So … heute der letzte Tag in Arnhem, also steht heute das Nederlands OPENLUCHT MUSEUM 1 auf dem Plan.

Leider kommen wir für einen Museumstag wieder viel zu spät aus den Federn und so geht es nach dem Frühstück umgehend los in Richtung Freilichtmuseum. Karten hat geli noch vom Campingplatz aus online beschafft, sodass der Kartenkauf nicht noch im zeitlichen Verlauf eine weitere Unterbrechung machen wird, und außer dem sind die Karten online 1 € / stk. günstiger.

Leider sind wir erst um 11:30 Uhr im Museum angekommen und die 1,5 h fehlten zumindest TobbY am Ende, um in Ruhe alles anschauen und die Hinweise lesen zu können.

Nachdem wir den Park betreten haben, ging es erst mal mit der Straßenbahn eine Station nach „Landgoed“, dem kleinen Ort im Osten des Parks, der auch den ehemaligen Eingang beherbergt. In dem Straßendorf ging es als erstes in den Indonesischen Hof. Hierbei handelt es sich eigentlich um ein kleines Haus in dem Rückkehrer aus den Indischen und Indonesischen Kolonien der Niederlande gewohnt haben. Sie haben versucht ihren Lebensstiel auch mit dem offenen Hof und den Pflanzen Stielen ihrer Heimat mit Pflanzen die auch in den Niederlanden wachsen zu assimilieren. Leider hab ich mir nicht aufgeschrieben oder gemerkt, welche Pflanzen wie ersetzt wurde.

Von diesem Haus ging es zu einem Zollhaus, und hier hat man erfahren, das diese Zollhäuser in den Niederlanden lange noch genutzt und zum Eintreiben von Gebühren verwendet wurden. Selbst nachdem Napoleon diese Praxis abgeschafft hatte, haben die Niederländischen Könige nach der Befreiung von Napolen diese Praxis wieder für ein paar Jahre eingeführt.

Durch den Schlagbaum durch ging es dann in ein Gebäude des Grünen Kreuzes. Diese Gebäude mit in denen ein Arzt und eine Gemeindeschwester arbeiteten dienten der medizinischen Ausbildung genauso wie auch für die Durchführung von Reihenimpfungen oder für die Tuberculose Untersuchungen bzw. Vor- und Nachsorge. Interessant war der Bericht über die Poli Reihenimpfungen oder den Hinweis auf den Röntgenwagen des Grünen Kreuzes, der Ermöglicht, das auch auf dem Dorf in den Medizinstützpunkten die entsprechenden Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Die Architektur dieser Medizinstützpunkte war auf Druchsatz und Organisation angelegt.

Neben dem Haus des Grünen Kreuzes in der Ausstellungshalle wurde eine Ausstellung über ein Dorf für körperlich eingeschränkte Menschen gezeigt. Die Ausstellung beschreibt die Errungenschaft dieses Dorfes sehr eindrucksvoll an dem Schicksal einer Frau, die mit Verkrüppelten Beinen und einer verwachsenen Hand leben musste, die aber in dieser Siedlung ein eigenständiges Leben in einem auf sie angepassten Haus leben konnte. Zu der Siedlung gehörte auch eine Behindertenwerkstatt, die aber auch ihre Unzulänglichkeiten hatte. So hat die Frau in der Textilwerkstatt gearbeitet, nur waren die Arbeitszeiten dort immer am Späten Nachmittag, was sie nicht leisten konnte. Obwohl die Frau gerne in dem Job weiter gemacht hätte, führte kein Weg hinein, dass sie die Arbeit auf den Vormittag hätte legen können. Also musste sie wechseln und eine Tätigkeit verrichten, die vormittags angeboten wurde. Leider hab ich vergessen was, aber sie wurde auch in der Arbeit gut und hat dort erfolgreich Arbeiten können.

Gegen 12:45 Uhr haben wir uns gerade Arbeiter Häuser angeschaut als im Durchgang zur Küche TobbY’s Telefon zum ersten mal klingelte. Oma war dran: „Ist das, das erwartete Paket von einer Kathleen H. aus der H. – Str. in Ilmenau?“ „Ja“ „Gut dann kann ich das jetzt ja in die Ecke stellen bis ihr auf dem Rückweg wieder vorbei kommt.“ „Nein, du packst das jetzt aus und schließt die darin enthaltene Kiste wie besprochen an.“ „Gut dann hole ich mir jetzt den Papi und wir bauen das zusammen auf.“ Es sollte nicht der einzige Anruf zu der Thematik neues NAS für Iserlohn bleiben.

Weiter ging es in die Brauerei, die es zu früheren Zeiten in jedem Dorf gab. Was ich endlich gelernt habe, wo kommt der Begriff untergäriges und obergäriges Bier her? Na daher, ob die Hefen unten im Bottich schwimmen und Zucker aus der Maische zu Alkohol umsetzen oder ob die Hefen oben im Bottich schwimmen. Die großen Industriellen Brauereien produzieren heute eher Untergärige Biere, während die früheren Dorfbrauereien immer eher die Obergärigen Biere im Angebot hatten. Die Museumsbrauerei 2

Aber bevor es in die Brauerei rein gehen konnte klingelte wieder mein Telefon… „Wie baue ich das denn jetzt auf?“ „Wie wir dir gezeigt haben, kommt das Gelbe Kabel in die neue Kiste, dann hat sie ein Netzteil mit und ein Anschlusskabel für das Netzteil und das kommt in die Steckdose.“ „Ich hab hier aber einen Blauen Anschluss, einen Weißen Anschluss wo die Kabel rein passen“ „Ich verbinde die mal an jemanden, der die Anschlüsse bereit gelegt hat.“ Uns so hab ich mein Telefon erst mal an Nils abgegeben.
Im Nachgang kam dann raus, das das neue (alte) NAS zu dem Zeitpunkt eigentlich schon fehlerfrei aufgebaut war. Nur war das gelbe Netzwerkkabel zuvor in einer USB Netzwerkkarte eingesteckt die jetzt erst mal keiner Braucht, die aber Oma verwirrt hat.

Gegenüber von der Brauerei steht der erste Bauernhof für heute. In diesem Bauernhof hatte die Milchbäuerin nebenbei eine kleine Kneipe in der Bauernstube eingerichtet. Diese Kneipe macht einen guten Umsatz, fast mehr als das Milchvieh … Und Standesgemäß haben sie in dem Bauernhaus gleich ein Caffee mit eingerichtet. Man beachte bitte auch auf den Bildern die Klotschenreihe.

Vorbei an einem weiteren Bauernhof, der als Spiel- und Lernplatz für Kinder eingerichtet war und einer einfachen Landscheune ging es in ein „Gespendetes Norwegerhaus“:
1953 hat es in den Niederlanden, genauer gesagt in Zeeland eine zusammentreffen von Strumflut und Springflut gegeben, die in Zeeland an vielen stellen die Deiche brechen ließen. Diese Sturmflut trug maßgeblich zu dem ersten Delta-Plan bei, heute wird über einen zweiten Delta-Plan geredet, denn die Bedingungen an der Küste haben sich durch die Erderwärmung deutlich verändert.
In dem Haus wird die Geschichte von einer Familie erzählt, die in dieser Sturmflut ihr Haus an das Wasser verloren hatte, nun ein Jahr in einer Notunterkunft gelebt hat und dann in eins der 600 von den Skandinavien an die Niederlande verschenkten Häuser einziehen durfte. Die Skandinavier, vor allem die Norweger brauchten nach dem zweiten Weltkrieg etliche neue Häuser. Somit hat sich daher ihre Bauindustrie auf Fertigteilhäuser aus Holz spezialisiert und konnten auch für den Wiederaufbau in Zeeland schnell liefern.
In den Katalogen gibt es ungefähr 300 verschiedene Haustypen, die Hersteller haben aber Spezialisten geschickt, die aus den Anforderungen in den Niederlanden und den verfügbaren Modellen ein Optimum entwickelt haben, das man dann bekommen hat. Es war ein angepasstes Modell 275, ohne Sauna und damit konnte das Bad mit Dusch ins Erdgeschoss gebaut werden und der Keller entfallen. Das Badezimmer mit Dusche wurde aber von den Bewohnern nicht richtig genutzt, denn im Badebottich verbrauchte man weniger Wasser. Aus dem gleichen Grund wurde das zweite Waschbecken demontiert und das Zimmer im DG als zweites Kinderzimmer verwendet. Eine Besichtigung des Schlafzimmers offenbarte für TobbY noch eine weiter unschöne Lösung. Das Ehebett passte gerade in den Ausschnitt der Gaube, aber man konnte nicht um das Bett herum laufen. Wer also auf der von der Zimmertür abgewandten Seite des Raumes schlafen musste, musste immer über das Bett oder den Partner steigen. Gleiches gilt, wenn man aus dem Schrank etwas entnehmen will.

Weiter ging es mit einem kurzem Besuch in der Dorfkirche, dem nächsten und letzen Gebäude des Straßendorfes. Nils musste man daran erinnern, das man in der Kirche die Kopfbedeckung absetzen sollte. Die Orgel der Kirche sah zwar wie eine umfangreiche Orgel aus, war aer nur gebraucht aus einer anderen Kirche aufgekauft worden und nicht vollständig. So wurde meist direkt auf dem Harmonium im Altarraum gespielt. Auch in der Kristlichen Kirche wurde die Trennung von Männlein und Weiblein praktiziert. Die Männer saßen außen an der Wand während die Frauen innen auf den Stühlen platz genommen haben.

Kaum aus der Kirche raus klingelt das Telefon zum dritten und vorerst letzten mal. Sie habe jetzt alles angeschlossen, und wolle nur mitteilen, das an der Fritzbox jetzt 3 Grüne LED’s leuchten und an dem neuen Gerät auch 3 Grüne und die am Einschalter. „Wir schauen uns das an wenn wir wieder auf dem Campingplatz sind und beginnen dann auch, die Daten vom alten System herunter zu kopieren, aber jetzt sind wir im Freilichtmuseum.“ „Ja ich wollte doch nur Bescheid geben.“

Weiter ging es dann an der Ölpumpe, einer Pferdekopfpumpe, vorbei. So richtig war meiner Familie nicht bewusst, das in den Niederlanden auch Öl gefördert wurde. In den Beschreibungen der Pumpe wird auf die Geschichte der Rohstoffgewinnung in den Niederlanden, sowohl Öl als auch Gas eingegangen; aber auch auf die Bergschäden die die Niederlande dieser Rohstoffgewinnung verdanken und auch deren Einfluss auf den Klima Wandel, und man verweist auf die erneuerbaren Energiegewinnung.

Da fällt mir noch ein Einschub zur Energiegewinnung aus Windkraft hier in den Niederlanden ein. In Deutschland streitet man sich sehr Heftig um Abstände von Windkraftanlagen zu bebautem Gebiet und hier findet man die Weinkraftanlagen in der Grünfläche einer Autobahnauffahrt oder in der Nähe eines Firmengeländes, vermutlich gleich der angeschlossene Verbraucher. Ob es damit zusammenhängt, das hier in den Niederlanden Windmühlen zur Wasserförderung ( siehe dazu den Text im weiteren Verlauf ) das Landschaftsbild schon die letzten Jahrhunderte prägen?

Und weiter geht es im Museumsbereich „Platteland“ mit … richtig Bauernhäuser. Interessant fand ich das Bauernhaus aus dem Osten der Niederlande, in dem Menschen und Tiere in einem großen Raum zusammen lebten. In diesen Häusern hatte man eine offene Feuerstelle im Bereich der Menschen, aber ohne Schornstein. Diese Aussage findet sich auch in vielen weiteren Bauernhäusern der Zeit hier im Park. Der Rauch zog also durch den großen Raum und die Bewohner hatten vielfach Probleme mit den Augen, den Atemwegen und der Lunge. Der gezeigte Tierstallt war für ca. 20 Kühe ausgelegt und bestand ursprünglich aus einer „flachen Kuhle“. Dort wurde der Kuhmist dann mit einer Heidepacklage und Strohhächsel vermischt und diente dem Bauern dann als Dünger für die Feldwirtschaft.

Im Bauernhaus einer wohlhabenderen Familei konnte ich eine Topfspeise aus Speck und Mehl probieren, die gerade durch die Bäuerin frisch Dampfend aus dem Topf geholt wurde. Leider, und das habe ich beim Schmied ( dazu dann auch später mehr ) noch mehr bereut, ist mein Niederländisch äußerst gering ausgeprägt, wie meine Sprachbegabung überhaupt und ich habe die Erklärungen zu der Topfspeise nur Bruchstückhaft verstanden. Die Bäuerin hat sich bemüht mir das auch noch mal auf Englisch zu erklären, aber in der Fülle der Eindrücke sind diese Erklärungen leider etwas auf der Strecke geblieben. Was aber in Erinnerung geblieben ist war die Waschküche mit einer Miele Wäscheschleuder und Mangel. Dieses Bauernhaus hatte auch einen speziellen Namen 3 der darauf abzielt, dass wir hier eine dreigeteilte Nutzung haben. Vorn das Herrenhaus, auch entsprechend Imposant aber klein, dann der Teil für die Mägde und Knechte mit Küche und Waschhaus, schon entsprechend größer werdend und zum Schluss dann der größte aber Einfachste Teil des Hauses, die Scheune bzw. der Stall.

Auch hier schon auf dem Platten Land standen immer wieder Windmühlen rum, auch hier schon für die Be- und vor allem Entwässerung des Landes, damit es Landwirtschaftlich nutzbar ist.

Das letzte Gebäude auf dem Platten Land war eine der ersten Molkereien, die Fabrikmäßig Käse und Butter herstellte. Angetrieben von der Dampfmaschine, die neben der mechanischen Energie über Transmission auch den Wasserdampf für die Milchproduktion bereitstellt wurde hier in größerem Stiel Butter und Käse hergestellt. In den einzelnen Fabrikteilen wurde mit Videos der Herstellungsprozess vorgestellt. Besonders interessant fand ich die Trommel für die Butterherstellung, die abhängig von der Geschwindigkeit und der Drehrichtung entweder die Butter erzeugte und von der Flüssigkeit trennte oder die fertige Butter dann kneten konnte.

Vom Platten Land ging es dann weiter ins Dorf und dort als erstes an den Bahnhof bzw. in die Straßenbahnremise. Die Straßenbahn wurde 1995 / 1996 im Park aufgebaut, genauso wie teile der Straßenbahnremiese von Arnheim. Die Webseite sagte es richtig, ohne die Straßenbahn die ständig durch das Museum rotierte könnte man sich den Besuch nicht vorstellen. Die ehrenamtlichen Fahrer und Helfer sind in ihren historischen Uniformen realisieren mit den alten historischen Wagen einen Fahrbetrieb im 7 bis 8 Minuten takt. Teilweise fahren einzelne Wagen, teilweise ziehen sie noch einen zweiten Wagen hinter sich her. In der Remisie war ein Helfer damit beschäftigt einen Roten Arbeitszug abzuschleifen. Ordentlich hing genau vor seiner Nase eine Erdungsstange die mit einem Erdungsschuh auf der Schiene vor ihm verbunden war.In Arnhem habe ich keine Straßenbahn mehr gesehen, dafür aber O-Busse, die unser Nick erst mal nicht einordnen konnte.

Gegenüber von der Straßenbahnremise liegt der Lagerschuppen von VanGend&Loos, der auf der einen Seite eine Straßenanbindung und auf der anderen Steite eine Schienenanbindung hat. Im Lagerschuppen sind verschiedene Fahrzeuge, von Kutsche bis Transporter ausgestellt. Am schönsten hat man die Geschichte anhand von Modellfahrzeugen verfolgen können. Die letzten Sattelzüge von VanGend&Loos waren schon gelb und jetzt könnt ihr raten, wer hat die Spedition übernommen? Richtig DHL, die man hier dann auch überall im Straßenverkehr sieht.

Aus dem Lagerhaus ging es dann weiter in die Schmiede. Vor der Schmiede stand ein Notstall in dem die Pferde befestigt werden konnten, wenn sie beschlagen werden. In der Schmiede brannte ein Schmiedefeuer und der Kunstschmied hat aus einem Stahlstab angefangen eine Tier zu formen. Ob er mit Holz oder Steinkohle arbeitet konnte ich ihn ja noch fragen und habe auch einen Antwort bekommen, die ich verstehen konnte, als dann aber mehr Leute zuschauten wie er den Kopf von seinem Reptil fertigt, sprach er dann Niederländisch zum erklären und wechselte noch vom Amboss an den Schraubstock sodass ich nichts mehr sehen konnte, also habe ich seine Werkstatt verlassen und bin weiter gezogen zu den Webern.

An zwei Webstühlen saßen je ein Mitarbeiter des Museums und haben Stoffe in den Typischen Farben gewebt. Mit der einen Frau habe ich mich dann mal unterhalten und gefragt, wie lange sie denn für einen Meter Stoff benötigt? Ca. 5 h. Und wie lange braucht man, um einen Webstuhl für das eigentliche Weben herzurichten. Da meinte sie, ca. 2 Wochen, je nachdem wie breit und lang der Stoff werden soll.

Von der Stoffherstellung ging es dann weiter zur Wäscherei. Hier wurde die Wäsche in drei großen Bottichen gewaschen, dafür war in jedem der Bottiche ein Rühr und Stampfwerk eingebaut. Dieses Werke wurden über eine zentrale Antriebswelle angetrieben und haben so die Wäsche in der Lauge gewaschen. Wenn nicht alle Flecken raus zu waschen waren, konnte auf den Wiesen vor der Wäscherei der Stoff auch noch auf die Bleiche gelegt werden. Neben dem Waschraum war auch ein Büro vorhanden, das aber mit seinen Fenstern so eingebaut war, das die Arbeitskräfte an der Wäsche im Blick behalten werden konnten. Besonders interessant fand ich im Bereich Plätten, Bügeln und Stärken zwei Informationen, die ich von meiner Oma, die nun eigentlich Wäscherei Fachfrau war nie erhalten habe. 1. Wenn neue Kunden angenommen wurden, wurde mit diesen ausgemessen, wie die Wäsche zusammengelegt werden muss, damit sie optimal in die Schränke passt. Zum zweiten habe ich auch gelesen, warum man die Wäsche nach dem Waschen noch gestärkt hat. Das stärken hat der Wäsche quasi eine Schutzschicht verpasst, sodass sie nicht so schnell wieder dreckig wurde.

Von der Wäscherei bin ich dann meiner Familie in Richtung Dorfplatz und Food Corner 4 gefolgt um dann aber gleich weiter zur Werft zu gehen. Leider, habe ich jetzt beim Aufschreiben der Geschichten festgestellt, habe ich so die Brückenwaage und die Papierwerkstatt verpasst. In der Werft erzählte der Rentner, das sie dort auch ehrenamtlich Schiffer mit den alten Materialien und nach der alten Bauart restaurieren. Das Schiff das aktuell in der Werft liegt, wird voraussichtlich ein Jahr brauchen, bis es wieder zurück ins Wasser kommt. Er selbst ist rüstiger Rentner mit 67 und ist jeden Donnerstag da um am Schiff zu arbeiten und den Gästen die alten Techniken nah zu bringen.

Während ich also durch die Werft schlender, mit von der Seeseite die Sägemühle und die Brück anschaue, haben sie geli und Nick 5 ein paar Pommes geholt. Ich hab noch die Worte von Nick im Ohr, wie wir die Tage in der Stadt am ersten Pommes stand vorbei sind und er die Pommes so sehr verteufelt hatte, jetzt hat er die Tüte in der Hand.

Vom Marktplatz weiter in Richtung der Zollbrück sind wir an der Eisdiele Venezia vorbei gekommen. Diese Eisdiele war die erst in den Niederlanden, ist irgendwann in den Park umgezogen und dort dann leider abgebrannt. Man hat die Eisdiele aber dann wieder rekonstruiert und heute ist dort auch wieder die Eisdiele des Parks untergebracht.

Weiter ging es dann zur Klappbrücke über der Gracht. An dieser Brücke waren noch die Brückenpreise angeschlagen, und damit man an jedem verdient, der über oder unter der Brücke durch will, muss derjenige bezahlen der die Brücke Quert, ob über die Geschlossene oder über die Geöffnete. Die Brückenkonstruktion kompensiert das Gewicht der Brücke durch ein Gegengewicht, sodass man die Brücke einfach hoch klappen kann. Um die Brücke dann wieder herunter zu klappen muss man nur auf die Fläche laufen und die Brücke klappt wieder herunter.

Auf der anderen Seite der Gracht haben wir zwei Windmühlen besichtigt. Die erste, eine, wie wir schon verschiedene hier im Museum gesehen haben, um die Tieferliegenden Landesteile zu entwässern. In der hier gezeigten großen Ausführung der Poldermühle mit einer Archimedischen Schraube die gut 6 60 000 m³ / Tag fördern kann.

Die andere Windmühle war eine Sägemühle, eigentlich nix besonderes, wenn sie nicht während unseres Besuches gelaufen wäre 7. Außerdem war die Info wichtig, dass die Kombination von Windmühle als Sägemühle und Gracht einen Vorteil aufweist. So bleiben die angelieferten Stämme für das Sägen feucht.

Aus dem Dorf geht es raus an den Waldrand, und dort finden sich wieder … Richtig Bauernhäuser. Davon haben wir aber inzwischen die Nase voll, sodass wir dachten, da kommt nichts mehr neue und dann ist mir doch noch was aufgefallen. Zum einen die in vielen Bauernhäusern verbauten Schrankbetten, die mir aber bei genauerem Hinsehen vermutlich viel zu klein gewesen wären. Und dann im Garten eines Herrengutes ein TBC-Liegehäuschen. Das Häuschen war steht auf einer runden Schiene und so kann der Kranke in seinem Häuschen an der Frischen Luft immer wieder in die Sonne gedreht werden.

Inzwischen ist es 16:15 Uhr und der Park schließt um 17:00 Uhr, außerdem haben wir noch in Vorbereitung der Fahrt zum neuen Standort morgen einige Vorbereitungen zu treffen, also müssen wir schauen, was wir noch schaffen können. Auf weitere Bauernhäuser hat von uns keine Lust, aber was wir gerne noch machen wollen ist eine komplette Runde mit der Straßenbahn und so finden wir auch die versteckte Ausweiche in der ein Streckenbaufahrzeug untergestellt ist.

Wieder zurück am Eingang ist uns aufgefallen, das wir im Eingangsbereich die Typischen Reihenhäuser der Westerstraat, Amsterdam noch gar nicht besichtigt hatten. Die Häuser beheimaten eine Kneipe und eine Unterkunft für Gastarbeiter, die zuvor ein Tapetenladen war, was man an den Tapetenresten an der Wand noch unschwer erkennen kann. Außerdem ist noch ein Postoffice in der Straße, denn das Postoffice ist nicht nur für den Versand von Briefen und Paketen wichtig, sondern auch als Treff und Telefonhäuschen.

Laut angeschlagener Führungstafeln ist nicht nur das Erdgeschoss Ausstellungsfläche sondern auch das Obergeschoss, nur irgendwie findet man so richtig den Aufgang noch nicht. TobbY schon, denn der Behindertenaufzug funktionierte schon, aber oben war noch die Ausstellung im Auf- oder Umbau.

Wieder unten ging es dann von geli angetrieben zum Ausgang und weiter zum Auto. Sie hat ja recht, denn auf dem Campingplatz kann man seinen Müll nur zu bestimmten nachmittäglichen Uhrzeiten abgeben. Und wenn wir noch Leergut loswerden wollen, Eier brauchen und auch morgen mit einem vollgetankten Auto starten wollen, dann wird das bis 18:00 Uhr 8 sportlich. Aber wir sind im Zeitplan geblieben und so konnte Nils noch den Müll los werden. Wie das Morgen zur Abreise werden soll, ich bin gespannt, denn beim Abbau taucht eigentlich immer noch irgendwo Müll auf. 9

Zum Abendessen gab es dann ein Experiment: Kann man Fritten auch auf dem Grill machen oder braucht es dazu eine Fritteuse oder zumindest die Heißluftvarianten. Nick hat es probiert, war noch nicht so erfolgreich wie wir uns das alle gewünscht hätten aber wir werden ihm sicher Gelegenheit zu einer Wiederholung geben. Aber auch bei dem Thema hat geli etwas gedrängelt, denn die Medikamente die sie für bzw. gegen die Entzündung im Bein bekommen hat, haben eigentümliche Einnahmeregeln was den Abstand zum Essen aber auch den Abstand zum Schlafen bzw. Hinlegen angeht.

Da wir aber eigenlich noch einiges für Iserlohn und die Datenmigration auf das heute angekommene NAS machen müssen haben diese Nebenbedingungen einiges an Stress hervorgerufen. Dennoch wollte TobbY, wenn auch die Frostbeule beim ins Wasser gehen schlechthin, noch mal ins Wasser, also alles liegen gelassen und vor dem Abendessen noch mal fix rein ins kühle Nass. Somit war er heute der einzige, der das geschafft hat.

Nach dem Abendessen hat TobbY dann noch einiges für den Umzug der Daten in Iserlohn gemacht und so das Tagebuch vernachlässigt, deswegen gibt es den Bericht auch erst mit einigen Tagen Verzug, der sich dann auch auf die anderen Tage auswirkt.

Und schon mal im Vorgriff auf morgen, wir werden umziehen und das heißt, alles einpacken, Vorzelt abbauen und nach der Fahrt am neuen Campingplatz alles wieder aufbauen. Also dachte TobbY wie immer: Bis wann müssen wir hier runter? 12:00 Uhr … das wird relaxed … bis wann müssen wir am neuen Platz da sein? Hier intervenierte geli und meinte, wir dürfen erst ab 14:00 Uhr am neuen Platz ankommen, davor haben sie dort Mittagspause. Was interessiert mich ab wann, ich will wissen bis wann? … Ups, dann hat geli das Missverständnis aufgeklärt, wir fahren von dem ersten zum zweiten Campingplatz gerade mal laut google 1 h 45 min. 10 Ok … dann ziehe ich meine aus unseren vorherigen meist doch deutlich weiteren Umzügen resultierenden Gedanken zurück.

Eindruck von Nils. Den möchte ich an dieser Stelle kurz haben da ihr oben bereits einen Ausführlichen Bericht für das Museum habt. Persönlich fand ich es ein wirklich schönes Museum welches die Häuser und das Leben der Dortigen Leute in den vergangen Jahrhunderten zeigt. Ich fand es wirklich schön wie im 5-10 min. Takt man die Straßen bahn hat fahren hören und das alles für alle zugänglich gemacht war. Am schönsten fand ich wie sie die verschiedenen Epochen in verschiedenen Dörfern dargestellt haben. Als Fazit sage ich zum Heutigen Tag und dem Museum das Er lang und anstrengend aber wunderschön War.

  1.  https://www.openluchtmuseum.nl/de/ []
  2. Braut nach alter Rezeptur in modernen Kesseln als kleine Manufaktur. []
  3. wer mir helfen kann mag den Namen gerne in die Kommentare posten []
  4. Auch wenn ich nichts gegessen habe… []
  5. beide im Unterzucker []
  6. ich meine mich zu erinnern []
  7. Aber durch einen Elektromotor angetrieben, nicht durch die Windmühle. []
  8. Schließzeit Müllplatz []
  9. Ohne zu Spoilern, wir haben den Müll bis zum nächsten Campingplatz mitgenommen. []
  10. Und da hier in den Niederlanden eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km / h auf den Autobahnen gilt, und mit Wohnwagen 90 km / h kann man mit den google Zeiten auch für den Wohnwagen kalkulieren. []

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