Nachdem der Stadtbummel gestern eigentlich keiner war, ging heute früh schon wieder die Diskussion los, was machen wir heute. Die Entscheidung hieß dann, wir fahren nach Leiden und schauen uns die Stadt an. Und entgegen der noch gestern besprochenen Idee den Bus von hier nach Leiden zu nehmen sind wir doch mit dem Auto gefahren und haben uns den Parkplatz von der Uniklinik ausgesucht.

Und schon erlebten wir die ersten Überraschungen. Am Hauptbahnhof von Leiden, den wir passieren müssen findet man etliche Parkhäuser für Fahrräder. Parkhäuser, Tiefgaragen sogar mit angeschlossener Werkstatt. Aber was nicht geht, ist die Passage vom Bahnhof zu nutzen um auf die andere Seite zu kommen. Hier gibt es noch so was wie Bahnsteigkarten.

Also mussten wir um den Bahnhof rum laufen um auf dessen Innenstadtseite zu kommen. Und was erblicken wir als erstes: Weitere Fahrradparkplätze und Fahrradparkplätze bis wir dann in der Fußgängerzone mit den Grachten angekommen sind. Heute ist Sonntag und damit sind etliche Ausflugsbote auf den Grachten unterwegs.

Der erste umfangreichere Zwischenstopp war an der Rijnsburgersingel Gracht, die in einen Park hineinführt, in dem eine Windmühle steht, die als Museum ausgebaut ist. Nur auf ein Museum hatte heute keiner von uns Lust, also haben wir das Museum nicht besucht, auch wenn wir so auf die Plattform hoch gekommen wären, die uns für Fotos interessiert hatte.

Was ich an der Stelle mal einwerfen sollte, sowohl Leiden, als auch unser Campinplatz befinden sich in den An- und Abflugzonen von Amsterdam Schiphol Airport und wir versuchen immer wieder herauszufinden, wo die Maschine die wir gerade hören herkommt oder hinfliegt.

Weiter ging es in die Innenstad, ich meine an der Grach Oude Vest entlang aber so ganz bekomme ich die Route heute nicht mehr zusammen.

Und auch wenn heute Sonntag ist, hat das ein oder andere Geschäft auf und wir sind um den ein oder anderen Euro ärmer geworden. So ging es nicht an dem Käseladen vorbei, ohne das wir zwei neue Stücke Käse in der Tasche haben oder an einem Essig und Öl Laden haben wir uns einen Essig Sommerfrucht gegönnt.

Abschließend hat dann auch noch TobbY in der Drogerie sich einen Phillips One Blade gegönnt, einen Rasierapperat für lange Haare, so wie sie jetzt im Urlaub auch wieder gewachsen sind. Dafür geht der Braun den er sonst nutzt nicht so schön. Mal schauen ob es noch einen weiteren Bericht gibt.

Gut auf der halben Strecke sind wir and der Harteburgkerk vorbei gekommen. Dabei handelt es sich um die erst Katholische Kirche die nach der Reformation eröffnet wurde. Wir durften eintreten, doch war vor der letzten Reihe Stühle ein Gitter eingezogen und man konnte sich die Kirche nur durch das Gitter anschauen, sodass die Bilder von Nils einen etwas verzerrten Blick wieder geben, denn so Störungsfrei war der nicht.

Auf dem Rückweg sind wir dann noch mal an dieser Kirche vorbei gekommen. Dort hatte eine Gruppe Muslime einen Stand aufgebaut und verschenkten den Coran. Da wir da gerade uns ein wenig getrennt hatten, konnte ich es mir nicht nehmen lassen und ich habe mich kurz mit einem von ihnen unterhalten. Meine These, wichtig ist, das der Coran den ihr hier verteilt, auch die Übersetzung ist, damit man ihn auch lesen und verstehen kann, vergleiche die christliche, in der Luther mit seiner Bibelübersetzung viel zum Glaubensverständnis beigetragen hat. Grundsätzlich hat mir mein Gesprächspartner auch zugestimmt, dann aber darauf verwiesen, warum der Coran in Arabisch geschrieben ist. Die Arabische Sprache kennt 16.000 Wörter und damit auch immer 3 – 4 Worte für eine Sache und so kann man in mArabischen tollte Texte formulieren. Und das könne man ja nicht so einfach in unsere Sprache übersetzen, daher bräuchte man neben dem übersetzen Text auch noch die Originale Variante, die dann von einem „Gebildeten“ oder auch „Gelehrten“ übersetzt würde. Dazu hab ich nur eingeworfen, das diese Gelehrten auch immer eine Interpretation mit liefern und um dann wirklich den Text zu verstehen und diskutieren zu können, muss man ihn auch selbst lesen können 1. Danach hatte ich meine Familie nicht mehr gesehen, die sich am Brunnen niedergelassen hatte und hab mich verabschiedet das ich meiner Familie folgen müsse.

Interessant war auch noch die Erklärung zur neuen City Halle am alten Markt. Eigentlich wurde in Leiden überall an den Grachten direkt gehandelt und einen zentralen Markt kannte man nicht. Dieser „Marktplatz“ mit dem Rathaus ist erst gegen 1929 geplant worden, nachdem das alte Rathaus einem Feuer zum Opfer gefallen war. Eine neues Rathaus wurde 1934 in Auftrag gegeben und ist dann 1948 fertiggestellt worden.

Was mir auch noch aufgefallen ist: Seit einigen Jahren gibt es in der 45 km / h klasse nicht nur Mopeds sondern auch kleine Elektroautos. Deren Sinn habe ich in Deutschland kaum verstanden, denn für die zwei Jahre zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr sind die zwar hipp und schön, aber eigentlich viel zu teuer, auch wenn sie vielleicht in dem ein oder andern abgelegenen Vorort Sinn machen mögen. Aber richtig Sinn machen sie hier in den Städten. Die Fahrzeuge sind eben auch schön klein und fallen in der Innenstadt unter die Regeln für Brumfize und sind damit auch für die Bewohner der Innenstadthäuser gut geeignet um ihre Täglichen Aufgaben zu erledigen.

Ansonsten kann ich euch nur ermutigen die Auswahl an Bildern von dem Ausflug zu genießen, denn ich kann gar nicht zu allem etwas sagen. Wir sind jedenfalls gegen 15:45 Uhr wieder zum Zeltpaltz aufgebrochen, haben die Arbeiten am NAS in Iserlohn beendet und das alte Herrunter gefahren. Der neue Rasierapparat wurde getestet und für lange Bartstoppeln als gut befunden, aber mit den Einstellungen für einen drei Tage Bart muss ich noch üben.

Abendessen war ein Auflauf aus den Kartoffeln die wir noch hatten und die, die in dem Gemüsebeutel gestern waren. Danch noch Tagebuch abfassen und jetzt sage ich gute Nacht.

  1. wobei ich hier lesen nicht nur als Lesen sondern als verstehendes Lesen interpretiert wissen möchte []

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *