Heute ging es wie gestern geplant nach Gedser, zum einen ins Eisenbahnmuseum und danach noch zu Dänemarks südlichstem Punk 1 . Dort gab es in den Jahren des kalten Krieges eine Marinebasis.

Aber wie immer der Reihe nach. Aufstehen, duschen und Frühstücken. Danach direkt aufbrechen um die knapp 41 km nach Gedser fahren. Dort ging es gleich zum Museum. Neben vielen alten Loks die man auch innen besichtigen und anfassen darf, steht auf dem Gelände auch der Stellwerkstrum aus dem Kultfilm “Die Olsenbande stellt die Weichen”. Das Stellwerk des Kopenhagener Güterbahnhofs, im Volksmund auch liebevoll “Det Gule Palæ” (“Das gelbe Palais”) genannt, wurde 2010 stillgelegt und sollte 2014 abgerissen werden. Olsenbandenfans und Eisenbahnfreunden aus aller Welt mit Unterstützung der Presse konnten den Abriss stoppen, bekamen aber die Auflage, dass der Turm an einen neuen Standort umziehen muss. Dieser Umzug wird in dem EG des Turms dokumentiert. Der Turm wurde als ganzes von einem Kran auf einen Tieflader und dann im Hafen von Kopenhagen auf ein Schiff geladen. Mit dem Schiff ging es dann nach Gedser und noch mal mit dem Tieflader bis zum Museum. 2 3 Dort angekommen wurde durch viele Ehrenamtliche und mit der Unterstützung örtlicher Handwerksbetriebe in einem Jahr der heruntergekommene Turm renoviert und kann jetzt besucht werden. Im ersten Stock hat man sogar die Requisiten aus dem Film eingebaut, auch wenn die innen Szenen nie in dem Turm gedreht wurden.

Gestern habe ich mich auf einen Schienenbusfahrt gefreut, denn im Internet 4 war der Fahrplan vom Museum mit angegeben. Leider mussten wir vor Ort dann feststellen, dass die angekündigten Fahrten im Juli und August gestrichen wurden. So konnten wir nur das Museum besichtigen und sind dann weitergezogen. Während wir im Museum waren, wurde eine Fähre be- und entladen. Durch den Zaum vom Museum kann man direkt in die Hafenanlagen schauen. Die Spuren in der man sich für die Beladung aufstellt waren richtig voll, denn heute ist Samstag und es ist in Dänemark Bettenwechsel. Dann kam die Fähre Rein und plötzlich schrieb geli in der Familiengruppe: „Irgendwer hat die Autos geklaut“.

Danach haben sind wir dann noch weiter gefahren zum südlichsten Punkt Dänemarks – Gedser Odde. Auf dem Parkplatz haben wir etliche Deutsche Autos gesehen, vermutlich sind viele die schon in Gedser eingetroffen, aber noch nicht für die Fähre Tickets haben nicht in den Hafen sondern noch mal an die Küste gefahren.

Die Steilküste hier sieht spektakulär aus, bricht aber aktuell jedes Jahr ein Stück ab. Gerade an der südlichsten Stelle existiert ein Besucherzentrum, eigentlich das ehemalige Kasernengebäude der Marinestation Gedser, unterkellert mit einem Bunker und seit der Auflösung renoviert und für die Kultur und den Fremdenverkehr hergerichtet. Die Marinestation war zu ihren Betriebszeiten noch um einige Gebäude größer und vor allem mit einem Radarturm ausgestattet. Dieser Vorgeschobene NATO Posten hatte zusammen mit dem Feuerschiff “Gedser Rev” und der nachgelagerten Funkabhörstation bei Gedesby 5 ein Mission im Machtspiel des kalten Krieges, wie in einer Sonderausstellung in dem Museum gezeigt wurde 6 .

Die Sonderausstellung widmet sich neben der Rolle im kalten Krieg auch der Situation 89. Für geli und mich war folgender, auch in dem Zeitungsartikel zitierte Beschreibung beeindrucken: Drei Tage später erreichte den Fährhafen von Gedser eine merkwürdige Nachricht: Die Fähre aus Warnemünde sei komplett voll. Zu voll, die angegebene Zahl der Pkw an Bord konnte nicht stimmen. Dann öffnete sich die Bugklappe. “Meine Fresse, so viele Autos!”, rief der Terminalleiter. Fünf Reihen nebeneinander, alles Trabis – “und als die ihre Zweitaktmotoren anwarfen, verschwand der Steuermann komplett im Nebel”.

Vielleicht sollte man auch noch erwähnen, dass seit der Auflösung der Kaserne auch der Küstenschutz etwas vernachlässigt wird 7 . Bisher war die Militäranlage durch Wellenbrechende Buhnen geschützt, dies versinken aber zusehends im Meer. Da die Steilküste hier auch abbricht, sind Teile der Marineanlage auch schon abgebrochen und das vormalige rote Hauptgebäude und der Radarturm wurden bereits abgerissen.

An den Wänden des Besucherzentrums war auch eine Tafel, die die beiden offshore Windparks vor Gedser ein wenig beleuchtet. Es ging auf der Tafel auch um die gerade von den deutschen Umweltschützern diskutierten Einflüsse auf die Flora und Fauna in der Ostsee. Während der Arbeiten zum Aufbau des Windparks werden Eingriffe in die Natur vorgenommen. Danach kehren die Tiere in den Bereich der Windparks zurück und da hier z.B. kein Fischfang betrieben werden darf, hat dort die Artenvielfalt zugenommen, denn viele Arten kommen nun zum Laichen dorthin. An den Fundamenten und den ausgelegten Steinen am Meeresboden haben sich neue Miesmuschelkolonien angesammelt. Es ist eine Art künstliches Riff entstanden, das auch anderen Fischen Schutz und eine Heimat bietet. Robben uns Schweinswale werden von den Anlagen nicht beeinflusst und halten sich in dem Schutzbereich auf. Und auch bei den Vogelschwärmen kann man beobachten, dass die Vögel gelernt haben, wo auf ihren Routen Windräder stehen und entweder den gesamten Windpark oder auch nur die einzelne Anlage einfach umfliegen.

Der Leuchtturm Gedser Fyrtårn 8 , an dem wir vorbeigekommen sind, kann man leider nicht besichtigen, denn die Gebäude, Turm und Leuchtturmwärterhaus sind inzwischen Privatbesitz, auch wenn das Leuchtfeuer noch aktiv ist. Zum Thema Leuchtturm muss ich noch ergänzen, dass zwischen unserem Stellplatz und dem Meer sich eine weiße Hütte befindet. Wir haben lange überlegt, aber inzwischen wissen wir, dass es sich um den Leuchtturm Stubbekøbing handelt, ein Querfeuer zur Markierung der Einfahrt aus dem Sortsø Gab in die schmale Fahrrinne zwischen Bogø und Falster für aus Richtung Westen kommende Schiffe 9 . Leider konnte ich dieses Leuchtfeuer aber nicht unter den bekannten Leuchttürmen der Leuchtturmfunker finden.

Danach ging es dann wieder zurück zum Wohnwagen, und unsere Planung ist 1 A aufgegangen. Zurück am Vorzelt war es darin zu warm, sodass wir einmal Lüften mussten. Noch während des Lüftens fing dann der Angekündigte Regen an, aber heute bleib alles dicht und wir wurden auch noch durch Tropfen von der Decke übermäßig genervt.

Da wir mit einem entsprechenden Wetter gerechnet hatten und gestern im Angebot einen Spitzkohl erstehen durften hieß es heute nicht den Grill anwerfen, sondern den Omnia. Also vorher wie bei den meisten Gerichten schnippeln und anbraten. Nachdem sich die Kinder mit geli in unterschiedlichen Kombinationen um die unterschiedlichen Aufgaben gekümmert hatten, schrie geli beim Anbraten plötzlich um Hilfe. Der große Omnia war nach 2/3 des Spitzkohles bereits voll. Vorschlag von TobbY, den Rest in den kleinen packen und dann auf 2 Etappen machen, passiert daheim oft genug, dass wir nicht mit einer Auflaufform hinkommen. Da die bereits fertig gewürfelten Kartoffeln aber komplett verbraucht waren mussten noch fix ein paar Kartoffeln gewürfelt werden. Dazu muss man sie Schälen und Nils, der es vorher gemacht hat, hatte die gleiche Erfahrung mit dem Gemüseschäler für die Kartoffeln gemacht wie ich die Woche, das geht nicht wirklich gut, wir sollten einen Kartoffelschäler mit in der Wohnwagenküche stationieren. Er hat alternativ von geli einen der neuen Fiskas Gemüseschäler bekommen und der ist so schön scharf, das in dem veganen Essen jetzt eine Scheibe TobbY 10 verkocht wurde.

  1. Gedser Odde []
  2. https://www.tag24.de/nachrichten/olsenbande-stellwerk-umzug-kopenhagen-gedse-remise-daenemark-fanclub-deutschland-158579 []
  3. https://www.olsenbandenfanclub.de/news/2014-10-14_stellwerk_det-gule-palae.php []
  4. http://gedserremise.dk/index.html []
  5. Dort steht noch die Hülle eines Funkturms, der aber bis heute nicht öffentlich besichtigt und die Unterlagen nicht eingesehen werden dürfen. []
  6. https://www.spiegel.de/geschichte/kalter-krieg-an-der-ostsee-die-kueste-der-spione-a-1183335.html []
  7. Nennt sich glaube ich Renaturierung. []
  8. Leuchtturm Gedser Odde []
  9. http://www.leuchtturmseiten.de/home.htm?0587 []
  10. Haut vom rechten kleinen Finger []

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