Für heute steht das Besucherbergwerk Sauerland in Ramsbeck auf dem Plan. Unter anderem das Besucherbergwerk war ein Grund, der uns zu der Entscheidung gedrängt hatte, das wir diesen Herbst im Sauerland Urlaub machen wollen. Ein weiterer Grund ist leider nicht ganz so schön, aber da ihr ihn am Freitag eh lesen werdet, TobbY’s Papi liegt mal wieder im Krankenhaus, zwar geplant, aber dank seines Allgemeinzustandes ist leider auch der Ausgang von diesem Eingriff nicht genau vorherzusehen.

Nachdem wir gestern lange unterwegs waren und TobbY vom letzten Contest auch noch die Logs prüfen und Einreichen muss, haben wir uns entschieden, uns für die Führung um 14:30 Uhr anzumelden. Sollten wir früher am Bergwerk eintreffen können wir ja das Museum vor der Führung besichtigen.

Also hat TobbY noch vor dem Frühstück seinen Logcheck durchgeführt, aber hat es noch nicht geschafft, das log auch einzureichen, denn bis dahin war Nils mit den Brötchen wieder da und Nick hatte auch die Eier fertig und es wurde gegessen.

Nach dem Frühstück haben wir uns dann gleich auf den Weg nach Ramsbeck gemacht. Da TobbY auch das Auto mal auf den kruvigen und bergigen Strecken durch das Sauerland ohne zusätzlichem Gewicht testen wollte ist er die Streck zum Bergwerk gefahren. Auf der Strecke konnten wir dann erkennen, warum hier überall immer wieder Parkverbor wegen Schwertransproten angekündigt ist. Hier werden ein paar Windräder aufgestellt.

Angekommen sind wir in Ramsbeck auf dem Parkplatz des Bergwerkes kurz vor 13:00 Uhr und während wir an der Kasse unseren Eintritt bezahlt haben, wurde uns mitgeteilt: „Auch wenn wir uns erst für die 14:30 Uhr Führung angemeldet hätten, sie hätte zwar schon aufgerufen aber wir können noch mit der 13:00 Uhr Führung mitfahren. Also sind wir gleich weiter in die Waschkaue, dort gab es für jeden einen Helm und für geli noch ein Klo und dann ging es ab in den Zug.

Bergwerk und Zug? Ja bei dem Bergwerk hier in Ramsbeck geht es über den Eickhoff Stollen in den Berg, ähnlich wie in Ilmenau in der Vollen Rose 1. Nur das der Eickoff Stollen ca. 1,5 km weit in den Berg hinein und einige Meter nach oben führt. Warum findet man vor dem Museum einen Fördertrum und im Museum immer wieder Abbildung von einem Förderturm wenn dann doch horizontal in den Berg eingefahren wird? Weil wir uns, obwohl der Stollen leicht nach oben führt, er ist nämlich ursprünglich als Blindstollen für die Entwässerung gesprengt worden, gut 300 m unter der Erde des Dörnberg befinden. Und der heutige Zugang über den Eickhoff Stollen ist nicht immer der Zugang zum Bergwerk gewesen, sonder man ist früher mit Seilfahrten in den Berg eingefahren.

Nach gut 10 min Fahrt im Dunkeln kommen wir am Wagenumlauf an. Dieser Bereich hat zwar nichts direkt mit dem Erzabbau sonder eher mit der Förderlogistik zu tun, ist aber vom Technischen Aufwand der hier unten im Berg getrieben worden ist, verdammt interessant.

An einer Weiche ging es also raus aus den Wagen und ab hier ging es zu Fuß weiter. Ca. 600 m sollte der Weg hier unter Tage lang sein, und ein paar Höhenmeter galt es zu überwinden, geleichmäíg und kaum merklich nach unten und dann auf einen kurzen Anstieg und dann ist nach einer Stunde wieder Schicht. Aber was macht den Bereich so interessant. Etwas das wir am Anfang gar nicht so wahrgenommen haben und sogar eher als störend empfanden, die Schienen für die Förderwagen. Aber folgen wir der Führung:

Die erste Station war leider nicht der Leonard Umrichter 2. An diesem sind wir einfach vorbei gelaufen, denn wir hatten nicht auf dem Schirm, welche wichtige Bedeutung dieser Bereich für die Arbeit hier haben sollte. Was mach der Umrichter? Er formt elektrische Energie die aus dem Öffentlichen Netz als drei Phasen Wechselstrom bereitgestellt wird um in einen Gleichstrom, mit dem ein Gleichstrommoter betrieben werden kann. Warum ein Gleichstrommotor? Weil er ohne Drehzahl schon ein großes Drehmoment hat und daher nicht unbedingt ein großes Getriebe braucht, zum zweiten weil man den Gleichstrommotor sehr feinfühlig in der Drehzahl regeln kann.

Und um welchen Gleichstrommotor geht es? Um eine Fördermaschine, dass heißt nicht irgendeine sondern der um Bauzeitpunkt weltgrößte Untertagefördertrommel. Warum eine Untertage Fördermaschine? Weil die Bodennahen Erze abgebaut waren und eine Blindschacht auf die 360 bzw. 420 m Sohle geteuft wurde, um dort den Abbau fortzusetzen. Diese Sohlen sind aber seit der Schließung bzw. dem Umbau zum Besucherbergwerk abgesoffen und können nicht mehr betreten werden. Kommen wir aber noch mal zurück zu der Fördermaschine: Es handelt sich um einen Doppeltrommelwinde, das eine Seil läuft rechtsherum, das andere linksherum. So können zeitgleich zwei Fahrkörbe bewegt werden.

Die Seile haben einen Durchmesser von 43 mm und eine Lebenserwartung von ca. 1,5 Jahren. Danach wurden sie abgelegt und durch neue Seile ersetzt. Die größte Belastung für die Seile sind die Umlenkung und das Aufwicklen auf der Seiltrommel. Damit dies möglichst schonend für die Seile erfolgt haben die Trommeln sowie die Umlenkungen im Durchmesser den ungefähr hundertfachen Seildurchmesser also 4.2 m. Die beiden Förderkörbe sollten zum Gewichtsausgleich aber auch um höchstmögliche Effizienz in der Förderung zu erreichen immer gleichzeitig oben und unten be- entladen werden. Daher bot die Winde die Möglichkeit die Doppeltrommeln zu entkuppeln und eine von beiden Trommeln getrennt zu bremsen. So konnte zwischen der 360 m Sohle und der 420 m Sohle umgeschaltet werden.

Von der Winde aus führt ein Seilgang ca. 40m über die nächste Staion, und dort sind die Seilscheiben für die Umlenkung eingebaut. Von dort aus führten die Seile senkrecht nach unten in den Blindstollen.

Kommen wir nun zur zweiten Stelle auf der Führung, dem Hängebank. Hier war der Arbeitsplatz des Anschlägers und hier wurden bei der Förderung die vollen Förderwagen Talseitig aus dem Förderkorb geschoben. Dazu wurde von der Bergseite ein leerer Förderwagen durch die Schwerkraft und durch einen Ketten Schieber in den Förderkorb geschoben. Die Förderwagen werden auf dieser Sohle nicht von Lokomotiven gezogen sonder rollen durch ihr Eigengewicht oder werden mit Schiebern bewegt. Dies funktioniert bergab problemlos, aber irgendwann müssen die Förderwagen auch wieder hoch. Dazu aber an einer späteren Station mehr.

Der Förderkorb hatte drei Ebene auf den jeweils ein Förderwagen oder 10 Kumpel Platz fanden. Wenn eine Seilfahrt anstand bewegte sich der Korb mit 10 m/s bei Förderfahren mit 12 m/s. Zum Schichtwechsel alle 8 Stunden waren Seilfahrten geplant während die Zeit dazwischen für die Förderung genutzt wurde. Aktuell ist der zweite Korb hinter dem Fördergestell abgelegt worden, damit die Besucher sich eine Bild von den Dimensionen machen können. Außerdem wurde anstelle des Förderkorbes ein Tauchpumpe installiert, da wir uns nun schon unterhalb des Eichhoff Stollens befinden und dieser Bereich auch mit Volllaufen würde.

Was war also nun die Aufgabe des Anschlägers? Bei der Förderung die Förderwagen auszutauschen und bei Seilfahrten für die nötige Schicherheit zu sorgen. Dafür kommuniziert der Anschläger mit dem Fördermaschinisten über Glockensignale die auf einer Anschlagtafel aushängen, z.B. 4 Schläge als Beginn und Ende einer Seilfahrt. Neben den Glockensignalen gibt es ein weiteres Signal für Nothalt, dann hat der Fördermaschinist nichts mehr zu bewegen und ein Fertig Signal. Da der obere und untere Korb jeweils gleichzeitig bearbeitet werden, gibt es neben den Schlägen auch noch fertig Meldungen, damit der Fördermaschinist weiß, beide Anschläger haben ihre Arbeit beendet, ich kann jetzt fahren. Nach einer Fahrt werden die Fertig Signale zurückgestellt und es geht erst weiter, wenn beide grünes Licht gegeben haben.

Gehen wir weiter zur nächsten Station auf der Führung, den Kreiselkippern. Auf dem Weg haben wir noch den hinter dem Fördergestell abgelegten zweiten Förderkorb angeschaut und sind dann entlang der Schienen weiter bergab gelaufen. Die Anlage bestand aus zwei Kreiselkippern an denen auch ein Bergmann gearbeitet hat. Die Förderwagen wurden vor den Kreiselkippern abgebremst und dann einzeln in die Kipper eingeschoben. Da die Förderwagen selbst keine Gelenke zum ausleeren hatten, wurde der gesamte Förderwagen durch den Kreiselkipper einmal um 360° gedreht. Über Kopf stehen fiel das Fördergut heraus in einen sich unter den Kippern befindlichen Bunker 3. Der Bunker 4 verjüngt sich unten zu einer Art Trichter und gibt das Fördergut gleichmäßig dosiert auf ein 620 m langes und mit ca. 15° ansteigendes Förderband ab. Aber auch zu dem Förderband später mehr.

Auf dem Weg zum runter zu den Kreiselkippern konnte TobbY einen Teil seines Wissensdurstes stillen. Das Bergwerk wurde am 31.01.1974 geschlossen aber bereits ende 1974 als Besucherbergwerk wieder eröffnet. Anders als im Salzstock Merkers, in dem immer wieder Arbeiten zum Erhalt der Stabilität der Kammern durchgeführt werden müssen trägt sich das Deckgebirge hier im Erz selbstständig. Nicht nur das wir uns hier im massiven Fels befinden, tragen auch die kleine Stollenquerschnitte ihren Teil dazu bei. Die Erzgrube hat mager Erz abgebaut. Während die ersten Erzadern noch gut 12 % Erz führten brachten es die Erzadern zum Zeitpunkt, als der Betrieb eingestellt wurde noch ca. 4,5 % Ausbeute, davon ca. 73% Blei und 27% Zink. Silber in unbedeutenden Mengen (17 mg pro to) war noch als Beimengung enthalten. 1974 brach dann der Kurs des Britischen Pfundes im Vergleich zur D-Mark ein und da die geförderten Erze an der Londoner Erzbörse gehandelt wurden, war das vorläufige Ende der wirtschaftlichen Ausbeutung der Erze erreicht. Im Gestein des Dörnbergs lagern noch einige Mio. Tonnen Erz, die vielleicht irgendwann doch wieder wirtschaftlich gewonnen werden können. Aus einem Erfahrungsbericht eines Bergmanns habe ich gerade den Wert von 1800 Tagestonnen also durchschnittliche Förderleistung recherchieren können, da ich den genauen Wert mir nicht aufgeschrieben oder gemerkt habe 5.

Zur nächsten Station ging es durch einen kleinen Gang an den Kreiselkippern vorbei. Dieser Gang der gerade mal 6 m lang war diente dem Führer um uns einen Eindruck zu vermitteln, wie schwer die Arbeit im Bergwerk einst war. Bevor Anfang des 17ten Jahrhundert die Arbeit auf Bohren und Schießen umgestellt wurde, hat der Bergmann mit Hammer und Eisen 6 den Fels bearbeitet Der Fels konnte teilweise durch Brennen mürbe gemacht werden. Ein Vortrieb von wenigen cm pro Schicht ist dokumentiert. Da der Vortrieb auch vom Durchmesser des Stollens abhing wurde in der Führung dieser 6 m lange gang mit 1 – 2 Jahren angegeben.

Kommen wir nun zur nächsten Station. Diese ist eigentlich original nicht hier gewesen, da aber die Abbausohlen alle inzwischen geflutet wurden, hat man einen Bohrwagen hier ausgestellt und hält ihn auch für die Vorführungen betriebsbereit. Die Bohrwagen mit Wasserbindung des Staubes sind hier in Ramsbeck erst kurz vor Ende der Förderung eingeführt worden. Leider konnte uns der Führer auch nicht berichten, wann man in Ramsbeck begonnen hatte „nass“ zu Bohren. Wie wir schon von Franz 7 erfahren hatten, und auch in der Führung wiederholt wurde, ist das Trockenbohren im Erz der Grund für die Bergmannskrankheit Silikose, die die Lunge angreift und den frühen Tod in jungen Jahren der Bergleute verantwortet. Um einen Eindruck des Lärms in einem Bergwerk zu bekommen hat der Führer einen Bohrhammer des Bohrwagens im Lehrlauf ein paar Sekunden laufen lassen. Schon dieser Lärm war erschreckend, wenn man nun noch überlegt, das der am Bohrwagen arbeitende Bergmann zwei Bohrhämmer betreut hat, und diese auch im Gestein aktiv waren, kann man verstehen warum die Bergleute auch früh an Schwerhörigkeit litten.

Für einen Schuss wurden ca. 24 Sprenglöcher in die Ortsbrust getrieben und mit Sprengstoff gefüllt. Jeweils zum Schichtende wurde dann gesprengt, sodass für die nächste Schicht frisches Material parat lag. Im Museum über Tage könnte man noch einiges Mehr zu dem Thema Sprengen und beräumen der Strecken erfahren, so auch das in den letzten Zügen des Bergwerkes zur Gleisfreien Arbeitsweise übergegangen wurde und die Bohrwagen sowie die Lader vor Ort arbeiten konnten, ohne das immer sofort neu Gleise verlegt werden mussten.

Ich hatte bereits erwähnt, dass in dieser Sohle der Wagenumlauf ohne die Unterstützung von Lokomotiven erfolgte. Dazu müssen nach dem Kreiselkipper die Wagen erst mal wieder bergauf gefördert werden, damit sie dann wieder durch ihr Eigengewicht zum Fördergestell vorrollen können. Dazu gibt es einen Kettenförderer, der mit einem Haken hinter den Wagen greift und diesen wie den Wagen einer Achterbahn auf den höchsten Punkt schiebt. Falls die Umlaufende Kette reißen oder ein Schaden am Haken auftreten sollte sind in die Rampe Federbelastete Haken eingebaut die in Fahrtrichtung überfahren, gegen Fahrtrichtung aber die Förderwagen auffangen können. Zwischen den beiden Kettenförderern mussten wir jetzt auch wieder auf die obere Ebene zurücksteigen. Auch wenn der Abstand erlauben würde, das zwei Personen nebeneinander her laufen könnten war die Empfehlung, nur die rechten Seite zu nutzen, denn das Deckgebirge hing auf der linken Seite so weit unten, das selbst meine Zwerge angestoßen wären.

Am oberen Ende des Kettenförderer stand ein Kübel. Was ist ein Kübel? Ein Kübel ist die Bergmannstoilette, also ein Eimer mit einem Deckel auf dem der Bergmann sich erleichtern konnte. Dies gilt im Bergbau schon als Fortschritt zum Thema Hygiene. Leider konnte mir keiner die Frage beantworten, wie heute im Bergbau eine Toilette aussieht. Die Aufgabe die Kübel zu leeren und zu reinigen war nicht die beliebteste, musste aber gemacht werden. Und so erzählte der Führer 8 gab es in Ramsbeck den Brauch, das sich der Steiger notiert hat, wenn ein Kumpel zu spät oder verkatert zur Schicht kam oder aus anderen Gründe irgendwie eine Lektion brauchte, und wenn dann die verhasste Arbeit der Kübelreinigung anstand wurde dieser Kumpel für den Tag zum Kübelmajor ernannt und von seiner eigentlichen Tätigkeit freigestellt. Er durfte dann durch das gesamte Bergwerk fahren und die Kübel einsammeln, nach über Tage bringen, dort entleeren und reinigen. Diese Ehre soll eine sehr gute Erzieherische Wirkung gehabt haben.

So nun gehen wir noch zur letzten Station unter Tage, dem auch schon erwähnten Förderband. Das 620 m lange Förderband beginnt unter dem Bunker und führt in 15° Steigung den Bandberg hinauf. Am Ende des Förderbandes stand früher die Aufbereitung die leider schon abgerissen wurde und daher nicht mehr als Industriemuseum für die Besucher geöffnet werden kann, dazu aber später mehr.

Der Bandberg war der eigentliche Förderweg in die Aufbereitung wird aber auch heute noch für den Betrieb des Besucherbergwerkes benötigt. Zum einen, wenn auch nicht ausgebaut dient der Bandberg für das Besucherbergwerk als zweiter Flucht und Rettungsweg, zum anderen wirkt er zusammen mit dem Eickhoff Stollen für die Bewetterung des Besucherbergwerkes. Das Besucherbergwerk wird natürlich bewettert, wobei die Strömungsrichtung von der Jahreszeit abhängig ist. Im Sommer wenn die Außentemperaturen eher hoch sind, sinkt die „kalte“ Luft aus dem Bergwerk über den Eickhoff Stollen nach unten und zieht über den Bandberg warme Luft von außen nach. Im Winter bei kalten Außentemperaturen steigt die „warme“ Bergwerksluft dann über den Bandberg nach oben aus dem Bergwerk auf und zieht kältere Luft über den Eickhoff Stollen in das Bergwerk hinein. Dieser Luftaustausch ist für die zeitlich befristeten Besucherführungen ohne zusätzlichem Staubaufkommens durch Bohren oder Sprengen vollkommen ausreichend.

Auch beim Bau der Erzaufbereitung 9 hat man geplant sich der Schwerkraft für den Materialtransport zu bedienen. Die Bandanlage hat am Vorbrecher geendet, der die höchste Stelle der Aufbereitung darstellte. Die Aufbereitung ist dann Terassenförmig am Hang angeordnet worden, sodass das Material zwischen den einzelnen Arbeitsschritten ohne weiter Maschinen transportiert werden konnte. Die Aufbereitung bestand aus Brechern und Mühlen mit denen das Erz und das, das Erz umgebende Gestein immer weiter zerkleinert wurde 10. Der letzte Arbeitsschritt war das Mahlen in einer Kugelmühle aus der dann ein Schlamm ausgewaschen wurde.

Von diesem Schlamm wurde dann über das Flotationsverfahren 11 in mehren Schritten die einzelnen Erze gewonnen, die Schlämme hochkonzentriert und dieses Erzkonzentrat für die weiter Verarbeitung an die Hochofenbetriebe im Ruhrgebiet verladen. Eine eigene Verhüttung vor Ort im Sauerland war in den Anfangsjahren des Erzbergbaus in der Gegend noch sinnvoll, solange die Hochöfen mit Holzkohle gefeuert wurden und eine Transport zu aufwändig gewesen wäre. Aber mit Einführung der Verhüttung mit Steinkohle im Ruhrgebiet war die Holzkohleverhüttung nicht mehr wirtschaftlich. Außerdem wurde in der Zeit auch das Sauerland Eisenbahntechnisch erschlossen (1873 12 ) und 1897 auf Kosten des Bergbauunternehmers eine Schmalspurbahn die Strecke von Ramsbeck nach Bestwig zum Bahnhof. Dies Strecke blieb dann bis 1952 in Betrieb, wurde dann durch eine LKW Transport abgelöst, da dieser wirtschaftlicher war 13.

Nach der Führung ( ca 1h) ging es mit der Grubenbahn durch den Eickhoffstollen zurück und wir hatten noch Zeit das Museum zu besuchen. Ein Foto das vor der Abfahrt der Bahn gemacht wurde hätte käuflich erworben werden können, wir haben aber verzichtet da Nils unser eigener Kameramann ist.

Was bleibt mir nun über das Museum noch zu berichten? Eigentlich nicht sonderlich viel, da ich viele Informationen bereits in dem Text über die Führung mit eingebaut habe. Das Museum zeigt den Vortrieb und im besonderen den Sprengvortrieb in den verschieden Epochen: Schwarzpulver, Zündschnur, Dynamit mit Sprengschnur und Zündkapsel und zuletzt elektronische Zünder mit Zündladung und losem Sprengstoff, der über Ladewagen in die Bohrlöcher eingebracht wird. Hierzu findet man im Internet und bei YouTube ausreichen Videos, sodass ich dazu nicht mehr schreiben muss.

In der Maschinenhalle stehen verschieden Bergbaumaschinen und Förderfahrzeuge. Im Eingang der Maschinenhalle weißt ein Schild darauf hin, dass das „Betreten der Maschinen auf eigene Gefahr“ erfolgt und ist somit außer es steht explizit etwas anderes dran erlaubt. Dennoch hat sich wohl unser Nick 14 nicht getraut und auch als ich mir einen Lokomotivführerstand näher angeschaut habe, war Nils mit der Kamera weit weg.

Neben der Technikausstellung konnte man noch in das Büro des Grubendirektors und in die Schreibstube der Steiger schauen, einen Film zum Bergwerk Ramsbeck anschauen und durch eine Mineralienausstellung stöbern. Diese Ausstellung habe ich mangels Interesse im Eiltempo durchschritten und habe so nur „fast die gesamte“ verbliebene Öffnungszeit verbraucht um mir im Museum alles im Detail anzuschauen oder vom Führer erklären zu lassen.

Der Rest des Abends ist schnell erzählt. In Bestwig ging es noch einkaufen, auch wenn Einkaufen mit allen nicht wirklich Produktiv ist. Am Ende fiel die Entscheidung doch wieder auf ein Standartessen: Nudeln mit Wurstgulasch aus Fleischwurst, Zwiebel 15 und Tomatensauce mit Salat. Auf dem Heimweg entdeckte geli ein Raiffeisen Tankstelle an der E10 mit 1,55 €/l gut 8 – 10 ct. billiger als an den anderen Tankstellen in der Umgebung angeboten wurde. Da dort aber verständlicher Weise eine Schlange Autos anstand, ist sie dann doch erst vorbeigefahren. TobbY hat dann recherchiert und festgestellt das das im Umfeld ein Spitzenpreis ist, sodass wir nach gut 2 km noch mal umgedreht haben und doch noch das Auto voll gemacht haben.

Am Campingplatz haben dann Nick (Nudeln mit Sauce) und Nils (Salat) das Abendbrot vorbereite und ich habe angefangen den heutigen Bericht in Stichpunkte vorzuschreiben. Anschließen noch das Contestlog hochladen und den Tag schon vor Mitternacht beenden und ins Bett gehen.

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Schaubergwerk_Volle_Rose []
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Umformer#Leonardsatz []
  3. Teilweise wurden die Förderwagen über Kopf auch noch etwas geschüttelt um alles Fördergut zu entleren []
  4. er kann nicht besichtigt werden und gehört auch nicht zur Führung []
  5. https://www.foerderverein-sauerlaender-besucherbergwerk.de/Zeitzeugenbericht%20Grube%20Ramsbeck%20von%20Rudolf%20Petrasch.pdf[]
  6. Daher auch das Bergmannswappen[]
  7. unserem verstorbenen Nachbarn in Ilmenau, einem Bergmann aus der Vollen Rose[]
  8. Ein Ehrenamtlicher Führer, der Bergbauwesen studiert hat, aber außer seinen Praktikern nicht untertage gearbeitet hat und zu allem Überfluss heute auch noch seinen ersten Tag hatte[]
  9. https://www.foerderverein-sauerlaender-besucherbergwerk.de/homepage_foerderverein_049.htm []
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Aufbereitungsanlage#Erz[]
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Flotation#In_der_Erzaufbereitung[]
  12. https://www.foerderverein-sauerlaender-besucherbergwerk.de/homepage_foerderverein_024.htm[]
  13. https://heimatbund-bestwig.de/ausstellung-bahn-baehnchen/[]
  14. sie waren ohne mich in der Maschinenhalle []
  15. leider nur eine ! Nick ! []

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