Sonntag, 07.07.2024
Nachdem wir gestern Abend noch so weggeschwommen sind, dass wir nach dem sich um und über dem Campingplatz ein Gewitter ausgetobt hatte, nicht mal mehr die Antenne wieder auf das Auto gesetzte haben um weiter zu funken, waren wir bereits heute früh dankbar, das wir gestern Sturmbänder montiert und alle Seitenwände zumindest außen festgeschraubt hatten. Der Wind drückt so stark auf das Vorzelt, dass der Schuhschrank wackelt und die Kaffeetasse unter der Kaffeemaschine auf dem Schuhschrank ausläuft. Um den Thermobecher für die Fahrt zu füllen habe ich mir dann die Fußbank vor dem Wohnwagen gemopst und dort fix die Kaffeemaschine drauf gestellt und die entsprechend Kaffeetassen gefüllt.
Dann kamen auch noch die beiden mittleren Stützen ein wenig herein, wären sie aus Metall hätten sie deutliche Knicke … aber so ist alles einfach wieder raus geschnippt und zumindest solange wir noch im Vorzelt anwesend waren, ist es nicht wieder passiert. Bevor wir dann zum Zug aufgebrochen sind, haben wir alle spitzen Gegenstände 1 im Vorzelt so umgelegt, das auch eine ungünstige Sturmböe keinen nennenswerten Schaden anrichten kann. Außerdem hielten wir es für besser den Kompressor für das Vorzelt im Auto vor dem Vorzelt zu deponieren. Die Erfahrung des vergangen Jahres auf der Insel Rügen hatte uns gelehrt, das es passieren kann, das der Druck in den Stützen zusammen bricht und dann ist es einfacher, wenn man vom Auto außen das Vorzelt wieder aufblasen kann und nicht erst das notwendige Material suchen muss.
Dann ging es per Pedes durch den „Folkets Park“ zum Bedarfshalt „Hembygdsparken“ 2. Dort angekommen haben wir dann das schon Beschriebene Schild für den Mitfahrtswunsch in die Richtige Richtung gedreht und dabei festgestellt, das wir so schnell an der Station waren, das wir noch den Gegenzug 3 bei der Durchfahrt Richtung Hultsfred beobachten. Das Bahnpersonal hat uns dort schon wahrgenommen und gegrüßt. Ca. 15 min später sind wir dann in den vorderen der beiden Triebwagen zugestiegen. Nachdem geli gestern beim Einkaufen vergessen hatte Bargeld mitzubringen und heute früh der Geldautomat noch nicht erreichbar war, mussten wir die Tickets für die Hinfahrt online bei der Staatsbahn buchen und konnten daher den Kinderrabatt der Touristischen Privatbahn nicht in Anspruch nehmen.
Die Fahrt war abwechslungsreich, gerade von der Schräglage 4 und den Geschwindigkeiten. Immer wenn der Zug Pfeifen musste hielt sich der Triebzugfahrer mit den Fingern die Ohren zu, was lustig zu beobachten war. Aber nach gut 1,5 h musste ich dann auch schon vereinzelt dem doch gleichmäßigem Rattern der Bahn ein wenig Tribut zollen und bin mit den Gedanken so weit abgeschweift, dass die Augen zugefallen sind. Nils hatte den Kampf schon etliche Minuten früher verloren. Und plötzlich standen wir mitten im Wald vor einem roten Signal, das auch nicht zeitnah grün werden wollte. Den Grund für dieses Signal hab ich dann erst auf der Rückfahrt verstanden. Die Letzen km der Strecke vor Västervik befuhr die Schmalspurbahn nicht mehr allein den Bahndamm, sondern wir gliederten uns auf einem Zweispurgleis ein. Hier fuhren also Normal- und Schmalspur gemeinsam auf einem Bahndamm und teilten sich auch in Fahrtrichtung Västervik die rechte Schiene. Und scheinbar wurde in dem Bereich die Bahnsicherungstechnik von der Staatsbahn betrieben, auch wenn der Normalspurteil aktuell durch Schienenersatzverkehr bedient wird.
In Västervik angekommen hatten wir nun 3 Stunden Zeit die Schären- und Sommerstadt 5 zu erkunden. Vom Bahnhof sind wir durch die Strömsgatan bis zum Jachthafen gelaufen. Dort muss gestern auf der Uferpomenade ein Konzert stattgefunden haben, denn sie waren gerade damit beschäftigt die Bühne und die Bühnentechnik abzubauen. Dann ging es weiter über die Slottsholmsvägen über die Klappbrücke des Stegeholms Kanal und wir wollten uns eigentlich die „Stegeholm Castle Ruin“ anschauen. Diese war aber auch aktuelle mit einer Tribüne überbaut und eingezäunt. Wir dachten erst, es wäre eine Aussichtsplattform, aber scheinbar gibt es hier abendliche Freiluft Theateraufführungen.
Dann ging es wieder zurück über die Brück an einem weiteren Yachthafen vorbei in den Teil der Fußgängerzone der scheinbar etwas belebter war. Bis hierher hatten wir das Gefühl, dass selbst zur Mittagszeit heute am Sonntag hier die Bürgersteige hochgeklappt werden. Neben den schönen alten Gassen, die mit ihren Häusern und den Rosenbepflanzungen das Bild von Schweden repräsentieren, haben wir gerade im Zentrum auch einige Bausünden aus dem 1960er und 1970er Jahren entdeckt, die jetzt schon alter und gammliger aussehen als die Häuser an denen1793 stand. Dann hat geli doch noch einen Geldautomaten gefunden und wir können die Rückfahrt in Bar zahlen und die Rabatte abstauben. Auch in Västervik habe ich wieder zwei Häuser mit dem Schutzraum Schild entdeckt.
Vor lauter überschüssiger Zeit habe ich in St. Gertruds Kirche reingeschaut. Die Bänke in dieser Kirche sind alle wie kleine einzelne Abteile abgetrennt, aber auch diese Art der Kirch war interessant anzuschauen. Vorn gab es einen großen Kerzenleuchter und eine Kiste mit Kerzen an dieser Kiste stand in Schwedisch, Englisch und Deutsch die Bitte doch eine Kerze anzuzünden, sie wären auch kostenlos, nur leider konnte ich der Bitte nicht Folge leisten, denn mir fehlte schlicht und ergreifend ein Feuerzeug. Als ich wieder aus der Kirche raus gekommen bin 6 erwartete mich meine Familie schon und der Nick feierte, denn er hatte vorhergesagt, dass ich in der Kirche wäre.
Von hier sollte es in den Supermarkt gehen, denn das Eis am Eisstand war uns mit 4,5 € für eine Kugle in der Waffel bzw. auch mit 6,5 € für drei Kugeln in der Waffel deutlich zu teuer. Ich habe schon seit zwei bis drei Jahren das Gefühl, das gerade im Bereich der Eisstände das Preisgefüge nicht mehr stimmt. Auf dem Weg zum Supermarkt hat TobbY in der Seitenstraße noch einen Spielplatz entdeckt. Dieser war gut besucht und bei genauerer Betrachtung stellte sich raus, dass es sich um einen „Gernerationenparken“ handelte. Dieser Stadtpark ist sehr nett aufgebaut und ermöglicht die verschiedensten Aktivitäten im Freien. Mitten auf der Wiese hat geli dann noch eine Lila Box entdeckt, die per App geöffnet werden konnte und Spielgeräte für den Park enthielt. Eine interessante Lösung.
Danach ging es in den Supermarkt, dort haben wir Eis und Gebäck 7 gekauft und sind weitergelaufen. Immer noch hatten wir gut 45 min Zeit bis der Zug für die Rückfahrt den Bahnhof verlassen sollte und wir haben etwas ganz verrücktes unternommen. Wir haben eine zweite Kirche 8 besichtigt, und da diese größer und scheinbar populärer ist, gab es hier auch wieder Kerzen und auch noch brennenden uns so haben wir 9 zwei für unseren Opa angezündet, damit er schnell wieder gesund wird. Dann sind wir auch schon zurück zum Bahnsteig und haben die Sonne genossen. Geli konnte im Bahnhof keine Fahrkarten beschaffen, also war das die Aufgabe für den Schaffner.
Auf dem Rückweg wusste ich das mit dem Zweispurgleis und habe es versucht ein wenig zu beobachten. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir nicht nur ein Zweispurgleis befahren, sondern auch die Signale an der Strecke doppelt ausgeführt sind. Ein Foto davon ist mir aber leider nicht mehr gelungen.
Wir sind hier am Campingplatz bei einem Bedarfshalt eingestiegen und haben uns gefragt, wie das mit dem Aussteigen funktioniert. Am Ende war das ganz einfach. Der Schaffner ging am Anfang der Fahrt durch den Zug und erfragte bei jedem Mitreisenden, wo er aussteigen möchte und ob er noch Fahrkarten benötige. Dann gibt er eine Streckenübersicht beim Zugführer ab, auf der alle benötigten Bedarfshalte angekreuzt werden. Der Schaffner für die Rückfahrt war ein anderer als heute früh, währende der Zugführer der gleiche geblieben ist. Auf die Frage nach den Tickets konnte oder wollte auch geli nicht mit Ihrem schwedisch radebrechen und hat daher gefragt, ob es auf Englisch möglich wäre? Überraschend wurde nicht englisch sondern ein radegebrochenes Deutsch bevorzugt.
Beim Aussteigen am Campingplatz, dieses mal mit gut 10 min Verspätung die sich der Zug zum einen wegen einer schlechten Übergabe an einem der regulären Halte eingefahren hatte, als auch weil der Zugführer an einem der Bedarfshalt 10 mit den dort auf dem Bahnsteig stehenden einen ausgiebigen Schwatz halten musste, hatte sich unser Nils die Nase an der Kamera Tasche gestoßen und hat geblutet hat wie ein abgestochenes Schwein. Schon das zweite mal für diesen Urlaub.
Zurück am Campingplatz haben geli und TobbY die Wassertemperatur des Sees geprüft, TobbY nur bis zu den Knien, geli ganz. TobbY hat die warme Dusche vorgezogen. Abendessen konnten wir heute sogar noch ohne die Vorzeltbeleuchtung und auch der Abwasch 11 ist noch am Abend erledigt worden. Lediglich ein bisschen Krach gab es über den Lüfter vom Grill, der scheins über Nacht nicht richtig geladen hat. Wie Nils später herausgefunden hat, ist scheinbar eine USB Steckdose an der Sitzecke nicht mehr ganz in Ordnung. Muss ich mir anschauen und ggf. austauschen.
- vor allem die Antenne [↩]
- https://www.hwj.nu/images/2024/Tidtabeller/T24_german_laagdocx.pdf [↩]
- also eigentlich unseren Zug [↩]
- man konnte meinen in den alten Schmalspurtriebwagen ist schon Neigezugtechnik verbaut [↩]
- https://www.vastervik.com/wp-content/uploads/2021/07/Va%CC%88sterviksguiden2021.DE_.pdf [↩]
- hab einen anderen Ausgang gewählt [↩]
- Fikabröd [↩]
- Sankt Petri Kyrka [↩]
- Nick und geli [↩]
- an einem Campingplatz [↩]
- der in den letzten Tagen immer für Stress gesorgt hat [↩]




































