Auf dem Heimweg gestern sind wir an einer Hinweistafel auf eine Tropfsteinhöhle vorbeigekommen. Da wir noch nicht entschieden hatten was wir heute machen wollen haben wir diesen Hinweis als Wink mit dem Zaunpfahl angesehen. In der Anmeldung gab es auch eine Werbung, die war aber für die Attahöhle bei Attendorn und nicht für die Tropfsteinhöhle hier in Warstein. Dank Google sind wir dann aber schnell fündig geworden, das es in 12 km Entfernung vom Campingplatz noch in Warstein das „Naturerlebnis BILSTEINTAL“ 1 gibt.
Und darüber hinaus haben wir bei der Tagesplanung festgestellt, das der zuvor noch geplante Besuch in der Warsteiner Welt (Brauereibesichtigung und Bier Museum) nicht ganz zu unserer Urlaubsplanung passt. Eintrittspreise von 24,50 € für Jugendliche und Erwachsene und 14,50 € für Kinder bis 15 Jahren ließen vermuten, das es bei der Brauereibesichtigung nicht primär um die Führung und evt. die Ausstellung geht sondern vor allem um die Verkostung. Und da weder TobbY noch Nils gerne Pils trinken, Alkohol im Bier zumindest TobbY nicht mehr so wirklich verträgt, geli sowieso kein Bier mag und Nick noch nicht alt genug ist, haben wir den Programmpunkt dann gestrichen, auch wenn es nicht leicht gefallen ist, denn eine Brauereibesichtigung gehört eigentlich dazu wenn man schon in Warstein ist.
Also wie jeden morgen erst mal aufstehen und prüfen ob die Duschen wieder bzw. noch funktionieren. ? Was war da los? Gestern während Nils duschen war, war gleichzeitig die Inhaberin des Campingplatzes in der Herrendusche unterwegs und suchte krampfhaft, wie sie das Wasser abstellen könne, da eine Dusche bzw. die Drückergarnitur der Dusche nicht mehr abgeschaltet hat. Sie müssen es aber hin bekommen haben, also ab frisch machen. Problem am Frischmachen wird so langsam das Thema abtrocknen, denn der permanente Nieselregen bzw. der Nebel verhindert, dass die Handtücher im Vorzelt trocken werden. Und auch die paar Minuten, die man das Handtuch vor dem Duschen im Duschraum über die Heizung legen konnte, hat das Problem nicht sonderlich behoben.
Nach dem Frühstück ging es dann los ins Bilsteintal. Am Parkplatz 1 suchten wir erst mal das Kassenhäuschen, wurden aber dann weder am Parkplatz noch an den Aushängen der Waldwirtschaft fündig. Also google bemüht und dort den Hinweis gefunden, das es die Eintrittskarten in der „Alten Jugendherberge“ gibt. Wenn man den Plan des Parks 2 studiert hätte und sich nicht auf google verlassen hätte, dann hätte man die Jugendherberge nach 200 m südlich des Parkplatzes im Park gefunden. Google lokalisiert das Besucherzentrum aber gut 1 km nördlich des Parkplatzes, an einer Stelle an die man zu Fuß nicht kommen kann. Einziger Hinweis, den man aber zu leicht übersehen konnte obwohl man daneben geparkt hat, war eine große Fahne mit dem Hinweis in welche Richtung es zu der alten Jugendherberge und damit zur Kasse für die Höhlenführung geht. Da uns die Google Lokalisierung aber nach gut 200 m in die falsche Richtung spanisch vorgekommen ist, hat geli mal beim Betreiber angerufen um die notwendige Info zu bekommen und meinte nach dem Telefonat, das die Betreiber nicht so klangen, als ob das ein seltener sonder viel mehr so als ob das ein regelmäßiger Anruf gewesen ist.
Nachdem wir nun auf dem richtigen Weg waren haben wir an der Kasse die Eintrittskarten für die nächste Führung gelöst und wieder waren wir genau richtig, sodass man uns sofort vor zum Höhleneingang geschickt hat und wir keine 10 min. später die Höhle betreten konnten. Die Führung dauert ca. 30 min. auch wenn es einem viel zu knapp vorkommt um die Höhle zu genießen. Was mir aber im gleichen Atemzug aufgefallen ist: für eine Tropfsteinhöhle ist es viel zu trocken. Das hat auch der Führer bestätigt, freute sich aber zugleich, das es jetzt schon einige Tage geregnet hat und man so langsam wieder die erste Feuchtigkeit in der Höhle mitbekommen.
Darüber hinaus ist mir aufgefallen, das die Wege in der Höhle übertrieben gut ausgebaut sind. Auch hierzu wurden in der Führung einige Worte verloren. Die Höhle wurde bereits kurz nach der Entdeckung 1887 zur Schauhöhle ausgebaut und wurde für Besichtigungen bereits 1888 eröffnet. Die ausgebaute Stecke in der Höhle sind ca. 400 m 3. Zum Ausbau wurden an einigen Stellen zusätzliche Durchgänge gesprengt damit die Besucher in aufrechter Körperhaltung bequem durch die Höhle laufen können. Außerdem wurde eine Beleuchtungsanlage installiert, die seit der Inbetriebnahme mehrfach überarbeitet und ausgetauscht wurde, zum letzten mal vor ca. 10 Jahren. Zu der Zeit wurde eine spezielle Höhlenbeleuchtung in LED mit geringen UV und IR Anteilen eingebaut. Obwohl die Beleuchtung auch direkt nach den Besuchern abgeschaltet wird, haben sich im Schein der Lampen Algen, Moose und Farne angesiedelt, sogar teilweise auf den Tropfsteinen.






Im Vergleich mit der Dechenhöhle und anderen Tropfsteinhöhlen die ich schon besucht habe sind auch die Tropfsteine und Vorhänge eher unscheinbar.
Als wir nach 30 min. aus der Höhle kamen, sind wir umgehend in den Tierpark abgebogen und haben das Museum in der Alten Jugendherberge an das Ende der Runde gelegt. Im Tierpark führte uns der erste Weg zu dem Fuchsgehege wo wir gleich einen gesehen haben. Und jetzt wurden Nils und TobbY aktiv und haben eine Fotosession losgetreten und hoffen es sind für euch ein paar schicke Fotos dabei.










Weiter ging es, einmal das Gehege der Rothirsche umrunden und zum Luchs Gehege. Auch wenn die Rothirsche faul in der Wiese lagen, so haben wir sie gesehen, während sich der Luchs erfolgreich versteckt hatte.
Vom Luchs wollten wir weiter zu den Wildschweinen, die aber nur noch auf einigen Wegweisern lesbar waren, auf anderen Wegweisern waren sie abgeklebt und im Plan auch nicht mehr verzeichnet. Am ehemaligen Gehege angekommen mussten wir feststellen dass sogar schon die Zäune abgebaut sind.
Auf dem Rückweg zum Auto sollten wir noch an den Sikahirsche vorbei kommen. Da wir auf dem Heimweg noch einkaufen müssen, sind geli und TobbY aber bevor wir zu den Hirschen gegangen sind und geli die Hirschkühe versucht hat mit Eicheln zu füttern noch mal in die Alte Jugendherberge abgebogen. Ist man schon mal da, kann man auch noch das Museum besuchen. Der Besuch ging recht schnell denn so viel gab es nicht anzuschauen oder zu lesen. Das einzige was mir in Erinnerung geblieben ist, ist natürlich was historisch technisches:
Die Alte Jugendherberge ist bereits 1887 gebaut worden, damals aber noch als einstöckiges Betriebsgebäude für die Schauhöhle. Wie zuvor schon erwähnt gab es verschiedene Generationen der Beleuchtung. Die erste Beleuchtung war eine Gasbeleuchtung. Das Wassergas wurde in dem Betriebsgebäude aus Koks vor Ort erzeugt. Im Rahmen des ersten Generationswechsel (1905) bei der Beleuchtung wurde elektrische Beleuchtung installiert und im Betriebsgebäude wurde ein Generator aufgestellt. Erst als die Höhle 1922 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde, wurde kein Betriebsgebäude mehr benötigt 4. 1925 wurde das Gebäude dann auf vier nutzbare Etagen aufgestockt, 1926 um einen Anbau ergänzt und 1926 als Jugendherberge eröffnet. Durch das Angebot einer Jugendherberge wollten die Gebirgsvereine die Jugend zum Wandern im Sauerland motivieren.
Seit 2011 ist das Gebäude und die Höhle an den „Bilsteintal e. V.“ vermietet, der die Höhlenkasse in das Gebäude verlegt hat. Außerdem beherbergt das Gebäude die kleine Info-Ausstellung.
Auf dem Heimweg haben waren wir dann noch Einkaufen und haben dann am Campingplatz Abendbrot gemacht.
- https://bilsteintal.de [↩]
- https://bilsteintal.de/wp-content/uploads/2024/09/Parkplan2024.pdf[↩]
- https://bilsteintal.de/bilsteinhoehle/[↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Bilsteinh%C3%B6hle#Die_ehemalige_Gasfabrik_und_sp%C3%A4tere_Jugendherberge[↩]