Sonntag, 30.06.2024
Heute haben wir dann so langsam der Rückweg angetreten. Langsam, denn für den Rückweg gen Süden haben wir uns vorgenommen nicht unbedingt wieder solche Gewalttouren abzureißen wie auf dem Weg gen Norden. Heute standen somit 221 km von Jokkmokk nach Arvidsjaur auf dem Programm und damit wir auch ein wenig Programm dabei haben, mit einem Abstecher an den Storforsen 1. 63 km der Strecke fahren wir heute zum zweiten und dritten Mal. Auf dem Gewaltritt nach Jokkmokk 2 sind wir schon mal am Storforsen vorbeigekommen, nur hatten weder die Kraft noch die Zeit das Naturschauspiel zu beobachten.
Mit dem Abbau sind wir ziemlich genau um 10:50 Uhr fertig geworden und leider hatten wir bei unserer Zeitplanung nicht mit berücksichtigt, das heute Grimmeton sendet und wir eigentlich dich Chance gehabt hätten unter SM2/DG1A?N den Bestätigungsverkehr auf 40m direkt mit zu machen. Nun gut, also haben wir die Aussendung halt wieder nur über den youtube Link verfolgt und eine digitale e-QSL über das Internet angefordert.
Dann um 11:00 Uhr ging es los, ein letztes Mal durch Jokkmokk auf der E45 bis zum Abzweig der 374 und kurz vor dem Storforsen rechts ab in das Naturreservat. Dort angekommen hatte ich schon überlegt, wie ich das Gespann jetzt unter bekomme, aber man merkt wieder, nicht die Niederländer sind die Camper, sondern die Schweden. Neben etlichen Parkplätzen gab es auch eine Reihe für Wohnmobile und Wohnwagen. Leider nicht zum durchfahren, sodass ich nach dem Besuch den Wohnwagen rückwärts aus der Parklücke schieben muss 3 Und noch eins, sowohl die Parkplätze sind nicht bewirtschaftet also auch die Wegepfleg im großzügig angelegten Wegenetz übernimmt die Kommune, ohne dafür den Gast zur Kasse zu bitten.
Nun geht es aber zu Fuß los zum Wasserfall. Dass heißt erst mal runter zur Tourist Information und dann auf die Holzstege über die Altarme zum Hauptarm. 850 m³ stürzen im Juni in der Sekunde durch die Stromschnellen. Ein beeindruckendes Schauspiel und auch die ganzen „Bächlein“ der Altarm schlängeln sich malerisch durch die Landschaft. Nun als guter, deutsch geprägter Tourist beginnt man seine Erkundung auf den gut ausgebauten Stegen und ist dann immens verblüfft, also plötzlich die Stege rechts und links weg sind und man einfach in der Natur, auf den Steinen herumlaufen darf, nein nicht nur darf sondern muss, denn der nächste ausgebaute Weg folgt.
In diesen freien Laufwegen schaut man dann auch mal rechts und links und entdeckt vorbereitete Feuerstellen mit Grill, teilweise mit Bänken oder auch mal Laufstege ohne Geländer über einem kleinen Rinnsal. Für die Bilder vom unteren Ende des Wasserfalles haben wir dann Nils losgeschickt und sind selbst schon in Richtung Auto eingebogen. Dann noch mal um eine Ecke und über die nächste Brücke … aber halt, was ist denn hier los? In dem Altarm wird fleißig gebadet und sogar von den Steinwänden gesprungen. Und was sehen wir hier? Selbst das ist nicht ein Wildwuchs, sondern wird sogar mit Rettungsringen abgesichert, auch wenn kein Personal die Badestelle absichert.
Nach der Badestelle sind Nils und ich dann auch vom Weg abgebogen und haben uns über die Steine einen eigenen Weg zurück zum Ausgangspunkt gesucht. Leider musste an einer Stelle dann auch feststellen, dass so schön die Natur noch wirkt, auch hier gibt es in dem Altarm mit Badestelle einen Plastikstrudel der dringend mal bereinigt werden müsste.
Dann musste ich den Wohnwagen rückwärts aus der Parklücke schieben und erst mal den gleichen Weg wieder zurück. Google Maps wollte uns zwar auf einem anderen Weg nach Arvidsjaur leiten, aber geli meinte, die Strecke sähe nicht vertrauenerweckend aus und hat mich wieder auf der 374 zurück zur E45 geschickt. Die E45 ist vom fahrerischen Anspruch bei der hier vorherrschenden Verkehrsdichte eigentlich nichts Besonderes, dennoch darf man nicht in eine Monotonie verfallen und muss die Lichtzeichen der entgegen kommenden Schweden mitbekommen und richtig deuten.
Was ist passiert? Ein entgegenkommender Schwede hat uns Warnblinker gegeben, was zwar geli mitbekommen hat, was wir aber beide dann nicht deuten konnten. Sowie wir aber über die nächste Kuppe gekommen sind, wussten wir wovor er uns warnen wollte. Ich hatte es zwar nicht sofort gesehen, sondern nur den Bus der Fotografen auf der linken Seite am Rand und dann ging es in die Eisen. Da standen rechts und links der Straße Rentiere. Wir waren an der Stelle so überrascht, dass unser Fotograf nicht reagieren konnte. Da alles gut gegangen ist, konnte ich die Fahrt weiter fortsetzen und war nun auf solche Begegnungen der Tierischen Art im Samenland eingenordet.
Und es war gut, dass ich in der Richtung eingenordet war, denn in Arvidsjaur angekommen hatte ich die nächste Begegnung der Tierischen Art. Die hier wesentlich kleinere Herde begegnete uns mitten in der Stadt. Sie kamen vom Hotel Laponia über den Parkplatz mit den Tesla Superchargern und wollten dann die Storgatan überqueren. Als ich sie gesehen hatte, konnte ich noch den Parkstreifen ansteuern und Nils hat mal ein Bild geschossen. Hinter mir hat sich ein längere PKW / LKW Schlange gefreut das ich rausgefahren bin und ich konnte mich nicht wieder in den fließenden Verkehr einordnen bis dann hinter uns die Rentiere den Zebrastreifen ignoriert und die Straße überquert haben. Knapp 1 km später kündigte das Navi dann an, das Ziele wurde erreicht, wir haben aber keine Einfahrt gesehen. Und wie der Satz ausgesprochen war, konnte ich nur anmerken, rechts wäre es rein gegangen. Also noch mal umdrehen und einchecken.
Ich werde mich zukünftig nicht mehr mit geli an die Kasse zum Einchecken begeben, denn ich verstehe eh nix. Zum zweiten Mal, und zum ersten Mal an einem Campingplatz hat geli den gesamten „Check In“ in Schwedisch durchgezogen. Währen wir noch in der Schlange standen begegneten uns zwei A-Traktoren 4 mit einer übertriebenen Soundanlage, sodass wir nacheinander mit den entsprechenden Musikstielen erfreut wurden.
Am Stellplatz angekommen musste ich leider feststellen, dass mein Vorhaben den Wohnwagen rückwärts ohne Mover einzuparken nicht mit Erfolg abzuschließen ist. Also habe ich dann doch die Variante mit Mover gewählt und es bereits Minuten nach dem Beginn bereut. Man hätte den Tag auch unter das Motto „Rentiere und schon wieder Mücken“ stellen können. Nachdem der Wohnwagen an der richtigen Stelle angekommen war, noch die Stützen runter, Strom dran, Wassertaxi … und eigentlich sind wir fertig. Warum? Wenn wir nur einen Tag hier stehen, dann macht der Aufbau vom Vorzelt wenig Sinn. Und hätten wir das Vorzelt aufgebaut, wären wir ordentlich geduscht worden, denn schon beim Rangieren wurde es feucht von oben und nach erfolgreicher Abstützung konnten wir im Wohnwagen erst mal den Regenguss abwarten.
Für heute stand dann noch ein Freilichtmuseum 5 auf dem Plan. Dazu hatten die Jungs aber keine Lust, also sind geli und ich allein losgezogen, erst noch mal in den $-Store denn wir brauchten Plasta und auch für TobbY neue Socken, dann zu den Samischen Hütten, Tanken und in den ICA. Zu den Samischen Hütten gibt es nicht viel zu erzählen, denn diese „sog. Kirchenstadt von Avidsjaur ist einzigartig.“ Wie gestern schon berichtet ziehen die Nomadisch lebenden Samen zu den Kirchlichen Feiertagen in die Hütten. Dort finden dann Familienfester oder auch für die Jugend Wettkämpfe statt. Eine der Hütten war als wir dort waren, sogar aktuell bewohnt.
Zurück am Wohnwagen offenbart uns der Nick, das er der Liste der Reparaturbedarfe nach dem Urlaub noch etwas hinzufügen möchte, das Verdunkelungsrollo an der Sitzecke in Fahrtrichtung… Dort ist einer der Haken ab. Nach einer kurzen Recherche im I-Net scheint das aber öfters zu passieren und damit finden sich Ersatzteile, 3D gedruckte Ersatzteile sowie Druckdaten nach kürzester Recherche. Die folgend Bilder und damit die Bestätigung der Rechercheergebnisse gelangen, da am kommenden Morgen genau einer der Halter am Fliegengitter des Badezimmerfensters raus gefallen war 6.
Bleibt mir zum Ende des Tages nur noch eine Schote zu erzählen: in unserem Eisfach haben die Jungs beim Kochen noch Eis in der Geschmacksrichtung Kartoffelbrei gefunden.
- Die Startpanne mit der KI von Google habt ihr sicher schon gelesen, sonst hier. [↩]
- Teil II [↩]
- Warum eigentlich ich? geli hatte doch das Wohnwagentraining beim ADAC gemacht? [↩]
- darüber hatte ich schon mal 2022 berichtet [↩]
- das keins ist [↩]
- Damit sollte aber der Katastrophen Tag erst beginnen. [↩]























