Heute ist unser letzter Tag hier auf Sjælland bevor wir morgen noch für 6 Tage nach Lolland umziehen.

Und für heute hatten wir uns noch das Panzermuseum Ost 1 aufgehoben. Nach dem Frühstück ging es los.

Das Museum umfasst 3 Hallen für Großfahrzeuge, 2 „Räume“ für weitere Ausstellungen, und ein Außengelände. Das Eintrittsbändchen gab es im Cafe und galten dann für alle Hallen. Und nachdem ich am Tor schon überrascht war, das mich eine Wache der NVA empfing, empfing uns der Mitarbeiter in der Uniform, die ich inzwischen als „Ein Strich Kein Strich“ kennen gelernt habe. Und das ist mir dann auch so raus gerutscht, führte aber dazu, dass wir ab sofort in deutsch bedient wurden. Nach dem Bezahlen bekamen wir auch einen Plan, aber den hat meine Familie mitgenommen und ich bin wie immer auf gut Glück losgezogen.

Begonnen habe ich in der Halle B. Dort ging es im Eingang um das Thema Dekontamination. Dann ging es weiter in den Bereich der Grenztruppen der DDR und auch an das Thema Flucht. Jetzt wird auch klar, warum sich Dänemark mit der Geschichte des DDR Militärs befasst. Im Rahmen von Fluchten spielten auch die Feuerschiffe in Dänemark eine Rolle, denn wer so ein Feuerschiff erreichte, der hat damit Dänemark erreicht und dessen Flucht war geglückt.

Dagegen haben sich die Grenztruppen mit viel Technik ausgerüstet, so z.B. Entladungslampen die über Wasser fast bis Dänemark leuchten konnten.

Was mir schon in dieser Halle aufgefallen ist, an vielen Fahrzeugen hing ein Schild, das Fahrzeuge dieses Typs in aktuellen Krieg in der Ukraine im Einsatz sind (( Die Schilder sind von 2022, daher sind wir uns nicht sicher, in wieweit nicht schon Fahrzeuge, vor allem Panzer der verschiedenen Typen noch im Einsatz sind oder bereits vernichtet wurden. Teilweise wurde auch beschrieben, wie viele Fahrzeuge von dem Typ gebaut wurden und das ist das zweite erschreckende. Auch wenn es Ende der 90er Jahre beim Zerfall der Sowjetunion (SU) etliche Abrüstungsverträge gab und viele Länder des Warschauer Paktes sich nun der Nato anschlossen, sind aber immer noch Größenordnungen dieser Fahrzeuge in den Depots der Russischen Armee und in den Depots in den Ländern der ehemaligen SU.

Das Museums will mit der Ausstellung die Technik zeigen, die, wäre der kalte Krieg heiß geworden nach Dänemark eingerückt wäre.

Beängstigens sind auch die technischen Beschreibungen der mobilen Raketenwerfer und die Pläne, die im Warschauer Pakt vorgehalten und beübt wurden, die neben einer riesigen konventionellen Armee, die ausgerückt wäre, auch den Einsatz von taktischen Nuklearwaffen vorsahen. Und da man im Warschauer Pakt den Einsatz taktischer Nuklearwaffen als unvermeidbar einpreiste, hat man sich auch dafür gerüstet, im Nuklearen Schlachtfeld Kriege zu führen und Soldaten aus der Zone zu evakuieren und zu reinigen.

Wenn man sich darüber hinaus ins Gedächtnis ruft, dass die für den Nuklearen Krieg vorgesetzten Fahrzeuge und Schutzausrüstung auch für die Liquidatoren in Tschernobyl eingesetzt wurden, können wir alle nur froh sein, das die geplanten Szenarien nie Wirklichkeit geworden sind und können in der aktuellen Situation nur beten, das Russland diese Pläne nicht wieder aus der Schublade holt.

Wie es sich für ein gut kuratieren Museum gehört, werden in der Ausstellung von den verschiedenen Fahrzeugen jeweils nur ein Exemplar ausgestellt, dafür aber viele der verschiedene Aufbauten, sei es Feuerleitkomponente, Funktrup, Radargerät, Feldkrankenhaus oder auch die Feldbäckerei zusammen mit der Gulaschkanone.

So wird einem noch einmal eindrücklich gezeigt, wie viel Logistik im Nachlauf der Front notwendig ist, und warum es nach anfänglichen bedeutenden Landgewinnen in allen Kriegen der Neuzeit irgendwann stockt und nicht mehr sichtbar weiter geht. Aus den beiden Weltkriegen hatten die Militärstrategen des kalten Krieges ihre Lehren gezogen und die entsprechende Logistik Komponenten mit geplant.

Was kann ich über den Museumsbesuch noch weiter bereichten? Eigentlich nicht mehr viel, denn zu jedem Fahrzeug gab es ein paar Details, wie z.B. das es sich um Lizenzbauten handelte, und das die Lizenznehmer oft auch eigene Anpassungen an den Fahrzeugen vorgenommen haben, oder das bestimmte Technik nach dem Zerfall des Warschauer Paktes dann für die Nato im Auslandseinsatz war.

Ein nettes kleines Detail, eine pfiffige Technik zum Heizen eines Funkcontainers habe ich noch entdeckt, eine Holzheizung.

Die zwei „Räume“ zeigen dann noch ein paar kleine Ausstellungen. Eine Kleiderkammer ist nachgestellt, oder eine Ausstellung zum den Orden und Ehrenzeichen, alles nicht unbedingt etwas, das mich angesprochen hat, also war ich damit zügig durch. Es gab auch noch eine Ausstellung zum Dänischen Zivilschutz, der sich genau auf das oben genannte Problem mit den Taktischen Atomwaffen eingestellt hat. Auch hier stellte sich aber nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes heraus, das die „Angriffsszenarien“ mit den Taktischen Atomwaffen eher für die kleineren Dänischen Städte gedacht waren, während für Koppenhagen ein Mehrfachsprengkopf vorgesehen war.

Diese Szenarien hinterfragt, lässt für mich nur eine Schlussfolgerung zu, wie bekommt man die Despoten der Welt wieder zur Vernunft, denn wenn auch nur ansatzweise eines dieser Szenarien Wirklichkeit wird, war es das mit der Welt wie wir sie heute kennen.

Das Außengelände hat heute für uns keine besonderen Überraschungen mehr geboten, dazu müsste man vermutlich, so hab ich später auf der Webseite gelesen, zu den Militär Tagen noch mal vorbei kommen.

Wie der zurück am Wohnwagen wurden wir von recht lauter Musik überrascht. Diese kam, wie wir dann raus gefunden haben vom Musik VED Haven. Dort bin ich dann auch noch 3 mal gewesen, zuerst mit geli beim Trypical Cumbia, die wir sehr laut am Zelt gehört haben, und dann später noch erst mit Nils bei RETRO EFFEKT, wir wollten uns ein Eis gönnen. Zu der Zeit war geli nach ihrem Ausflug ins Mehr duschen und kam später als ich mit Nils und Eis auf dem Steg stand dazu und Nils ist dann zu Nick zurück, während geli und ich noch mal zum Festival vor sind.

Das Abendessen hat Nick heute nicht im Zeitplan fertig gehabt und es dabei geschafft, geli so auf die Palme zu bringen, das er das Abendbrot verweigert und lieber aufgeräumt hat. Auch wenn wir nach dem Umzug morgen noch weitere 6 Tage haben, so hatte ich heute das Gefühl, wir steuern auf einen Lagerkoller zu. Ich hoffe aber, das sich das morgen nach dem Umzug alles wieder ein wenig zusammenrauft.

Ach ja… aktueller Stand 1521 QSO. 2025 aus den Niederlanden waren es abschließend 1523 QSO, die sollten wir noch schaffen … hoffentlich noch heute…

  1. https://panzermuseumeast.dk[]

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