Faaborg

Auch für heute haben wir unseren Plan gestern schon ausgearbeitet, sodass wir wussten, dass es heute morgen wieder nichts mit ausschlafen wird. Wir wollen mit der Syd Fyenske Veteranjernbane (einem historischen Zug) von Faaborg nach Korinth fahren. Abfahrt dieses Zuges in Faaborg 11:00 Uhr, Fahrzeit mit dem Auto, vom Campingplatz nach Faaborg 1 h und wir haben noch keine Tickets.

Heißt alles in allem, aufstehen um spätestens 8 Uhr, dann frühstücken heute mal ohne schöne Eier, sondern nur mit Rührei, Auto packen und los.

Zuerst durfte Nils die selbe Strecke Richtung Gorillapark fahren wie gestern. Nur nicht rechts ab und die letzten 3 Kilometer mit dem U-Turn sondern grade aus weiter, noch weitere 20 km. Nick sollte schon auf dieser Fahrt die ersaten Fotos machen und Nils hatte ihm auch im Vorfeld erklärt, dass die Fotos von den Handys in der Bewegung des Autos nicht so scharf sind, und das es besser geht geht, wenn er den Sport Modus der Spiegelreflex verwendet. Wenn der Kerl doch hin und wieder zuhören und das tun würde was man ihm sagt, aber dazu später mehr. Leider hat das so mit gescheiten Fotos auf der Fahrt zum Bahnhof anscheinend nur bedingt funktioniert. So wie ich das von vorne mitbekommen habe.

Gegenüber vom Bahnhof in Faaborg ist ein Parkplatz mit 122 Stellplätzen, auf dem wir das Auto abgestellt, dann über die Straße gelaufen sind und Fahrscheine gelöst haben. Auch wenn wir jetzt noch 20 Minuten zu früh sind, sind wir gut beraten uns gleich Plätze im Zug zu sichern, denn er wurde doch gut gefüllt.

Für die Hinfahrt haben wir uns vier Plätze einer Sitzgruppe der dritten Klasse, also Holzbank, auf der rechten Seite ausgesucht. Bilder von der Landschaft, durch die wir gefahren sind, könnt ihr euch im Anschluss anschauen. Nach gut 30 Minuten haben wir den Haltepunkt in Korinth erreicht und alle mussten den Zug verlassen.

An dieser Station gab es etliche Möglichkeiten ein Picknick zu machen und viele der Mitfahrer hatten auch ihren Picknickkorb dabei, pünktlich laut Fahrplan um 12:00 Uhr, die passende Mittagessenszeit.

Nachdem alle den Zug verlassen haben, fuhr der Zug noch eine Zuglänge weiter in den Rangierbereich dieses Haltepunktes, denn die Lok musste vom alten vorne ans neue vorne umgesetzt werden. Den Vorgang habe ich mir sehr interessiert angeschaut und dabei festgestellt, dass die Waggons auf der Unterseite eine Transmission mitführen. Eine Transmission zwischen der Achse und ??? Nachdem das Bahnpersonal mit dem Rangieren fast fertig war, habe ich dann mal einen der Rangierer gefragt, warum denn der Wagon 1 auf der Unterseite diese Transmission hat. Und dabei kam heraus, dass über die Transmission unter jedem Wagen ein Generator betrieben wird. Auch wenn der Wagen aus 1901 ist, konnte über diesen Generator ausreichend Strom erzeugt werden, damit im Zug die Beleuchtung, bestehend aus mehreren Glühbirnen brennt. Die Idee finde ich gar nicht schlecht. Vor allen Dingen, da so die Wagen bzw. die Beleuchtung im Wagen unabhängig von der Lok sind, also auch funktionieren, wenn eine Dampflok vorgespannt wird.

Für die Rückfahrt sind wir einen Waggon weiter gezogen. Wir haben uns diesmal auch wieder auf die in Fahrtrichtung rechte Seite gesetzt, aber auf gepolsterten Bänken. Nur die Bänke auf der rechten Seite waren so schmal, dass wir breiten Wesen nicht mit zwei Bänken hingekommen sind, sondern uns zwei Sitzgruppen gegönnt haben.

Im Grundsatz gilt für die Rückfahrt das gleiche wie für die Hinfahrt. Es ging mit gemächlicher Geschwindigkeit auf der gleichen Strecke zurück dabei haben wir wieder Foto von unterwegs gemacht, hoffentlich jetzt mit den richtigen Einstellungen an der Kamera. Einzig, und ich weiß nicht warum, habe ich sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt das Wild, das jeweils auf unserer Seite stand, nicht mitbekommen.

Wieder in Faaborg angekommen, haben wir uns auch dort das umsetzende der Lok nochmal angeschaut und dann überlegt, wie wir für heute weitermachen wollen. Gegenüber von der Bahnstation gibt es eine Miniaturwelt Faaborg MiniBy 2 und wir hatten schon überlegt uns die noch anzuschauen bis geli festgestellt hat, dass das 35 Kronen reduzierten Eintritt 3 kostet.

Also haben wir uns entschieden, da es nur knapp 500 Meter sind, ein Bummel durch die Fußgängerzone von Faaborg zu machen. An der Zufahrt zum Parkplatz steht auch ein Wegweise zum Faaborg Museum. In dem sind wir vorbei gegangen und haben kurz reingeguckt. Das sah aber wie eine Bildergalerie aus, also sind wir weitergezogen.

Für die malerische Innenstadt greife ich auf den selben Trick zurück, wie auch bei den Bildern von der Fahrt. Schaut euch die Bilder an.

Aber zwei Kleinigkeiten muss ich doch erwähnen. Auch wenn sie nicht unbedingt die schönsten sind. Wie wir durch die Stadt laufen, sehen wir im Schaufenster eines Klimmel-Bimm-Laden sechs Prozellanlampen, so umgedrehte Tassen mit durchscheinenden Bildern, wie sie meine Mutter liebt und schon einige davon hat. Wir machen also Fotos nicht nur mit der großen Kamera, sondern auch mit einem Handy, um es zur Oma zu schicken. Die Bitte ging an Nick, sich auch um die passenden Fotos mit dem Handy zu kümmern und diese dann an Oma zu schicken. Nick zickte mal wieder rum, sowie schon des Öfteren in diesem Urlaub. Er habe die große Kamera und ob das nicht jemand anders machen kann. Mama und Nils haben dann die Handybilder gemacht und Nils hat sie in die Signal Gruppe gestellt, wohingegen Mama der Kragen geplatzt ist. Auf diese Art und Weise von Nick hatte sie keinen Bock mehr. Damit war die Stimmung für den Rest des Tages etwas down.

Die zweite Geschichte, die man erwähnen sollte, mir ist schon mehrfach in den Städten hier aufgefallen. An den Häusern im Pflaster wachsen hier oft Stockrosen. Dass es Rosen sind, weiß ich erst seit heute, weil hier in Faaborg an einem Haus jemand Samen verkauft hat. Das ist also nicht Unkraut, für das ich es immer halten würde, sondern wird gezielt ins Pflaster am Haus gesät, um diesen Effekt zu erzielen.

Auf dem Heimweg mussten wir dann nochmal kurz in den Supermarkt, denn Eier und Speck für die schönen Eier fehlen. Wir haben uns für den Coop entschieden, da wir dummerweise auch eine Klappbox vergessen hatten und Nils somit lieber erst kurz vor dem Campingplatz in Svendborg einkaufen wollte. Nick ist angesäuert im Auto geblieben, ich bin mitgegangen und die Entscheidung war gut, denn das Sortiment an herunter gesetzten Lebensmitteln, die wir im Wohnwagen Urlaub bevorzugen, war recht üppig im Vergleich zu gestern. Also sind verschiedene Sorten Salat, sowie Käse und Wurst im Einkaufswagen gelandet.

Die Missstimmung zwischen Nick und Mama hielt sogar so weit am Wohnwagen an, dass Mama mit Nils spülen gegangen ist, Mama sich ums Eis gekümmert hat und Nick links liegen gelassen wurde. Als es dann an die Abendvorbereitung ging, hat er eifrig mitgemacht, fast als ob er sich entschuldigen will, aber immer noch sehr wortkark und zu einer Verbesserung der Stimmung hat es nicht beigetragen.

Eigentlich müsste ich ja Verständnis dafür haben, denn mir geht es oft genauso, wenn ich das Gefühl habe, keiner will mich verstehen, dann halte ich lieber meine Klappe und sage gar nichts mehr. Meist ist es dann aber meine Familie, die auf mich zukommt und sagt, jetzt rede wieder mit uns, so geht das nicht weiter. Irgendwie kommen wir an Nick noch nicht so richtig ran, um ihn dazu zu bewegen, sich mit Mama zu versöhnen.

Als letzte Aufgabe für heute stand noch das Ausleeren der Toilette an. Normalerweise Aufgabe von geli, aber heute war alles verkehrt. Zum einen musste Nick den Behälter aus dem Wohnwagen rausziehen, da nur er zwischen Hecke und Wohnwagen passt. Anschließend bin ich dann mit dem Behälter vorgegangen und habe ihn ausgeleert. Jetzt können wir nachts wieder …

  1. ich hatte es zuerst auch nur am letzen Wagen gesehen[]
  2. https://www.faaborgminiby.dk/en[]
  3. Reduziert weil wir ja schon mit der Bahn gefahren sind[]

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