Wie im Tagebuch gestern schon angekündigt, geht es heute auf die Ostseeinsel Ærø. Geli hat für die Fähre um 11:00 Uhr Tickets besorgt und ungefähr 15 Minuten vorher soll man da sein. Also geplante Abfahrt am Wohnwagen kurz nach 09:00 Uhr.

Um 08:00 Uhr kam dann plötzlich etwas Hektik auf, weil irgendwie noch keiner so richtig in die Gänge gekommen war. Also heute im irre warmen Vorzelt frühstücken nur mit Rühreich.

Einen Parkplatz am Hafen zu bekommen war nicht so einfach. Die kostenfreien Parkflächen waren, als wir angekommen sind, schon alle belegt. Blieb uns also nur der kostenpflichtige, der aber mit Easy Park einfach zu bezahlen war.Und geli machte weiter Hektik, wir sollten ja 15 Minuten vorher da sein. Und nru dadurch, dass sie so eine Hektik gemacht und zwischen Parkplatz und Fähre ein Tempo vorgelegt hat, das sie sonst nicht erreicht, waren wir vier Minuten vor den notwendigen 15 Minuten am Anleger.

Der Schiff kam etwas zu spät rein, das Boarding für Passagiere ging zügig vonstatten aber beim Boarding der Fahrzeuge hat es aber leichte Komplikationen gegeben, sodass die Fähre bei diesem Umlauf eine weitere Verspätung eingefahren hat.

Auf der Fähre hatten wir drei Möglichkeiten, wo wir uns für die Überfahrt aufhalten können. In der Messe, in einem wettergeschützten und klimatisierten Innenraum oder auf dem Sonnendeck. Für die Hinfahrt haben wir uns für den Innenraum entschieden, mit Blick direkt aufs Heck vom Schiff. So konnten wir auch die Probleme beim Beladen mit Fahrzeugen beobachten, wurden in der ersten Hälfte der Fahrt ganz mächtig durch eine Sirene aus Fahrzeugdeck genervt.

In Ærøskøbing angekommen, haben wir uns erst noch am Hafen aufgehalten und das Be- und Entladen der Fähre für die Rückfahrt beobachtet. Dabei ist uns dann aufgefallen, dass das Parkdeck unterschiedlich zu befahren ist. Das Parkdeck hat drei Spuren mit voller Höhe, die rechte und linke Spur können aber durch ein Zwischendeck als reine PWK Spuren auf zwei Ebenen genutzt werden. Daher auch der dringende Bedarf im Vorfeld Tickets zu kaufen, denn wenn viel Lkw oder Busverkehr über die Fähre geht, ist nicht ausreichend Platz für PKWs.

Als die Fähre dann abgelegt hat, sind wir noch zwei Schritte weiter durch den Hafen gelaufen da wir gesehen und gehörte hatten, dass in einer Halle im Hafen das Ærø Jazz Festival stattfindet. Ein Foto davon hat mein Kollege Carsten, der in Elmenau im Jazz Club aktiv ist, umgehend bekommen.

Bei der Vorbereitung auf diesen Ausflug hatte ich ein bisschen über die Insel recherchiert wusste, dass man im Touristenbüro am Hafen einen Stadtplan mit einem Rundweg durch die Stadt bekommen kann. Diesen Stadtplan und die Beschreibung des Rundweges auf Deutsch haben wir uns dort dann auch besorgt. Nick wurde ausgewählt, den Reiseleiter für die Stadtfrührung zu übernehmen, uns auf dem Rundweg zu führen und an den entsprechenden Stellen die interessanten Highlights vorzustellen.

Und so kommen wir auch gleich zum ersten Highlight, welches sich noch im Hafenbereich befindet, das Kochhaus. Und da ich nicht so gut über das Kochhaus berichten kann, wie die Einheimischen, hier die Übersetztung der Tafel im inneren des Gebäudes:

Das Kochhaus im Hafen von Ærøskøbing wurde 1810 erbaut. Hintergrund war eine Verordnung aus dem Jahr 1787, die aus Brandgefahr das Verwenden von offenem Feuer an Bord der Schiffe verbot, wenn diese im Hafen lagen. Die Seeleute konnten danach – gegen Bezahlung – bei jedem Wetter drinnen Essen kochen.

Das Kochhaus diente bis 1860 diesem Zweck, bevor es von Fischern übernommen wurde, die es nutzten, um Pech für ihre Netze zu kochen. Die Gaube im nordöstlichen Giebel wurde um 1850 angebracht und diente als Leitfeuer. Von 1954 bis 2003 fristete das Gebäude sein Dasein als öffentliche Toilette.

Das Kochhaus wurde seitdem instand gesetzt, und da offenes Feuer an Bord von Schiffen wieder verboten ist, hat es in mehr als einer Hinsicht seine ursprüngliche Funktion zurückerhalten. Das Kochhaus steht als eines der letzten drei Kochhäuser in Dänemark unter Denkmalschutz. Die zwei anderen Kochhäuser befinden sich in Dragør bzw. Assens.

Wie sieht das Kochhaus also jetzt aus: Kaum hat man das Kochhaus betreten, sieht man auf der rechten Seite vier Feuerstellen mit vier Grillrosten. Das Haus ist nach oben schwarz und in der Mitte des Daches befindet sich ein Abzug.

Vom Kochhaus führte uns der Nick weiter über den MoleStein. Dieser Weg wurde 1872 nach einer Sturmflut angelegt, verläuft entlang des Wassers und bildet die Rückseite der Nørregade. Wie es in der Beschreibung heißt herrscht hier idyllische Ruhe und man kann die bunten Gärten mit ihren verschiedenen Gartenhäusern und Anbauten genießen. Und so die grüne Seite der Stadt sehen, die normalerweise verborgen bleibt. Der Weg ist von hohen Pappeln gesäumt. Diese Beschreibung ist zwar zutreffend, wobei es mit der „Ruhe“ wenn etliche Touristen dort durchgehen und Fahrradfahrer im Gegenverkehr ankommen und zwar auf Fußwegsbreite, nicht weit her ist.

Vom Mohlstein ging es dann durch die Nørregade in die Søndergade. Nachdem wir dort die ersten Schritte gemacht haben, saß ein kleiner Junge, er mag vielleicht 6 oder 8 Jahre alt gewesen sein, vor dem Haus seiner Eltern und hatte auf einem Brett einen Krug und drei Becher mit einem Saft. Gerne hätten wir von dem Saft probiert bzw. unsere Wasserflaschen mit dem Saft gepimpt doch leider konnte man nur mit MobilePay ((dänisches Online-Bezahlsystem) oder mit dänischen Kronen bezahlen. Auf die Frage, ob ich auch in Euro bezahlen kann, war der Junge überfordert.

Am Ende der Sondergrade liegt ein kleiner Platz, auf dem zwei Holzpumpen stehen um Wasser aus den größten und tiefsten Brunnen der Stadt pumpen zu können. Diese bildeten die erste Wasserversorgung, von Ærøskøbing. An dem Platz liegen neben dem Weisheitsbrunnen, dem Alten Rarthaus auch die Kirche. Sonst nich für eine Kirchenbesichtigung zu haben wir genossen wir alle die Kühlheit, die wegen der dicken Wände noch in dem Bauwerk herrschte.

Zur Kirche möchte ich aber noch zwei weitere Dinge erzählen:

Zum einen war ich entsetzt über das Verhalten eines anderen Touristen, der vor uns mit seiner Frau in der Kirche war. Ja, ich bin auch nicht der Engel, habe zwar meine Mütze abgenommen aber weiterhin die Kamera in der Hand, denn Fotografieren ohne Blitz und ohne Video war erlaubt. Aber meine Kopfhörer habe ich, auch wenn das Radioprogramm ausgeschaltet war, an den Ohren angeklipst gelassen

Der andere Tourist, angesichts der Temperaturen, draußen anscheinend mit freiem Oberkörper unterwegs, war auch mit freiem Oberkörper in der Kirche. Das kann man sicher machen, halte ich persönlich nicht für gute Stil.

Der zweite Punkt der Kirche betrifft den Altar. So war ich doch verwundert, dass sich auf dem Altar kein Kreuz befand. Ja, drei große schicke Bilder, die wohl auch im Zusammenhang mit dem Altar in der Kirche in Svendborg stehen. Aber nichts zum Thema Kreuz. Am Altar in den Holzornamenten ein paar kleine Kreuze, das mehr habe ich dann auch nicht gefunden.

Von der Kirche ging es dann weiter, noch durch ein paar malerische Gässchen, wieder mit der Vorstellung verschiedener Häuser. Das ein oder andere hätte man auch von innen besichtigen können, denn sie sind Teile des Ærø-Museums. Aber auch wenn ich gestern noch darüber nachgedacht habe das Ærø-Museum zu besichtigen, haben wir uns heute angesichts der auch für hier sehr hohen Außentemperaturen dagegen entschieden. Ich wäre gern reingegangen, aber alle anderen nicht. Sie hatten dann Angebot und sie setzen sich am Hafen hin und ich gehe alleine rein, das fand ich dann aber auch nicht wirklich schön.

Und zu diesem Zeitpunkt merkte man, dass die Temperaturen geli ganz schön zugesetzt haben, also brauchen wir einen Programmpunkt der sie nicht weiter belastet.

Also, was machen wir nach dem Stadtrundgang? Ich hatte gelesen, dass auf der Insel Aero die Busse kostenfreien fahren. Die Buslinie geht von Marstal über Ærøskøbing nach Søby. Auf diser Strecke sind zwei Busse unterwegs, die sich synchronisiert mit der Fähre in Ærøskøbing treffen. Im Endeffekt fahren die Busse immer als große Acht und so kam unsere Überlegung diese kostenlose Busse zu nutzen, um eine Inselrundfahrt zu genießen.

Gesagt, getan, also zur Bushaltestelle und je näher die Ankunft der Busse kam, umso mehr Leute standen in der Bushaltestelle. Wir haben uns dann für den zweiten Bus Richtung Marstall entschieden, denn der war beim Zusteigen erst mal leerer. Dort haben wir zwei Reihen auf der Beifahrer Seite genommen und uns eine Fahrt durch malerische Landschaften, das heißt auch hier, wetterbedingt gerade in voller Ernte stehender Landschaften genossen. Der Bus hat teilweise abenteuerlich schmale Straßen genommen, bis dahin, dass es genau eine Möglichkeit gab, in die Straße rein abzubiegen. Von dieser Rundfahrt haben wir einige Bilder geschossen, die die beschriebenen Landschaften abbilden.

Jede Teilstrecke dauert eine Stunde, sodass wir nach zwei Stunden wieder am Hafen in Ærøskøbing waren. Nach einer Stunde hätten wir die Fähre nehmen können, nach zwei Stunden kam keine, also hatten wir noch eine weitere Stunde Luft und da die Temperaturen inzwischen zwar etwas abgekühlt 1 aber immer noch warm waren, haben wir uns entschieden, wir laufen noch mal zurück zum großen Platz und essen ein Eis,

Nach dem Eisessen ging es dann zurück zum Hafen. Da wir noch einen Moment Zeit haben, konnten wir uns jetzt auch, das Leuchtfeuer am Kochhaus noch anschauen 2. Vor dem Kochhaus hatten wir dann auch noch Zeit kurz an der Mole zu stehen und aufs Wasser hinaus zu blicken. Dann mussten wir einmal um den Hafen laufen, Ticket für die Rückfahrt lösen und wieder auf das Schiff warten, da es erneut Verspätung hatte.

Jetzt ging es uns auf der Rückfahrt sowie vorher auf der Hinfahrt. Das Schiff 3 war relativ voll und die Überlegung stand wieder: Kantine, innen oder außen. Meine drei haben sich für innen entschieden, während ich dieses Mal die Fahrt auf dem Sonnendeck genissen und Fotos machen wollte. Wie ihr auf den Fotos der Rückfahrt seht, war es auch auf der Rückfahrt schon einiges bedeckt, aber ich habe die Kühe fotografiert, die mein Sohn auf der Hinffahrt innen nicht gesehen hat.

Was kann ich sonst noch von der Rückfahrt berichten? Eigentlich relativ wenig, schaut euch einfach die etlichen Fotos an.

Da ich jetzt so einen schönen Ausbilick auf dem Sonnendeck hatte und sowieso einiges an Passagieren das Schiff verlassen muss, habe ich ganz entspannt das Anlegemanöver komplett von oben beobachtet. Wie das Tau geangelt und eingespult wird, wie die Heckklappe runter ging, die Stahltrossen zum Einrasten des Schiffes eingehängt und dann mit Hydraulikzylindern gespannt werde, bevor die ersten Autos das Schiff verlassen durften.

Dann ging es die Meter zurück zu unserem Auto. Auf dem Heimweg mussten wir trotz der vorangeschrittenen Stunde noch einen kleinen Umweg über den Supermarkt fürs Abendessen machen.

Naja, zum Supermarkt brauche ich eigentlich nichts berichten. Nils hat das Ausparken diesmal auch ohne berührung mit der Bordsteinkanten hinbekommen. Dafür ist er aber eindeutig Enkel seines Opas. Die Ampel wird rot, aber wenn man über den Parkplatz vom Supermarkt abkürzt, kann man die Ampel umfahren und ist auf der abzweigenden Straße bevor der Querverkehr. Ergo, linker rechts und ab über den Parkplatz. Dann ist man auf der abzweigenden Straße, bevor diese an der Ampel grün bekommen hat.

Das Abendprogramm wie immer. Nur dass wir es heute nicht geschafft haben, spätestens um 20:00 Uhr zu essen. Anschließend die zwei anstehenden Dinge, nämlich Bank und E-Mails und dann noch Tagebuch schreiben. Und nebenbei noch so 20, 30 QSOs wollen auch gefunkt werden. Und wie sagt der Hund so schön? “Gutsnächle”.

  1. Es hat sich auch etwas zugezogen.[]
  2. was wir vorhin vergessen haben[]
  3. Es war diesmal das andere Schiff der Linie.[]

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