Da heute schon wieder der letzte Tag hier in West Dänemark ist und wir morgen weiter wollen Richtung Nord Jütland bleibt für heute der geplante Ausflug ins Bunkermuseum Tirpitz 1 sowie zum Leuchtturm (Blåvandshuk Fyr) ((https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A5vandshuk_Fyr)). Corona bedingt muss man die Zeitgebundenen Eintrittskarten bereits im Vorfeld online kaufen, was die Reiseleitung geli gestern abend noch gemacht hat.

Also sind wir gemütlich nach dem Frühstück 2 gestartet und sind wieder durch den Truppenübungsplatz Richtung Blavand aufgebrochen. Dort angekommen war es heiß und der Parkplatz voll, aber dennoch war an der Kasse kaum Andrang. Was mir heute positiv aufgefallen ist, Kinder bis 18 Jahre zahlen für dieses Museum keinen Eintritt. An der Kasse haben wir dann noch jeder einen Audioguide ausgehändigt bekommen. Im ganzen Museum sind kaum noch lange anschriebe sondern überall kleine RFID Sender verteilt, an denen man eine Erklärung starten kann. Diese Audioguides können bei der Ausgabe auf Deutsch, Dänisch oder Englisch eingestellt werden.

Dann ging es eine Treppe nach unten und schon war es angenehm kühl. Erst sind wir durch die Sonderausstellung „Lebensgefahr – Minen!“ gewandert. Hier ist mir aufgefallen, dass trotz der Zeitlichen Entzerrung es schwierig war, den Abstand von 1,5 m immer einzuhalten, so gut besucht war die Ausstellung. Was mir auch in der Sonderausstellung schon aufgefallen ist, und der Eindruck hat sich später auch noch verstärkt, die Ausstellung war Medientechnisch sehr gut aufgebaut. Auch wenn für die Kinder viele Erlebnisaktivitäten aus Hygiene Gründen geschlossen bleiben mussten, waren doch noch viele Eindrück sehr lebhaft. So z.B. die leicht nach oben stehenden Holzfliesen, die wenn man sie betritt eine Minenexplosion auf der Videowand neben einem auslöst.

Was ich bisher auch nicht wusste, in Dänemark hatte die Deutsche Wehrmacht im Rahmen des Atlantikwalls über eine Millionen Landmienen nach Plan verlegt. Nach der Kapitulation mussten die Deutschen Pioniere diese Landmienen wieder entschärfen, wurden aber nach der gefährlichen Arbeit in die Freiheit nach Deutschland entlassen. Da die Anzahl Pioniere die nach dem Krieg noch in Dänemark stationiert waren, für die geplante Räumung nicht ausgereicht haben, wurden von den Engländern noch einige Kriegsgefangene Deutsche nach Dänemark überführt. Die Kriegsgefangenen hatten die Wahl zwischen Dänemark und Mienenräumen nach Verlegeplan oder Frankreich / Belgien, wo die Mienen ohne Plan verlegt bzw. durch die Kriegshandlungen verändert waren.

Neben der Sonderausstellung gibt es verschiedene Dauerausstellungen, zu der Region, in der man unter anderem lernt, dass die diese Region einst eine Landverbindung zu England besaß und aus dieser Landverbindung eine gut 40 km lange Sandbank resultiert. Um die Schiffe in der Region vor den Gefahren dieser Sandbank zu schützen wurden Leuchttürme und Feuerschiffe eingesetzt. Auch über die Anfänge der Seenotrettung gab es einige Ausstellungsstücke bzw. Infos zum ersten Kapitän der Seenotrettung. Den Leuchtturm sowie eine Sandbank haben wir uns noch näher im Anschluss angeschaut. Auch in dieser Ausstellung gab es Überraschungen aus der Medientechnik. Plötzlich wurde alles verdunkelt und die Geschichte dieser Gegen wurde im Schnelldurchlauf auf die Wand projiziert. In dieser Ausstellung wurde auch auf die Geschichte des Truppenübungsplatzes eingegangen. Abschließend haben wir in der Ausstellung auch noch gelernt, das der Kiefernwald erst in den letzten 200 – 300 Jahren angelegt wurde, das die ganze Gegend regelmäßig vom Sand zugeweht wurde und drohte zu versanden. Die Tore einer Kirche mussten regelmäßig vor dem Gottesdienst vom Sand befreit werden, bis die Kirche dann ganz aufgelassen wurde. Im Vorfeld war sie bereits drei mal neu errichtet worden.

Dann ging es zur Dauerausstellung der Geschützstellung. Dieser Geschützbunker ist der Ausgangspunkt dieses Museums. Sie ist als Geschützstellung während des zweiten Weltkrieges nicht mehr fertig geworden. Es sollten die Geschütztürme eines außer Dienst gestellten Kriegsschiffes weiter verwendet werden, diese Saßen aber zum Zeitpunkt der Kapitulation noch auf einem Güterwagen fest, der wegen einer zu schwach ausgelegten Brücke sein Ziel nicht erreichen konnte.

Nach dem Geschützbunker ging es im Eiltempo durch die Bernsteinausstellung. Sie konnte keinen von uns so wirklich hinter dem Ofen hervorlocken. Die Kinder waren die ersten, die zu dem Zeipunkt schon quengelten, es wäre langweilig und sie wären durch, obwohl ich eigentlich auch in dem Tempo des Audioguides durch die Ausstellung gelaufen bin.

Die letzte Dauerausstellung beschreit ein wenig das Bunkerleben, das Leben in Dänemark und den Bunkerbau. Was ich in der Hinsicht neues lernen durfte, der Bunkerbau wurden von zwei Sonderkonten der Dänischen Staatsbank bezahlt, also der Dänische Staat musste für die Bunker des dritten Reiches selbst bezahlen. Auch ging es hier um Themen des Widerstandes bzw. des Problemes von Liebschaften zwischen Soldaten und einheimischen Frauen.

Aus dem Museum sind wir nach über 2h wieder raus in die Hitze. Der Parkplatz, der als wir angekommen sind noch brechend voll war, war inzwischen sehr übersichtlich geworden. Also sind wir weiter zum Leuchtturm. Den haben dann aber nur unsere Kinder besucht, das geli und mir der Aufstieg nach der Museumszeit zu viel sein würde und wir vor allem noch mal Eintritt hätten zahlen sollen. Auch hier galt wieder, Kinder unter 18 Jahren Eintritt frei. Mich hätten auch mehr als der Leuchtturm die T Antennen interessiert, die vom Leuchtturm zu einem Stahlgittermast in der nähe gezogen waren.

Während die Kinder noch auf dem Leuchtturm waren sind geli und ich auf eine angrenzende Düne gewandert. Auf der Düne angekommen waren wir wieder in der Stellung des Atlantikwalls, denn in der Düne versteckt fand sich der nächste Bunker. Abschließend kamen die Jungs dann dazu und überredeten geli, das sie hier und nicht am Autostrand schwimmen gehen wollen. Von dem Aussichtspunkt konnte man gut die vorgelagerte Sandbank erkennen, auf der noch einige Badegäste rumliefen. Da es TobbY egal war, wurde geli mit 2:1 bei einer Enthaltung überstimmt und es ging hier in die Nordsee, Badezeug hatten wir ja mitgebracht. Lediglich geli musste sich noch umziehen, wir anderen waren alle schon in den richtigen Sachen angereist.

Nach dem üblichen Ritual bis TobbY im Wasser war ging es dann gegen die Strömung raus zu der Sandbank. Unterwegs haben wir drei Jungs geli verloren 3 sind dann an der fast untergegangenen Sandbank angekommen. Genau an der Stelle wo wir anlanden wollten, lag aber ein Heuler auf der Sandbank, sodass wir noch im Wasser etwas die Sandbank rauf gelaufen sind, um den Seehund nicht zu stören. Wir mussten Flut haben, denn die Sandbank, die man von der Düne noch super sehen konnte war zu großen Teilen schon überspült. Nachdem wir 4 uns auf dem kleinen noch trockenen Flecken der Sandbank ausgeruht hatten, ging es dann mit der Strömung und einem geeigneten Vorhaltewinkel zurück zu unseren Handtüchern. Die Jungs haben beide diesen Ausflug super verkraftet und ich bin stolz auf sie. Geli hatten wir an der Sandbank angekommen immer wieder gesucht, bis wir mit Wink Zeichen sicher waren, das sie wohlbehalten am Strand angekommen war.

Nach dem Strandbesuch haben wir uns beeilt zum Campingplatz zurück zu kommen, da der Pool zum entsalzen nur bis 19:00 Uhr geöffnet hat. Abschließend wurde das Experiment Pizzastein gewagt. TobbY hatte im Supermarkt noch gefragt, ob wir einen Dosenöffner mit haben, bevor er zum Tunfisch gegriffen hat, aber es stellte sich raus, das wir ihn vergessen hatten. Also wie beim Campen üblich, in der Nachbarschaft fragen, ob man sich was leihen kann. Dazu wurde der Nick los geschickt. Bei den direkten Nachbarn aus Deutschland wurde er nicht fündig und musste weiterziehen. „Bevor ich dahin gehe, muss ich mir aber noch ein T-Shirt anziehen, da sind Mädchen.“

Aber auch das Problem Dosenöffner löste sich und wir haben auf dem Grill mit dem Pizzastein unsere erste Pizza zubereitet. Der Boden war zwar Holzkohle geworden, aber ansonsten schmeckte die Pizza super. Beim nächsten mal weniger Belag, keinen Teigrand und dann sollte es auch nicht wieder Holzkohle werden.

  1. https://vardemuseerne.dk/de/museum/tirpitz-de/[]
  2. 13:00 Uhr []
  3. sie hat abgebrochen und sich zurück an den Strand treiben lassen []
  4. vor allem Nick []

2 Comments

  1. Wer hat in Geschichte nicht aufgepasst als die Wanderung der Steinzeit gelernt wurde? Warum heissen die Briten Angel-Sachsen. Angel ist Jütland. Das übrige von Dänemark war mir schon bekannt. Opa Erkrath war 1945 in Dänemark stationiert (Landsturm) wurde aber zur Verteidigun von Berlin abgezogen. Er hatte sich dafür interessiert.

    1. Woher soll ich das von Opa wissen. Als Opa 88 verstorben ist, hab ich mich für Geschichte noch nicht sonderlich interessiert. Und ob ich in Geschichte aufgepasst habe oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber vermutlich wirst du recht haben, denn ein Jurist hat immer Recht (§1).

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