Gestern angekommen heute Besichtigungen in Linköpping und morgen dann, bevor wir leider wieder Richtung Ilmenau aufbrechen müssen, einen faulen Tag zum Kraft für die zweit Fahrtage sammeln am Wohnwagen. So war der Plan, aber wie war das Motto des Urlaubes, „ist der Plan noch so gut gelungen, lebt er doch von den Änderungen.“ Und so sollte es sich auch wieder mit dem heutigen Tag zutragen.
Der Morgen fing erst mal wie immer an, nach dem Aufstehen, vor dem Weg in das Service Haus wurde noch die Funkstation gestartet. Das Ziel für gestern war leider nicht erreicht, also musste heute noch etwas dazu kommen, damit wir dem Ziel 1000 QSO aus Schweden ein wenig entgegenkommen. Nachdem gestern Abend der Betrieb auf 40m eingestellt wurde, wird heute Morgen auch auf 40 m wieder begonnen. Und es kommen auch gut etliche QSO im Log an, das Ziel rückt in greifbare Nähe. Aber leider zeigte sich auch wieder eine eigentlich gute Idee von TobbY als Ausgangspunkt für den nächsten Schaden. Damit die Kabel ins Auto nicht eingeklemmt werden, führen die Kabel durch die Kofferraumklappe. Nachdem diese Version am Anfang ohne weiteren Schutz aufgebaut war, hatte geli mal den Kofferraumdeckel zu fest zugeschmissen und es kam wie es kommen musste, die Kabel wurden ein wenig gequetscht 1 . Inzwischen kommt in das Kofferraumschloss eine Klemme und nachdem TobbY eine davon auch geschlachtet hat, da er sie vergessen hat, als er den Kofferraum schließen wollte, hat er heute daran gedacht und die Klemmen am Magnetfuß festgemacht, damit er nicht wegkommt und er sie morgen nicht suchen muss. Leider war diese Idee nicht so sinnvoll wie sie abends gedacht war, denn die Sicherungsklemme hat die dünne Gummimatte 2 eingerissen.
Dann nach dem Frühstück ging es vom Campingplatz los. Eingeplant war der Besuch von zwei Museen, dem Gamla Linköping 3 und dem flygvapenmuseum 4 dem „Swedish Air Force Museum!“. Gamla Linköping schließt um 16:00 Uhr, das Luftwaffenmuseum umd 17:00 Uhr, daher stand auch schnell die Reihenfolge fest, erst die alte Stadt, dann die Luftwaffe.
Auf dem Weg sind uns Regionale Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden Schwedens bezogen auf die Verkehrslenkung aufgefallen:
- Im Süden gibt es Verengungen, die das Bremsen einer Seite erzwingt. Die Reglung besagt, dass das Fahrzeug welches als erstes an so einer Verengung eintrifft durchfahren darf, der Gegenverkehr warten muss. Solche Verengungen ließen sich im Norden nicht finden.
- Auch bei der Geschwindigkeitsüberwachung lassen sich regionale Unterschiede finden. Während im Norden jede Messtelle einzeln angekündigt und noch mal auf die aktuell gültige Geschwindigkeit hingewiesen wurde 5 , werden hier im Süden die Geschwindigkeitsüberwachungen als Streckenüberwachung angekündigt, und auch die Geschwindigkeit wird nur am Anfang ausgeschildert.
- Des Weiteren ist auch Auffällig, dass im Norden vermehrt Norweger Urlaub machen, währen wir hier im Süden jetzt wieder etliche Deutsche Kennzeichen auf den Straßen unterwegs sind, so auch auf dem Parkplatz von Gammla Linköpping. Dort stand ein VW Bus mit Fahrradträger und Ilmenauer Kennzeichen.
Gamla Linköpping teil sich in einen Teil „Holzstadt“ und einen Teil „Dorf / Hof“. Die Beiden Teile sind ca. 500 m voneinander entfernt und über einen Waldweg verbunden. Bei ca. der Mitte des Waldweges findet sich noch eine „Soldaten Kate“. Die Soldaten Kate ist ein Miniaturhof den Soldaten auf dem Gelände eines Bauern errichten durften, um sich zu versorgen.
Unseren Rundgang durch das Freilichtmuseum haben wir in der Holzstadt begonnen. Zu dem Freilichtmuseum sollte noch folgendes erwähnt werden:
- Der Eintritt in das Freilichtmuseum ist frei. Das Gelände ist auch nicht eingezäunt, nur in den Gassen stehen von den umgehenden Straßen kommend Warnbaken mit Durchfahrt Verboten Schildern.
- Das Freilichtmuseum besteht aus verschieden Gebäuden, die zum einen die unterschiedlichen Gewerke oder Museen beheimaten. Die Öffnung der Gebäude ist abhängig von der Jahreszeit. In der Saison 6 sind die meisten Gebäude geöffnet und die meisten Gewerke stellen sich den Besuchern vor. Dann gibt es noch eine Öffnung im Winter im Rahmen eines „Weihnachtsmarktes“ und in den anderen Zeiten muss man glück haben, welche Gebäude gerade geöffnet sind.
Wir haben also auf dem Parkplatz der Holzstadt geparkt, geli hat erst mal mit der Parkapp gekämpft und dann ging es in die Stadt. Zu Anfang haben wir einige Museen besucht, waren auf der Bühne des Volksparks oder im Feuerwehrmuseum. Dann haben wir die Schule besucht. In der Schule wird gezählt, wie stark der Andrang ist. Die Schule ist nur in der Saison geöffnet und der Zähler war positiv überrascht, wie stark der Andrang an dem Samstag der Nachsaison noch ist. Die Schule zeigt drei verschiedene Schulräume aus unterschiedlichen Jahren. In der Schule können in einer Klasse Kinder mit Feder und Tintenfass Schönschreibübungen durchführen. Außerdem gibt es noch die Wohnung einer Lehrerinn in der Schule.
Danach ging es weiter zum Marktplatz mit Post, Bank und Kaufmannsladen. Interessant war aber eher der Hof vom Kaufmannsladen, den Hållgården 7 . Hier waren zwei Kutschen ausgestellt und von hier aus sind geli und die Jungs Richtung Dorf aufgebrochen.
TobbY ist aber erst mal in die andere Richtung aufgebrochen und hat sich dann geärgert die Jungs nicht motivieren zu können ihm zu folgen. Er hat eine noch geöffnete Werkstatt gefunden. TobbY ist in der Setzerei und Druckerei gelandet. In der Setzerei waren ausführlich die unterschiedlichen Varianten zum Erstellen des Satzes ausgestellt. Neben viel manueller Satztechnik, gibt es auch eine Satzmaschine vom Typ Linotype 8 9 10 , die TobbY fesselte und über die er sich mit den beiden Setzern 11 die diese Ausstellung betreuen unterhalten hat 12 . Die angeschlossene Druckerei druckt Flyer und Papiere, die in den unterschiedlichen Geschäften und Museen in Gammla Linköpping benötigt werden.
Wie eingangs beschrieben besteht Gamla Linköpping aus zwei Teilen, der Stadt und dem Dorf. Und während TobbY noch in der Stadt die Setzerei besichtigt, haben sich geli und die NiNi’S schon auf den Weg ins Dorf gemacht, da dort auch noch Themen wie das Technikmuseum beheimatet sind. Dort wartend reifte bei geli die Einsicht, wir werden wohl morgen noch mal nach Linköping fahren, denn für das Luftwaffenmuseum ist es jetzt schon zu spät.
Dann ist TobbY auch in dem Dorf angekommen und wir haben gemeinsam das Technikmuseum besucht. Im Erdgeschoss konnte Radio und Kommunikationstechnik bewundert werden. Der zweite Stock glich einem Elektrokontor, es wurde aber auch Verteiler und Schaltanlagen gezeigt, auch in die Leitwarte eines Energieversorgers. Im Zweiten Stock ging es dann etwas gemischter zu, so finden sich dort neben nochmals Rechenmaschinen, Zeichenmaschinen wie in einem Konstruktionsbüro oder auch verschieden Parkuhren und Parkscheinautomaten. Als wir mit dem Museum fertig waren, zeigte sich wieder intensiv, dass wir außerhalb der Saison in Gammla Linköpping waren. Der Lockschuppen und andere Werkstätten hatten hier im Dorf leider geschlossen.
Geöffnet hat noch der Schmied, aber das haben geli und die Jungs schon nicht mehr mitbekommen, sie sind wieder zurück in die Stadt aufgebrochen, damit sie noch rechtzeitig die Apotheke besuchen können. TobbY hat sich die Zeit genommen den Schmied aufzusuchen und im Gespräch viele Interessante Dinge erfahren. Der Schmied kommt aus Kanada und ist mit seiner Frau 13 im vergangen Jahr nach Linköpping gezogen. Er ist schon seit 30 Jahren Kunstschmied und übt diesen Beruf auch weiterhin selbstständig aus. Er hat die Schmiede im Museum gemietet, Auflage ist, dass er in der Saison seine Werkstatt für Besucher öffnet und Vorführungen macht. Im Hinterstübchen hat er moderne Werkzeuge 14 während in der Schmiede ansonsten klassisch gearbeitet wird 15 . Wenn 10% der Besucher etwas bei ihm kaufen, dann kann er essen. TobbY meinte dann, das Heizen und Essen ja auch das wichtigste sei. Darauf erwiderte er, Heizen ist nicht so wild, denn: „I am from Canada, we do not have Winter here.“ Was er heizen muss ist sein Schmiedefeuer. Für das Schmiedefeuer verwendet er nicht nur Holzkohle – sondern auch ergänzend lieber Steinkohle, doch die ist nach seiner Aussage so alt, dass es mehr Staub als Kohle ist. Aktuell arbeitet er an einem „Dalslandpferd“ und wollte schauen, ob man das auch schmieden kann. Das erste Pferd war gerade fertig geworden und er ist stolz drauf. Dieses Pferd wird später ca. 80 € kosten, dieser erster Prototype wäre unbezahlbar, auch von der Arbeitszeit, aber jetzt weiß er ja wie es geht, und damit kann den Ablauf auch etwas optimieren. Nur von den Besuchern und ihren kleinen Einkäufen kann er noch nicht leben, und somit hat er mir Bestellungen aus Canada und den USA gezeigt. Bestellungen für Messer oder Äxte, die nicht mal eben erledigt sind, sondern ihn einige Tage beschäftigen. Da er nicht wie die Schmiede im Meckinger Bachtal in Hagen16 im Museum angestellt sind, kann er bei den Vorführungen auch nur hin und wieder mit den Kindern gemeinsam Nägel schmieden, die dann käuflich erworben werden können.
Die alte Stadt schließt gegen 16:00 Uhr ihre Tore, danach mussten wir noch einkaufen fahren. Gut drei Wochen sind wir jetzt schon in Schweden auf Tour und verpflegen uns in der Wohnwagenküche selbst. Langsam gehen uns die Ideen aus, was wir kochen können zu allem Überfluss müssen wir auch ein Auge auf die Reste werfen, denn bald geht es ja leider wieder nachhause und da müssen wir nur die Vorräte mitnehmen, die wir explizite als Mitbringsel kaufen wollen. Also waren wir noch Einkaufen währen uns Oma wegen der noch nicht verfassten Berichte der letzten Tage per Signal stört. Am Ende haben wir den restlichen Speiseplan für die zweit Tage zusammen 17 . Interessant war auch das der IKA einen „SweGreen – Future of Farming“ hatte, um Frischen Salat verkaufen zu können.
Einen letzten Versuch im Dollar Store noch mal Ohrenstäbchen zu bekommen ist auch hier in Linköping gescheitert, Aber nach einem Blick auf die Verpackung sind wir uns sicher, sie waren aus dem Dollar Store, also müssen wir wenigstens nicht mehr die weiteren Billigläden abklappern.
Wieder zurück am Campingplatz ging es für alle ins Wasser, selbst Nils ist dieses mal mitgekommen und TobbY hat nicht so lange gebraucht, bis er sich im Wasser tummelt und sogar den Kopf unter Wasser gesteckt hat.
Wieder am Wohnwagen konnten wir die Livemusik des Krebsfestes der schwedischen Dauercamper genießen. Sie hatten eine Sängerin engagiert die in der ersten Runde überwiegende auf Schwedisch, in ihrer zweiten Runde dann aber vor allem auf Englisch unterwegs war und deren Stimme nicht schlecht klang so weit TobbY das beurteilen kann, und schön trinken konnte er sich die Musik auch nicht, denn die Getränkeversorgung ist im laufe des abends zusammengebrochen. Man könnte auch sagen, die mitgebrachten Vorräte sind zur Neige gegangen, was angesichts der bevorstehenden Rückreise auch als gut geplant eingeschätzt werden kann.
Was gibt es noch zu berichten und nachzumelden: Die Schadensliste ist weiterzuführen, denn der Nils hat Messerwerfen geübt und dabei die Spülschüssel gekillte. Wie auch in den vergangenen Tagen stand sie Spülschüssel draußen unter dem Wohnwagen und Nils wollte ein Messer aus dem Wohnwagen dort rein^fallen lassen. Nur dieses mal ist es nicht auf dem Griff oder der Seite gelandet, sondern mit der Spitze voran im Boden der Schüssel stecken geblieben. Jetzt haben wir eine Spülschüssel mit Leck. Nachtragen muss ich noch einen Schaden an einer Laptoptasche. Die Tasche aus altem Feuerwehrschlauch und LKW Plane hat einen Gurt aus Sicherheitsgurt. Dieser ist an der LKW Plane angenäht. Diese Naht hat es im laufe des Urlaubes auf einer Seite auch entschärft. Und zum Abschluss des Abends noch eine super Nachricht. Die angepeilten 1000 QSO für den Urlaub sind erfolgreich im Log, schauen wir mal, was bis morgen abend als Kür noch dazu kommt.
- Gott sei Dank nicht so stark, das sie Schaden genommen haben [↩]
- die den Lack vor Kratzern durch den Magneten schützt[↩]
- https://gamlalinkoping.se/auf-deutsch/ [↩]
- https://flygvapenmuseum.se/en/start/ [↩]
- im Tagebuch wurde darüber berichtet [↩]
- Sommerferien in Schweden [↩]
- Ein Hållgården war, was man im modernen Sprachgebrauch als Parkplatz bezeichnen würde. Hier konnten weit angereiste ihre Ochsen, Pferde und Karren abstellen, solang sie ihren Geschäften nachgingen. Hier wurden auch allerlei Handelswaren verladen […] Oft lag der Hållgården direkt hinter einem Gemischtwarenhandel. [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Linotype-Setzmaschine [↩]
- https://archive.org/details/Typesett1960 [↩]
- https://archive.org/details/Typesett1960_2 [↩]
- Rentner [↩]
- Und damit wieder mal die Zeit sprengte [↩]
- Sie ist Schwedin [↩]
- z. B. nutzte er eine Flex als TobbY die Werkstatt betrat [↩]
- eine weitere Ausnahme ist das Gebläse das seine Feuerstelle versorgt [↩]
- https://www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de/de/ [↩]
- Auch wenn geli ihn bis zum Wohnwagen wieder vergessen hat und wir daher jetzt eine Tüte tiefgekühlten Brokkoli mit zurück nach Deutschland nehmen müssen. [↩]
































































