Heute morgen fing der Morgen etwas früher an als normal. Leider hat nämlich mein Bauch etwas rumgesponnen und mich gegen 07:00 Uhr mit leichter Magenverstimmung das erste mal auf den Topf getrieben. Und wie schon in den letzten Tagen musste ich, auch heute früh erst mal einen Pott finden, der nicht mit übermäßig Schleifspuren dekoriert war. Also ist von der Reinigung von gestern nicht viel übrig geblieben.
Und noch eine weitere Kleinigkeit macht mich traurig. Währen Nils die Bilder im Tagebuch einpflegt und dabei auch seine Eindrücke versucht in Worte zu fassen, fehlt mir von Nick noch jedwede Ergänzung. Gestern Abend meinte er, er ist schon zu müde um noch was zu machen, aber um 07:00 Uhr war er ausreichend Wach um am Handy Videos zu schauen, aber nicht wach genug um seine Eindrücke im Tagebuch zu ergänzen.
Wieder aus der Sanitärabteilung zurück habe ich mich noch mal ne Stunde rum gedreht und jetzt scheint es meinem Bauch auch wieder besser zu gehen, also versuche ich es heute früh mal mit einer Dusche. Aber vorher muss ich noch meine Schlafunterstützung reinigen und plötzlich macht es Knack. Also werde ich wohl den Rundum Sorglos Service nächste Woche mal bemühen müssen und mir ein neuen Luftbefeuchter bestellen müssen.
Zum Frühstück gab es dann mal wieder einen Eklat, denn inzwischen hatte ich meinem Unmut über die fehlende Mitarbeit beim Tagebuch Luft gemacht und unser Nick hat sich mit seinem Laptop an den Tisch im Wohnwagen gesetzt und dann doch nur auf den Monitor gestiert.
Nach dem Frühstück ging es dann den schon zur Routine gewordenen Weg zum Bahnhof in Hanau. Gestern hat geli endlich herausgefunden, das man am Bahnhof auch App Parken machen kann und hat sich die richtige App installiert. Es ging wieder zum Südbahnhof in Frankfurt, also haben wir uns dieses Mal für eine Regionalbahn entschieden, damit hieß das dann Gleis 102.
Vom Südbahnhof weiter mit der Staßenbahn U16 für 3 Stationen und noch 3 Straßen und wir sind am Filmmuseum 1 . Drei Häuser weiter ist auch das Kommunikationsmuseum 2. Welches wollen wir nun zu erst besuchen. Die Entscheidung ist auf das Kommunikationsmuseum gefallen und da TobbY mit dabei war, blieb leider keine Zeit für das Filmmuseum. Als TobbY mit den Ausstellungen fertig war, waren heute sogar noch 20 Minuten bis zur Schließung übrig, also hätte er sich noch etwas gründlicher die Sonderausstellung im 1. OG 3 anschauen können.
Aber begleitet mich erst mal mit in die Dauerausstellung:
Viele Aspekte waren mir eigentlich schon aus anderen Kommunikationsmuseen bekannt, sodass ich jetzt, ca. 9 Stunden nach dem ich in die Ausstellung eingetaucht bin mich nicht mehr an alles erinnern kann. Aber was ist mir denn so in Erinnerung geblieben oder war mir so wichtig, das ich Fotos davon gemacht habe.
Die Selbstbauanleitung für einen Detektorempfänger aus dem Jahr 1923. Um den Radioempfang für das Volk erschwinglich und möglich zu machen, wurden einfache Selbstbauanleitung in Zeitschriften wie der Radio Woche veröffentlicht. Neben den Selbstbaugeräten gab es aber auch einfache Geräte die vom Adjutanten des Propagandaminister an die Bevölkerung verschenkt wurden 4 damit man die Reden des Führers verfolgen konnte.
Da das Museum aus einzelnen Thematischen und Zeitlichen Inseln zusammengestellt war, bin ich nicht unbedingt in der richtigen Zeitlichen Reihenfolge unterwegs gewesen. So ist das Zweite Bild, das ich gemacht habe, ein moderner „Quirky Egg Minder“ also eine Eierverpackung die an das Smartphone meldet, wenn keine Eier mehr da, oder die Eier abgelaufen sind.
Den nächsten Block den ich per Foto festgehalten habe, ist ein Abschnitt über Datenerfassung und Verarbeitung. Und wieder schlägt man hier eine Thematische Brück über verschiedene Zeiten der Deutschen Geschichte. Aufgehängt wurde die Datenverarbeitung an der Vorkszählung von 1983 und den Problemen die in der Bevölkerung mit dem Thema Datenschutz im Rahmen der Volkszählung aufkamen. Für die Datenverarbeitung haben sich sogar unsere Behörden dafür geeignete Großrechenr gemietet, so steht im Museum das Modell TR 440 aus dem Jahr 1970, welche von der Finanzverwaltung NRW eingesetzt wurde und pro Monate umgerechnet 350.000 € Miete gekostet hat 5 .
Eine erst Volkszählung hat es bereits 1933 gegeben und damals wurden die Daten in Lochkarten gestanzt. Eine Lochkarte hatte 12 Zeilen mit 80 Spalten, womit sich max. 80 Zeichen also 80 bytes darstellen ließen. Diese Lochkarten wurden dann mit Hollerith Maschinen verarbeitet und man konnte entsprechende Statistiken erstellen. Mit dieser Lochkartentechink haben die Nationalsozialisten den Holocaust organisiert.
Was mich als Funker wieder sehr stark interessiert hat, auch wenn ich die Geschichte eigentlich schon sehr gut kenne, waren die Funkprobleme beim Untergang der Titanic. Während die Funker auf der Titanic überwiegend Kostenpflichtige Telegramme übermittelten haben sie auch die Eiswarnungen von anderen Schiffen empfangen und teilweise an die Brücke übermittelt. Der Kapitän war aber noch alte Schule und hat von so nem neumodischen Kram nix gehalten … den Rest der Geschichte sollten wir alle kennen. Als dann alles zu spät war, hat der Funker versucht per Funk Hilfe zu holen aber: 1. gab es noch keinen einheitlichen Seenotruf auf einer einheitlichen Frequenz und 2. gab es keine Vorschrift, die das Abhören des Funkverkehrs regelte. Somit hatte das Schiff, das der Sinkenden Titanic am nächsten lag die Leuchtrakete für eine Feuerwerk gehalten und da der Schiffsfunker geschlafen hatte, keinen Funkverkehr mitbekommen. Nach dem Schiffsunglück wurde der Einheitliche Seenotruf SOS eingeführt und ab einer bestimmten Schiffsgröße das permanente Abhören der Seefunkfrequenzen zur Pflicht.
Genauso spannend waren die Geschichten zum Thema Unterwasserkabel. Das erste Kabel zwischen Europa und Amerika glückte erst im 4 Versuch, da die Kabel zuvor für die Anforderungen auf See zu schwach ausgelegt waren. In dem Zusammenhang wurde auch eine Verstärkereinheit dargestellt, wie sie in dem ersten Telefonkabel zwischen Europa und Amerika alle 70 km eingebaut werden musste. Um Seekabel zu verlegen hat man angefangen geeignete Schiffe um und aufzubauen. Das erste Schiff das zum speziellen Kabelleger umgebaut wurde war ein überdimensionierter Tanker, den zum Stapellauf keiner nutzen wollte.
Und wenn wir uns an die letzten Wochen in den Nachrichten erinnern, dann gab es häufiger Berichte, das Schiffe mit Ankern die Unterwasserkabel beschädigt haben. In der Ausstellung wurde berichtet, das diese Methode der Sabotage bereits im Krieg um Kuba angewandt wurde um Nachrichten an die Spanier zu unterbinden. Zwei Seekabel wurden per Schiff gehoben und mit der Axt des Schiffszimmermanns getrennt. Damit blieb nur ein Informationskabel übrig, das von Kuba an in die USA führte, und somit die Nachrichten durch die Amerikaner abgehört und gefiltert werden konnten.
Da zur Kommunikation auch die Post und zur Post das Reisen gehört, habe ich nebenbei gelernt, das die erste Reisegruppe von Thomas Cook junge Lehrer, Künstler und Gelehrte waren, die in 3 Wochen durch die Schweiz reisen wollten.
DHL ist in meinem Kopf mit der Deutschen Post verknüpft bzw. umgekehrt, die Post ist ein kleiner Bestandteil im DHL Konzern, aber warum Heißt es DHL und was ist das besondere an DHL? DHL wurde von den US-Amerikanern Dalsey, Hillblom und Lynn gegründet. Ihre Geschäftsidee in der Logistik: Fracht und Frachtpapiere reisen getrennt. Während die Fracht den längeren Seeweg nimmt, reisen die Frachtpapiere per Luftpost und können im Zielland durch die Behörden bereits bearbeitet werden, während die Fracht noch auf dem Transportweg ist. So kann man gegenüber der Abfertigung bei Eintreffen der Fracht einiges an Zeit gewinnen.
Und von der Fracht via DHL ging es dann zurück zur Post, und ihren verschiedenen Gefährten. So war vor dem 2. Weltkrieg bereits eine Flotte von 1500 elektrischen Auslieferfahrzeugen im Einsatz.
Kommen wir aber noch mal zurück zur Telegrafie. Aber nicht der mit Morsecode sondern der optische Telegaf 6 . Diese Telegrafenlinie ermöglichte Nachrichten in ca. 2h von Berlin ins Rheinland zu befördern. Warum berichte ich darüber, da ich weiss, das der Danzturm in Iserlohn eine der Telegrafenstationen mit Signalmast war.
Und nachdem ich Iserlohn in der Ausstellung vertreten gefunden habe, habe ich auch Hagen entdeckt. Die Briefverteilanlage des Briefzentrums Hagen von 1990 hat, wenn auch in abgespeckter Version ihren Ruheplatz im Museum hier in Frankfurt gefunden. Leider ist dieses Ausstellungsstück wie auch einige andere wegen eines Defektes außer Betrieb gewesen.
Was nicht außer Betrieb war, war eine Selbstwählvermittlung mit Hub-Drehwählern 7 . Mit der man 4 Telefone davor untereinander anrufen konnte, aber auch sich an die Zeitansage oder das Kinoprogramm verbinden lassen konnte.
Eine letzte Geschichte noch aus der Dauerausstellung: Es ging auch um Dokumente, das Kopieren, den Buchdruck und vieles mehr… So habe ich in einer Vitrine auch einen Kopierstift entdeckt und das es von mir eine klein Kindgeschichte 8 mit Kopierstift gibt, habe ich mir diese Vitrine interessiert angeschaut. Ein Kopierstift ist ein Stift mit einer Miene die Methylviolett enthält 9. Dieser Stoff kann mit Wasser angelöst werden und überträgt sich dann auf z.B. dünnes Durchschlagpapier. Im Durchlicht ist dann die Schrift auf der Kopie lesbar.
Dann gab es noch eine Abteilung zum Thema Kryptografie, vor allem der Enigma mit 3 und 4 Walzen. Auch wurde noch mal darauf eingegangen wie Alan Turing mit der Turing Bombe die Codes entschlüsseln konnte.
Danach bin ich dann noch hoch in den Zweiten Stock in die Ausstellung Apropos Sex 10 zu der ich aber jetzt nicht viel sagen möchte, die Eindrücke werden eindeutig von den Eindrücken der Dauerausstellung übertroffen.
Also wie vorhin schon angedeutet bin ich dann 17:30 Uhr mit dem Rundgang durch gewesen, und habe meine Familie am Ausgang wieder getroffen. Sie hatten sich schon geeinigt, das Abendbrot gibt es heute noch mal in Sachsenhausen und so sind wir im Struwwelpeter gelandet.
Heute haben wir alle eher Deftig vorgezogen und das inzwischen wieder schöne Wetter genossen und draußen gespeist.
Danach ab zum Südbahnhof und wieder mit einem Regionalexpress zurück nach Hanau. Geli hatte im laufe des Nachmittags hin und wieder mal nach den Zugverbindungen geschaut und so mitbekommen, das wieder auf der S-Bahn Strecke ein Feuerwehreinsatz im Bereich Konstabler Wache gelaufen ist, und der S-Bahn Verkehr noch aus dem Takt ist. Im Bahnhof hatten wir dann noch Glück und haben unseren Zug ohne Warten bekommen. Laut App sollte er 7 Minuten Verspätung haben, war aber überraschender Weise Pünktlich und somit wurde es für uns knapp. Aber alles in der Zeit erreicht und noch vor 20:00 Uhr den Campingplatz erreicht, so können wir morgen in aller Ruhe mit Auto am Wohnwagen uns wieder zurückbauen und bis Mittag hier starten.
- https://www.dff.film [↩]
- https://www.mfk-frankfurt.de [↩]
- AI Fashion Studio [↩]
- 500 Stück [↩]
- Taktfrequenz 16 MHz, Speicher 768 kB [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fischer_optischer_Telegraf [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstw%C3%A4hleinrichtung [↩]
- Wenn ich mal Lust habe schreibe ich sie auf [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kopierstift [↩]
- https://www.mfk-frankfurt.de/apropos-sex/ [↩]










