Mit Schrecken bin ich heute Morgen erst gegen kurz vor 10:00 Uhr aufgewacht. Bis wir dann alle so richtig in die Gänge gekommen sind ans Frühstück denken konnten, war es fast um 12:00 Uhr, geli schon mächtig im Unterzucker und dementsprechend schlecht gelaunt. An dem Zeitmanagement muss ich für den Urlaub deutlich arbeiten.
Leider hat die Idee mit dem Abdecken der Wunde und darüber die Kompressionsstrümpfe zu tragen nicht 100% so funktioniert wie wir uns das gedacht haben. Es ist mächtig was durchgesuppt und die Kompresse hat ordentlich am Schienenbein geklebt. Als ich die Kompression dann lösen wollte, habe ich wahrscheinlich etliches von dem frischen Schorf mit runter gerissen und alles ist wieder offen. Also der ganze gestrige Tag für die Katz.
Nach dem Frühstück habe ich gefragt, was wir denn für einen Kurzausflug heute machen könnten. Nachdem wir uns erstmal über die Erwartung bei dem Begriff “kurz” geeinigt hatten, kam der Vorschlag, wir fahren nach Nyborg und dort unter eine Brücke bzw. zur Besichtigung eines Leuchtturms.
Um welche Brücke handelt es sich? Um keine geringere als die große Beltbrücke 1.








Also war unser erstes Ziel Knudshoved. Nachdem wir kurz vor Nyborg waren, haben wir unser erstes Ziel nochmal verändert, auch wenn es für das Navi nicht so einfach war. Mit Leuchturm konnte das Navi nichts anfangen, aber nachdem wir nach Fyr gesucht haben, sind wir richtig fündig geworden. Die Wegbeschreibung war dann auch Perfekt, nur schlecht vom Navi, es hätte uns bis zur Süd Mole geführt, kannte die notwendigen Parkplätze und Durchfahrtsverbote leider nicht.
Daher waren wir dann auch verwundert, dass wir auf einem asphaltierten Parkplatz standen, der sehr frei war und der Schotterparkplatz davor ziemlich belegt. Wir hatten das Schild nicht begriffen, dass der Parkplatz zu einem Seminarzentrum der Dänischen Staatsbahn gehört 2 und wir dort nicht stehen durften. So hieß es für Nils noch mal umparken und wir konnten unseren Spaziergang gemeinsam beginnen.
Zuerst ging es vor bis an die Südmole, wobei mich verschiedene noch Asphaltierte und gut gepflegte Stellen, dann aber wieder heruntergekommene und verrostete Ecken etwas irritiert haben. Teilweise hingen noch Reifen als Puffer an der Hafeneinfahrt, auf der anderen Seite war schon die Tür zum Betriebsraum durchgerostet und verschiedene andere Hafenanlagen stark angerostet und zerstört. Die Mole an sich schien von außen neu und gut gesichert, nach innen aber nicht mehr als Hafenbecken in Betrieb zu sein. Auch verwunderlich auf der ganzen Strecke war, das teilweise die Geländer stark verrostet und daher abgeflext wurden, andere aber aussahen als ob sie gerade erst neu montiert worden sein. Ähnliches kann ich nachher auch vom Hafen beschreiben, denn auch dort gab es Bereiche die mit guten neuen Geländern gesichert und andere die mit Moniereisen und rot-weiß gestrichenen Dachlatten gesichert waren. Irgendwie alles komisch, aber mir ist es bisher noch nicht gelungen herauszufinden wie die Landzunge und die Hafenanlagen hier vor inzwischen fast 30 Jahren mal aussahen.









Schon auf dem Hinweg haben wir gesehen, dass wir zum Leuchtturm eine Abkürzung über den Strand geben können. Das hat auch wunderbar geklappt. Und am Leuchtturm 3 steht mit der Knallstation Knudshoved die wohl eine der ältesten erhaltenen akustischen Warnanlagen des Landes. Die Knallstation sollte die Fähren bei dichtem Nebel, starkem Schneefall u. Ä. mittels Schall sicher in den Fjord von Nyborg leiten, während unter normalen Wetterbedingungen die Fähren anhand er aufgestellten visuellen Leuchtfeuern navigieren konnten 4 .
Und mal wieder haben wir wildes Obst für eine Pause genutzt. Hier am Leuchtturm gab es eine Bank und einen Tisch und die standen so geschickt, dass man oberhalb Mirabellen ernten konnte. Sie waren annähernd reif.
Weiter ging es, aber nicht direkt zum Auto, sondern erst mal entlang des anderen Strandes, der an der Hafenseite, vor zu dem alten Fähranleger. Diesen musste sich vor allen Dingen TobbY sehr gründlich anschauen. Es waren drei Hafen- oder besser Fährbecken, zwei, nämlich das rechte und linke, mit Zufahrt auf die Fähre von hinten und das mittlere. Früher hatte es wohl auch eine Zufahrt von hinten, ist dann wohl umgebaut worden auf Zufahrt von der Seite. Diese Zufahrt von der Seite wurde zuletzt noch genutzt. Warum kann ich das so genau sagen? Weil die beiden Fähranleger, die nur Zufahrt von hinten hatten, von hinten auch nur mit einem Einschlagpfosten und rot-weiß gestrichener Dachlatte abgesperrt sind, während bei dem mittleren, die hintere Zufahrt, mit einem verzinkten Geländer umgeben ist während der Seitenanleger das rot-weiße Brett hat. Beim ersten Fähranleger ist Gili auch noch mit hoch auf die Betonteile gelaufen. Die Treppe war mit gut einem Meter auch ordentlich breit. Nur runter hatte sie ein Problem. Es fehlte das Geländer.


(Bilder: “See no different, do you?”)
Etwas verwundert bin ich über die Breite der Zufahrten. Ich dachte in der Stadt die richtige Antwort gefunden zu haben, warum sie so schmal und damit und trotzdem ausreichend sind. Dort hingen in einem Schaufenster Fotos früher vs, heute und ich dachte ich hätte hier erkannt, dass dies der Fährhafen für die Eisenbahn ist. Aber die weitere Recherche hat ergeben das doch der Fährhafen für die Autofähren gewesen zu sein muss. Und jetzt kann ich mir gar nichts mehr erklären.
Anschließend war noch ein kleiner Stadtbummel angesagt, weil uns das Internet versprochen hat, es wäre eine hübsche kleine Altstadt. Hübsch schon, aber was sollten wir da außer? Wir haben einen Dosenöffner. und dann fing es auch noch an zu tropfen und ich glaube im Auto sitzt man trockener.










Aber auch wenn man im Auto trockener sitzt, wenn man bei Nils mitfährt, muss man auf alles gefasst sein. Ihr kennt sicher noch aus unserem ersten Urlaub in den Arabischen Emiraten: “Humps Ahead”. Ja, damals waren damit Bremshuckel auf der Autobahn gemeint, die vor allem dort eingesetzt wurden, wo Menschen oder Kamele die Autobahn queren. So ähnliche Bremshuckel haben sie hier in Dänemark auf den kleinen Dorfstraße mit dem gleichen Ziel, den Verkehr runter zu bremsen. Und Nils fährt ja sonst Quad und mit dem Quad kann man über Bremshuckel springen. Mit unserem PKW sollte er es bitte lassen 5.
Es sieht so aus, als ob wir dieses Jahr in der Obstgegend der Dänen Urlaub machen. Und viele Häuser haben vorn an der Straße eine kleine Verkaufsstelle mit Kasse des Vertrauens. Schon auf der Hinfahrt haben wir an der einen gesehen, dass es dort gelb-rote Kirschen gibt. Aber wir haben vergessen dänisches Bargeld mitzunehmen und auf die Idee, sie 1 zu 7 in Euro zu bezahlen, werden wir erst morgen kommen. Also kein Bargeld, keine Kirschen.
Der Rest des Tages, ist schnell erzählt: Zum Abendessen waren zwei Salate eingeplant. Einmal Paprika, Zucchini, Mais und zum anderen grüner gemischt mit skandinavischem coleslaw und Blumenkohl / Brockoli.
Ihr wundert euch vielleicht wo diese Geschmacksverirrungen herkommen, aber hier im Norden ist Salat deutlich teurer als bei uns und im Angebot findet man häufig nur den abgepackten, gewaschenen, geschnittenen und mit Soße versehenen Salat. Also plündern wir die Angebotsregale und machen Fantasie mit Schneegestöber. Deswegen war TobbY ganz schön beschäftigt beim den Abendbrotvorbereitungen. Nick hat zwischen zwei Regengüssen vor dem Zelt gegrillt und Nils die ersten Bilder eingepflegt.
Eigentlich sollte dieser Artikel hier auch schon gestern erscheinen, aber Planänderung, ein Update meines Wikis, ging komplett vor den Baum und hat deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, sodass ich heute erst dazu komme.
Und was habe ich vergessen, die Telko zur Auswertung von DA0HQ. Muss ich mir das von Ben erzählen lassen.
Und wie die letzten Tage, ist geli die erste die ins Bett verschwindet und da ich irgendwie mit meinem Bein zurecht kommen muss, haben wir uns heute noch gestritten. Das Bein trocknet immer über Tags ab, meist reibe ich es mir aber über Nacht wieder auf und so langsam kommt aus der Wunde auch kein Blut sondern nur noch Lymphflüssigkeit, sodass es nicht wirklich großflächig heilt. Da bisher keiner damit wirklich Erfahrung hat, probieren wir das ein oder andere aus … und ich dachte wir hätten Bepanthen mit, wurde aber angeschnauzt das ich es heute in der Apotheke nicht kaufen wollte. Also Zinksalbe drauf und mal schauen wie es morgen aussieht.
- Storebæltsbroen – https://de.wikipedia.org/wiki/Storebæltsbroen[↩]
- Scheinbar hat aber auch das Seminarzentrum Ferien.[↩]
- Knudshoved Fyr[↩]
- Die Knallstation war mit einem 7–8 Meter hohen Mast aufgebaut, der an der Spitze mit einem geschwungenen Wipparm versehen war. Dieser konnte zu einer kleinen Hütte heruntergezogen werden, die neben dem Mast errichtet worden war. Hier wurden Sprengladungen an einem Galgen montiert, und der Wipparm wurde wieder in die Luft gezogen. Über eine elektrische Vorrichtung wurden die Sprengladungen gezündet, sodass sich die Fähren am Schall orientieren konnten.





Zur Aufbewahrung der Sprengladungen nutzte man ein solides Backsteingebäude, das heute noch in der Gegend steht. Es war ursprünglich zur Lagerung von Pulver und Kugeln erbaut worden, als man noch die Kanonen nutzte. Dass Löwes Kanonen nicht mehr zeitgemäß waren, lag unter anderem daran, dass der dumpfe Knall der Kanonen den Lärm der dampfbetriebenen Fähren selbst kaum übertönen konnte. Das Kanonenbatterie-System blieb jedoch als Reserve erhalten, falls die Knallstation versagen sollte.
Die Knallstation wurde 1934 stillgelegt und durch modernere Warnsysteme (elektrische Sirenen) ersetzt. Ab 1934 verfiel die Knallstation über 40 Jahre lang immer mehr, und 1976 stürzte sie aufgrund der Erosion der Klippe an den Strand hinab. 1983 wurden Mast und Wipparm der Knallstation rekonstruiert, allerdings fälschlicherweise mit einem Feuerkorb montiert, als handele es sich um ein „Wippfeuer“ zur visuellen Warnung.[↩] - Das gefällt vor allem dem vor sich hin dösenden Beifahrer nicht.[↩]