Was macht das Wetter ist die große Frage über dem Tag. Nach dem Aufstehen und dem Frühstück sollte es direkt los gehen, damit wir mit der Zeitplanung hinkommen. Ziel waren die Kreidefelsen, inzwischen nicht mehr so einfach zu erreichen, denn das gesamte Areal ist als Nationalpark eingestuft und man muss außerhalb parken und kommt nur noch mit dem Bus zum Besucherzentrum. Und da der Kreidefelsen immer weiter abzubrechen droht, hat man im April 2023 einen Skywalk in Betrieb genommen und man kann von gut 3 m über der ehemaligen Aussichtsplattform sich das Gelände anschauen.
In dem Kombiticket 1 für Parkplatz, Busshuttel und Eintritt in den Nationalpark ist auch die Erlebnisausstellung im Besucherzentrum enthalten. Leider ist nur zu der Zeit am Samstag an der wir dort angekommen sind, so gut besucht, dass wir hätten ewig warten müssen. Sie gewähren nur alle 8 min. 20 Personen Einlass. Also haben wir uns 2 entschieden, die Ausstellungen nicht zu besuchen sondern wieder den Bus zurück zu nehmen.
Zurück am Parkplatz ging es dann ins Auto und Aufbruch zur Rückfahrt, bis ein Verkehrsschild „Kap Arcona“ ausschilderte und wir uns spontan zu der Umplanung entschieden haben. Nicht noch versuchen sich den Fährhafen mit der großen Umspuranlage in Mukran anzuschauen, sondern lieber den nördlichsten Punkt von Rügen aufsuchen und die Leuchttürme besuchen.
Dort angekommen mussten wir wieder auf einen großen Prakplatz kurz vor Putgarten uns einfinden. Der Bereich Putgarten, Kap Arcona und das Fischerdorf Vitt sind eine „Autofreie“ Zone geworden. Mit der Arcona Bahn kann man sich dann vom Parkplatz bis zu den Leuchttürmen oder in den Ort Vitt bringen lassen. Angesichts der Zeit und dem geplanten Vorzeltabbau haben wir uns aber nur für den Besuch der Leuchttürme und der aussichtsplattform am Nördlichsten Punkt von Rügen entscheiden.
Als wir an dem alten, wieder aufgearbeiteten Leuchtfeuer vorbei gegangen und auf dem Weg zum Aussichtspunkt waren, fiel TobbY eine Delta Loop über dem Platz auf. Erst mal geschaut und abgeschätzt, dass es sich um eine Loop für 160m handeln muss. Dazu hatte ich im Hinterkopf, das irgendwann um diese Jahreszeit IOTA Contest und / oder Leuchtturm Wochenende sein müsset.
Auf dem Rückweg von der Aussichtsplatte haben wir vor einem der Gebäude einen OM mit Laptop und FT817 sitzen sehen. Ihn angesprochen kamen wir noch kurz ins Gespräch und er meinte, sie Funken dieses Wochenende IOTA Contest in Low Power mit 100 Watt vom großen Leuchtturm aus. Mit der Ausrüstung hätten sie in den Vergangen Jahren in der Low Power Klasse Platz 1 belegt 3. Für mehr hat unser Zeitansatz nicht gereicht und es ging mit der Bahn wieder zurück zum Parkplatz. Dort ins Auto und die 30 km nach Litzow, damit wir die nächsten Tage vorbereiten können.
Leiter ist man als Camper vom Wetter abhängig und so mussten wir ca. 10 km vor Litzow alle Pläne über den Haufen werfen, denn dort begann es nicht zu regnen sondern zu schütten. Der Regen war am Wohnwagen dann so heftig, das als erstes Nick mit Regenjacke auf der richtigen Seite hinten sitzend aus dem Auto gesprungen ist, um die Vorzelttür zu öffnen und uns alle Trocken ins Vorzelt zu lassen. Nils hat noch im Auto die Seite gewechselt und so bleib dann nur mir der Lange weg durch den Regen, und Rennen war bei dem Wasserstand zu gefährlich.
Also mal wieder eine Planänderung. Wir haben zwar die Stühle in den Wohnwagen verladen, aber alles andere mussten wir verschieben. Laut Regenradar soll es bis morgen früh Trocken bleiben und wir können hoffentlich das Vorzelt einigermaßen trocken abbauen. Da der Regen nicht nur Regen sondern auch Gewitter Bestandteile enthielt, wäre selbst bei abgestimmter Antenne an eine QSO mit dem Leuchtturm nicht zu denken gewesen.
Jetzt um 18:00 könnten wir loslegen aber gleich wollen wir aufbrechen zu Störtebeker und hoffen die Veranstaltung im Trockenen genießen zu können.
Und wir konnten genießen, denn der Wettergott meinte es gnädig mit uns im Gegensatz zu meinem Bauch, der mich irgendwie seit dem Begin der Veranstaltung ein wenig pisakt. Aber davon lässt sich TobbY nicht die Veranstaltung versauen. 18:45 Uhr Start zur Bushaltestelle am Ende der Steilen Straße zum Campingplatz. Von dort ging es dann zwei Stationen bis Ralswiek Ort, direkt an der Fressmeile. Die Busfahrer für die Busse zu Störtebecker haben alle ein bisschen Erfahrung mit den Gästen und dem Wiederfinden der Busse, also hat unser uns beim Aussteigen darauf hingewiesen, das er uns auch wieder abholt und heimbringt. Wir sollen uns sein Nummernschild merken, er habe die 1122.
Und tatsächlich, für die Heimfahrt haben wir den Bus schnell und ohne Probleme wiedergefunden, aber bis dahin vergehen erst mal noch 3 h. Wie geplant sind wir dann auf die Fressmeile und geli und TobbY haben sich je zwei Fischbrötchen 4 gegönnt, während Nils den Chinamann und Nick die Curry Wurst gegessen hat. Während wir noch gemütlich auf der Bierbank sitzen und unser Abendessen verspeisen schreit geli plötzlich auf: „Da ist doch Doreen.“ Welche Doreen schießt es mir durch den Kopf und dann … doch nicht die Frau von Marco? Aber wo ist Marco? Also fix aufstehen und guten Abend sagen. Dabei ist dann herausgekommen, Reni ist mit ihren Arbeitskolleginnen hier und Marco darf daheim den Hund Sitten.
Noch fix ein Bild und dann ging es für uns rein und auf die Plätze, was sich leider nicht ganz Einfach erwies. Wir hatten die Plätze in der Mitte einer Reihe und aus der Reihe waren als wir angekommen sind schon fast alle da, sodass wir uns egal von welcher Seite durchmogeln mussten.
Die Vorstellung war wieder spitze, die Kulissen waren noch eine Nummer mächtiger und Beeindruckender als in den vergangenen Jahren. Das Feuerwerk am Ende war wie immer und Lippi durfte 4 Titel der Ostrock Bands Karat / Puhdys und City zum Besten geben. In der Pause hat sich der TobbY ein Radler gewünscht und Nick konnte so den diesjährigen Becher „käuflich“ erwerben.
Wieder zurück in Liezow musste der Nils den Papa noch herausfordern, sodass beide im Schulschritt den Berg hoch gehen wollten. Kurzzeitig lag sogar Papa vorn, aber die Kondition hat ihn an der vorletzten Straßenlampe ausgeschert. Nils hat hinterher gestoppt, Papa war incl. PP nur 2 Minuten langsamer am Wohnwagen, Nick incl. PP 3 Minuten und Mama außer Konkurrenz sogar 5 Minuten. Sie brauchte zwei zusätzlichen Konditionsstopps unterwegs.
Dann sind alle ins Bett, da es am nächsten Tag recht früh los gehen sollte. Die Fähre war für 11:15 Uhr gebucht, die voraussichtliche Fahrzeit mit dem Gespann hatte die Reiseleitung mit 2h angesetzt, sodass Aufbruch auch spätestens 08:30 Uhr gesetzt war.



















