir dann für den Rückweg genommen haben, vom SuperBrugsen in Skårup Fyn erst mal einfach nur bergab ging und dann in Åbyskov links ab die Uferstraße entlang. Unterwegs habe ich einige schicke Anwesen gesehen, die zum Teil auch zum Verkauf standen, und wo man bis zum nächsten Nachbarn ausreichend Abstand zum Funken haben würde.
Ich habe mich öfters auch mal zurückfallen lassen, um Fotos zu machen. Wenn ich dann an geli wieder herangekommen bin, musste ich dennoch aufpassen, ihr nicht von hinten in die Reifen zu fahren, da die Geschwindigkeiten doch sehr variabel waren 4.
Für das Abendbrot haben wir Hänchenchenkel unmariniert 5 sowie drei Packungen Paprika, die im Angebot waren und vier Zucchini mitgenommen. Natürlich durfte auch der Erdappelsalat für Nils nicht fehlen.
Für den Rückweg hat geli eine andere Strecke über Skårupøre ausgesucht. Auf dieser Strecke sind wir an einer Distille 6 vorbeigekommen und ich durfte gleich verschiedene Obstbrände probieren. Am Ende habe ich dann auch eine Flaschen mitgenommen, obwohl ich sonst eigentlich nicht der Fan von Obstbrand bin.
Zurück am Wohnwagen ging der faule Tag mit ein wenig Funken, ein bisschen programmieren und später dann mit dem verhängnisvollen Ausflug an den Strand weiter.
Was meine ich mit dem verhängnisvollen Ausflug an den Strand? Geli und ich haben uns überlegt, doch mal die Ostsee zu testen. Wir sind aber dank der etwas aufgefrischten Brise nicht gleich bis vor an den Steg gelaufen, sondern vorsichtig am Sandstrand ins Meer gelatscht. Nach einigen Schritten kommen nach dem Sand ein paar Steine. Geli hat sich dort zurückgezogen und ist doch über den Steg bis vor gelaufen und ich bin weiter ins Meer rein gewatschelt. Unterwegs hat sich Geli mit einer Familie auf dem Steg unterhalten und erfahren, dass es durch das aufgewühlte Meer Qualen und und vor allem auch Feuerqualen in der Bucht geben soll. Diese Warnung hat sie mir weitergegeben und hat von vorn geschaut und eine Quale entdeckt. Dieser Quale wollte ich ausweichen und habe mich daher entschieden dann doch lieber wieder den Rückweg anzutreten, aber nicht zurück zum Strand auf dem Weg, den ich bekommen bin, sondern zum zweiten Ausstieg am Steg. Unterwegs von dem Standplatz, an dem ich stand, zum Steg lagen ein paar Steine im Meer, die ich durch das aufgewühlte Wasser nicht erkennen konnte und über die ich dann auch voll ömme gestolpert bin. Eigentlich nichts Schlimmes, nur dummerweise habe ich mir dabei mein Schienenbein aufgescheuert und zwar genau das Schienenbein, das durch meinen Lymphödem nicht mehr so heilen mag, wie es das früher gemacht hat. Somit sah das Bein den ganzen Abend aus, als ob man mich frisch geschlachtet habe.
Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Salat schnitzen, Nick hat unter Nils Aufsicht den neuen Grill in Betrieb genommen und die schon seit Mittag marinierten Hähnchenschenkel gegrillt. Anschließend noch ein wenig gefunkt, ein paar Dokumente sortiert und ab ins Bett.
- https://holiday.indiancoder.de/?p=2792 [↩]
- wie in letzter Zeit häufiger, muss man sich dann aber auch an ihren Zeiten zum Aufbruch orientieren[↩]
- Google sagt dennoch, dass es 48 m nach oben und 4 m nach unten auf knapp 5 km ging.[↩]
- Und einen Tag später berichtete sie von einem Muskelkater.[↩]
- Dafür haben wir ja unseren Koch Nick dabei. [↩]
- Aqua Vitae Sydfyn[↩]