So nach dem doch sehr anstrengenden Tag gestern war dann für die letzten zwei Tagen noch mal einen Ruhigen machen und so langsam wieder auf die Heimfahrt und was so dann wieder los gehen muss einstimmen angesagt.
Aber einen kleinen Ausflug mussten wir dennoch unternehmen, denn am Sonntag hatte ich den Jungs den Fleyer des Dänischen Traktormuseums 1 mitgebracht, und die Jungs sind ja echte Fans von Traktoren und Mähdreschern. Deswegen sollten sie eigentlich auch den Bericht für den heuteigen Tag schreiben. Da ich aber am Ende nicht ohne Tagesbericht dastehen will, schreib ich selbst auch noch einen, kann aber sicher das Museum nicht so gut beschreiben wie die Jungs.
Das Museum ist ein altes Lagerhaus für Getreide und diente der Reinigung von Samen. Dort sind auf drei Etagen 143 Traktoren und ca. gleich viele stationäre Motoren ausgestellt. Da TobbY die Traktoren in der Ausstellung vermisst hat, die er am Sonntag im Hafen von Stubbekøbing gesehen hat, hat er noch mal gezielt danach gefragt. Fragen gestaltete sich in dem Museum etwas kompliziert, denn die Museumsaufsicht konnte nur Dänisch, also haben wir das Spiel gespielt, wie fragen wir mit Händen und Füßen und bekommen am Ende alle Infos, die uns noch fehlen. 143 Traktoren stehen in diesem Gebäude und noch mal gut 100 sind im Magazin am Stadtrand untergestellt. Auf meine Frage ob alle Fahrbereit wären, war man etwas entrüstet, natürlich sind bis auf 6 Stück alle Fahrbereit.
Ähnlich auch die Motoren im Keller. Ein Teil der Motoren ist so entlang der Wände aufgebaut, dass sie an einer gemeinsamen Abgasleitung angeschlossen sind. Heute wurden sie nicht gestartet, aber es schaut so aus, als ob es generell möglich wäre, die Motoren laufen zu lassen und damit die Transmission zu betreiben. Die anderen Motoren waren dann eher als Ausstellungsstücke aufgereiht. Aus der Motorenausstellung konnte man noch weiter in Richtung der Werkstatt schauen, danach ging es dann aber schon zurück.
Was mich noch interessiert hatte, wie sind denn die Traktoren in den zweiten und den dritten Stock gebracht worden. Ich hatte im Gebäude Flaschenzüge mit Gehängen entdeckt, konnte mir aber nicht so richtig vorstellen, dass diese die Traktoren tragen können. Allerdings lag ich damit falsche, denn die ausgestellten Traktoren wiegen zwischen 1,4 und 3 to. und die Flaschenzüge sind tatsächlich für den Transport der Traktoren gedacht.
Nach dem Museumsbesuch stand der übliche Lebensmitteleinkauf an, denn heute und morgen wollen wir ja noch versorgt sein, danach sind die 3 Wochen hier in Dänemark leider schon wieder vorbei und wir müssen uns auf den Heimweg machen. Im SuperBrugsen hatten wir nicht alles bekommen, daher ging es dann weiter zum Rema1000. Schon während des Besuches im Museum kam der angekündigte Regen auf, hielt sich wie versprochen von der Menge aber in Grenzen. Während wir dann in die Supermärkte gegangen sind und dort die Klimaanlagen die feuchte Kleidung gekühlt hat, lief man aus dem Markt raus vor eine Wand aus feuchtwarmschwüler Luft.
Mit den letzten Einkäufen für noch zwei wirklich faule Tage im Kofferraum sind wir zurück am Camping Platz angekommen und fechten aktuelle immer noch den Kampf aus, wer den Text für das Tagebuch schreiben und wer ihn Korrekturlesen und mit Bildern verschönern darf. Eigentlich sind sich alle einig, Nick darf 2 schreiben, denn er hat sich mit seinem letzten Text eindeutig dafür qualifiziert und Nils hat sich den ganzen Urlaub um die Bilder von den Spiegelreflexkameras gekümmert und wird das auch weiterhin tun. Nick versucht sich aber mit dem Abendessen kochen 3 gerade vom Geschichte schreiben zu befreien. Wie sich die beiden Jungs das Spülen des Grills untereinander aufgeteilt haben, ist mir nicht bekannt, aber damit erpressen sie sich auch gerade. Ich glaube der Urlaub hat die zwei nicht ausreichend ausgelastet und wir bewegen uns steil auf einen Lagerkoller zu.
Nebenbei wurde gefunkt, irgendwann auch mit einem Bandwechsel auf 30 m, der scheinbar einige weitere QSOs ins Log bringen wird. Außerdem haben wir neue Nachbarn bekommen. Ein Ehepaar aus den Niederlanden. Wir haben beim Rangieren ihres Wohnwagens geholfen und uns in dem Zeitraum ein wenig mit ihnen unterhalten. Er ist in der IT einer Niederländischen Schule und hat über die IT in der Schule berichtet. Wenn man ihm zugehört hat, hat man Tränen in den Augen bekommen. Vieles was ich schon seit ein paar Jahren beobachte und kritisiert habe, hat er quasi bestätigt, und beschrieben wie es die Niederlande gemacht haben und damit erfolgreich arbeiten.
Sie haben angefangen nicht nur Technik zu beschaffen und den Schulen zur Verfügung zu stellen, sondern sie haben auch Personal eingestellt, um die Lehrer mit Software und Konzepten zu unterstützen. Es sind Prozessanalysen durchgeführt worden und man hat quasi dort digitalisiert, wo es sinnvoll die eigentlichen Prozesse unterstützt. Er berichtete davon, dass gerade in seinem Bereich zwei Schulen mit 8 und 15 tsd. Schülern zusammengelegt werden, sie die digitale Zusammenlegung aber noch ein Jahr verschoben haben und mit den alten Systemen weiterarbeiten. Sie konnten nicht sicherstellen, das nach den Sommerferien alles reibungslos laufen würde, und nur dann gehe das neue System an den Start. Er hat auch über ihren Helpdesk berichtet. Sie haben am Montag nach den Ferien bei so einer großen Schülerschaft gerade mal 12 Anrufe.
Die Bereitstellung von Accounts und Technik für neue Mitarbeiter hat sogar geli begeistert. Am Tag nach der Einstellung sind die Mitarbeiter im System angelegt und bekommen eine Info sich ihre Technik auszusuchen an die private E-Mail. Dann wird die Technik per Post frei Haus geliefert. Ca. 20 min. nach dem ersten Einschalten haben sich dann alle benötigten Programme konfiguriert, incl. Nutzeraccount und E-Mail.
Abschließend sprach er noch von eduroam, dem Europäischen Verbund für WLAN Nutzung im Bildungsbereich. Ich hatte vergangenes Jahr über den interessanten Effekt mit dem eduroam auf dem Campingplatz in Schweden 4 berichtet. Er berichtete, dass sich in den Niederlanden nicht nur die Universitäten am eduroam beteiligen, sondern auch die Museen, die Schulen und die Regierungsorganisationen. Damit ist überall WLan verfügbar. Solle WLan mal nicht verfügbar sein, hat die Regierung einen Vertrag für alle Staatsdiener mit T-Mobile abgeschlossen, sie haben Handyverträge mit unbegrenztem Datenvolumen. Sollte also das WLAN weg sein, hat man mit dem in den Niederlanden flächendeckend zur Verfügung stehendem 4G weiterhin eine Datenverbindung.
- https://traktormuseum.dk [↩]
- muss [↩]
- Nudelsalat und Salat [↩]
- Linköpping, https://holiday.indiancoder.de/?p=3963 [↩]
























