Das Tagesmotto steht komplett für den Tag. Nach dem Frühstück holt uns der Bus ein letztes Mal für einen Ausflug ab. Es geht ins Air Force Museum in Dayton Ohio 1. Dort angekommen wurde, bevor wir in die Ausstellung starten durften, noch festgelegt, wann wir uns zur Mittagspause in der Cafeteria treffen wollen. 1 Stunde 30 Minuten sind für TobbY keine Zeit für einen Museumsbesuch und wenn man dann noch im Kopf behält, das es vom Hotel in Blue Asch gut 50 Minuten 2 Fahrzeit sind. Und in der Mittagspause sollte dann besprochen werden, wie wir den weiteren Nachmittag gestalten wollen.

Am Eingang stand gleich ein Schild, das ich so in Deutschland 3 an noch keinem, vor allem keinem Militärmuseum hab stehen sehen: „No Weapons“. Da für mich fünf Hallen mit etlichen spannenden Ausstellungsstücken und knapp 90 Minuten sehr sportlich sind, bleib mir kaum Zeit die Beschreibungen alle zu lesen und ich habe sehr viele Fotos gemacht, um die Informationen später in Ruhe nachlesen zu können. Bisher bin ich leider noch nicht wirklich dazu gekommen, aber vielleicht jetzt, wenn ich nach knapp 2 Jahren endlich die letzten Tage aufarbeite um die Delegationsreise und den Reisebericht endlich abzuschließen.

In dem Museum wird vor allem die Militärische Luftfahrtgeschichte aufgearbeitet. Das heißt nicht, dass gerade in den Anfängen die zivile (experimentelle) und die militärische Luftfahrt nicht deutlich miteinander verwoben wären. Aber wenn es dann um die Zeit des 2. Weltkrieges ging, konnte man deutlich sehen, dass der Krieg und die Rüstungsindustrie den Fortschritt bestimmt hat und die zivile Luftfahrt Nutznießer war. Durch die Auswahl der Exponate und die Anordnung bzw. auch den Aufbau von realitätsnahen Dioramen wurden nicht nur Einzelstücke gezeigt, sondern man war teilweise in die Zeit hineinversetzt. Und einen letzten Punkt sollte man auch nicht unerwähnt lassen; Die Amerikaner hatten, da der Krieg nicht ihn ihrem Mutterland mit Zerstörung gewütet hat, mehr Möglichkeiten die Entwicklung voran zu treiben, aber auch die Deutschen haben neue Technologien entwickelt und mich hat gefreut, das das Museum auch diesen Teil der Luftfahrtgeschichte 4 , bis hin zum „Know How Transfer“ man könnte es auch als Diebstahl von Wissen bezeichnen. Schon im Vorfeld hatte ich die Information mitbekommen, das in diesem Museum auch etliche Einzelstücke oder Prototypen ausgestellt werden.

Neben den Hangars gibt es auch eine Raketenhalle in der vor allem Militärische Mittel- und Langstreckenraketen ausgestellt werden. Es ist beeindruckend, wie groß 5 diese Raketen sind. Interkontinentalraketen werden in unterirdischen Silos gelagert und erfordern wie man inzwischen auch als nicht Militärangehöriger weiß einiges an regelmäßiger Wartung. Und da diese Raketen ja rund um die Uhr einsatzbereit sein sollen, gibt es auch rund um die Uhr eine Mannschaft Startpersonal in den entsprechenden Bunkern. Und in diesem Zusammenhang wurde auch die Situation mit Frauen in den Teams thematisiert. Seit 1978 wurden Frauen entsprechend ausgebildet, die Teams waren aber aufgrund der räumlichen Situation in den Basen noch nach Geschlechtern getrennt, was sich erst ab 1988 änderte. Erklärt wurde auch der Ablauf eines Abschusses der Interkontinentalraketen und damit die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen, damit nicht ein einzelner Mensch allein die Waffe starten kann. Und wie es meist ist, gilt auch bei den Titan I und Titan II Raketen, das es sich um „Dual Use“ Equipment handelt. Sie können als Interkontinentales Waffensystem genauso eingesetzt werden wie als „Trägerrakete“ für Satelliten und bemannte Raumfahrzeuge.

In einer der Museumshallen finden sich auch mehrere „Air Force one“ Modelle aus unterschiedlichen Jahrzehnten, die Maschinen werde im Museum mit den entsprechenden Präsidenten in Verbindung gebracht Die Maschinen können zum großen Teil auch von innen besichtigt werden, und teilweise kann man neben den für den Komfort notwenigen Einrichtungen auch die Kommunikationseinrichtungen besichtigen oder einen Blick ins Cockpit werfen. In der SAM26000 wurde auch erklärt, dass abhängig vom Präsidenten die Sitzplätze umgebaut wurden, um persönlichen Vorlieben gerecht zu werden.

Wir haben uns dann mit unseren Gastgebern in der Cafeteria zum Mittagessen getroffen. Das Mittagessen war wieder sehr Amerikanisch: Sandwich mit Chips. Nach einigen Gesprächen und dem ein oder anderen Bissen haben wir dann doch unsere Gastgeber überzeugen können, dass wir noch bis 14:00 Uhr den Museumsbesuch fortsetzen werden. Es gab noch Ideen, dass wir einen weiteren Mall Besuch auf dem Heimweg einplanen wollen, obwohl wir alle schon beim Gepäck mit Gewicht und Volumen kämpfen. Auch der Museumsshop, durch den man das Museum verlassen musste, wurde von einigen unserer Mitreisenden geplündert, um sich mit weiteren Merchandising Artikeln einzudecken.

Bei mir fallen solche Mitbringsel, wenn eher klassisch aus, es ist eine Dienstreise.

Die 1 Sunde dauernde Rückfahrt war dann schon wieder sehr Bierlastig, aber das kennen wir ja schon von dieser Woche. Am Hotel ausgestiegen sind wir 6 dann spontan entschieden noch mal rüber zum goldenen Löffel auf ein Eis gegangen. Während wir unser Eis genossen, kam dann noch Horst vorbei und wir haben über die Beschäftigungssituation und die Zahlungsmoral eines in Ilmenau ansässigen Unternehmen geplaudert. Larissa hat uns dann verraten, dass sie bei Aufträgen dieses Betriebes erst mit dem Eingang der Zahlung für die Fertigung einplant?

Da es auf dem Rückweg dann nach Regen aussah und wir auch so nur gerade eben trockenen Fußes am Hotel angekommen sind, haben wir nicht unterwegs noch das Festivalgelände im Summit Park besucht. Es sollte heute noch im ein Festival 75 Jahre Israel geben, das wir laut Programm mit unseren Gastgebern besuchen wollten. Aber da sich schon zu dem Zeitpunkt durch einen Blitz und Donner schlechtes Wetter angekündigte hat, sahen sich die Veranstalter zum Abbruch gezwungen. Was wir aber bereits auf unserem kurzen Spaziergang entdeckt haben will ich dennoch berichten. An dem Eingang zu dem Gelände, an dem wir auf vorbeigekommen sind, hatten sie eine richtige Schleuse mit Metalldetektor aufgebaut.

Nun da das Abendprogramm irgendwie ins Wasser gefallen ist, wurde kurzfristig ein Alternativprogramm aus dem Boden gestampft. Unsere Gastgeber haben sich nicht lumpen lassen uns sind spontan mit uns in einen recht netten Burgerladen ausgewichen. Von dieser Aktion hab ich keine Bilder mehr gemacht, aber die Gruppe war noch mal richtig gut drauf. Der Leutnant Luis konnte sich, obwohl im Dienst dazu gesellen. Gerne haben wir das Angebot von Salat 7 auf der Speisekarte angenommen und ich hab mir dazu einen Inferno Burger gegönnt. Der Burger trug seinen Namen zurecht, und sogar ich habe mich mit der Schärfe verschätzt und musste mir noch ein paar Käsesticks zum neutralisieren nachbestellen 8.

Für den Transport zum und vom Restaurant durften auch einige im Kommandowagen mitfahren und da ich Vergnügen schon hatte habe ich andern den Vortritt gelassen. Unser Sebastian P. Hat sich dann wie in den letzten Tagen häufiger, auch hier das Lenkrad für die Rückfahrt und noch ein paar Mützen der Wache erkämpft. Da Louis Dienst hatte, hatte er den Kommandowagen und der Chief musste sich mit dem Van der Stadtverwaltung begnügen.

Eigentlich wollten Sebastian H., Larissa, Alexander und ich die 2,8 km heim laufen um das ganze Gefressene wieder runter zubekommen, aber man sagte uns wir sollen es wegen des Wetters besser lassen und nach gut 500m wussten wir, was sie meinten; aber da wurden wir auch schon wieder eingesammelt und nachdem wir schon im trockenen Mercedes saßen, rief noch der Chief an und fraget ob die Verrückten (Picup the strugglers) geborgen worden wären.

Anschließend ging es dann in der Hotellobby los wie in den letzten Tagen, Bier, Bier und Bier, aber nach einer weiteren Coca-Cola habe ich mich dann schon ausgeklinkt. Im Zimmer und nach anfänglichem Zögern sowie ein, zwei Mal umpacken scheine ich jetzt auch mit meinem Gepäck hinzukommen. Da unten in der Runde Daniel etwas von vollen bis Überbuchten Flügen gefaselt hat, habe ich mich im Zimmer erst mal entschieden, dem Online check in nochmal eine Chance zu geben und dieses Mal sah es besser aus, ich habe digitale Bordkanten für beide Flüge mit Sitzplätze am Gang 9 . Morgen muss ich nur noch das Gepäck aufgeben und kann zum Gate vor. Aber für heute reicht es, Gute Nacht soweit.

  1. https://www.nationalmuseum.af.mil []
  2. 80 km []
  3. Europa []
  4. z.B. Messerschmidt ME 163 / 262 oder Junkers JU 88 []
  5. Länge: 33 m; Durchmesser 3 m[]
  6. Sebastian H., Larissa und ich []
  7. griechischem Salat []
  8. Wie ich später erfahren habe, hatte Daniel den Burger auch und hat ihn dann von den Jalapeño befreit []
  9. also zumindest zu einer Seite etwas Luft []

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *