Nach dem gestrigen „fauelen Tag“ dachte ich, das wird heute ein fauler Tag und ich könne einiges, was ich gestern nicht gemacht habe, heute nachholen. Aber da hatte ich die Rechnung ohne den ersten echten Touristenhotspot auf unserer Tour durch Dänemark gemacht.

Ich hatte auf der Fahrt von Hornbæk nach Stubbekøbing einen Abstecher nach Bogø By machen möchte. Das hat geli zum Anlass genommen und das heutige Programm, zumindest in Grundzügen zu planen. Sie hatte gelesen, dass es auf der Insel Møn auch eine Steilküste mit Kreidefelsen gibt, vergleichbar zu den Kreidefelsen in Rügen. So genau hat sie uns das aber nicht beschreiben, sondern nur von einer Steilküste gesprochen, die sie gerne besuchen möchte. Da ich weiß, wie gerne und weit geli eigentlich läuft und ich auch weiß, das geli weiß wie ich über das Wandern fluche, hatte ich das als ein sehr entspannter Kurztrip eingeordnet, aber lasst euch überraschen, es kommt alles anders.

Schon währende der Anfahrt nach Farø über die Farøbroerne (E 47) hat geli gemeint, das sie zurück über die andere Brücke Storstrømsbroen fahren möchte, und damit war klar, so kurz wird der Ausflug nicht. Aber auch Details über die Storstrømsbroen ist eine Geschichte für später.

Was ich auf der Karte total falsch eingeschätzt hatte, die Inseln Farø, Bogø By und Møn sehen zwar klein aus und sind teilweise auch gerade mal über einen Damm miteinander verbunden, aber die kürzeste Fahrstrecke sind immer noch knappe 60 km und wird bei Google Maps mit einer Stunde angegeben. Diese Stunde sollten wir auch brauchen, waren dann am Parkplatz angekommen. Wenn wir die Anfahrt mit der Anfahrt zum Königsstuhl vergleichen, dann hätten die Besucherparkplätze schon 2,4 km zuvor liegen müssen und der Bustransfer und der Zugang zum Gelände Eintritt gekostet.

Hier hat aber nur der Parkplatz Geld gekostet und das Parkplatz System wäre in Deutschland nicht durch den Datenschutz gekommen. Kennzeichenerfassung an der Schranke bei der Einfahrt 1, dann am Parkautomat mit Karte für das Kennzeichen die Parkgebühr bezahlen und beim Verlassen des Parkplatzes wieder nur an die Schranke ran fahren und wenn bezahlt kommt man wieder raus. Für den Fall, dass das System mit dem Kennzeichen ein Problem hat, gab es vom Parkautomat noch eine Quittung mit QR Code den man auch hätte verwenden können. Da aber das System dreisprachig erläutert wurde und einer der Sprachen Deutsch war, hatte ich keine Bedenken, dass das System mit deutschen Kennzeichen ein Problem haben sollte.

Gut nach dem Aussteigen standen wir dann vor dem Besucherzentrum und dachten schon, na gut, dann kommt jetzt der Eintritt. Den hätte es auch gegeben, aber nur, wenn man ins Besucherzentrum rein gewollt hätte. Da wir uns aber gesagt haben, wir wollen nur die Steilküste besuchen und nicht ins Museum, entfielen weitere Kosten.

Nun standen wir aber vor dem nächsten Problem, was schauen wir uns an. Dazu habe ich auf den Schautafeln 3 Rundwege ausgemacht. Der längster war 14 km und mit 6 h für mittel bis gut trainierte Wanderer angegeben, also nicht für uns. Der zweit Längster Nr. 4 war mit 1000 Stufen und der kürzeste Rundweg mit knapp 450 Stufen angegeben. Außerdem gab es noch die Möglichkeit nur direkt am Besucherzentrum die Treppe runter zum Strand und wieder zurückzunehmen. Eine kurze Abstimmung konnte dann doch wenigstens den Rundweg 5 bestätigen. Also erst mal vom Besucherzentrum ca. 1,5 km nach Süden starten. Schon auf dem Stück noch oberhalb der Steilküste ging es Bergauf und Bergab bis zur Treppe.

Aber schon die Strecke bis hier war atemberaubend und das nicht nur durch die Anstrengung. Geli hat, wenn auch teilweise mit etwas Hilfe super auf dem unebenen Boden durchgehalten, wir wussten ja nicht, was noch auf uns zukommt. Leider haben meine Kinder zwar jeder eine Kamera mitgenommen, aber schon am zweiten Aussichtspunk meldete die alte Kamera Speicherkarte voll und die großen Karten 2 funktionieren nicht in dem SD – CF Adapter in der Kamera. Also konnte nur noch der Nils allein weiter Fotos machen.

Dann ging es die Treppe herunter, ca. 250 Stufen, keiner von uns hat sie wirklich gezählt, aber die Holztreppe die über dem Boden gebaut und weitere Blicke auf die steilen Kreidefelsen ermöglicht hat machte den Abstieg einigermaßen vertretbar, auch wenn uns bewusst war, dass müssen wir an der nächsten Treppe alles wieder hochsteigen.

Unten angekommen ging es über einen Kiesstrand 3 weiter wieder ca. 1 km gen Norden mit mal mehr und mal weniger Abstand zu der Steilwand. An einer Stelle gab es sogar eine Warnung, hier solle man nicht verweilen, da immer wieder von der Wand etwas abbrechen würde. Vergleichen wir auch hier den Trail mit einer Naturschutzbehörde in Deutschland, dann würde man dort nicht mehr langlaufen dürfen. Unterwegs hab ich unseren Nick mal gefragt, wie er das mit seinen Barfußschuhen hinbekommt so problemlos über den groben, runden Schotter zu laufen, denn ich hatte auch meine Barfußschuhe an und ich hab jeden Stein sehr deutlich gespürt, vor allem wenn er mal nicht rund war. Die Antwort von Nick was kurz und knapp, ich trag die jeden Tag und bin das gewöhnt.

Geli hatte oben an der kurzen Treppe zum Strand gelesen, das mit Hochwasser zu rechnen sei, und man damit rechnen müsse, dass man nasse Füße bekommen würde. Was damit gemeint war, haben wir aber erst auf den gut letzten 50 – 100 m 4 vor dieser Treppe mitbekommen. Zwischendurch sind wir zwar schon auf eine Engstelle an einer Felswand zugelaufen, an der ich nicht geglaubt habe, dass es daran vorbei geht, aber das war der Strand noch ca. 50 – 60 cm breit und man kam trockenen Fußes um die Klippe herum. Danach weitete sich der Stand auch erst mal wieder auf. Teilweise kamen die Steilküste einige Rinnsale herunter und bildeten kleine Wasserfälle, oder es langen Findlinge und alte Bäume im Wasser, sodass man hier spitzen Fotomotive finden konnte. Zwei Mädels haben mit einer Decke dort auch eine Fotosession durchgeführt.

Dann waren wir fast an der zweiten Treppe, ich dachte zwar, dass es noch mal etwas weiter gehen musste, da ich dort wieder eine Menschenansammlung entdeckt hatte, die auf zurückgelegtem Weg zunehmend verschwunden war, aber die Treppe war nicht mehr weit entfernt und doch fast unerreichbar. Auf einmal war der Kiesstrand weg und das Wasser ging bis an die Steilwand heran. Jetzt hatten wir zwei alternativen, den gesamten Strandweg zurück, die Treppe wieder rauf, auf der wir gekommen waren und dann wieder den weg oben zurück oder Schuhe aus und hoffen, dass das Wasser nicht allzu tief ist.

An der Stelle haben wir eine deutsche Familie getroffen, die vor dem gleichen Problem stand und zusätzlich noch einen Wasserscheuen Hund dabeihatte. Dieser musste vom Vater getragen werden. Ich hatte irgendwie Angst um meine Kameras und um meine geli, deren Gleichgewichtssinn leider nicht der beste ist. Die Jungs sind mit den Kameras vor und haben das super gemeistert. Sie haben auch die Außenroute genommen, diese war mit weniger schwimmenden Grünzeug 5 belastet, dafür gab es überhaupt keine Möglichkeit sich festzuhalten. Ich hatte auch mit der Route begonnen, das ich aber auch teilweise geli noch eine Hand reichen durfte, war mir das zu wackelig und ich bin dann auf die innenroute an die Steilwand gewechselt. Dort konnte ich mich mit der linken Hand etwas abstützen in dem ich die Schuhe gegen die Wand gedrückt habe und konnte geli die rechte Hand zu ihrer Stabilisierung reichen. So haben wir zwar mit etwas Grünzeug an den Beinen und dem ein oder anderen Nassen Hosenbein sicher die Treppe erreicht.

Dann ging es langsam und gemächlich wieder gut 250 Stufen nach oben. An der ersten Bank haben wir gehalten, ich wollte die Schuhe wieder anziehen, aber meine Füße waren noch nicht ausreichend abgetrocknet, also sind wir erst mal weiter hochgestiegen. Auf gut der Hälfte konnten die Jungs und ich eine größere Pause einlegen, während wir auf geli gewartet haben. Die Pause ich dann genutzt und meine Socken und Schuhe wieder angezogen.

Wieder oben angekommen ging es noch mal um die Ecke, dann haben wir unsere Wasservorräte im Auto geplündert 6 und sind aufgebrochen auf den Rückweg. Dieser sollte uns etwas anders führen als der Hinweg und wir wollten auch noch den ein oder anderen Einkauf tätigen, denn die Vorräte wollen aufgefüllt werden. Außerdem haben wir im Wohnwagen eine Fliegenplage und suchen nach den klassischen Klebefallen. Die gewählte Strecke hat uns über Sjælland und Masnedø zurück nach Falster geführt. Die 73 km lange Strecke ist mit 1 h 16 min. bei Google Maps angegeben, ich war aber, nachdem wir gegen 17:00 Uhr Møns Klingt gestartet waren überrascht, als wir in Vordingborg noch in den Baumarkt 7 wollten, das es schon fast 19:00 Uhr ist. 8

Die Brücke von Masnedø nach Falster ist an ihrem Lebenszeitende und dringend Renovierungsbedürftig. Da aber über diese Brück auch der Zugverkehr von Rødbyhavn geht, und dieser im Rahmen des Fehmarnbelt Tunnels ausgebaut werden soll, wir aktuell einen neue Brücke gebaut, über die dann wieder die Straße und die Schienenanbindung 9 führen wird.

Gegen 20:00 Uhr waren wir dann daheim. TobbY hat heute den Salat selbst zusammengerührt während Nils den Grill mit dem Hähnchenfleisch angeworfen hat. Danach hoch die Geschichte schreiben und merken, wie die Muskeln den Tag über doch ungewohnt belastet wurden.

  1. also nicht Anhalten und Ticket Ziehen sondern einfach an die Schranke ran fahren []
  2. > 64 GB []
  3. Eher grober, aber runder Schotter als Kies []
  4. Anmerkung von Nils es waren maximal 2om []
  5. ANmekung Nils: eher Rotzeug []
  6. Anmerkung Nils: und Süßigkeits vorräte vorallem Nick []
  7. Die Fliegenfänger gibt es nur im Baumarkt. []
  8. weitere Anmerkung Nils: leider ohne mich, denn ich habe das alles verschlafen []
  9. jetzt aber zweigleisig und elektrifiziert []

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