Laut Programm haben wir heute eine Individuellen Tag beim stellv. Bürgermeister Pj und seiner Frau Vina. Wir das sind Sebastian Höhn und ich.
Grundsätzlich war uns aus den vergangenen Tagen schon bekannt, das Pj nicht unbedingt der perfekte Gastgeber ist. Er hat sich Mühe gegeben ein Programm für uns auf die Beine zu stellen, nur haben wir ihm dann ein wenig in die Parade gefahren und damit für uns den Tag doch noch sehr interessant gestaltet. Und im laufe des Nachmittages konnte ich mit Pj noch meine Entscheidung mit der Flasche korrigieren.
Aber nun alles der Reihe nach:
Nach dem Frühstück hat uns PJ im Hotel abgeholt nur leider war seine Frau zu dem Zeitpunkt nicht wie verabredet dabei. Sie war noch nicht aufgestanden hat er uns erzählt, sie hatte ihm aber einen Tipp gegeben, was er mit uns für ein Tagesprogramm machen können. Die Idee ist, das wir nach Cincinnati fahren und dort in der Union Station (Bahnhof) das IMAX Kino besuchten können.
Der Cincinnati Union Terminal ist ein architektonische sehr interessanter Bahnhof, dessen Geschichte wir später noch im Museum im Detail beleuchten konnte. Seit 1972 ist er auch ein im „National Register of Historic Places“ aufgeführt. Da zwar die Idee grundsätzlich gut war, aber die Ausführung dann doch nicht perfekt, hatten wir bereits vor dem Kinobesuch einiges an Zeit, uns die Große Halle im Bahnhof anzuschauen und uns ein wenig mit der Eisenbahn in den USA zu befassen. Der Cincinnati Union Terminal wurde 1933 eröffnet, hatte den höchsten Durchsatz mit 34.000 Passagieren im Jahr 1944 während des zweiten Weltkrieges wurde aber bereits 1972 wurde der Personenverkehr wieder eingestellt. Ein Blick aus dem Fenster auf die Gleise bestätigt dies eindrücklich, denn dort konnte man nur Güterwagen erkennen. Der Personenverkehr in den USA ist überwiegend Aufgabe der Luftfahrt und für kürzere Strecken der Busse. Es gibt ein paar große Reisezüge quer durch die Staaten oder der Busse.
1990 wurde der renovierte Bahnhof wiedereröffnet und beheimatet das „Cincinnati Museum für Naturgeschichte“ und das neue „Cincinnati Historisches Museum“ 1 sowie das IMAX Kino. In der Wartezeit auf den Kino Besuch haben wir neben der Eingangshalle auch schon mal den Museumsshop besucht und PJ den Vorschlag gemacht, dass wir nach dem Kino noch gerne das Museum besuchen würden. Ich weiß gar nicht mehr, wohin er mit uns noch wollte, aber das Museum war es wert. Im Museumsshop hatte ich mich in einen gelbbraunen Hoody verliebt, nur wie schon vor zwei Tagen ist, der mir mit $ 80 US + TAX einiges zu teuer. Ich habe ihn dann aber doch mitgenommen.
Kommen wir nun aber zu dem Museumsbesuch, denn über den Kinofilm gibt es gar nicht so viel zu berichten und das Museum ist mir weit intensiver in Erinnerung geblieben, auch wenn ich diesen Text jetzt 20 Monate später schreibe und nur von meinen Notizen 2, Fotos und Erinnerung lebe. Der Aufbau des Museums hat mich leider etwas verarscht. Vom Eingang ging es dann erst mal in die Biologie Ausstellung und leider erst danach in die Technik und Geschichtsausstellung. Somit wurde es für mich schwierig mit den Museumszeiten hinzukommen.
Um das Museum zu beschreiben, schaut euch die Bilder an, die geben eine Gute Übersicht über die Ausstellung. Worauf ich aber auch hier noch mal eingehen will, ist der Bahnhof. Was man heute nur noch erahnen kann, konnte man in einem Diorama im Museum genauer erkunden. Der Bahnhof sollte eine Symbiose zwischen dem immer stärker werdenden Autoverkehr und der Eisenbahn bilden. So gibt es neben der Vorfahrt vor der Abfahrtshalle noch Zufahrten direkt zu den Bahnsteigen, die sogar für Busse geeignet waren. So konnte man sich direkt vom Zug abholen oder bringen lassen. Diese Zufahren sind heute an der Gebäude Architektur noch zu erkennen, sie sind aber nicht mehr an das Straßennetz angebunden sondern sind jetzt große Fensterflächen im Museum.
Auch von dem Baseball Station, gab es im Rahmen des Großen Dioramas von Cincinnati ein Modell. Und ganz zum Schluss meines Rundganges bin ich in der lebensgroßen Kulisse der Ausstellung „Public Landing“ angekommen. Hier kann man die einige Gebäudefronten mit Geschäften und Handwerksbetreiben aus den Anfangsjahren der Stadt Cincinnati besichtigen. Leider war es schon so spät, dass mich Sebastian per Whats App angerufen hat, damit ich zurück hoch in die Halle komme, da PJ mit uns noch zum Mittagessen will.
Zum Mittagessen ging es dann in zu einem mexikanischen Fast Food laden. Dort haben wir uns dann auch mit Vina getroffen, seiner Frau. Beim Mittagessen haben wir dann mitbekommen das sie beide Vegetarier sind und keinen Alkohol trinken. Das Essen sah gut aus und war mal was anders als die Gerichte, die es sonst immer gab.
Danach ginge es dann erst mal zurück zum Hotel, denn PJ hat einen Pawn Shop mit Jewlery und wollte seine Schmuckstücke noch einigen unserer Mitreisender zeigen. Nach dem Zwischenstop im Hotel ging es dann weiter. Im weitern habe ich ein paar Fotos mit interessanten Schmuckstücken abgebildet, die uns PJ mit teilweise 50% Nachlass angeboten hat, mit dann immer noch knapp $50.000,00 US außerhalb meines Budgets und auch nicht unbedingt mein oder gelis Geschmack. Wir sind dann alle ohne weiter Geld auszugeben aus dem Laden wieder raus.
Insgesamt war aber die Ganze Situation für mich etwas surreal. Zuerst frage ich mich, wie passt es zusammen, ein Juweliergeschäft mit einem Pfandleihhaus zu kombinieren. Ich durfte dann aber lernen, das beides eine echte Symbiose zwischen den zwei Geschäften gibt. Geht es der Wirtschaft gut, läuft die Jewlery und in der Pfandleihe ist Flaute, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, dann brummt die Pfandleihe und beliehen wird alles, von Werkzeug bis Schmuck.
Dieser Kontrast zeigte sich auch im Laden, der sich aktuell in einer Art Rekonstruktion befand. Wenn man in den Laden rein kommt, dann schaut man auf ein Regal mit Werkzeugen, die inzwischen zum Verkauf stehen, da sie nicht ausgelöst wurden. Sie sind nicht mal sauber gemacht worden, sie sind noch weiß vom Gipskartonstaub und die Rückwand dahinter ist deutlich gezeichnet von der laufenden Rekonstruktion, während auf der andren Seite die Verkaufsvitrinen mit dem Schmuck stehen und dort kein Stück für weniger als $ 20.000,00 US angeboten wird. Der Charm des Ladens entspricht den frühen 80er Jahren.
Abschließend habe ich mich dann noch erkundigt, wer denn für solch horrende Summen Schmuck kauft. PJ erklärte uns dann, das gerade der auf den Fotos abgebildete 3 Schmuck von Profispielern aus der Football und Baseball als Geldanlage gekauft wird. Seine Mitarbeiter fertigen auch Zahnverzierungen aber keine Medizinischen Goldkronen. Ich fühlte mich zurückerinnert an den Urlaub in Dubai mit meinen Eltern. Dort wird auch Gold als Wertanlage nach Gewicht entsprechend dem tagesaktuellen Goldkurs gekauft.
Auf dem Rückweg hat mich PJ dann dankenswerterweise doch noch mal zum MadTree gefahren damit ich mir die Thermo Flasche doch noch besorgen konnte. Die Zeit hat noch gereicht und ich bin mit Zwischenstopp im Hotel pünktlich mit den andren zum Farwell Dinner einem Barbecue gekommen.
Auch wenn wir noch einen Tag da sind, so findet das Abschiedsfest schon heute statt, da wir morgen an der Veranstaltung „75 Jahre Israel“ im Summit Park teilnehmen sollen und das würde sich dann doppeln. Wir wurden also im Hotel abgeholt und in den Blue Ash Nature Park (Stadtpark), einen kleinen Park hinter der City Hall bei der Feuerwache 2, gebracht. Dort gibt es überdachte und beleuchtete Unterstände, vergleichbar mit dem, den wir bei HQ am Grillplatz haben, aber bei weitem viel größer. Im Ablaufplan war dieses Abendessen als Barbecue angekündigt, aber das eine Barbecue etwas anderes ist, als eine Grillabend in Thüringen hatte ich ja schon am Mittwoch bei Jill und ihrer Familie gelernt. Und genauso war es heute wieder. Ein Catering Service hatte Pulled Pork vorbereitet und servierte aus dies aus Chafings im Burgerbrötchen mit Sauce, Chips und Coleslaw. Ich gebe zu, auch wenn ich es besser hätte wissen müssen, hätte es mir nach Mittwoch schon klar sein müssen, dass es auch dieses Mal kein echtes live Barbecue wird. Neben dem Barbecue gab es wieder Dosenbier in Massen aus drei Kühlboxen. Ob wir in einer echten DORA-Area waren, oder ob die für uns extra eingerichtet worden ist, kann ich nicht mehr nachvollziehen, aber so streng wie man es immer gezeigt bekommt, war es in der ganzen Woche nicht. Außer den Stadträten, die in der ganzen Woche immer wieder mit uns unterwegs waren, kamen auch noch einige andere Gäste mit dazu.
Dann gab es von Mark eine Abschiedsrede, für die er sich einige Gags, nach dem Motto der Woche – Voneinander Lernen und miteinander Lachen – ausgedacht hatte. Einige von uns wurden für besondere Leistung im Rahmen der Woche geehrt. Fangen wir mit Phillip an, er wurde geehrt für die Besteigung des Turmes. Diese Besteigung ist für Phillip tatsächlich eine Leistung, denn er ist mit seinen Krücken die ganze Treppe hochkraxeln und damit die Amis motiviert trotz ausgefallenem Fahrstuhl den Tower zu besuchen. Am nächsten Tag war die Wartungsfirm am Tower damit es nicht wieder passiert. Alexander wurde geehrt, dass der Diebstahl eines Bierglases im Madtree ihn nicht in den Knast gebracht hat und ich für den Mut, mich auf Marcs Bierempfehlungen einzulassen und die Sorte dann ganz mutig auch ausgetrunken habe 4 . Bei der Durchsicht der Bilder haben ich noch Fotos einiger anderer Ehrungen gesehen, kann mich aber nicht mehr erinnern, warum. Nicht alle Ehrungen gingen an uns Ilmenauer, sondern auch die ein oder andere an die eigenen Landsleute. Auch Daniel und Phillip hatten noch ein paar Mitbringsel in der Hinterhand und haben die verteilt.
Eine weitere Erinnerung habe ich von der Wachabteilung vom Donnerstag noch bekommen. Ein gerahmtes Gruppenbild das inzwischen im frisch renovierten Flur daheim hängt. Anschließend bekamen wir alle noch Becher und da mehrere Mitreisenden gefragt haben kam die Kameraden der Wache 2 noch vorbei und brachten ein Paar Kinderhelme. Neben den offiziellen Reden haben sich ganz viele Kleingruppen zusammengefunden, denn man hat sich in der Woche doch etwas angefreundet.
Nach Ende der Veranstaltung habe ich mich noch erkundigt, wie ich vom Hotel zum Supermarkt komme, denn für Mario 5 sollt ich noch Chili Fix 6 kaufen. Von den Amerikanern wurde ich für Verrückt erklärt, dass ich mich zu Fuß vom Hotel die vier km zum Walmart auf machen will. Kelly hat dann angeboten mich zu fahren, musste aber erst das Auto wechseln, denn mit Alkohol im Blut sollte man auch hier kein Städtisches Fahrzeug bewegen. Auf dem Weg vom Grillfest zum Auto haben wir dann fix noch einige Dinge aufgeräumt und hatten unseren Spaß unter anderem mit den Handkarren. Außerdem hat uns Kelly noch Ihr Büro und die Ilmenau Ecke gezeigt.
Trotz bestem Support durch Kelly waren wir dann im Wallmart nicht erfolgreich. Also hat Sie dann ihren Mann befragt, und vorgeschlagen, dass wir noch in einen weiteren Supermarkt (Kroger) fahren sollen, denn dort sollten erfolgreich sein könnten. Kroger kannte ich bisher noch nicht, Kelly erzählte uns, dass ihr Mann im Engeneering der Eigenmarken von Kroger arbeitet und sich daher dort gut auskennt. Sie hatte auch die inhouse Navigationsapp auf dem Handy und so haben wir das gewünschte Produkt schnell gefunden. Schaut auch die Bilder der Regele mit den ganzen Fix Tüten an. Jetzt muss ich nur noch alles in den Koffer bekommen.
Wieder zurück im Hotel haben wir festgelegt, dass wir noch einen trinken wollen und da Kelly noch die Kühlboxen mit dem Rest Bier aus dem Park im Auto spazieren fuhr hat sie uns angeboten, dass wir die Boxen mit dem Bier haben könnten. Sie ist dann auch noch ein paar Minuten und ein paar Bier dabeigeblieben. Mir wurde der Tag dann doch etwas lang und ich habe bereits in der Runde das erst mal kurz die Augen geschlossen habe. Dieser Powernepp hat ausgereicht, das ich noch eine erste Runde Notizen fürs Tagebuch machen konnte.
- https://www.cincymuseum.org/historymuseum/ [↩]
- Diese sind für das Vormittagsprogramm mit 4 Zeilen sehr übersichtlich ausgefallen. [↩]
- in meinen Augen sehr kitschige [↩]
- Am ersten Abend sind wir doch noch „rüber“ ins High Gravity“ und ich hab zu Marc gemeint, er möge etwas empfehlen. Nr. 13 das „Raspberry Beret“. Eine Dose dieser Sorte war Bestandteil des Pokals. Am zweiten Abend gab es noch mal Bier nach der Empfehlung von Marc und gestern im Hotle ist dann Marc meiner Empfehlung (Corona) gefolgt. [↩]
- DL5MLO [↩]
- 2-Alarm Chili Kit, Texas Style Chili Seasoning Mix – Eine besondere Sorte die es in Deutschland nicht gibt.[↩]





























































