Nachdem Ausflug gestern und dem Angekündigten Regen für heute Abend haben wir uns für einen Tag mit einem Ausflug in eins der örtlichen Museen entschieden, das TobbY eigentlich nach dem Atlantikwall-Museum noch machen wollte, ihm aber angesichts der Anzahl der zu lesenden Text für knapp 1 h abgeraten wurde, und wie sich heute herausstellen sollte, zurecht.

Also haben wir uns heute früh erst mal Zeit gelassen, auch wenn unser Nick bereits gegen gut 1 h vor den anderen aus dem Bett gekommen ist, und im Vorzelt Funk aufgebaut hat. Dabei hat er festgestellt, das ihm das doch etwas angefixt hat und er doch mal mit Ralf reden sollte.

Nach dem Frühstück, gegen frühen Nachmittag sind wir also los in Richtung des Museums. Wobei wir hier sich hier nur auf geli und TobbY bezieht, die Jungs haben weniger Lust auf das Museum und starten erst später gestartet um eigentlich noch mal zum Strand und Einkaufen zu radeln, aber dazu erzählen sie gerne noch selbst etwas.

Kommen wir erst mal zu dem Museum 1. Eingerichtet wurde es in dem zweiten Munitionsbunker der Küstenbatterie Noordwijk. Die Englandfahrer 2 sind Niederländer gewesen, die im laufe des zweiten Weltkrieges auf unterschiedlichen Wegen und aus unterschiedlicher Motivation heraus sich auf den Weg nach England gemacht haben, um von dort an der Seite der Alliierten mit gegen die Deutschen zu kämpfen.

Neben der Route über die Nordsee, die kaum mit den verbliebenen Booten machbar waren, gab es noch eine Nordroute über das neutrale Schweden 3 oder die Südroute über die Schweiz, Spanien und Portugal. Gerade diese beiden Routen führten dann teils zu abenteuerlichen weiteren Fahrten, teilweise einmal um den Globus bis man dann auch erst ein Jahr später in England eingetroffen ist.

Auch wenn der Bunker eigentlich nicht groß ist, hat die Museumscrew es auch in diesem Museum durch den Einsatz moderner Medien geschafft Geschichten einzelner interessant in Szene zu setzen.

Da die Nordseeküste im Zuge des Atlantikwalls gut bewacht war, wurde es für Niederländer die aus den besetzten Niederlanden aufs Meer hinaus flüchten wollen Zusehens schwieriger überhaupt das Meer zu erreichen. Eine Ausnahme war der Zeehospitium in Katwijk, ein Sanatorium für an Tbc erkrankte Kinder. Ursprünglich war dort ein Tunnel gebaut worden, damit die Tbc Kranken aus dem Krankenhaus an den Strand gelangen können, ohne mit der Stadtbevölkerung zusammenzukommen und diese ggf. anzustecken. Dieser Tunnel ermöglichte es, gerade Nachts noch ohne sonderlich aufzufallen an oder vom Land zu kommen 4 .

Dann wurde immer wieder die Geschichte von einer Fünfer Gruppe erzählt die es mit einem kleinen Segelboot geschafft haben, und nachdem sie in England auf Herz und Niere geprüft wurden, ob sie auch keine Spione der deutschen sind, dann Karriere in England bzw. in der Englischen Armee gemacht haben. Die Englandfahrer habe oft versucht möglichst in der Luftwaffe unter zu kommen, denn so sahen sie die größten Chancen, auch wie gewünscht ihren Beitrag bei der Befreiung von der deutschen Inversion 5 zu leisten.

Oder die Geschichte eines jungen Mannes der auf einem Frachtschiff als Matrose angeheuert hat, und damit er in Stockholm das Schiff verlassen konnte, beim Kapitän um Landgang für den Besuch einer Prostituierten bat.

Leider haben es auch viele nicht geschafft, vor allem die, die mit Kanus über die Nordsee nach England wollten 6. Von einem Versuch der es nicht geschafft hat wusste man in dem Museum auch zu berichten. Die Flüchtlinge haben nämlich mit letzter Kraft eine Flaschenpost abgeschickt um ihre Familien zu unterrichten 7 . Leider wurde diese Flaschenpost von den deutschen Besatzungstruppen gefunden und die Eltern und Geschwister, die von der Flucht keine Ahnung hatten, wurden dann der Mittäterschaft bezichtigt. Dort wo es die Flüchtigen geschafft haben, wurden die daheim geblieben mit einer Verschlüsselten Bootschaft im Radio Oranje 8 über die erfolgreiche Flucht informiert.

Ich hatte ja schon erwähnt das der Bunker nicht groß ist aber doch eine sehr umfangreiche Sammlung beheimatet. Also passiert was immer passiert, TobbY ist noch immer nicht durch und geli wartet draußen schon ein ¾ Stunde zusammen mit den Jungs, die inzwischen eingetroffen sind. Also kam geli noch mal rein, und fragte wie lange ich noch brauchen würde, und da ich ja mit meinem eigenen Fahrrad auch eigenständig wieder zum Campingplatz zurück finden werde, haben wir uns dann aufgeteilt. Ich habe meine Museumsrunde beendet, Nils wollte wieder zurück zum Wohnwagen, und geli und Nick sind einkaufen gefahren. Darüber berichten alle anderen noch eigenständig.

Vielleicht 20 Minuten später bin ich dann auch mit meiner Museumsrunde fertig und als ich mein vereinsamtes Fahrrad dann los geschlossen habe, habe ich noch einen kurzen Rundruf per Signal gestartet. Nils war schon am Wohnwagen und hat mir verraten, das sie auch keine Badesachen mitgebracht hatten. Daraufhin bin ich dann Richtung Leuchtturm gestartet, hatte aber den Anruf nicht beendet. Also meldeten sich dann Nick und geli vor dem Supermarkt und wir haben uns noch mal am Leuchtturm getroffen, denn die Promenade ist wohl schon wieder wegen des Ibiza Festivals gesperrt.

Kurz vor dem Leuchtturm ist auch die aktuelle KNRM reddingstation Noordwijk. Dort waren die Tore auf, eine RTW auf Unimog stand vor der Halle und zwei normale RTW in der Einfahrt. Außerdem sah es so aus, als wäre das Rettungsboot erst vor kurzem draußen und im Wasser gewesen. Als dann noch Menschen in Badehosen, mit Decken in den RTW gelaufen sind und dieser kurz danach los gefahren ist, habe ich beschlossen, mir die Raupe um das Boot über den Strand ins Wasser zu bringen lieber im Internet anzuschauen 9 .

Am Leuchtturm hab ich mich dann wieder mit geli und Nick getroffen und wir sind noch bis zur Absperrung für das Festival der lebenden Statuen 10 gefahren, aber das uns nur wenig angesprochen, also haben wir umgedreht und den Heimweg angetreten.

Ach ja … und wieder mussten wir Online Service in Iserlohn leisten. Dieser war aber nur teilweise erfolgreich, Mail einrichten auf dem Handy: Checked, Signal auf dem PC einrichten: Fail.

Und das Update von der Tagebuch Software wird dann auch erst morgen kommen.

Und zum Titelbild: Wir haben heute Nacht neue tierische Nachbarn auf der Gracht.

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_Engelandvaarders []
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Englandfahrer []
  3. zu Anfang des Krieges dann weiter über Russland []
  4. https://nl.wikipedia.org/wiki/Zeehospitium#Tweede_Wereldoorlog Quelle in Niederländisch[]
  5. und ich meine hier nicht die moderne Touristische []
  6. Eine Route um mit Kanus über ein Meer zu flüchten hat später in der Geschichte vielfach auf der Ostsee von der DDR nach Dänemark oder nach Schweden gelegen. []
  7. Die Fluchtpläne mussten möglichst geheim bleiben, damit man nicht verraten und dann entdeckt wird. []
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Oranje []
  9. Die folgenden Bilder kommen daher auch von Google und nicht von mir selbst. []
  10. https://noordwijk.org/nl/evenement/536/levende-beelden-festival.html []

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