Für heute hatten wir uns überlegt das Eisenbahnmuseum in Odense zu besuchen. Nachdem wir schon intensiv darüber nachgedacht haben den Aufenthalt hier zu verlängern, müssen wir das nicht an einen Tag zusammen mit Odense Stadtbesichtigung quetschen, sondern können daraus einen getrennten Ausflug machen.
Irgendwie konnte ich schon wieder nicht ausschlafen, die Fliegen nerven, das Bein nervt, und im Kopf hängen noch ein paar toDo’s, kurz um: es nervt einfach nur alles. Also bin ich nach nicht mal 6 h Schlaf gegen 09:00 Uhr aufgestanden, habe den Funk an geschmissen und ab aufs Klo. Danach noch ein bisschen Tagebuch geschrieben und mit der Sippe gefrühstückt.
Bevor wir dann losgefahren sind (10:49 Uhr), meinte Mami “Guten Morgen, ausgeschlafen?” Meine Antwort “Schlaf wird überbewertet.” Und sie “Naja, wenn das so wäre, dann hättest du doch in der Zeit Tagebuch weiterführen können.” Daraufhin war ich dann doch ein wenig genervt. Ich hab Tagebuch geschrieben, es fehlen nur Bilder und dafür bin ich nicht zuständig 1.








Und wenn ich nebenbei noch am Rechner und an Technik repariere, dann kann es auch schon mal passieren, dass das Tagebuch auf der Strecke bleibt und man trotzdem bis weit in die Nacht 2 arbeitet.
Dann wollten wir die Fahrt nach Odense, laut Navi 1 h für den Anruf bei Oma nutzen. Aufgebracht durch den Kommentar zuvor haben geli und ich dann im Auto so heftig diskutiert, dass uns erst beim Einparken vor dem Einkaufszentrum auffiel, wir wollten doch in Iserlohn anrufen. Angesichts der Diskussion hat auch keiner auf die Fahrstrecke geachtet. Nils ist im Kreisel an der Autobahnausfahrt spontan eine zu früh abgefahren und landete auf dem Pendlerparkplatz. Passiert, eine Ehrenrunde und weiter gehts. Genauso wie der weiße BMW, der Nils ohne nachzudenken gefolgt ist. Gut, den Anruf können wir auch auf dem Heimweg machen. Also rein ins Einkaufszentrum, in die Apotheke, eine Binde besorgen, damit wir vielleicht heute, aber spätestens ab morgen das Bein anders verbinden können und es hoffentlich endlich zuwächst.
In dem Einkaufszentrum gab es auch einen Flying Tiger. Dort hatte ich vor einigen Urlauben die neue Form der Akkus gesehen. Also sind wir nochmal da rein. Dieser Flying Tiger hatte auf den ersten Blick keine Akkus. Auf den zweiten Blick sahen die Akkus aus wie die, die wir haben wollten, daher habe ich zwei Stück mitgenommen. Auf den dritten Blick fiel auf, dass es die komplett falschen waren. 10 Minuten später konnte ich die anstandslos zurückgegeben und habe das Geld wieder auf die Kreditkarte zurück gebucht bekommen.






Jetzt aber los zum Museum. Auf dem letzten Stück Autobahn hat das Auto angefangen zu meckern, dass wir tanken sollten. Eine Tankstelle haben wir auch gesehen, uns aber entschieden, das machen wir auf dem Rückweg, da hier der überwiegende Teil der Tankstellen Automaten-Tankstellen sind und es damit vollkommen egal ist, wann man tanken fährt, außer die Straßen sind durch die Straßenbahn zu halben Einbahnstraßen geworden. Aber dazu später mehr.
Am Museum angekommen, hieß es Parkplatz suchen. Wir haben auch einen gefunden und da geli die Parkplatzschilder richtig lesen konnten, zwei Stunden mit Parkscheibe, Montag bis Freitag, 8 bis 18 und Samstag 8 bis 14 Uhr 3, konnten wir uns bei Ankunftszeit 13:xx Uhr einfach hier hinstellen.
Wie überzeugt man das Museumspersonal an der Kasse, dass der Nils noch Schüler ist, wenn er keinen Schülerausweis besitzt? Es war einfacher als gedacht, denn die Aussage an der Kasse lautete “uns reicht ein Stundenplan” oder etwas vergleichbares, dass wir einschätzen können, dass er noch Schüler ist. Ja Moment mal, einen Stundenplan in den Ferien? Aber irgendwie ist es uns doch gelungen ihn zu überzeugen, somit sind zwei Erwachsene, ein Schüler und ein Jugendlicher unter 18 Jahren 4 ins Museum gegangen.






Das Museum unterteilt sich in zwei Ebenen sowie ein Außengelände. In der unteren Ebene ein ehemaliger Rundlockschuppen beherbergt die Ausstellungsstücke in voller Größe. In der oberen Ebene werden Modelle und kleinere Ausstellungsstücke unter verschiedenen Themenüberschrift zusammengefasst.
Begrüßt wurden wir auf Gleis 1 mit einem Mock-up der neuesten Generation mit dem die dänische Staatsbahn unter anderem die Größe der Toiletten für Behinderte, die Sitzbankgröße bei Tischen oder andere Komfortmerkmale getestet hat.
Das Eisenbahnmuseum besitzt zusätzlich noch einen historischen Bus, mit dem Stadtrundfahrten gemacht werden. Dies hatten wir relativ am Anfang gelesen und überlegten bereits um 14:00 Uhr, die Stadtrundfahrt mitzumachen. Bis geli entdeckt hat, dass 14:15 Uhr auf der Drehscheibe, wie gesagt wir sind in einem Rundlockschuppen, eine Vorführung stattfindet. Diese Vorführung gibt es nur zweimal am Tag und die 14:15 Uhr Vorführung ist bereits die Nachmittagsvorführung. Also haben wir unsere Abfahrt mit dem historischen Bus auf 15:00 Uhr verschoben.
Neben Gleis 1 haben wir vom gleichen Bahnsteig noch auf Gleis 2 einen alten 3. Klasse Wagen, anschauen und mal Probe sitzen können. Danach mussten wir dann aber erst mal raus an die Drehscheibe. Leider war die Vorführung in Dänisch, so dass wir außer den Schildern, die man selber lesen konnte, nichts vom Inhalt mitbekommen haben. Aber okay, als ich das letzte Mal Drehungen auf einer Drehscheibe erlebt habe, drehte sich die Lock für die Dauer von 2 Tagen ununterbrochen 5.






Neben der Drehscheibe gehörte zu der Vorführung auch noch die Erläuterung an der Odin 6, dem Kohlekran und Wasserkran. Die Erleuterung auch hier waren auf Dänisch. Als die Führung beendet war, habe ich die Führerin gefragt, ob sie die Führung jetzt nochmal auf Englisch wiederholen könne. Diese Bitte wurde mir leider vermeint, da sie heute ihren ersten Tag hatte und selbst mit der dänischen Führung noch ganz schön gekämpft hat.
Danach haben wir uns erstmal weiter das Außengelände angeschaut. Unter anderem ist hier ein Doppelstockwagon ausgestellt, wie sie aktuell bei Alstom Transportation Germany aufgearbeitet werden. Die dänische Staatsbahn hat zur Erhöhung des Durchsatzes sieben gebrauchte Doppelstockwagen in Deutschland aufgekauft und ertüchtigt sie aktuell für das dänische Netz.
Ich war gerade fertig mit dem Außengelände, da stand meine Sippe schon in der Schlange für die nächste Busfahrt. Ganz wichtiger Hinweis des Fahrers, den er sogar in Englisch, Deutsch, bei Bedarf auch in Polnisch gehabt hätte. Dieser Bus ist so alt, dass es keine Ersatzteile mehr gibt. Deswegen essen und trinken im Bus ist absolut verboten. Es hat richtig Spaß gemacht mitzuerleben, wie sich der Bus durch das Hafenviertel gequält hat. Man muss dazu auch sagen, der Bus war bis auf den letzten Platz besetzt.






Wieder zurück im Museum haben wir dann mit der Ausstellung im Erdgeschoss weitergemacht. Der nächste interessante Punkt war ein Schneeräumschild wie es in Dänemark eingesetzt wurde. Ein Holzaufbau der so gebaut war, dass er den Schnee nach rechts und links wegdrückt. Es gab dazu Videoaufnahmen wie stark doch gerade der Bereich Jütland-Fühnen im Winter eingeschneit sein kann.
Eine der Dauerausstellungen im Museum zeigt den Eisenbahnstreich der Olsenbande. Vor allen Dingen die kleine Rangierlok (DSB Traktor 57) mit der die Olsenbande den Tresor (Franz Jäger Berlin) geklaut hat. Auf einigen der Schautafeln wurden auch Geschichten vom Dreh erzählt, z.B: „Die Hälfte des Films spielt auf Eisenbahnschienen, und Dampflokomotiven lassen sich nicht gerade leicht bewegen. Es ist eine ziemliche Aufgabe, einen Schnellzug rückwärts fahren und wieder nach vorne rollen zu lassen, nur weil eine Aufnahme nicht richtig geklappt hat. Es gibt schließlich so etwas wie Fahrpläne — und die müssen bekanntlich eingehalten werden. Es lässt sich nicht leugnen, dass wir die Zeitpläne manchmal bis an die absolute Grenze ausgereizt haben. […] In der Szene sollte Grunwald, der das „Schweinchen“ [kleiner Rangiertraktor] steuerte, aus einer Kurve kommen und vor einem Fotografen anhalten, der zwischen den Schienen stand. Balling 7 hatte ihn gebeten, etwas Tempo zuzulegen: …also flog ich um die Kurve, zog die Bremse… und nichts passierte. Er rutschte mit blockierten Rädern und hoher Geschwindigkeit die Schienen entlang direkt auf die Kamera und den Fotografen zu. Ich lehnte mich aus dem Fenster und schrie dem Fotografen zu, er solle aus dem Weg gehen. Zum Glück brachte er sich in Sicherheit, kurz bevor der Traktor vorbeidonnerte.“
Auch eine Sonderausstellung findet sich zwischen den Wagen zu 150 Jahre Svendborgbahn, die am 12. Juli 1876 mit der Strecke Odense–Svendborg als Privatbahn eröffnete. Die ersten Pläne für eine südfünische Eisenbahn kamen 1868 auf, führten jedoch zunächst zu nichts. Der reguläre Betrieb startete am 12. Juli, welcher mit dem Sankt-Knuds-Markttag zusammen fiel, sodass das spärliche Personenwagenmaterial durch Güterwagen und offene Wagen ergänzt werden musste, um am Eröffnungstag 5.500 Menschen nach Odense und zurück zu befördern. 1949 übernahm die DSB (Dänische Staatsbahnen) die Aktivitäten der Südfünische Eisenbahngesellschaft (SFJ). Im Jahr 2020 übernahm das private Unternehmen Arriva den Betrieb der Strecke Odense–Ringe–Svendborg von der DSB. 2023 wurden die dänischen Aktivitäten von Arriva in Dänemark aufgekauft und das Unternehmen änderte seinen Namen in GoCollective. Die DSB übernimmt den Zugbetrieb am 1. September 2026 wieder.
Die letzte Schautafel war dann der Digitalisierung der dänischen Verkehrssteuerung vorbehalten:
Bis 2033 ersetzt Banedanmark alle alten, analogen Signale entlang des gesamten staatlichen Eisenbahnnetzes durch ein neues, fortschrittliches Signalsystem. ERTMS (European Railway Traffic Management System) ein modernes IT-basiertes System für das Fernstreckennetz, bei dem die gesamte Datenkommunikation zwischen Sicherheitssystemen und Zügen über Funk erfolgt. Mit dem neuen System wird es keine physischen Signale mehr entlang der Gleise geben, wie wir sie heute kennen. Stattdessen werden die Signale dem Lokführer direkt auf einem Bildschirm im Führerstand des Zuges angezeigt. ERTMS ist ein europaweites Standardsystem für Eisenbahnen. Es ermöglicht grenzüberschreitenden Verkehr und wird nach und nach die nationalen Signalsysteme in ganz Europa ersetzen. Dänemark ist das erste Land in Europa, das digitale Signalsysteme im ganzen Land einführt.
Die restliche Ausstellung beinhaltete dann vor allen Dingen Königswagen und Salonwagen. Also immer eher einzelne repräsentative Wagons. Daher denke ich, brauche ich hier nicht viel zu erzählen. Genauso wenig wie über die zweite Etage. Eine Beschriftung auf Deutsch oder zumindest auf Englisch hätte die Ausstellung für mich sicher hochgradig interessant werden lassen, denn es ging um das Thema Sicherheitstechnik. Überwiegend waren die Exponate im zweiten Stock fast ausschließlich dänisch beschriftet und mit vielleicht noch 20 bis 25 Minuten bis zur Schließung des Museums für heute konnte ich mir nicht jede Beschriftung von Google übersetzen lassen.
Also nur mal grob durch die Vitrine geschaut und sich ein paar Exponate ohne nähere Erläuterung näher angeschaut. Zwei ausgewählte Beschriftungen habe ich mir dann auch übersetzen lassen. Und als ich gerade die Hälfte des Rückweges hinter mir hatte, kam die Durchsage “Wir schließen in 15 Minuten”. Mit einer Ziellandung haben wir dann das Museum verlassen, sind zurück zum Auto und haben uns auf den Heimweg gemacht.
Ich wollte euch noch was von der Tankstelle erzählen. An der O&K Tankstelle, die wir uns vorhin ausgesucht aber auf später vertragt haben, sind wir zwar vorbeigekommen, sie lag aber auf der anderen Straßenseite und zwischen uns die Schienen der Straßenbahn. Da vorne ist die nächste und übernächste meinte geli laut Navi, aber es war eine Circel K und eine Shell. Beides Markentankstellen, und beide ein paar Øre teurer. Also Frage von Nils dem Fahrer, kann ich hier an der nächsten Ampel drehen? Es gab kein Schild das diese untersagt, also U-Turn, rein in die Tankstelle und jetzt wird es das nächste Mal lustig. Angeschlagen waren drei Preise. Super, Diesel und Strom. Die Tankstelle, wie erwartet eine Automatentankstelle, hatte zwei Zapfsäulen, die beide beidseitig befahren werden konnten. Zapfsäule 1, beziehungsweise man kann sie nicht mehr Zapfsäule nennen, sondern eine Ladesäule und die Zapfsäule. Hier sind somit noch zwei Zapfplätze und zwei Ladeplätze. Eine solche Anordnung ist mir hier in Dänemark schon mehrfach aufgefallen, denn die Tankstellen verkaufen ganz normal über ihre Preistafeln die Elektroladung. Nicht wie ich das im Moment in Deutschland mitbekomme. Ja, diese Elektrosäule ist von den Stadtwerken Ilmenau. Mit der Abbokarte der Stadtwerke Ilmenau Preis A, mit der Karte befreundeter Stadtwerke Preis B. Sie haben keine Abokarte Preis C.
Auf dem Rückweg noch mit Oma telefoniert und dann am Ende der Autobahn Richtung Svensborg Campingplatz abgebogen. Direkt an der Ausfahrt ist ein Wohnwagen und Wohnmobilhändler und der hatte ein historisches Wohnmobil stehen. Das Fahrzeug noch ein Rundhauber, aber so schnell konnte ich die Kamera nicht zücken.
- Juristen haben mir beigebracht, als erstes prüft man die Zuständigkeit.[↩]
- 03:00 Uhr[↩]
- Man muss halt wissen, dass hier für Samstag die Zeit einfach nur in Klammern geschrieben wird.[↩]
- daher kostenlos[↩]
- Wir haben in Weimar im Eisenbahnmuseum Messungen an einer Lokomotive vorgenommen.[↩]
- https://da.wikipedia.org/wiki/Odin_(lokomotiv)[↩]
- Der Regissuer [↩]