Die erste Nacht mit der Klimaanlage, aber warum müssen die Amis nur alles mit ihren komischen Farnheit anzeigen. Weiß ich denn was umgerechnet 21° C umgerechnet ist. Damit war es über Nacht zu kalt.

Gestern Abend habe schon mitbekommen, dass ich eine Badehose vergessen habe und so den Pool des Hotels nicht nutzen kann 1.

Da wir gestern Abend für die aktuelle Zeitzone zu normalen Zeiten ins Bett gekommen sind, bin ich gegen 5:55 Uhr aufgewacht. Dank des Verdunkelungsrolo hatte ich aber mein Problem die Zeit richtig einzuschätzen. Außerdem sind wir etwas südlicher als Ilmenau, sodass es erst gegen 06:30 Uhr so richtig hell draußen wird, aber nur wenn das Verdunkelungsrolo auch geöffnet ist. Über Nacht oder wenn man das Hotel verlässt, sollte man das Verdunkelungsrolo schließen; nachts leuchtet die Beleuchtung des Summit Parks sowie des Towers in’s Zimmer, Tagsüber unterstützt das Verdunkelungsrolo die Klimaanlage.

Für 08:00 Uhr hatten wir uns zum Frühstück verabredet. In der Lobby ist das Frühstück für alle aufgebaut. Es gibt Waffeln mit Ahornsirup (( Die Waffeln konnte jeder Gast selbst backen. Dazu nimmt man in einem Pappbecher aus dem Teigspender einen Becher Teig, sprüht vorher das Waffeleisen mit dem Backtrennmittel 2 ein und gießt den Teig in das Waffeleisen. Anschließend fliegt der Becher in den Müll, das Waffeleisen wird geschlossen und um 180° gedreht. Damit startet ein Timer von 2,5 min. Danach kann die fertige und warme Waffel dem Waffeleisen entnommen werden. )) , Kaffee 3, Säfte 4, Rührei, eine Art Cevapcici, Erdnussbutter und Blaubeermarmelade. Auf der anderen Seite des Frühstücksraumes gibt es noch Frühstückszerealien, eine Obstschale und einen Kühlschrank mit Milch und Jogurt 5. Für uns wurde eine getrennter Frühstücksraum 6 eingerichtet, dort gab es dann noch Wurst und Käse sowie Beerenmarmelade. Schwierig sind die Belagsträger: Weißbrot, Beagels oder Teilchen. Teller und Kaffeebecher sind aus Styropor, Besteck und Saftgläser aus Plastik. Entsprechend einfach ist nach dem Frühstück das Abräumen. Man schmeißt einfach alles zusammen 7 in die Mülltonne.

Zur „City Facillity Tour“ wurden wir um 09:30 Uhr von einem Bus 8 abgeholt. Da auch die Feuerwehr und die Polizei auf dem Tourenplan standen, haben Enrico und ich uns entschieden im feinen Zwirn an der Tour teilzunehmen 9 . Nachdem ich das Zimmer verlassen hatte und auf dem Flur stand, merkte ich, dass ich meine Schlüsselkarten in der anderen Hose vergessen hatte. Also an der Rezeption nachgefragt und jetzt habe ich drei Schlüsselkarten. Einer unser heutigen Tourguides ist Louis, der Bataillon Chief, der auch bei uns in Ilmenau zu Besuch war.

Als erstes ging es zur Besichtigung auf den Bauhof. Die Fahrzeughalle und ist beeindruckend groß, es gibt eine Waschhalle und eine Werkstatt in der dann aber auch die Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge gewartet und gepflegt werden. Die Feuerwehr sowie die City Police sind beides städtische Dienststellen. Nicht nur die Fahrzeughalle ist beeindruckend groß, sondern auch das restliche Gelände. Unter anderem haben sie einen Salzdom, in dem etliche Tonnen Salz eingelagert sind. Auch wenn es in Blue Ash ca. viermal im Jahr 10 cm schneit, sind Winterreifen in Blue Ash unbekannt. Wenn der Winter zu heftig zu werden droht, werden maximal Ketten aufgezogen. Dann hat mir Louis noch erzählt, das Schleuderketten bei Ihnen aktuell der neueste Schrei sind, bei uns ist dieser Hype schon durch und wir verwenden lieber wieder normale, aber Schnellmontageketten, die es inzwischen auch für LKW’s gibt.

Von dem Bauhof ging es dann weiter zur Feuerwehr. Für Donnerstag bin ich noch mal gesondert eingeladen 10 , da hat Louis wieder Dienst und zeigt mir die Stadt, und hoffentlich erlebe ich auch den einen oder anderen Einsatz. Zurück zum heutigen Ablauf, wir haben gemeinschaftlich die Feuerwache kennen gelernt und auch die Einsatzfahrzeuge vorgestellt bekommen. Einen Schnelldurchgang in 30 min., aber doch sehr interessant. Vor allem die Führung durch die Wache habe ich an dem folgenden Donnerstag nicht wieder bekommen, sondern nur einen viel intensiveren Einblick in die Fahrzeuge. Im Keller gibt es neben dem Fitnessraum noch einen Stabsraum, der zwar komplett ausgestattet, aber Innenarchitektionisch eine Katastrophe ist. Das Treppenhaus dient gleich mit als Ausbildungsbereich und auf dem Hof gibt es einen abgesperrten Bereich mit ein paar Schrott Autos für die Ausbildung in THL. Eine Zentrale Ausbildung für die Einsatzkräfte gibt es nur bedingt, und neben den Full Time Kammeraden gibt es auch noch Part Time Personal, die nur einzelne Schichten der reinen Berufsfeuerwehr unterstützen.

Nach der Besichtigung der Feuerwehr ging es ins Recreation Center. Bei dem Recreation Center handelt es sich um ein eher auf sportliche Aktivitäten angelegtes Freizeit Center. Im Außenbereich, der aktuell noch nicht geöffnet war gibt es ein Freibad mit Rutschen und mehre Tennisplätzen. Im Innenbereich ein Fittnescenter mit einer Indoor Laufbahn und einer Kletterwand. Die gesamte Anlage ist wie auch der Summit Park Steuerfinanziert und darf somit nur von Steuerzahlern der Gemeinde Blue Ash genutzt werden. Die Jahresgebühr beträgt für „residents 11“ $ 150 US für Familien und $ 75 US für Einzelpersonen. Wenn man „nur“ in Blue Ash arbeitet, darf man für die Anlagen für eine Jahresgebühr von $ 250 US als Einzelperson und $ 450 US für Familien nutzen. Damit auch Mütter die Einrichtung nutzen können, gibt es einen kleinen Kindergarten mit einer Gruppe. Dieser war zu unserem Besuch gut besucht.

Die nächste Station konnte zu Fuß erreicht werden. Nach ca. 150 m sind wir bei der City Polizei. Wie schon erwähnt ist auch die Polizei städtisch organisiert und arbeitet ganz anders und viel moderner technisch aufgestellt als in Deutschland. Während die Kriminalpolizei überwiegend am Schreibtisch arbeitet und viel in Datenbanken und über Kameras in der Stadt und dem Land recherchieren kann, fährt der normale Polizist seinen Schreibtisch in seinem Streifenwagen spazieren. Das Fahrzeug ist aber nicht nur fahrendes Büro sondern auch eine fahrende Waffenkammer.

Muss der Polizist eine Verhaftung vornehmen, dann wird der Verhaftete auf einen der beiden gesicherten Plätze auf der Rückbank verbannt. Diese Sitzplätze sind für die Bösen Jungs vorbereitet, sogar der Gurt ist vorbereitet und der Ordnungshüter kann, ohne den Kopf in Reichweite des Verbreches zu bringen ihn anschnallen. Der Bereich ist in Kunststoff ausgeführt und kann gut gereinigt werden. Sitzt der Verbrecher dann sicher verschlossen auf der Rückbank, kann der Polizist seinen Bericht schreiben und diesen abschicken. Damit liegt er dem Gericht genauso vor, wie dem County Gefängnis. Nun liefert er den Banditen nur noch am Gefängnis ab und die Festnahme ist abgeschlossen. Der Gefangene hat bei der ganzen Prozedur nicht die Polizeistation gesehen, sodass in der Polizeistation nicht mal eine Zelle verbaut sein muss.

Genauso Modern findet auch die Verbrecherjagd statt. Wird ein Fahrzeug gesucht, wird das Kennzeichen in eine zentrale Datenbank eingestellt und Kameras mit einer Automatischen Kennzeichenerkennung überwachen die Straßen. Wird das Kennzeichen dann entdeckt, fährt die Streife los und sammelt den Übeltäter ein. Und wieder merkt man, das wir in Deutschland in der Steinzeit hängen geblieben sind.

Nächster Stopp, das Mittagessen im Cooper Creek – einer kommunalen Golfanlage mit einer Snack Bar und einem Veranstaltungsbereich im Clubhaus. In diesem Veranstaltungsbereich findet heute Abend auch das Welcome Dinner statt. Aber erst mal gehen wir im Club Mittag Essen. Beim Mittagessen heute merken wir, was man alles frittieren kann: Bohnen oder Gurken.

Für den Veranstaltungsbereich hat die Stadt Rahmenverträge mit drei verschiedenen, zugelassenen Catering Firmen geschlossen. Diese haben sogar ihre Namensschilder in dem Küchenbereich eingelagert. Wird der Veranstaltungsort von jemandem privat gebucht, kann zwischen diesen Firmen ausgesucht werden. Für die Firmen ist eine kleine Spül- und Anrichtküche mit einer entsprechenden Anlieferungszone vorhanden. So oder so ähnlich soll auch das Catering in der Festhalle zukünftig laufen.

Zum Abschluss haben wir uns noch die Verleihstation für Golfequipment angeschaut. Ein Rundgang durch die Garage mit Ladetechnik für die Golfcarts und eine Demonstration der Reinigung, wenn die Carts vom Court wiederkommen runden den Besuch ab.

Der letzte Zwischenstopp des dicht gedrängten Programmes des ersten Tages war der Besuch des Summitparks. Der Summit Park ist ein ehemaliger Flugplatz in der Stadt Blue Asch, der zu klein und überflüssig geworden ist. Jede Stadt hatte mal ihren eigenen Flugplatz, es hat sich aber gezeigt, das der Bedarf nicht mehr besteht. Dafür hat man sich im Ort nach einem Park gesehnt, in dem auch Großveranstaltungen stattfinden können. Blue Ash hat 13 000 Einwohner, im Park finden Großveranstaltungen mit bis zu 100 000 Besuchern statt. Der Platz vor dem Turm ist gleichzeitig eine integrierte, aber gut versteckte Bühne incl. Zufahrten für LKW’s mit Equipment. Im normalen Altagsbetrieb als Park ist weder die Zufahrt noch die Bühne wahrzunehmen. Der Trum ist aktuell nach zwei Selbstmorden geschlossen, uns wollten sie aber die Aussicht gönnen. Leider hatte durch den langen Stillstand der Fahrstuhl am Turm ein technisches Problem, das aber die blöden Deutschen nicht von einer Besteigung abhält. Selbst unser Phillip ist mit seinen Krücken die Treppe raus und so mussten auch unsere Gastgeber die über 215 Stufen hoch, was sie sonst nicht machen 12 .

Ein DORA-Bereich ist ein Bereich, in dem öffentlicher Alkohol verkauft und verzehrt werden kann. Bereits bei der Besichtigung des Golfplatzes war ein Schild aufgefallen, auf dem darauf hingewiesen wurde, das ab hier kein Alkohol mehr öffentlich sichtbar sein darf. Die Kneipen im Bereich des Summit Parks wurden von der Stadt mit erbaut und sind seitdem erfolgreich verpachtet.

Bei der Besichtigung des Parks ging es auch über den Spielplatz. Wieso ist das Gras auf dem Spielplatz so grün und kräftig? Die Antwort ist einfach, weil es Kunstrasen ist. Die Belastung des Kunstrasens ist so hoch, dass er alle zwei Jahre erneuert werden muss. Sebastian, der Kollege aus dem Bauhof hat über die Erfahrungen ein wenig näher nachgefragt und viele Infos zur unterschiedlichen Abnutzung, vor allem durch Rutschen bekommen.

Mit der Besteigung des Turms war das Tagesprogramm beendet und wir hatten schon bei Ankunft am Park den Bus heimgeschickt, denn wir können auch ohne Bus die Straße überqueren, um zurück ins Hotel zu kommen. Einige von uns sind aber erst mal noch weitergezogen, denn uns wurde auf dem Turm von einer Eisdiele am Rande des Parks vorgeschwärmt. Probiert wurden die Sorten Kaffee und Erdnussbutter, interessant, aber geil. Zahlen konnte man in der Eisdiele problemlos mit dem Telefon.

Auf dem Weg zur Eisdiele musste ich mich wieder an die Worte von Louis erinnern. Sieh haben an den Hydranten im Ort andere Gewinde als der nächste Ort. Unterwegs ist mir aber aufgefallen, dass die Hydranten in Blue Ash inzwischen Storz Kupplungen haben, genauso wie die Einspeisungen für die Sprinkleranlagen, die hier in nahezu jedem größeren Objekt verbaut sind. Wie ich später erfahren sollte, fanden sie die Version wie sie in Deutschland ist, das man jeden Schlauch der richtigen Größe an jeden Anschluss anschließen kann und dass die Richtung keine Rolle spielt, so super, dass sie mit viel Überzeugungsarbeit es geschafft haben, dies wenigstens für die Verbindung Hydrant Fahrzeug und Hydrant Einspeisung zu realisieren. Dies auch für die anderen Schläuche hinzubekommen wird noch einiges an Überzeugungsarbeit kosten.

Jetzt haben wir 1 Stunde Pause und dann geht es weiter mit dem Abendprogramm im Saal des Golfclubs.

Schon beim Stehempfang bin ich von Brian angesprochen worden. Wie sich nach einigen Worten herausstelle, ist Brian Funkamateur, Rufzeichen KB8JTU und schon waren die Themen für den Abend festgelegt. Eigentlich sollten sich die Gäste an den Tischen paritätisch aufteilen, um das Kennenlernen zu fördern. Da aber scheinbar nicht alle Teilnehmer der Ilmenauer Delegation fließend Englisch sprechen haben sich um das bessere Englisch sprechenden Teilnehmer immer weitere gesellt, um selbst nicht oder nur wenig reden zu müssen. Ein paar wenige Teilnehmer waren schon mehrfach mit in der Delegation und hatten so schon Freundschaften geknüpft, die gepflegt werden wollten.

KB8JTU wurde für den Gegenbesuch aber ein zusätzlicher Programmpunkt für Ilmenau angeboten, ein Besuch an der Clubstation DF0HQ, und in den kommenden Tagen gibt es auch noch QSL-Karten von DF0HQ und DA0HQ. Ben – DL5ANT hat recht, HAMS trifft man überall.

Das Essen wurde vom Buffet gereicht, auch wenn es nur ein Gericht plus Salat gibt. Soll so nur gezeigt werden, dass man dem Gast die Auswahl bei der Menge und der Beilage lässt? Ein Lichtblick dieses Abendessens: Es gibt Porzellan Teller und richtiges Besteck.

Die Fahrt zum Abendessen findet zum Teil mit den Privatfahrzeugen der Stadträte statt. Eigentlich hätte mir das schon früher auffallen können, aber hier wurde es richtig deutlich. Wir sind mit Jill und Steve im Porsche mitgefahren. So merkt man, das Blue Ash eher die Wohlhabenderer Gegend ist und nicht das Armenviertel von Cincinnati. Auch auffällig, aber noch nicht an dem Tag wahrnehmbar, ist das Timing. Wenn im Programm steht, dass das Welcome Dinner bis 20:00 Uhr geplant ist, steht der Bürgermeister 19:55 Uhr auf, hebt die Tafel auf damit alle pünktlich um 20:00 Uhr loskommen. So sind wir aber nicht sozialisiert und denken über den weiteren Abend nach.

Im Hotel angekommen kurz ins Zimmer, den feinen Zwirn abwerfen und in den leichten Bieranzug noch auf zwei Bier in die Bierstube Higher Gravity 13 am Park. Es gab so viele Biersorten am Hahn, also ohne Empfehlung lief da nix. Auf Empfehlung 14 des Bürgermeisters wurde erst mal Bier Nummer 13 (https://untappd.com/b/streetside-brewery-raspberry-beret/1741653) ausprobiert. Es schmeckte interessant, genauso der letzte taste mit Kokosnuss Geschmack.

Auf dem Weg über die Straße und durch den Park konnte ich ein paar interessante Gespräche über verschiedene Themen mit Prof. Grüning führen. Die Themen hab ich aber leider nicht gleich protokolliert sodass ich dazu heute nicht mehr aussagefähig bin. Aber Gott sei dank habe ich über den eigentlichen Tagesablauf etwas in eine Rohfassung getippt damit ich das im Nachhinein noch in einer Reinfassung bringen kann.

  1. Im Laufe der Woche sollte sich dann rausstellen, dass die Termine so dicht gedrängt sind, dass ich eh nicht zur Nutzung des Pools gekommen bin.[]
  2. Bekam dann in unserer Gruppe den Spitznamen WD40. []
  3. Gibt es aus großen Kannen unter einem Automaten den ganzen Tag []
  4. Apfel, Orange & Kirsche aus Konzentrat über einen Automaten, aber nur zur Frühstückszeit []
  5. Hier haben wir auch abgelaufene gefunden. []
  6. ein Konferenzraum []
  7. Essensreste und Geschirr / Besteck []
  8. ähnlich eines Schulbusses []
  9. Enirico hat erzählt, dass obwohl er schon das zweite Mal mitgefahren ist, er wieder zum Tragen seiner Uniform außerhalb Deutschlands einen Antrag stellen musste und dafür einen 6 seitigen Erlaubnisschreiben erhalten hat. []
  10. Abholung am Hotel um 09:00 Uhr wenn der Rest der Delegation, außer Enrico (Polizist) und mir, einen Ausflug in die Hauptstadt des Bundesstaates Columbus macht[]
  11. Einwohner []
  12. Wir vermuten das wir die Gastgeber mit unserem wenn der Fahrstuhl nicht geht nehmen wir halt die Treppe doch etwas überfordert haben. []
  13. https://highergravitycrafthaus.com[]
  14. eigentlich muss man eher sagen Warnung, denn er hat seinem eigene Geschmack nicht getraut []

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *