Aber auch ein Kulturtag fängt ganz klassisch an … mit mal wieder verschlafen. Nachdem es bereits ganz früh zur ersten Runde auf den Pott ging 1 ist TobbY, da für heute Kulturprogramm angesagt ist, nicht gleich am Funkgerät eingerastet sondern noch mal im Bett verschwunden. Dort wieder eingeschlafen ging es dann erst spät hoch und nach dem Aufstehen drückte eine zweites Ei. Das wäre alles nicht weiter erwähnenswert, wenn sich diese zweite Runde heute nicht zu einem interessanten Spaziergang ausgedehnt hätte. Als wie immer zum Mittleren Servicehäuschen gegangen und schon beim Einbiegen an der Frauentoilette das Schild der Putzkolonne hängen gesehen. Dann brauch man eigentlich gar nicht weiterlaufen, denn bisher hat es von uns noch keiner erlebt, dass man sinnvoll warten konnte.
Also ging es weiter zu dem Service Häuschen in Richtung der Ausfahrt vom Platz. Dort waren aber alle stillen Örtchen besetzt sodass nur noch der Weg zum dritten Service Building in Richtung Nordsee übrig blieb. Dort waren noch einige „Thronsäle“ frei und man konnte sich erleichtern. Während so einer Sitzung kann man aber die Gespräche der andere verfolgen und die waren dieses mal recht interessant. Es kamen überraschend zwei norddeutsche rein, und begutachteten den noch freien Thronsaal. Dort muss aber das Papier aus gewesen sein, was von den beiden als „geht ja gar nicht“ kommentiert wurde. Da sind wir aus anderen Ländern doch schon einiges anderes gewohnt.
Nach einem späten Frühstück ging es dann so gegen Mittag los, 21 km bis zum Vikingerdorf. Dort angekommen war TobbY ein wenig überrascht, das bereits vor dem Ort eine Wiese zum Parkplatz umfunktioniert worden war. Unsere geübte weibliche Reiseleitung geli war aber auch für diese Thematik bestens vorbereitet und teilte den erstaunten Mitfahrern mit, das dieses Wochenende in dem Museumsdorf neben dem Dorfleben auch noch ein Vikingermarkt gastiert 2 . Dieser Markt hat die örtlichen Gewerke durch die zugereisten Handwerker mit ihren Waren um einiges aufgewertet.
Naben den Händlern gab es auch eine Reitertruppe die gegen 14:15 eine Show veranstalteten nachdem um 14:00 Uhr zuvor die Wassermühle in Betrieb war. Warum sind die Zeiten noch so präsent? Weil danach der Nick mal wieder seinen großen Auftritt hatte. Geli ist mit einer Pullover Jacke losgezogen, TobbY in einem Poloshirt mit übergezogener Weste und der Nick in einer Strickjacke und hatte zusätzlich noch seine Grüne Jacke mit. Über den Nils brauchen wir nicht weiter sprechen, T-Shirt und kurze Hose, dazu Turnschuhe, aber leider das Paar in dem die Einlagen nicht eingelegt waren 3 . In dem Dorf war es aber überwiegend so warm, das Nick seine Jacke nicht brauchte und daher eher um den Bauch gebunden getragen hat.
Nun was ist passiert? Nils und Nick haben sich auf die Reiterspiel gefreut und sich bereits verabschiedet um sich einen guten Platz in der Arena zu sichern. Geli hat sich dazu gesellt, während TobbY noch ein wenig der Glasperlen Macherin und ihrem Lehrling zugeschaut und ihnen Löcher in den Bauch gefragt hat 4. Leider hat der Lehrling den Versuch einer grünen Perle, die laut seiner Meisterin die schwerste ist, versaut. Rohes Glas für die Glasperlen wurde zur Zeit der Wikinger bereits aus Italien importier. Die Wikinger hatten die notwendigen Handelswege bereits aufgebaut. Die Glasherstellung aus Sand in Dänemark selbst war noch nicht ausreichend weit entwickelt da wohl vor allem auch die notwendigen Zuschlagsstoffe fehlten.
Danach ist auch TobbY dann auch zu den Reiterspielen gegangen, hat seine Familie nicht direkt gefunden und sie haben sich erst nach der Show wieder zusammengefunden. Dann kam der Nick gleich angelaufen und hat TobbYs Hand zu seinem Ohr geführt und wollte sich die Ohren lang ziehen lassen. Warum hat der TobbY am Anfang wirklich verstanden. Dann hat der Nick in Anwesenheit von geli gebeichtet. Er hat seine Jacke auf dem Gelände des Marktes verloren. Erst mal haben wir alle geschaut, ihn gefragt wo er sie den hat liegen gelassen und wo wir schauen sollten. Aber es war nichts zu finden. Also sind geli und die Jungs zu der Aufsicht vorgelaufen und haben bescheid gegeben, TobbY ist zurück zur Mühle und hat dort den Müller gefragt.
Als man sich wiedergetroffen hatte gingen wir das Thema noch mal etwas konzentrierter an. Nils wurde befragt, da er ein Foto von Nick gemacht hatte, nachdem wir alle aus der Mühle raus waren. Dort hatte der Nick die Jacke noch … Also wollten wir Systematisch dort mit der Suche starten, geli hat aber glücklich die Jacke auf dem weg dorthin am einem der Zelte hängen gesehen. Also mussten die Jungs noch mal vor und beim Team bescheid geben, das die Jacke wieder da ist und TobbY hat bei der Mühle Bescheid gegeben, das die Jacke wieder da war. Und ab sofort musste der Nick, auch wenn es eigentlich viel zu warm war, die Jacke tragen damit sie nicht noch mal verschwindet.
Auch wenn die Ereignisse nicht chronologisch so abgelaufen sind, sollen die Erlebnisse bei den beiden Schmieden Thematisch zusammengefasst werden. Den ersten Schmid den wir gesehen haben, war ein Schmied in deiner festen Hütte, der wohl zu der üblichen Mannschaft der Museumsanlage gehörte. Bei den ersten Schlägen hatten wir noch nicht wirklich raus, womit er sich gerade beschäftigt hat, dann wurde der Ring aber immer deutlicher erkenn bar. Was wir noch nicht wussten, der Ring gehört zu einem zweiteiligen Zelthering, der wegen des doch stärkeren Windes genutzt wurde, um die Leinen und Seile zu schonen. Als der Ring fertig und in den Hering ein geschmiedet war hat der Schmied den Ring mit dem Hering noch mal hoch erhitzt und in einem Ölbad abgeschreckt. TobbY kannte diese Variante bisher vor allem zum härten des geschmiedeten Materials, hier ging es aber um „Rostschutz“. Es wurde Rinderfett (Speck) verwendet, das bei den Temperaturen des geschmiedeten Werkstückes in Flammen aufging.
Neben dem Schmied in seiner Hütte gab es auch noch einen Schmidt mit einem mobilen Schmiedefeuer in einem der Zelte. Im Gegensatz zu der Schmiede in der Hütte, die einen festen Blasebalg mit Hebelbedienung hatte, hatte das mobile Schmiedefeuer zwei kleineren Blasebälgen am Tisch montiert. Diese durften auf Anweisung auch die beiden Jungs bedienen und es fiel ihnen nicht leicht, einen gleich mäßigen und nicht zu starken Luftstrom für die Holzkohle zu erzeugen. Außerdem durfte TobbY auch diesem Schmidt wieder „Löcher in den Bauch Fragen“ 5 . Auf die Frage wie denn in der Wikingerzeit das notwendige Roheisen gewonnen wurde wusste der Schmied einiges zu erzählen. Die Wikinger haben das Roheisen nicht durch schmelzen des Eisens gewonnen, denn dazu waren sie noch nicht in der Lage gewesen. Roheisen wurde gewonnen in dem die Beimischungen verbrannt bzw. geschmolzen wurden. Das heißt aber auch, dass das Roheisen bei weitem nicht den Reinheitsgrad hatte wie heutiges Eisen bzw. Stahl. Das Roheisen wurde dann durch Schmieden, also durch Erhitzen und Falten komprimiert und in der Härte verbessert. So wurden dann aus 4 kg Roheisen am Ende 2 kg verarbeitbares Eisen für Äxte oder Messer.
Eine weiteres recht häufig in dem Dorf und auf dem Markt vertretene Gewerk waren die Färber. Gefärbt wurde bei den Wikingern nur mit Pflanzen. Auch wenn man sich die Pflanzen nicht alle merken konnte, so ist doch für Braun das Wallnussblatt aus der Erfahrung in Iserlohn im Gedächtnis geblieben. Genauso blieb in Erinnerung, das für Rot Rost , also Eisen mit verwendet wurde und für Grün Gelber Stoff mit Rost wieder umgefärbt wurde. Rot allein sowie Blau sind mit Pflanzen nur sehr aufwändig herzustellen und waren deshalb sehr teure Farben und Stoffe.
Zum Abschluss des Besuches haben wir noch ein wenig einer Gauklertruppe gelauscht und sind dann aufgebrochen nach Nørre Nebel. Dort war der übliche Einkauf angesagt und da der Netto in Ringkøbing unseren Bedarf an schönen Fiskas Messern 6 nicht mehr decken konnte, wollten wir dort noch mal schauen. Außerdem ist die Pechsträhne mit Defekten in diesem noch nicht vorüber. So hatte TobbY beim Salat machen festgestellt, das der Keramik Sparschäler in der Keramik gebrochen und somit nicht mehr einsetzbar ist. Und in dem Fiskas Angebot gab es auch noch einen Sparschäler, der nun unseren Werkzeugbedarf wieder vervollständigt hat. Außer dem Netto haben wir noch im SuperBrugsen reingeschaut und auf dem Heimweg in Hvide Sande den Fakta angesteuert. Aus der Werbung wussten wir dass im Fakta die Maiskolben für den Grill, die uns im vergangen Jahr schon gut geschmeckt hatten im Angebot für 4 Kr. sind und damit war der Stop gesetzt.
Wieder zurück am Camping Platz mussten wir feststellen das zwar das Vorzelt dem Wind bisher standgehalten hat, aber wir die Sturmbänder etwas fester zurren sollten. Mal schauen wie das jetzt die Nacht über wird.
Während die Sippe sich erst mal um den Abwasch bemüht hat, ha TobbY im Vorzelt die Funkstation wieder in Betrieb genommen. Und etwas sich gestern schon anfing abzuzeichnen schien dann leider wahr zu werden, das Netzteil des Laptops wollte nicht mehr. Gemessen was das Netzteil noch bringt, aber wie heißt es so schön, wer viel misst, misst Mist. Und so scheint es auch hierbei zu sein, Nils hat ja TobbY’s alten Laptop, auch einen HP und dann haben wir mal die Netzteile getauscht und siehe da, bei Laptops laden und das Thema da ist wohl ein Netzteil gestorben gehört wohl erst mal der Vergangenheit an.
Bleibt vom Abendessen nur eins noch zu berichten: Die Pizza war lecker, auch wenn das 4 Stück gemeinschaftlich versaut wurde und der Nick hat beim Aufwaschen festgestellt, das TobbY mit dem neuen Gurkenschäler zwar irgendwie die Gurke geschält hat, aber eigentlich sich erst durch die Schutzfolie gearbeitet haben muss, da diese noch beim Abwasch auf dem Schäler war und erst duch ihn runter gekommen ist.
Soweit für heute, guten Flug bei dem Wind und bis morgen
- wie schon geschrieben gönnt sich auch TobbY nach dem ins Bett gehen den Luxus der Wohnwagentoilette für die Nachtzeiten zum Pullern [↩]
- https://www.levendehistorie.dk/veranstaltungen/visningsside?Action=1&NewsId=545&M=NewsV2&PID=4725 [↩]
- man muss aber sagen selber schuld [↩]
- interessant in dem Dorf wurde sehr viel mit Holzkohle gemacht, sogar ein Köhler war dabei, aber zu kaufen gibt es sie hier in keinem Supermarkt [↩]
- für die Jungs waren die Gespräche auf Englisch, die zwar auch bei TobbY den eingerosteten Wortschatz mal wieder deutlich machten, doch noch zu viel [↩]
- Die Messer hatten wir im letzten Jahr kennen und lieben gelernt [↩]




























