Heute bin ich gegen ca. 08:00 Uhr aufgewacht und hab mich dann noch ca. 1h im Bett rumgelümmelt und auf dem Handy gelesen. Dann gegen 09:00 Uhr sind wir alle aus dem Bett, Nils hat sich aufs Fahrrad geschwungen, Nick hat abgewaschen und Eier gemacht und ich hab geschaut ob mein Laptop immer noch Problem mit dem Ruhezustand hat und ob es was gebracht hat, das ich den Laptop über Nacht am Strom hatte.

Leider war aber scheinbar das Netzteil zu schwach und der Laptop ist mal wieder leer geworden und hat sich dann abgeschaltet. Vielleicht habe ich jetzt einen Verdacht, wo es her kommt und wie ich es beheben kann.

Dann gab es Frühstück, leider mit einigen Störungen. Zum einen tobten um uns herum die Campingplatz Crew mit Motorsense und Rasentraktor und zum anderen war der Nick mal wieder angefressen, wollte aber nicht so richtig verraten warum, also kann auch keiner Abhilfe schaffen.

Worüber ich mich heute auch mal auslassen muss, ist der Zustand der Sanitären Anlagen. Wenn geli schon meint, sie gehe lieber zum Schiffen auf das Klo im Wohnwagen als in den Sanitärbereich und auch ich jedes mal erst mal die 8 Toiletten durchgehe, welche am ehesten noch annehmbar ist.

Als wir heute dann aufbrechen konnten bin ich noch mal rüber in den Sanitärbereich und habe zufällig einen der vermeintlichen Gärtner erwischt. Er erzählte mir, das er zwar Angestellter der Stadt sei, das sein Arbeitsplatz aber der Campingplatz wäre. Auf meine Anmerkung, dass im Sanitärbereich aber einen massiven Sanierungsstau herrschen würde, stimmte er mir zu, meinte aber gleich, das ich doch wissen müsse, das ein solches Sanierungsvorhaben im öffentlichen Dienst nicht so schnell durchgeführt werden kann. Sie hätten das schon häufiger angebracht, aber scheinbar gibt es dafür in der Stadtverwaltung kein Verständnis.

Außerdem fragte er mich, ob ich nicht mitbekommen hätte, das es ja auch Bestrebungen gäbe, den Campingplatz vollständig 1 zu privatisieren. Er rechne damit, dass dies die letzte Saison wäre und dann würde man ja nicht noch mal investieren. Aber ihn störe das auch nicht, er wäre ja bei der Stadt eingestellt und dann würde er halt auf den Bauhof wechseln, wäre auch ok.

Als ich anmerkte, das ich selbst im öffentlichen Dienst arbeiten würde, eine solch mangelhafte Reinigung bei uns aber schon längst massiv Ärger mit den Mitarbeitern der Reinigungstruppe geben würde, meinte er auch eher desillusioniert und gleichgültig, das sie in den letzten Jahren schon bestimmt fünf Reinigungsdienstleister am Platz gehabt hätten, aber so richtig wären die alle nicht gewesen. Heute müssten sie eigentlich erscheinen aber er ließe sich überraschen ob sie denn auch wirklich erscheinen würden. Meine Beschwerde wolle er aber mit in ihre „Frühstücksrunde“ mitnehmen … Lassen wir uns mal überraschen 2

So jetzt geht es aber auch für heute los. Wir wollen wieder nach Frankfurt in die Innenstadt. Wir wollen damit weiter machen, was wir gestern nicht mehr geschafft haben, also der Paulskirche. Dafür ging es also wieder nach Hanau an den Hauptbahnhof und von dort aus mit der S-Bahn nach Frankfurt, Hauptwache.

Dort angekommen sind wir erst zu leguano in der Großen Bockenheimer Straße gelaufen, da TobbY noch nach neuen Schuhen schauen wollte. Bisher sind die ersten Paar Bafrußschue recht Bequem, aber nur mit Gummizug. Richtige zum Schnüren mit breitem Fußbett und hohem Span habe ich noch nicht gefunden, auch hier nicht.

Anschließend ging es zur Paulskirche. Mir war ja bekannt, das in der Frankfurter Paulskirche die Nationalversammlung 1848 getagt hatte und die deutschen Grundrechte beschlossen wurden, aber:

– das man nur in die Paulskirche umgezogen ist, da die Sitzungssäle im Rathaus zu klein waren

– das man für die Nutzung der Paulskirche Miete an die Evangelisch Lutherische Kirche gezahlt hat

– das die Grundrechte Diskussion und ihre Verabschiedung dann doch nicht in der Paulskirche stattfand, da in der Zeit vom 6. November 1848 bis zum 9. Januar 1849 für 40 Sitzungen die deutsch-reformierte Kirche am Großen Kornmarkt Sitzungsort war, denn in der Paulskirche wurde eine hochmoderne, mit Warmwasser betriebene Fußbodenheizung und – dank des Anschlusses an das Frankfurter Gasnetz – über 37 Gasleuchten eingebaut 3

– das die „Abgeordneten“ im ersten frei gewählten Parlament nur von den Männern gewählt waren und sich erst in der Paulskirche nach und nach zu Interessensgemeinschaften (Fraktionen) zusammen fanden, sich dann aber mangels weiterer Beratungsräume in den umliegenden Versammlungslokalen zusammenfanden und nach diesen Lokalen benannt wurden 4

– das nach dem zweiten Weltkrieg die Paulskirche nicht wieder als Gotteshaus, aber als Plenarsaal incl. Präsidentenzimmer wieder aufgebaut wurde 5

habe ich erst heute erfahren.

Nach dem Besuch der Paulskirche war bei der Sippe erst mal die Luft raus und wir sind rüber auf den Römerberg und haben uns in die Sonne gesetzt. Das ist nicht so wirklich meins, also habe ich noch fix in die Evangelische Alte Nikolaikirche geschaut und bin dann hinten rum am historischen Museum vorbei runter zum Main und habe mir den Eisernen Steg, eine Fußgängerbrücke aus Metall über den Main angeschaut. Dort angekommen habe ich meiner Familie ein Foto geschickt und wurde dann angezählt, warum ich nichts gesagt hätte.

Dort haben wir uns dann entscheiden, das wir heute doch noch ein zweites Museum machen wollen, denn das hat ja bis 18:00 Uhr, also noch gut 3 ½ Stunden auf, das Historische Museum.

Also wieder die paar Schritte zurück und fix Eintritt gekauft. Dann ging es rein in die erste Ausstellung, „Frankfurter Sammler und Stifter“. Diese Ausstellung wurde von unserem Nils nach dem Besuch als „Oma“ Ausstellung bezeichnet, auch wenn ich zumindest in der Ausstellung „Flüssiges Gold“ 6 Vom “Münzwardein” Friedrich Ernst Roessler zur Sammlung der Degussa einiges über die Geschichte der Degussa und der Frankfurter Münze gelernt habe. Wir hatten ja gestern schon die Münzausstellung in der Zentralbank besucht, aber hier wurde auch noch über die Zeit davor berichtet und wie in der Münze zwar das staatliche Münmonopol durchgesetzt wurde, im selben Gebäude aber der Metalurge Roessler privat die Edelmetallschmelze betrieb um Rohlinge für die Münze herzustellen und das er auch im gleichen Gebäude gewohnt hat. Erst mit der notwendigen Vergrößerung 1873 seines Betriebes ist aus der privat geführten Scheideanstalt die Degussa AG hervorgegangen. Und die Degussa AG hat einen Mathematiker beauftragt, eine möglichst umfangreiche Münzsammlung zusammenzutragen. Es fehlen so die Beschriftungen wohl nur 9 Münzen aus dem Zeitraum. Da sich die Degussa AG aus dem Metall- und Münzgeschäft zurück gezogen hat, hat sie 2003 die komplette Sammlung als Dauerleihgabe an das Historische Museum Frankfurt übergeben.

Genauso interessant war die Geschichte über einen aus 36 Holzkisten bestehende Gemäldesammlung des Konditor Johann Valentin Prehn 7 die ich hier jetzt nicht vollständig wiedergeben möchte und kann.

In den Räumen des Museums ist auch das Junge Museum beheimatet. Dies verspricht aber in meinen Augen mehr, als es dann vor Ort war. Ich kann mir vorstellen, das Museumspädagogisch einige Interessante Veranstaltungen laufen können, aber für den einfachen Museumsgänger war da nix zu holen.

Aber ein Kleinigkeit ist mir dann doch aufgefallen, das Unkostenbuch. Ein Journal Vordruck in den man seine Ausgaben nach verschiedenen Kostenarten sortiert verbuchen kann.

Dann bin ich runter gegangen in den Keller zur Ausstellung der Staufer. Diese Ausstellung zeigt im Untergeschoss die wieder Freigelegten Ruinen des Saalhofes, einer Königsresidenz an der die Deutschen Wahl- und Wanderkönige mit Ihrem Gefolge für eine Zeit eingezogen sind um Hof und Gericht zu halten.

Im Keller habe ich auch meine Familie wieder getroffen und sie, vor allem geli waren ganz schön angepisst. Sie wollten weiter in das zweite Gebäude und sich auch noch die Ausstellung über Frankfurt anschauen, doch hierzu haben sie von dem Museumsmitarbeiter an der Kasse die Info bekommen, das diese Ausstellung noch mal extra Eintritt kosten solle.

Ich bin aber dennoch erst mal in die Richtung gelaufen und habe keine sichtbare Trennlinie wahrgenommen. Nach dem ich aber wusste, das meine Familie da irgendwie nicht weiter gekommen ist, bin ich dann auch erst mal hoch und habe mich erkundigt was da läuft. Und so richtig lief nix, geli war angepisst und alle unschlüssig was wir jetzt tun wollen … außerdem fing bei dem ein oder andern an, der Magen zu knurren.

Da mich aber die Ausstellung doch noch interessierte habe ich mich dann an der Information noch mal erkundigt und jetzt eine komplett andere Aussage bekommen. „Natürlich würde die Ausstellung über die Geschichte Frankfurts noch in dem Preis enthalten sein, hätte er doch auch schon mehrfach erklärt. Noch hatten wir knapp zwei Stunden Zeit, also los die 3 Etagen der Ausstellung sollten doch zu schaffen sein.

Es gab Ausstellungsstücke Fahnen, wieder mal Münzen oder auch mehrere Modell der Stadt Frankfurt in den Unterschiedlichen Epochen, sogar ein Modell der Komplett ausgebrannten Innenstadt nach einem der Bombenangriffe des 2. Weltkrieges.

Da ich aber im Eiltempo durch die Ausstellung musste, sind mir eigentlich nur wenige Dinge im Kopf geblieben:

Die Frankfurter Küche, von der österreichische Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entwickelte Vorläuferin der heutigen Einbauküche, die vor dem Hintergrund zunehmender Berufstätigkeit der Frauen neue Wege zur rationelleren Hausarbeit ermöglichen sollte 8 .

Und passend zur Küche wurde auch eine Toilette (Das Oxford Washout Closet) ausgestellt, denn 1. August 1887 wurde eine erste Kläranlage in Betrieb genommen, da man aus den Englischen Studien und Untersuchungen gelernt hatte, das es einen Zusammenhang zwischen der Cholera und verunreinigtem Wasser gab.

Eine Darstellung der Kaiserkrönung. Zu einer Kaiserkrönung gehörte auch ein Volksfest mit gefülltem Ochsen am Spieß, von dem der Kaiser das erste Stück bekam, dann aber das Volk davon essen durft.

Die Hinweise auf die Vergangenheit Frankfurts als Geld und Bankenstadt. Eine Schalterhalle der Dresdener Bank erläutert die Hintergedanken der Innenarchitekten bei der Auswahl von Farben z.B. auch der Teppiche und der Logos. Auch wurde erklärt, das zwar bei der Fusion von Dresdener Bank mit der Commerz Bank die Frabe, nicht aber die Werbesprüche auf der Strecke geblieben sind.

Und dann war da noch der Hinweis auf das Computerzeitalter im Bankewesen, ohne diese Entwicklung wäre unser heutiges verständnis von Banken nicht möglich. Ausgestellt ist der IBM Massenspeicher 3850 mit nicht mal 50 MB pro Rolle in den Waben, der bei der City Group in den 1980 Jahren seinen Dienst getan hat 9 .

Das Museum haben wir dann um 17:55 Uhr verlassen, man könnte sagen, dass wir die Museumszeit maximal ausgenutzt haben. Und da wir alle inzwischen gut hungrig geworden waren und wir einen Tag sowieso mit Frankfurter Küche eingeplant hatten, ging es über die Brücke nach Sachsenhausen zu Frau Rausche zum Abendbrot.

Dort haben noch kurzfristig einen Tisch bekommen, aber nur für 30 Minuten, was uns aber ausreichend erschien, da wir ja nur etwas Essen und dann zurück zum Zelt wollten. Geli und Nils hatten ein „Frankfurter Schnitzel“ .. paniertes Schweineschnitzel mit Grüne Soße und Bratkartoffeln, Nick „Leiterchen gegrillt“ … mit Bratkartoffeln und Salat und bei TobbY gab es den „Frankfurter Spezialitäten Teller“ … mit Grüne Soße, 2 halben Eiern, Tafelspitz, Schweineschnitzel, Fleischbrät-Taler und Salzkartoffeln und dazu einen Sauer gespritzten.

Nach dem Essen noch mal laufen, weiter bis zum Südbahnhof und mit dem Regionalexepress zurück nach Hanau. Die Rückfahrt hat geklappt wie am Schnürchen, sind sogar noch 19:50 Uhr am Zeltplatz angekommen und konnte mit dem Auto noch rein bis zum Wohnwagen fahren.

  1. nicht nur an einen Betreiber das Gelände verpachten sondern den Platz an einen neuen Eigentümer zu verkaufen []
  2. Wir wurden nicht enttäuscht, denn eine Überraschung mit sauberen Schüsseln sollten wir am Abend nicht erleben. []
  3. https://paulskirche.de/de/stationen/die-bau-und-nutzungsgeschichte-bis-1944?stepID=593 []
  4. https://paulskirche.de/de/stationen/tagungsort-der-nationalversammlung-1848?stepID=413 []
  5. https://paulskirche.de/de/stationen/der-wiederaufbau-der-paulskirche?stepID=595 []
  6. https://historisches-museum-frankfurt.de/sammlermuseum/details#Roessler []
  7. https://historisches-museum-frankfurt.de/de/sammlermuseum/kratz#Prehn []
  8. https://historisches-museum-frankfurt.de/de/sammlungen/moebel []
  9. https://historisches-museum-frankfurt.de/de/node/34679 []

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