Für heute hatten wir uns vorgenommen, dass wir Goetheburg besichtigen wollen. Geli ist auf die Idee gekommen, wir fahren mit dem Auto bis in den Speckgürtel und dann mit dem Verkehrsverbund in die Stadt. Der Verkehrsverbund kennt keine Streckentickest sondern 3h Tickets, die auch für die Straßenbahn, den Bus und die Innenstadtfähren gelten.
Da wir gestern im Gespräch mit anderen Deutschen hier auf dem Campingplatz gelernt haben, dass die Schweden selten abends essen gehen, Mittags aber selbst die großen, vornehmen Hotels einen Dagges Lunch für die arbeitende Bevölkerung zu annehmbaren Preisen 1 anbieten haben wir das Frühstück auf eine notwendige, minimale Grundlage reduziert. Aufbruch war dann trotzt hitzebedingter Flucht aus dem Bett vor 08:00 Uhr erst so gegen 10:00 Uhr, nachdem wir noch einen Faupax an dummen Sprüchen von Papa wieder gerade rücken mussten. Mama und Papa hatten den dummen Spruch, gleich nach dem Papa ihn fallen gelassen hatte, wieder vergessen, Nils war aber über gut eine Stunde eingeschnappt. „Nick bring bitte den Hobelkäse mit, aber nicht den von Nils Füßen!“ Es möge bitte jeder Leser selbst entscheiden, ob man das als dummen Spruch eines frechen Papas einfach so schluckt oder ob Kind eingeschnappt ein großes Fass aufmacht.
Mit dem Auto ging es dann zum Park & Ride Parkplatz in Partille und von dort zwei Stationen mit der S-Bahn zur Central Station 2. Dort sind wir nach gründlichem Studium der Streckenkarte 3 in die Linie 2 eingestiegen, die Fekekôrka 4 war unser Ziel. Leider hat die Streckenkarte die Baustellenbedingten Umleitungen der Straßenbahnlinien nicht mit abgebildet, dass wir eine Fahrt um das Szeneviertel Haga gewonnen hatten. Dank google Maps und geli’s Schwedischkenntnissen sind wir erfolgreich mit einem weiteren Umsteigen in der Fekekôrka angekommen. Anders als auf dem Fischmarkt in Rieka mussten sich die Jung nicht die Nase zuhalten. Es roch auffällig wenig nach Fisch, obwohl es einige Stände mit frischem Fisch und frischen Krabben gab. Jeder der Stände hatte auch noch einen Verkauf von verzehrfertigen Portionen, doch trotz der Absicht diese zu testen war vor allem geli dann plötzlich nicht mehr danach.
Also sind wir zu Fuß unverrichteter Dinge in die Saluhallen 5 weitergezogen. Dabei führt uns der Weg an der Universität Göteborg vorbei. Aber auch unter Markthallen habe ich mir eindeutig etwas anderes vorgestellt. Auch hier gab es neben wenigen Marktständen (vor allem Fleischer) etliche gut gepflegte Tresen, an denen man wirkliche wie angekündigt für günstiges Geld den dagges Lunch genießen konnte. So haben wir uns auch für eine der Theken entschieden und die Nummern 1 / 3 / 5 / 7 probiert. Köterbullar, Rindsbulette, Brathering und Lachs 6 an Kartoffelstampf mit „Salat“ und entsprechender Sauce bzw. Preisselberen.
Nach dem Mittagessen hat uns dann Mama daran erinnert, dass wir noch das Maritima besuchen wollten. Bei dem Maritima handelt es sich um ein Anfassmuseum im Hafen von Göteborg. Dort Liegen gemeinsam vertäut und über Brücken erreichbar:
- die Hafenfähre: Dan Broström
- das Feuerschiff: Nr. 29 Fladen
- das Feuerlöschbot: Flodsprutan II
- das U-Boot: Nordkaparen
- der Zerstörer: HMS Smaland
- der Monitor: Sölve
- das Frachtschiff: M/S Fryken
Wenn man TobbY in so ein Museum schleppt, kann man damit rechnen, dass er sich das auch in Ruhe anschaut. Dazu musste man steile Treppen 7 rauf und runter, durch Luken kriechen oder über hohe Türschwellen klettern. Am schwierigsten waren für Papa mit seiner Gürteltasche die Ein- und Ausstiegsluke des U-Bootes sowie die zwei runden Schotte, die das U-Boot in drei Sektionen aufteilt. Aus der Funkerbude klangen Morsezeichen, doch mein CW ist immer noch zu schlecht um dort einfach zuzuhören. Einen bleibenden Eindruck hat auch der Geruch in diesem Stahlrohr hinterlassen, genauso wie die Information, das ein Feuerschiff 8 Mann Besatzung hat, die vier bis acht Wochen auf diesem Schiff Dienst taten.
Was macht man an so einem Besichtigungstag wenn man noch etwas Zeit aber keine großartige Motivation übrig hat? Man verlängert sein Nahverkehrsticket, da man ja eh noch die S-Bahn zum Auto nehmen will und fährt mit der Hafenfähre eine Runde Sightseeing. Die Hafenfähren sind Personenfähren, fahren vor ein Bumper und man kann einsteigen wie in einen Buss. Die Rundtour hat uns Göteborg noch von der Wasserseite näher gebracht. Leider konnten wir auf Grund der Zeit nicht die ganze Runde machen, aber auch so sind mir noch ein paar brauchbare Fotos gelungen.
Anschließend ging es mit dem Bus zum Bahnhof und dort mussten wir dann plötzlich, trotz der Hitze einen kleinen Zwischenspurt einlegen. Wenn wir den nicht gemacht hätten, hätten wir noch 30 min auf den nächsten Zug warten müssen. Eins muss man den Schweden lassen, den möglichen technischen Fortschritt akzeptieren sie doch deutlich schneller und setzten ihn auch entsprechende um. Selbst in einem einfachen Vorortzug findet sich an jedem Sitzplatz eine Steckdose, es gibt fast Flächendeckend LTE Handy Versorgung oder in den Supermärkten die wir besucht haben sind Selbstbedienungskassen üblich und nicht was Besonderes. Jetzt ist mir klar woher das Kassensystem bei IEKA kommt. Es ist das klassische Kassensystem hier.
Nach dem Aussteigen aus dem Zug sind wir dann noch fix einkaufen gewesen. Fix ist eigentlich der falsche Ausdruck. Wir stehen uns aktuell beim Einkaufen noch selbst im Weg. Vorgestern haben wir uns zwar bei Nachbarn auf dem Zeltplatz erkundigt, wie sie es mit dem Essen halten, trotzdem sind wir uns immer noch nicht grün, wie wir es halten wollen. Das schwedische Essen gleicht sehr stark dem deutschen. So ist Schnitzel mit Sauce und Kartoffeln ein typisch schwedisches aber auch deutsches oder österreichisches Essen. Und damit ist es für mich 8 bei jedem Einkauf schwer mich zu entscheiden. Dass die Schweden eigentlich nicht Abendessen gehen sondern abends daheim kochen haben wir ja inzwischen begriffen. Dazu kommt noch im Supermarkt ist die Auswahl recht groß und umfassen, aber für uns ist es schwer zu entscheiden, was wir uns leisten wollen. Salat wie Ihn Papa gerne essen würde, scheitert ernstlich an dem Preis. Ein Kopf Eisbergsalat liegt bei ca. 24.95 Kronen / kg wiegt ca. 0,6 kg und kostet damit umgerechnet ca. 1,70 €. Damit fällt der Salat zum Abendessen wohl aus. Also rennen wir im Supermarkt hin und her, vergleichen Preise 9 und sind am Ende zwar irgendwie mit Lebensmitteln bewaffnet aber nicht wirklich zufrieden. Das klappt in den südeuropäischen Ländern deutlich besser.
Was gibt es noch zu dem Tagesabschluss zu sagen. Wir hatten uns dann für Kaka 10 mit Ananas und Jemtgard überbacken entschieden. Zum Kaka gab es im Supermarkt eine interessante Diskussion. Welche der zwei Sorten nehmen wir denn nun. Dann hat Mama heraus bekommen, das eine ist mit Roggen, das andere mit Weizen, also war die Antwort eindeutig. Auch mit so einem einfachen Essen konnten wir dann den Tag abschließen.






























Verhungert seid Ihr aber nicht ? oder?