17.08.2022 – Uppsala – Schweden – Wohnwagen
Da es im Umkreis von Uppsala laut Fiamma Webseite zwei Werkstätten mit Shops für Ihr Equipment gibt, haben wir uns vorgenommen einen davon heute aufzusuchen, vielleicht können wir die Markise ja wieder Fit machen. Also ist der Besichtigungsplan für heute schnell gemacht, wir fahren nach Gamla Uppsala 1 denn auf dem Weg kommen wir an dem einen der beiden Shops vorbei. Als TobbY neben geli im Auto sitzt und sieht, in welche Richtung sie startet erinnert er sich, was er gestern auf der Fahrt gefragt hat. „Können wir auf dem Weg zum Camping Platz bei dem Shop vorbeifahren, jetzt haben wir den Wohnwagen mit der defekten Markise mit und sie können sich das Anschauen.“ Er wurde vertröstet und mit der Aussage abgespeist, dass die Läden nicht auf dem Weg liegen. Nach noch maliger Recherche musste dann geli heute Früh zurückrudern und stellte fest, dass der eine Laden doch auf dem Weg liegt und man ihn hätte ihn gestern anfahren können. Nun gut, probieren wir es heute und werden auf den ersten Blich sogar fündig. Nach einiger Diskussion mit Händen und Füßen konnten wir der Verkäuferin verständlich machen, was wir brauchen und hatten sogar noch das Glück, das sie gerade eine Aktion mit 15 % Rabat haben. Also sind wir mit allerhand Ersatzteilen aus dem Laden und da wir leider die defekten Gestänge nicht mit hatten konnten wir uns nicht gleich vor Ort die Blindniete einsetzen lassen.
Danach ging es gut gelaunt weiter nach Gamla Uppsala. Bei Gamla Uppsala handelt es sich um eine Kultstädte aus der frühen Eisenzeit und ein Machtzentrum von den Seen auf dem Weg zum Mehr. Im Museum wird versuch einiges über dieses Machtzentrum zu erzählen. Die Grabhügel von Alt-Uppsala hat man bereits 1824 ausgegraben und dann auch eine kurze Zeit für Besucher geöffnet. Danach hat man die Grabhügel wieder als Grabhügel verschlossen. 2013 wurden im Rahmen einer Eisenbahnbaustelle erneute Reste von Alt-Uppsalla ausgegraben.
Im Museum im Erdgeschoss durfte alles angefasst werden, damit das Museum auch für Kinder interessant ist. Auch hier ist es wieder, wie wir das in Schweden schon mehrfach in Museen erlebt haben, der Eintritt ist für Kinder kostenlos. Schaut euch hierzu auch die beigefügten Bilder an. Das Obergeschoss war bei dem Wetter trotz einer sehr interessanten Konstruktion zur Verschattung sehr warm, sodass man bei der Besichtigung der Ausstellungsstücke gut geschwitzt hat. Zwei Aspekte zu den Grabhügeln sind TobbY sehr in der Erinnerung geblieben: Wie war der vermutete Ablauf der Einäscherung? Es wurde eine Plattform erbaut, darauf eine Feuerkammer errichtet. In der Feuerkammer wurde der Verstorbene zusammen mit den Grabbeigaben, darunter etliche Tiere (Eichhörnchen bis Pferde) aufgebahrt und dann wurde die Kammer in Brand gesteckt. Die Abgebrannte Kammer musste dann mehrere Tage auskühlen. Was die Historiker nicht verstehen, warum wurde die Asche in der Zeit direkt nach noch brauchbarem durchsucht und erst dann in einer kleinen Grube verscharrt. Diese Grube wurde dann durch die Grabhügel überbaut.
Nach dem Besuch des Museums ging es weiter, aber da uns die Hitze zu groß war, sind wir nicht noch zu den Grabhügeln gewandert, sondern nur zur Kirche von Gamla Uppsala. Und auch wenn wir das kennen sollten, wurden wir wieder daran erinnert, die Kirchen sehen hier auch die Kinder als „Gäste“ an und haben gleich nach dem Eingang eine zur Kirche passende Spielecke.
Als wir aus der Kirche rausgekommen sind, haben wir die Gärtner bei der manuellen bzw. Halb manuellen Heuernte beobachten können. Erst wurde das Gras mit Rechen auf einzelne kleine Haufen gerecht und dann kam ein großer Rechen am Quad und hat alles zusammengefahren. Den Heuhaufen haben sie dann aber wider mit Heugabeln von Hand aufgehäuft. Wie der Heuhaufen dann abgefahren wurde konnten wir dann aber nicht mehr verfolgen. Wenn man sich auf dem Bild aber das Geländeprofil anschaut, dann wird klar, warum es so gehen musste.
Nach dem Besuch von Gamla Uppsala ging es auf dem Rückweg an verschiedenen Geschäften vorbei:
- Willis: Wir wussten noch nicht was wir zu Essen machen wollten und außerdem brauchen wir noch Cola für die Mischungen und Willis ist da recht günstig.
- Dollar Store: Ein billigladen in dem wir in Oestersund 1000 Wattestäbchen für 10 kr 2 bekommen haben. Und nachdem TobbY die jetzt getestet hat, wollte er noch mal welche mitnehmen, denn der Preis ist unschlagbar, aber leider hat der Dollar Store in Uppsala die nicht im Angebot. Dafür wurden wir in der Werkzeugabteilung fündig, denn wir hatten den Wahlspruch aus „Top Gun“ nicht berücksichtigt: „Hebe nie ab von diesem Acker ohne deinen Tacker“.
- Rusta: auch ein Billigladen, dort hatten wir bei unserm Ersten Schweden Urlaub den Pavillon am Sonntag ersetzen konnten 3 . Und auch dieses Mal sind wir fündig geworden. Die Fußmatte die wir vor der Fußbank im Eingang noch liegen haben, damit man Sand oder Gras abstreifen und die Schuhe auszeihen kann, fing bereist im Osterurlaub in Berlin an, sich in zweit Teile zu zerlegen. Eigentlich durch Zufall hat TobbY im Vorbeigehen eine gefunden, die er so schon länger für den Eingang haben wollte. Diese gab es dann zu einem Annehmbaren Preis von 99 kr.
- Jula: Ein Baumarkt. DA wir zur Reparatur der Markise fündig geworden waren, wurde für den Austausch des Alu Druckgus Teiles noch eine Blindnietzange benötigt. Das Druckgusteil wird mit dem Gestänge vernietet, die Niete ist im Ersatzteilpaket enthalten aber die notwendige Zange war nicht im Werkzeugsatz des Wohnwagens enthalten. Außerdem hatten wir bei der Mückeninversion am letzten Campingplatz festgestellt, dass unsere Mückenlampe wohl ein wenig in die Jahre gekommen ist, eine von zwei Röhren nicht mehr mit Macht und sogar die Hochspannungsfalle eher nicht mehr wirklich effektiv die Mücken erlegt. Zu beiden Punkten sind wir fündig geworden. Während die Zange eher nicht ganz so billig war, konnten wir die Lampe im Schlussverkauf erstehen
- Abschließend waren wir dann noch im City Gorss und haben alles für die nächsten zwei Abendessen beschaffen können.
Einzig einen neuen Griff für den Topfdeckel haben wir nicht bekommen, damit war hierzu Kreativität gefragt. Diese hat dann TobbY gegen Abend am Campingplatz noch bewiesen, damit wir nicht wieder Nudeln mit einer extra Portion Eisen zu uns nehmen müssen.
Wieder am Campingplatz zurück haben wir uns dann mit den verschiedenen Reparaturen befasst, die dank der beschafften Gegenstände jetzt möglich sein sollten. Fangen wir mit der einfachsten an, ein Stück einer alten, in einem der vorherigen Urlauben zerlegten Tischdecken wurde auf die schon in der ersten Stufe am letzten Campingplatz reparierten Fußbank getackert, denn Regen mag eine Leinholzplatte bestimmt nicht unbedingt.
Danach wollten Nils und TobbY dann mit der Markise weiter machen, aber wie immer kommt alles anders, und dieses Mal in Form eines Regenschauers. Dieser hat uns erst mal gezwungen, die Funktechnik schnellstmöglich ins Auto umzulagern damit dort nix kaputt geht. Nachdem der Schauer dann vorbei war, zogen wir wieder in die richtige Aufstellung und begannen mit der Reparatur der Markise. Leider zeigte sich schon beim ersten Teil, irgendwas stimmt hier nicht. TobbY hatte auf der Webseite von Fiamma Deutschland für das Druckgussteil einen Preis von 65 € ausgemacht, im Laden hatte das Teil dann nur umgerechnet 14 € gekostet. Überraschung, aber eigentlich eine freudige. Aber eigentlich hätte man stutzig werden müssen. TobbY hat zwar die Niete des gebrochene Druckgussteil ausgebohrt aber das neue Teil pass nicht hinein. Gut dann schauen wir mal was mit dem rechten Fuß ist. Ring abgeschraubt, Innenteil rausgezogen und das neu … passt von der Lange nicht mit dem alten überein und auch von der Form nicht in die Markisenrolle. …
Jetzt ist TobbY erst recht angepisst, denn 1. hätten wir gestern mit Wohnwagen vorbeifahren können und zweitens hätten wir den kram erst gar nicht gekauft und uns noch gefreut, das wir 15% gespart haben. Jetzt haben wir Ersatzteile da, die bei uns nicht passen und müssen hoffen, dass wir die morgen, wenn wir noch mal dorthin raus gefahren sind, auch wieder zurück geben oder Umtauschen können. Alles Mist hier …
In der Zwischenzeit sollten geli und Nick den vermissten 2 Wohnwagenschlüssel suchen, der sich glücklicherweise während der Regenpause in Nils Hose von gestern wieder eingefunden hat, aber der Auftrag das Wassertaxi in der Position zu korrigieren wurde ignoriert. Und gerade auf diesem Campingplatz war das eine wichtige Aufgabe, denn anders als auf den anderen Plätzen, an den das Wasser entweder im Gras oder im Splitt versickert ist, haben wir hier das Problem, das man es auf dem Asphalt sehr gut sieht und damit auch von den Nachbarn evt. etwas dazu zu hören bekommt. Zum Abschluss mag ich noch über eine ganz interessante Begegnung auf dem Platz berichten. Ein Wachmann vom „Ordnungsamt“, heute ohne Warnweste kam auf seiner Runde am Wohnwagen vorbei und bemerkte, dass wir etwas verwundert schauten und begrüße uns auf Schwedisch. Leider hat TobbY immer noch nicht so viel Schwedisch gelernt, um adäquat antworten zu können. Also stellte TobbY sich hin, und sagte artig auf Englisch guten Abend und stellte zugleich fest, dass er nur eine Konversation auf Englisch oder Deutsch führen können. Daraufhin antwortetet der „Ordnungswächter“ mit einem hörbaren Berliner Einschlag „Guten Abend“ und wir fingen ein Gespräch auf Deutsch an. Er war in Berlin geboren, seine Mutter ist dann zum Studium nach Uppsala gekommen. Er war dann in Deutschland 4 Jahre beim Bund, ist dann aber zurück zur Familie nach Schweden gekommen und arbeitet jetzt als „Ordnungswächter“. Dann wurde es für TobbY richtig spannend, denn jetzt konnte er ja mal fragen, wieso das „Ordnungsamt“ auf einem Campingplatz streife läuft. Und was stellte sich dabei heraus? Er arbeitet gar nicht für das Ordnungsamt, sondern er arbeite für einen priv. Sicherheitsdienst, der von dem Freizeitgelände Firyshoff beauftragt wurde. Aber in Schweden sind alle priv. Sicherheitsdienste der Polizei unterstellt, und haben je nach Aufgabe mal mehr und mal weniger Befugnisse. Alles Ordnungswächter in Schweden werden auch von der Polizei ausgebildet. Dann macht das auch wieder Sinn, warum er jetzt allein oder gestern die Kollegen zu zweit hier streife laufen. Auf Nachfrage haben wir erfahren, er hat eine doppelte Staatsangehörigkeit, Deutschland und Schweden, sonst dürfte er den Job ja nicht ausüben.. Er hat die Woche Dienst, sodass wir uns sicher morgen noch mal treffen und ein wenig weiter schwatzen werden.
- Alt-Uppsala; https://de.wikipedia.org/wiki/Alt-Uppsala [↩]
- ca. 1 € [↩]
- https://holiday.indiancoder.de/?p=2129 [↩]














Habt Ihr an Onkel Clemens (17.08) + Yvonnes (18.08) Geburtstag gedacht ?