Der heutige Tag fängt für einen Urlaubstag viel zu früh an. Aufstehen haben wir auf 07:45 Uhr festgelegt denn wir wollen nach Dortmund und haben dort zwei Ziele. Das eine Ziel ist mein Papi der leider mal wieder im Krankenhaus liegt. Mann muss aber sagen, er ist im Krankenhaus, da er endlich eine neue Hüfte bekommen hat. Aber unser Hauptziel ist schon das letzte Museum für diesen Urlaub, die „Deutsche Arbeitsschutzausstellung“ (DASA).
Nach dem Aufstehen, auch wenn wir zeitnah los machen wollen blieb noch Zeit für eine Dusche und Frühstück und dann hieß es noch zu viert Aufbruch gen Dortmund. Nick musste etwas mehr Gepäck mitnehmen, denn er war für den Rückweg nicht mehr eingeplant.
Auf der Autobahn klingelte dann kurz vor Werl das Telefon und wie meine ehemalige Kollegin Beate immer so schön attestierte: „Ist der Plan noch so gut gelungen, lebt er doch von Änderungen“. Und so auch heute. Mami war am Telefon und fragte uns nach unserer Planung, da sie sich nun doch überlegt hat, Opa heute noch zu besuchen. Wir meinten dann, dass wir recherchiert hätten und wussten, dass das Knappschaftskrankenhaus in Dortmund keine festen Besuchszeiten hat. Daher würden wir jetzt erst ins Museum fahren, und dann erst im Anschluss 1 ins Krankenhaus zu Papi kommen. Wenn wir auf dem Hinweg ins Krankenhaus fahren, wissen wir ja nicht, ob nicht noch Anwendungen oder Visiten sind, daher hatten wir uns entschieden erst nach dem Museumsbesuch ins Krankenhaus zu kommen. Da Mami gegen 14:00 Uhr zu Papi ins Krankenhaus wollte, hat sie angedeutet das sie dann so lange bleibe, bis wir auch da sind und Nick somit nicht mit dem Zug sonder mit Oma nach Iserlohn fahren kann.
Bei der BAUA, zu der die DASA gehört angekommen, ging es für 9 € als Familie in die gut 13.000 m² große Ausstellung 2. Da TobbY bei der Größe davon ausgehen musste, das die Zeit für einen umfassenden Besuche nicht ausreichen werde, hat er am Übersichtsplan entschieden, in welcher Reihenfolge er durch die Ausstellung zu gehen plant und was er (erstmal) auslassen will. Darüber hinaus wird die Ausstellung aktuelle an der ein oder anderen Stelle überarbeitet und daher ist der Teil nicht geöffnet. Dies betrifft zum einen, den einen Ausstellungsbereich für Sonderausstellung, im Anderen ist gerade heute eine über Feuer eröffnet worden. Außerdem ist die Bau Ausstellung im Außenbereich zwischen den Gebäuden aktuell abgerissen und wird neu aufgebaut.
Angefangen habe ich meinen Rundgang in der Ausstellung Mensch und Fabrik. Diese Ausstellung handelt von den Anfängen der Industrialisierung, den Methoden und vor allem den Gefahren in den ersten Textilfabriken. Für den Antrieb der Webstühle wurden Dampfmaschinen und Transmissionen eingesetzt. Das Interessante an der Ausstellung ist, das sie nicht primär auf die Technik sondern vor allem auf die Gefahren bei der Arbeit mit den Maschinen abzielt.
Für die Mitarbeiter im Bereich der Webereien sind Staub und Lärm das größte Gesundheitsrisiko. Und der Staub ist nicht nur ein Problem für die Mitarbeit sondern auch für viele mechanische Komponenten der Maschinen. Diese mussten häufig gereinigt werden und die Reinigung sollte möglichst nicht den Arbeitsprozess unterbrechen, da durch die Eigentümer eine maximale Produktivität angestrebt wurde. Daher haben die Arbeiter die Reinigung bei vollem Arbeitstempo durchführen müssen, was auch wieder ein Grund für häufige Arbeitsunfälle darstellte.
Die Dampfmaschinen waren zentral für den Antrieb der großen Webstühle. Hier war der Arbeitsplatz der Heizer. Die Dampfmaschine musste zu Beginn des Arbeitstages einsatzbereit sein, sodass die Heizer die ersten waren, die morgens in den Betrieb gekommen und die letzten die abends gegangen sind. Und da die Dampfmaschinen an sechs Tagen in der Woche die Webstühle antrieben, blieb nur der Sonntag an denen die Kessel ausreichend abgekühlt sind, um Wartungsarbeiten durchzuführen, für die auch die Heizer zuständig waren. Darüber hinaus haben die Fabrikbesitzer Wert auf möglichst effizienten Ressourceneinsatz gelegt und entsprechende Prämien gezahlt. Als effizienten Ressourceneinsatz galt wenn der Kesseldruck möglichst nah am Maximum aber ohne Auslösen der Sicherheitsventile gefahren wurden. Um die Prämien zu bekommen haben die Heizer die Ventile beschwert und so eine Kesseldruckexplosion riskiert. Die nicht zu unterschätzende Gefahr der Kesseldruckexplosion hat zu Gründung des Dampfkesseln-Überwachungsverein (DÜV) geführt, aus dem der heutige Technische Überwachungsverein (TÜV) hervorgegangen ist.




Neben Staub, den Gefahren und Arbeitsbedingungen an den Dampfmaschinen gab es auch durch die höhere Arbeitsgeschwindigkeit der neuen mechanischen Webstühlen weitere Gefahrenstellen für die Mitarbeiter. Die Schiffchen wurden mit hoher Geschwindigkeit von einer Seite auf die andere geschossen. Auch hier hatte wieder der Staub Probleme mit sich gebracht, da die Fang- bzw. Abschussvorrichtungen in der Funktion eingeschränkt wurden und die Schiffchen mit der entsprechenden Geschwindigkeit aus den Maschinen geflogen sind. Somit war es notwendig, diese Bereich öfter zu reinigen, wozu die Schutzabdeckungen demontiert werden mussten und häufig nicht wieder angebracht wurden. Fehlende Schutzabdeckungen im Bereich der Transmissionsriemen und den offen liegenden Zahnradgetriebe hatten auch ihren Anteil an massiven Verletzungen.

Und ein letztes Thema wurde in diesem Bereich auch noch angesprochen, die Hygiene. Neben der allgemeinen Hygiene war ein Krankheitsüberträger in den frühen Webereien das sogenannte Schiffchen Küssen, also das Auffinden des Fadenendes mit dem Mund durch anblasen.
Von den Webern ging es dann weiter in die Stahlhalle, in der ein alter Elektroofen und der Teil einer Walzstraße aufgebaut sind.

Vom Arbeitsschutzgedanken getrieben, wurde gerade im Bereich des Walzwerkes viel über die Gefahren beim Umgang mit dem glühenden Eisen berichtet. Der Arbeitsplatz des Walzarbeiter und damit einhergehende der Umgang mit dem glühenden Eisen unterliegt einem starken geschichtlichen Wandel. Der Walzarbeiter stand früher an der Zange und hat von Hand den glühenden Stahl zwischen den Walzen hin und her geschoben damit im letzten Walzvorgang das Endprodukt entstehen kann.
Heute ist der Arbeitsplatz vornehmlich in einer klimatisierten und lärmgedämmten Kabine, aus der die automatischen Walzprozesse beobachtet, gesteuert und geprüft werden. Der Arbeiter muss nur noch bei Fehlern in den Prozess eingreifen und so den Prozess am laufen halten.
So hat sich der Job von einem sehr schwer, körperlich belastenden Arbeitsplatz zu einem Arbeitsplatz mit überwiegende überwachenden Aufgaben verändert.



Vor dem Besuch der Walzstraße sind wir mit der Geisterbahn zum Thema Arbeitsunfällen mit Staplern, vergl. Staplerfahrer Klaus gefahren und anschließen konnten wir auf dem Dach der Geisterbahn in einem Staplersimulator unser Fahrkünste überprüfen. Gewonnen hat Nils mit nur einem Fehler, TobbY war nur auf Platz zwei, da er aufgrund der Simulationsbedingungen ein paar Fehler gemacht hat und letzter war Nick, der von uns dreien die meisten Fehler auf seinem Zettel zu stehen hatte. Geli hat sich nicht angeschlossen sondern lieber nur zugesehen.
Weiter ging es zum Thema Kreislaufwirtschaft in den Gefahrstoffbereich. Hierzu möchte ich nur wenig sagen, einzig eine Thema war ganz interessant. Es ging um die Gesundheitsgefahren durch Lösungsmittel im Bereich Druckereien, die durch eine Entwicklung aus dem Norden deutlich entschärft wurden. Mit Sojaölesthern ist es gelungen, die Maschine von Druckerschwärze mit rein organischen Lösungsmitteln sauber zu bekommen. Die umfassende Ausstellung zum Thema Drucktechniken habe ich entlang meiner Runde und anhand der von mir geplanten ausgelassenen Bereichen erst gegen Ende des Besuches im Museum entdeckt. Da es dort aber noch um andere Gesichtspunkte aus dem Bereich Arbeitsschutz ging, ist auch dieser Ausstellungsteil eine getrennte Betrachtung wert.
Der Arbeitsplatz eines Glasbläsers war hier auch aufgebaut um zu zeigen, welcher Aufwand getrieben werden muss, um die Gefahrstoffbelastung für den Arbeitnehmer möglichst gering zu halten. Ein Bild von diesem Arbeitsplatz habe ich dann an Kathleen geschickt, worauf sie umgehend wie folgt geantwortet hat: „cool. Ja, da hängt einiges an Ablufttechnik dran. Der Brennr im Keller zum basteln ist… ungünstig… und hat wohl auch schon oft Probleme gemacht. Glasbläser hatten früher nicht nur wegen des gesanges viele Vögel in der Werkstatt…“
Nachdem ich den Gefahrstoffbereich wieder verlassen habe, waren wir 3 auf dem Weg zum LKW Simulator. Dabei kamen wir an der ersten Ausstellung zum Thema Feuerwehr vorbei, die ich aber sehe langweilig und eher schlecht gemacht fand. So standen dort eine Reihe Spinde mit den unterschiedlichsten, heute gebräuchlichen Einsatzbekleidungen, dazu zwei verschiedene Atmeschutzgeräte 4. Das ganze stand mehr oder wenige zusammenhangslos in einem Raum zusammen mit dem Nachbau einer Leitstellt, auf der aber kein Monitor eingeschaltet oder auch kein Lagebild zu erkennen war. Vor dem Raum stand ein altes LF 5 an dem man die Geräteräume, da nicht abschließbar mit Ketten verschlossen hat. Ich muss sagen, das war nicht die Ausstellung die ich in einem so Renomierten Museum erwartet habe, vor allem wenn heute die Sonderausstellung Feuer begonnen hat, welche Gestern mit Vorführungen der Höhenrettungsgruppen zweier BFs aus dem Ruhrgebiet feierlich eröffnet wurden. Für mich war das eher ein lieblos zusammengehauener Haufen Feuerwehrkram ohne Ausstellungskonzept.
Zu den Atemschutzgeräten bleibt mir dazu eine exemplarische Situation im Gedächtnis: Nils schaut sich das Dräger Atemschutzgerät (AGT) an und stellt fest, das dieses doch auch im Ilmkreis verwendet wird. Dazu erkläre ich dann, das es vom Landkreis beschafft wird, die Stadt Ilmenau aber auf MSA Auer Geräte setzt 6. Als ich mir das Gerät dann näher anschaue, stelle ich aber darüber hinaus fest, es fehlt der Lungenautomat 7 und eine Maske ist in dem Bereich auch nicht ausgestellt. Ich kann mir vorstellen, das man das Gerät dort in dem Spind mit dem langen Stahlseil abgelegt hat um es den Besucher aufsetzen zu lassen und das Gewicht zu spüren. Dafür ist es aber eigentlich auch zu lieblos in den Spind geklatscht, wobei die Geräte heute in der Praxis wunderbar so verladen sind, das sie ergonomisch aufgesetzt werden können. Eine solche Halterung könnte man mit Willen und der Unterstützung eine Fahrzeugaufbauherstellers auch so modifizieren, das man das Ziel schöner erreicht.


Das zweite AGT war ein Langzeitatmer 8 das unser doch sehr Feuerwehr Interessierter Nils nicht kannte. Ich konnte es ihm erklären: Es handelt sich um einen Langzeitamter der eine kleine Sauerstoffflasche sowie eine Kali Patrone enthält. Die Ausatemluft wird in dem Gerät wieder zurückgeführt, in einer ersten Stufe das CO2 gebunden und die Luft mit O2 wieder ergänzt. Diese Geräte werden im Bergbau (bei Grubenwehren) eingesetzt oder auch im Bereich der Tunnelrettung, also überall dort, wo es nicht möglich ist, sich auf kurzem Weg in einen sicheren Bereich zu flüchten, sollte es zu Problemen kommen oder die Luft zu Ende gehen. Ihr könnt jetzt an meinem Bericht sehen: ein solches Gerät kann der Laie und selbst ein angehender Ehrenamtlicher Feuerwehrmann nicht unbedingt kennen. Also hätte ich in einer Ausstellung erwartet, das diese Geräte ein zweites mal vorhanden und so ausgestellt werden, das der Besucher diese auch einordnen kann 9.
Also weiter in die Fahrzeugausstellung: Leider war der Mitarbeiter der den LKW Simulator betreut zu dem Zeitpunkt nicht da, wir konnten ihn somit nicht ausprobieren und wir sind auch nicht noch mal zum Simulator zurück gekommen. Auf der anderen Seite hatte ich aber mit dem Zeitpunkt auch Glück, denn eine Gruppe angehender Berufskraftfahrer wurde von einem Mitarbeiter der Ausstellung gerade durch den Bereich geführt und er hat ausführlich das ausgestellte LKW Wrack an dem wir gestanden haben erklärt. Bei dem Unfall der zu diesem LKW Wrack geführt hat, hat es sich um eine Bremsunfall gehandelt, der vermutlich durch einen Fehler an der Bremsanlage aufgetreten ist. Das Fahrzeug wurde Nachträglich auch von einem Gutachter untersucht, nur hatte man das Fahrzeug anfänglich nicht auf einem verschlossenen Polizeigelände sicher gestellt sonder, da nach erster Einschätzung von menschlichem Versagen ausgegangen worden war, gleich zur entsprechenden Fachwerkstatt geschleppt. Als dann der Gutachter das Fahrzeug untersuchen durfte, war schon einen reparierte Bremsanlage eingebaut worden, und die Teile der alten nicht mehr aufzufinden. Ein Schelm der Böses denkt, denn der Staatsanwalt der den Fall bearbeitet hat, hat kurz nach Abschluss des Falles gekündigt und bekleidet anschließen einen gut bezahlten Job in der Konzernzentrale des Fahrzeugherstellers, so jedenfalls habe ich die Erläuterung in der Fachführung verfolgen und aus dem Gedächtnis aufzeichnen können.
Da der Mitarbeiter des Dienstleisters 10 immer noch nicht da war, ging die Führung weiter in Richtung Gabelstapler. Erst hat er noch verschieden Entwicklungsmodelle vorgestellt, die verschiedene Verbesserungen in Richtung Arbeitssicherheit hatten, dann aber aus anderen Gründen nicht in den Markt gekommen oder vom Nutzer nicht angenommen wurden.
Weiter ging es noch am Elektroofen vorbei in die Elektrotechnik Halle, in der man etwas zur Pflege und Wartung von Stromnetzen, vor allem Hochspannungsnetzen mit Freileitungen lernen konnte. Da wir jetzt schon auf der Empore unterwegs waren, haben wir als erstes den Helikopter besichtigt. Mit solchen Helikoptern wurden und werden die Freileitungen abgeflogen, da man so Schäden an der Aufhängung oder an den Seiltrassen schneller sehen kann. Auf einigen Monitoren in der Halle wurden darüber hinaus auch Videos gezeigt, wie eine solche Inspektion abläuft und wie dann auch eine entsprechende Reparatur unter Arbeitsschutzgesichtspunkten ablaufen muss.





In einer Hallenecke ist ein Strommast aufgebaut, an dem die verschiedenen Leitungsstärken aufgehängt sind und durch die Halle zu einer Wand verlaufen. Auf den Leitungsseilen ist der jeweils entsprechende Arbeitskorb eingehängt, mit dem die Arbeiter die Leitungsseile zwischen den Masten befahren können, sollte bei Inspektion aus der Luft beispielsweise aufgefallen sein, das ein Abstandshalter defekt ist.
Auch hier ist mir wieder aufgefallen, das diese Halle verhältnismäßig groß ist, die Exponate auch, aber viel Freiraum in der Mitte gelassen wurde. Diese Bereiche werden vermutlich auch für Veranstaltungen genutzt, sodass mir bereits jetzt bewusst wurde, das die 13.000 m² große Ausstellung doch deutlich entspannter zu besichtigen ist, als Eingangs abgeschätzt. Schmückendes Beiwerk in der Halle war neben der Freileitungsinstallation auch die ehemalige Leitwarte eines Steinkohlekraftwerkes aus dem Ruhrgebiet. Leider hat man sich auch hier nicht die Mühe gemacht, wenigstens auszugsweise einzelne Anzeigen oder Schalter wieder in Betrieb zu nehmen sondern hat nur an zwei Stellen Monitore stehen, auf denen unter anderem ein Film läuft, wie früher in dem Großkraftwerk gearbeitet wurde.


Und schon waren wir mit der Elektrotechnikhalle durch und sind wieder zurück in die Stahlhalle gelaufen, da ich die Schallröhre übersehen hatte. Aufgrund meiner früheren Tätigkeit hat mich dieser Teil der Ausstellung eigentlich richtig interessiert, nur mussten wir feststellen, das auch dieser Ausstellungsteil nicht sonderlich gepflegt wurde und die wirklich interessanten Exponate wie z.B. die Akustische Kamera leider außer Betrieb waren.
Nach diesem eher ernüchternden Eindruck haben wir 11 dann vorläufige die untere Ebene verlassen und sind auf die obere gewechselt.



Was wir uns eigentlich schon bei der Durchsicht des Ausstellungsplans gesagt haben, konnten wir jetzt in die Tat umsetzten. Auch wenn wir am Ende der Treppe an dem Ausstellungsteil zum Thema Medizin, Pflege und Rettung vorbei laufen mussten, haben wir nur kurz in den hier ausgestellten Koffer eines Rettungstransportwagen (RTW) rein geschaut und sind umgehend weiter in den Ausstellungsteil zur Zukunft der Arbeit. Aber auch hier muss ich im Nachgang anmerken, die Ausstellung hat mich nicht überzeugt, nein ich bin sogar massiv enttäuscht. Auch für diesen Ausstellungsteil gilt vergleichbares, wie meine Meinung die ich schon weiter oben geschrieben habe: die Aktualität ließ mehr als zu Wünschen über. Es sollten Techniken gezeigt und dafür notwendige Geräte vorgestellt werden, die nach Einschätzungen der BAUA bzw. von Fraunhofer im Rahmen eines Projektes als Zukunft der Arbeit angepriesen wurden. Meine eigene Einschätzung zu den vorgestellten Technologien bzw. den Technischen Ausstellungsstücke ist dazu noch eine andere als die der Kuratoren der Ausstellung: Ich denke es kann nicht mehr alles der Zukunft zugerechnet werden (übersetzt die Ausstellung ist nicht aktualisiert worden) sondern ist teilweise schon Realität oder wird nach meiner Einschätzung so vermutlich doch nicht eintreffen werden.
Währen TobbY und Nils noch in diesem Ausstellungsteil waren kamen Nick und Mama aus der Sonderausstellung zum Feuer zurück und wollten uns unbedingt dahin lotsen, auch wenn das sowieso unsere nächste Station werden sollte. Auch diese Sonderausstellung, die man vermutlich in Frankreich eingekauft hat, hat TobbY nicht überzeugend angesprochen. Viel Luft mit wenig Ausstellungsstücken. Einzig das Video zum Zimmerbrand durch einen (provozierten) technischen Defekt in der Feuerwehrschule in Paris. Das Ergebnis des Brandversuches ist das imposanteste Ausstellungsstück dieser Ausstellung. Grundsätzlich meine ich aber einschätzen zu können, das die DASA Kuratoren das besser können, denn in meinen Augen sind auch in diesem Ausstellungsteil die restlichen Ausstellungsstücke und Themeninseln lieblos nebeneinander gestellt worden.
Und so blieb am Ende doch noch etwas Zeit übrig und es ging in die zuvor übersprungene Ausstellung unter der Überschrift Medien. Dieser Ausstellungsteil zeigte mir dann wieder, das ich mit meiner Einschätzung zuvor richtig lag. Denn dieser Ausstellungsteil, der zu der Dauerausstellung hier im Haus gehört, dieser Teil hat mich wieder überzeugt und mit gezeigt, das, auch wenn ich dieser Fachrichtung in meiner Arbeit ein wenig den Rücken gekehrt habe, ich mein Interesse an dem Thema Arbeitsschutz nicht verloren habe.
Die verschiedenen Medien sind ein heute sehr komplexes Thema, das mit Johannes Gutenberg und seiner Erfindung, des Buchdruckes mit beweglichen Lettern zu einem ersten Hype gekommen ist. Neben dem Buchdruck mit beweglichen Lettern wurde aber auch auf das Druckverfahren Lithographie vorgestellt. Ich muss sagen, dieses Druckverfahren war mir bisher unbekannt.
Und wie auch in der ersten von mir besuchten Teilausstellung „Menschen und Fabrik“ fokussiert diese Ausstellung nicht auf die Technik an sich, sondern auf den Arbeitsschutz bei der Arbeit in der Druckerei. Die Thematik Lösungsmittel wurde im Gefahrstoffbereich schon besprochen, aber neben den Lösungsmitteln heute sind auch Blei und Bleistaub eine reale Gefahrenquelle im Hochdruck früherer Zeiten gewesen.
Kommen wir aber zurück zum Flachdruck (Lithographie 12 ): Für diese Drucktechnik wird die Oberfläche von Lithografiesteinen vor dem Gebrauch sehr glatt geschliffen. Diese Schleifarbeiten mussten wurden überwiegend von den Lehrlingen gemacht werden. Und Schleifen muss man neue Steine oder Steine, die für ein neues Motiv wieder aufbereitet werden. Anschließend wird vom Meister das zu druckende Bild auf dem Stein aufgemalt. Diese Drucktechnik ermöglichte sogar frühe Farbdrucke.
Eine weitere Aufgabe die in Druckereien auch mit einer hohen Gefahr für Arbeitsunfälle verbunden war, ist das Buchbinderhandwerk, das unter anderem den Zuschnitt von Druckwerken beinhaltete. Zwischen Einführung einer Mechanisierung und der zwingenden Zweihandbedienung waren Unfälle beim Zuschneiden leider an der Tagesordnung.
Neben den reinen Arbeitsunfällen wurde in dem Teil auch auf die Veränderung der Arbeitswelt eingegangen, und den Teil fand ich noch mal besonders spannend, denn wir kommen wieder an einer Linotype Maschine 13 14 vorbei. Und neben den veränderten Arbeitsbedingungen was die Gefahrstoffgefährdung der Arbeitskräfte betraf ( Blei, Bleistaub und der automatische Bleiguss der der fertigen Zeilen ) ging es hier aber vor allem und die Veränderung der Arbeitsbedingungen und der Veränderung des Berufsbildes des Setzers. Wie vielfach haben auch bei der Einführung des maschinellen Setzen die Arbeitskräfte zuerst Angst gehabt, das sie ihre Aufgaben verlieren. Dann stellte sich aber sehr schnell heraus, das die Anzahl der Zeitungen und die Anzahl der Ausgaben und damit die Anzahl der bedruckten Zeilen so schnell gestiegen ist, das quasi alle vorher als Handsetzer tätigen Mitarbeiter weiterhin gebraucht wurden, nachdem sie eine Fortbildung zum Maschinensetzer durchlaufen haben. Um den Beruf des Setzer weiterhin ein wenig zu schützen, wurden Bestimmungen erlassen, die auch für die Arbeit an mechanischen Setzmaschinen eine Ausbildung zum Setzer fordern. Damit konnten die meisten Arbeitskräfte in dem Bereich gehalten werden und die Arbeitskräfte die Umstellung gut verkraften.
Ein weiteres beeindruckendes Ausstellungsstück in diesem Teil der Ausstellung ist eine Rotationspresse der ersten Jahre, die in einer private Druckerei die DDR Zeit gut erhalten überlebt hat. Die Rotationspresse war noch zur Zeit des Nationalsozialismus für einen private Lokalzeitung beschafft worden, welche dann in der DDR nicht mehr erscheinen durfte. Da der Eigentümer nach dem Erscheinungsverbot davon ausgegangen ist, das dieses Verbot nur kurze Zeit bestehen wird, hat er seine Beschäftigten angewiesen die Presse gut zu konservieren. In der DDR Zeit wurde er mehrfach angefragt, ob er die Presse an die staatlichen Druckereien verkaufen will, hat dies aber nicht gemacht, konnte sich aber als selbstständige Druckerei durch die DDR Zeit gerettet. Nach der Wende wurde dann noch eine weiterer Verkauf geplant. Dieser ging aber „zum Glück“ schief, denn nur so konnte das Museum diese Maschine für die Ausstellung erwerben.
In dem Bereich des Museums sind auch noch einige Digitale Simulatoren aufgebaut, z.B. ein Simulator zum Tower Betrieb des Dortmunder Flughafens. Leider waren die Teilweise nicht so richtig lauffähig und daher habe ich mich entschieden, die Simulatoren zu überspringen. Mit den Auslassungen und den übersprungen Teile konnten wir das Museum sogar schon um 16:30 Uhr, also 30 min. bevor die Ausstellung geschlossen wird, verlassen. Bei der Größe der Ausstellung spricht auch dieser Umstand Bände, wie gut oder weniger gut TobbY die Ausstellung gefallen hat.
Heute können wir nicht sofort den Heimweg zum Campingplatz antreten sondern haben noch einen weiteren wichtigen Termin hier in Dortmund. Von der Arbeitsschutzausstellung im Westen der Stadt geht es auf der B1 durch die Stadt in den Osten, denn dort ist das Knappschaftskrankenhaus. Telefonisch haben wir immer wieder von Mami gehört, das es kaum Parkplätze am Krankenhaus geben würde, also haben wir in den Straßen vor dem Parkplatz schon mal geschaut wie es aussieht. Aber um 17:00 Uhr am Freitag Abend war das mit den Parkplätzen kein Problem.
Nick hat gleich seinen Rucksack mit rein genommen, denn er trennt sich für den weiteren Verlauf der Ferien von uns und fährt heute mit Oma nach Iserlohn. Er will 15 ihr ein wenig helfen den Keller auszumisten. Im Krankenhaus mussten wir in den sechsten Stock 16. Kaum aus dem Fahrstuhl ausgestiegen wartete eine Überraschung auf uns. Mami stand an den Fahrstühlen und hat dort auf uns gewartet. Sie hatte Papi nichts davon erzählt, dass wir ihn heute besuchen wollen. Er hat sich sehr gefreut, und nach einer gefühlten Stunde sind wir alle gemeinsam aufgebrochen. Mami ist mit Nick Richtung Iserlohn gestartet und uns hat noch ein Odyssee zurück zum Campingplatz erwartet.
Warum war die Rückfahrt zum Campingplatz eine Odyssee? Wir hatten uns noch vorgenommen in der Soester Börde Kartoffeln zu beschaffen. Da wir, wenn wir aus Iserlohn Richtung Ilmenau fahren, schon mehrfach am Bismarckturm in Fröndenberg Kartoffeln oder Zwiebeln gekauft haben, hatten wir diese Stelle als erste auf unsere Route gelegt. Überraschender Weise hat das Navi aus den ihm vorliegenden Daten eine für uns ungewöhnliche Strecke herausgesucht. Wir sind wie erwartet über die B1 auf die A44 gefahren. Von der A44 hat uns das Navi dann am Kreuz Dortmund/Unna Richtung Bremen geschickt, nur um dann nach dem Kreuz umgehen wieder auf die B1 Richtung Soest ab zu fahren. Dann ging es auf der alte B233 über die A44. Dort konnten wir dann erkennen, warum uns das Navi über diese eigenwillige Route geschickt hat. Es hatte auf dem Stück zwischen dem Kreuz Dortmund/Unna und Kreuz Unna-Ost einen Unfall gegeben. Als wir nach Unna rein gekommen sind, hat sich Nils erst mal ins Traumland abgemeldet, obwohl er sich vorgenommen hatte, uns bei der Suche nach einem Kartoffelbauern zu unterstützten.
Leider gab es an dem üblichen Stellplatz keine Kartoffeln sodass wir weiter fahren und weiter schauen mussten. Also dieses mal über die vierspurige B233 zurück auf die B1. Kurz vor Werl haben wir dann zwei Bauernhöfe entdeckt, die Schilder mit Hinweis auf Kartoffelverkauf aufgestellt, und auch Kartoffeln in Säcken und großen Boxen an der Straße stehen hatten. Es wurde langsam dunkel und es sah auch nicht so aus, als können man klingeln und jemanden erreichen. Wir haben aber auch nicht angehalten und es weiter versucht. Durch Werl durch und weiter auf der B1 Richtung Soest haben wir keine weiteren Bauernhöfe mehr angetroffen.
In Soest mussten wir dann noch Einkaufen, denn wir haben noch einiges an Leergut im Kofferraum, außerdem müssen wir uns ja noch überlegen was wir zum Abendbrot machen. Gleich am Ortseingang ist auf der Rechten Seite ein Kaufland, das zu der Zeit noch geöffnet hatte. In Anbetracht der Uhrzeit und der zu erwartenden restlichen Fahrtstrecke waren wir uns einig, dass wir nicht noch etwas einkaufen, das wir am Campingplatz dann erst zubereiten müssen, sondern das wir jetzt, hier essen gehen sollten.
Im den Einkaufszentrum gab es einen Asia Imbiss, den sich geli, während Nils noch mal einen ausführlich Spaziergang zur Lehrgutannahme gemacht hat, angeschaut hat. Nils und TobbY sind aber nicht unbedingt erpicht auf einen Imbiss und haben sowohl optisch als auch bei googel auf der anderen Straßenseite ein Asia Buffet erspäht. Die Google Bewertung hat etwas tief gestapelt, denn sie sprach von einer geringen Auswahl. Dennoch waren wir der Meinung, wir sollten es dort versuchen, denn das entsprach doch mehr dem, was wir uns als Abendbrot für einen Urlaubstag gewünscht haben, als eine Portion vom Asia Imbiss.
Also wieder ins Auto, vorsichtig durch die Baustelle und zum Asiapalast. Auch wenn wir Freitag Abend haben, ist es überhaupt kein Problem spontan einen Tisch zu bekommen. Und vom Eingang geht es vorbei am Buffet und schon da kann man erkennen, dass uns eine gute Auswahl erwartet. TobbY musste erst mal schnell austreten und in der Zeit haben geli und Nils schon am Tisch gesessen und überlegt, welche Variante des Buffets wir nehmen wollen. Wir haben uns am Ende für das Candellight Dinner entschieden. Unter dieser Bezeichnung wird das Buffet mit einer Getränkeflatrate angeboten 17. Da TobbY und Nils den Tag über nichts weiter getrunken haben, hatten sie beide ordentlich Durst und haben sich daher für die Getränkeflatrate entschieden und dann auch min. 3 Spezi und TobbY noch ein Bier getrunken. Geli musste sich dann anschließen, denn an einem Tisch gibt es immer nur das gleiche Buffet, auch wenn sie nur eine große Wasserflasche leer getrunken hat.

Viele Gerichte waren fertig gegart in den verschiedenen Auslagen des Buffets und waren bis auf die Tintenfisch-ringe auch alles sehr lecker und warm. Darüber hinaus gab es aber auch einen Bereich in den Fleisch und Fisch roh und auf Eis im Buffet lag. Dieses konnte man sich zusammen mit Gemüse und Nudeln sowie einer Sauce beim Koch abgeben. Dafür hat man am Platz eine Klammer mit Tischnummer. Wenn die Zutaten zu einem schmackhaften Gericht gegart sind, bringt die Bedienung den Teller dann an den Platz. Eine von den Klammern mit unserer Tischnummer war aber wohl auf einem Irrweg und so tauchte ein Teller auf, den wir nicht zusammengestellt hatten.
Abschließend ging es dann nach dem Essen mit einem weiteren Zwischenstopp an der Aral Tankstelle zurück zum Campingplatz. An der Aral Tankstelle gibt es einen Geldautomaten, denn wir brauchen für den Campingplatz Bargeld um morgen zu bezahlen. Dieser Campingplatz nimmt leider kein Bargeld.
- also spätestens nach 17:00 Uhr + Fahrtzeit[↩]
- Kinder und Jugendliche sind in der Ausstellung frei[↩]
- Nils war wieder dazu gestoßen.[↩]
- Auch nur Lieblos in einen Spind gestellt und mit einem Stahlseil gesichert.[↩]
- Ich kann gerade nicht mal sagen ob LF8 oder LF16[↩]
- Gut das spezifische Wissen aus Ilmenau / IlmKreis erwarte ich gar nicht. [↩]
- Ist an der Mitteldruckkupplung abgekuppelt und fehlt. [↩]
- kein Doppelflaschengerät [↩]
- Vielleicht erwarte ich aber auch zu viel, denn mich kann man vermutlich weder in Sachen Feuerwehr, noch im Thema Arbeitsschutz allgemein in die Kategorie eines interessierten Laien, einordnen.[↩]
- Ja die Aufsicht im Museum sind alle vom Dienstleister Kötter Security [↩]
- Nils und TobbY [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lithografie[↩]
- https://holiday.indiancoder.de/?p=4031[↩]
- https://holiday.indiancoder.de/?p=6640[↩]
- soll[↩]
- so hatten meine Eltern schon berichtet[↩]
- Die Flatrate umfasst alle alkoholfreien Getränke sowie zwei Flaschen Bier oder zwei Glas Wein[↩]