Nachdem wir heute es geschafft haben noch länger zu schlafen und auch geli, die sonst ja immer nicht mehr liegen kann, um kurz vor 10:00 Uhr Küchenzeit erst mit einem knurrenden Magen aufgestanden ist, stand wie immer die Frage was machen wir heute.
Das erste was TobbY vor hatte lautete heute mal duschen, denn das Experiment mit dem neuen Rasierer endet leider mit Bartstoppeln im Poloshirt und das wiederum mag ich gar nicht. Duschen hier auf dem Platz kostet pro Dusche Geld, 1 € für 6 Minuten. Also die Karte und Duschzeug mitgenommen wenn man morgens zum Stillen Örtchen fährt und dann mal die Dusche getestet. Und man muss hier wirklich von einem Test sprechen, denn auch wenn die Lesegeräte für die Bezahlkarte die gleichen sind wie am ersten Platz, ich hatte die bisher noch nicht probiert und musste mich damit erst mal zurecht finden. Die Karte wirkt direkt auf die Dusche, es gibt nicht noch zusätzlich einen Wasserhahn sondern man schaltet mit der Karte direkt das lauwarme Wasser an und kann im Augenwinkel verfolgen, wie nach und nach Geld von der Karte gebucht wird.
Beim Frühstück fiel dann die Entscheidung, das wir heute bei dem vormittags noch diesigem und schlechten Wetter einen Museumsbesuch machen wollen, vor allem das die nächste Stadt doch etwas größer ist und wir das nicht zwei Tage hintereinander brauchen. Geli hat dann zwei Museen vorgeschlagen und wir haben uns gemeinsam für die Space Expo entschieden, auch wenn TobbY erst diesem Museum nicht wirklich was abgewinnen wollte, sich dann aber schnell überzeugen gelassen hat.
Also ging es nach dem Frühstück dann los und TobbY hat sich innerlich schon wieder geärgert, denn 5,5 km fährt man in Holland eigentlich mit dem Fahrrad, aber bisher hat sich noch keiner aufgerafft und für die Jungs Farräder geliehen, sodass wir die Aktivitäten mit dem Rad machen könnten. Zuvor gab es im Vorzelt noch eine Diskussion über die Fotos, die aus dem Freilichtmuseum etwas verwackelt und vor allem in der Frabe verfälscht waren. Der Farbfehler hat nachweislich an einem falschen Weißabgleich gelegen, währen das Verwackeln vermutlich verschiedene Ursachen gehabt hat. TobbY hat aber alles auf die falsche Beleuchtung geschoben und Nils verdonnert, den Blitz mit Batterie zu versehen und heute mitzunehmen, da er sich schon gedacht hat, das das Museum eher im Grundton schwarz gehalten sein wird.
Geli hat für 13:00 Uhr Karten für das Museum online noch fix gekauft und so haben wir Planmäßig gut 4 h Zeit uns die Ausstellung anzuschauen. Auch wenn die Austellungsfläche recht begrenzt ist, ist die Ausstellung gut aufgebaut und hat mit dem Besuch der Vorführung 1 doch für 3,5 h Besuchszeit ausgereicht.
Worum ging es in dem Museum das Museum will zum einen über die Missionen der ESA, also vor allem die Erdbeobachtungsprogramme und das Satellitennavigationssystem informieren, hat aber auch einen gewissen patriotischen touch, denn es werden auch Geschichten zur ISS, wie den Flug mit der Soujus Kapsel oder die Vorbereitung immer anhand der Geschichten der Belgischen Raumfahrer erzählt. Auch die entsprechende Sojus Kapsel ist im Museum ausgestellt, genauso der Raumanzug des Astronauten und weiteres …
Was hab ich so allgemein im Kopf behalten, in unsortierter Reihenfolge:
- Die Genauigkeit der Atomuhren der Galileo Satelliten liegt bei einer Sekunde auf 3.000.000 Jahren.
- Während von der Ariane 1 nur 11 Flüge absolvierte, kam die Ariane 4 als Arbeitstier auf ganze 116 Flüge.
- Den Roboter Arm der ISS haben die Holländer entwickelt und er ist ihr Beitrag an der ISS, auf den sie entsprechend Stolz sind.
- Während der Raumanzug eines Kosmonauten nach dem Flug als Trainingsanzug für kommende Raumfahrer Verwendung findet, bekommen sie Handschuhe und Headset als Geschenk übergeben.
- Ein Niederländischer Astronaut ist mit dem letzten erfolgreichen Flug der Columbia Raumfähre unterwegs gewesen.
Und es sollte sich TobbY’s Einschätzung bewahrheiten. Das Museum war überwiegend in schwarz gehalten und damit für Fotos recht dunkel. Leider behielt aber auch unser Nils recht, denn den Aufwand und Stress mit dem ext. Blitz hätten wir uns schenken können. Auch wenn ich immer noch fest davon überzeugt bin, das ein ext. Blitz besser Ausleuchtung in verschieden Situationen ermöglicht, so mussten wir dann trotz geladener Batterien auf den Blitz verzichten, denn wir hatten schon in Ilmenau vergessen mal zu probieren ob der Blitz den ich für die EOS 350D gekauft hatte, an der ESO 2000D überhaupt fehlerfrei arbeitet, was er leider nicht macht.
Gut kann ich über den Tag im Museum noch berichten? Ich musste leider den Vortrag über Exoplaneten 2 zwischendurch verlassen, da sich eine meiner Kontaktlinsen entschieden hatte, mich zu verlassen. Ich konnte sie zwar auffangen, aber in der Dunkelkammer nicht wieder einsetzen. Ich hab es dann zwar ohne Spiegel wieder geschafft, aber ich brauchte dennoch etwas mehr Licht um die Linse wieder richtig zu entfalten und ordentlich auf meinem Finger zu positionieren.
Und dann gab es wieder mal Stress zwischen Nils und Nick, sodass mir der Nick an die Hand gegeben wurde. Und da es bei dem Stress auch darum ging, das Nick wieder nur teilweise die Ausstellung im Detail verfolgen konnte und wollte habe ich dann mit Ihm ein Trainingsspiel zum verstehenden Lesen auf Englisch gespielt. Und zu dem Spiel gehörte genau die Themen, die auch mir dann am intensivsten in Erinnerung geblieben sind, siehe die Stichpunkte weiter oben.
Bevor wir dann das Museum verlassen konnten, mussten wir aber noch abschließend in die Rüttleplatte. Was für eine Rüttelplatte werdet ihr fragen, … na ganz einfach, es gibt einen Simulator für den Sojus Start und die Sojus Landung. Und dieser Simulator ist quasi eine Rüttelplatte, die einem zeigen soll, wie sich der Ruppige Ritt ins Weltall anfühlt.
Anschließend ging es dann noch mal Einkaufen, denn es fehlen nur ein paar Kleinigkeiten, z.B. billiger Gauda zum reiben oder Butter. Am Ende haben wir schon wieder den Speiseplan anhand der Angebote angepasst und sollten jetzt hoffentlich die nächsten 3 Tage hin kommen.
Auf dem Rückweg ist mir kurz vor dem Campingplatz dann noch etwas aufgefallen. An der Einmündung auf die recht enge Straße zum Campingplatz hat ein Landwirtschaftlicher Betrieb zwei interessante Felder. Diese sind Partiell von Gewächshäusern überdacht. Und wenn man sich die Gewächshäuser näher anschaut, stellt man fest, die stehen auf Schienen und lassen sich so über das gesamte Feld verschieben, je nachdem wo sie gebraucht werden.
Am Campingplatz angekommen haben wir festgestellt, das die Rezeption nicht besetzt ist und dort ein Schild in der Tür hängt, das sie erst wieder ab 19:00 Uhr geöffnet hat, und das der Platz ausgebucht ist. Und wie wir dann so langsam um die Ecke kommen und kurz vor unserem Platz und unserem Parkplatz sind, stellen wir fest, das wir auch neue Nachbarn bekommen, sie sind gerade angekommen. Der Wohnwagen sieht schon so aus, als wäre er an der richtigen Stelle, nur das Auto steht noch mitten in der Gasse im Weg. Also ist TobbY ausgestiegen und hat gefragt, ob es möglich wäre, das Auto an die Seite zu stellen. Dabei ist dann aufgefallen, das auch der Platzwart am Wohnwagen ist, denn die beiden Eigentümer brauchten Hilfe beim Einparken. Schon der zweite Wohnwagen den wir in den letzten zweit Tagen hier in der Umgebung hatten, bei dem der Mover ausgefallen und dann mit Hand geschoben werden musste.
Als nachdem geli gedreht hatte und gerade zurück gestoßen ist, sie gestoppt und die Jungs aus dem Auto geholt. Und mit sechs zusätzlichen Händen und drei kräftigen Körpern schiebt sich so eine Wohnwagen schon deutlich leichter als nur mit 3 Personen, von denen einer gerade ein neues Knie bekommen hat und eine doch nicht so kräftig wie die Kerle ist. Ich muss bei den beiden Aktionen mit den Wohnwagen immer an die Aktion in Kroatien denken, als dort mit vereinten Kräften ein Wohnwagen durch den engen Weg zum Stellplatz geschoben wurde und an Ungarn wie wir dort den ersten Wohnwagen mit Mover gesehen haben, als der ältere Mann ausstieg, gemütlich den Wohnwagen abkoppelte und dann mit der Fernbedienung einparkte 3 . Heute ist es eher eine Seltenheit, wenn noch von Hand eingeparkt werden muss.
Nach dem der Wohnwagen dank vieler Hände schnell so stand, wie ihn sich die Nachbarn gewünscht haben, ist der Platzwart wieder verschwunden, ohne etwas über unseren Parkstil zu sagen oder uns gar umparken zu lassen. Dann haben wir den Aufbau neben uns weiter beobachtet, der Wohnwagen hat nicht nur einen Mover 4 sondern auch Elektrische Stützen 5, aber in der Variante, das damit auch der Wagen in Waage ausgerichtet wird. Dann nur noch Wasser einfüllen … Dies soll mit einem Schlauch passieren, denn so entfällt das Tragen der Wasserkannen, auch wenn es keine 2 m sind. Da aber der Schlauch nicht direkt passt, der Adapter fest sitzt und das Gewinde dann auch noch zu klein ist, helfen wir, respektive der Nick hier auch noch mal aus und füllen dort und gleich bei uns auch Wasser auf. Dabei ist dann auch aufgefallen, das unser Wassertaxi voll ist und entleert werden müsste, aber dazu später mehr.
Gegen 18:00 Uhr UTC hat sich ein OM aus unserem OV daheim gemeldet und wir wollten endlich das schon länger geplante und aus PA noch fehlende QSO mit JO50 ins log bringen, aber keine Chance. Was er Gehört und gearbeitet hat, hab ich nicht mal erahnt und umgekehrt. Irgendwie ist da heute der Wurm drin gewesen. Einmal hab ich gesehen wie er einen Rapport bekommen hat. Am Ende des Abends kann ich mich aber nicht beklagen, stand jetzt sind doch gut 57 QSO’s im Log und damit das Minimalziel für einen Tag erreicht, aber zum Wunschziel werden wir auch heute wieder nicht kommen.
Abschließen möchte ich den Bericht noch mit dem Abschlussbild: Nachdem Nick das Wassertaxi erfolgreich ausgessen hat, hat sich Nils erbarmt. Aber nur das Wassertaxi nehmen und am Griff zum Ausguss zerren wäre nicht unser Nils, er hat ein Gummiband von TobbY Gepäckträger genommen, es am Wassertaxi befestigt und dann bei geli am Fahrrad als Anhänger eingehängt. So ist er dann über den Platz zur Entleerung gefahren und wie geli berichtete, konnte man seinen Weg ´anhand des lauten Gelächters genau verfolgen.



























