Am letzen Tag hier in Dresden hatten wir noch Karten bzw. Einlasszeiten für das Hygienemuseum erhalten. Und von gestern war ja noch der Besuch der Bergbahn offen. Der heutige Tag begann aber mit besserem Wetter und sogar Sonnenschein. Nils ist mit dem Fahrrad schnell zum Becker gefahren und nach dem Frühstück haben wir die Entscheidung getroffen, das schöne Wetter so zu nutzen, das wir nicht erst ins Museum gehen und dann schon im Dunklen mit der Bergbahn fahren sondern das wir erst mit der Bergbahn fahren und dann ins Museume gehen. Diese Entscheidung hätten wir nur etwas früher treffen sollen denn so blieb uns an der Bergstation gerade eine Bahn Zeit um durch die Ausstellung zu gehen und Fotos vom Dach zu schießen.

Aber zurück zum Campingplatz: nach dem Frühstück haben wir uns also entschieden direkt mit den Ausflügen zu beginnen und sind aufgebrochen und heute über das blaue Wunder gefahren, da die Talstation in unmittelbarer Umgebung 1 im Stadtteil Loschwitz liegt. Die Schwebebahn 2 ist vom gleichen Erbauer wie die Schwebebahn in Wuppertal ( Eugen Langen ) 3 . Sie führt in 4,5 min. von Loschwitz nach Oberloschwitz und überwindet dabei 84 Höhenmeter.

An der Bergstation gibt es eine kleine Ausstellung zur Seilbahn, der Geschichte und Technik, die wir aber in Anbetracht des etwas ungeplanten Zeitplanes nur im Schnelldurchlauf erleben konnten. Der Blick vom Dach der Bergstation ins Elbtal ist beeindruckend und soll euch auch ein bisschen an dem Urlaub Teil haben lassen. Leider mussten wir schon nach einer Bahn uns wieder auf die Talfahrt begeben, aber sonst hätten wir unser Einlassfenster zur Ausstellung im Hygienemuseum verpasst, Coronaregeln sei dank.

Erlaubt mir bitte noch ein paar Worte zu den Corona Regeln, vor allem zu der von mir als Makenfasching bezeichneten Maskenpflicht. Prof. Dr. Wieler, Präsident des RKI hat angesichts der heutigen Zahlen eine Pressekonferenz abgehalten und noch mal eindrücklich auf die AHA+L Regeln 4 hingewiesen. Ich bin zwar selbst kein Freund der Altagsmasken und bevorzuge den Abstand, denke aber das gerade in Bereichen wo ich die Leute nicht kenne und den Abstand nicht sicher einhalten kann, ich mich wenn auch ungerne an die Regeln halten sollte.

Und das ist mir bei der Talfahrt 5 in mehrfacher Hinsicht aufgefallen. Da stand in der Warteschlange eine Familie, die große 6 Tochter war ein Kinnatmerin, Mutter hat sich für die Maske geschämt, sie weggelassen und dann kurz vor dem Einsteigen verschämt mit wegdrehen aufgezogen und die kleine Tochter hatte zusmindest in der Schlange auch keine an. Währen der Fahrt war der Wagen recht voll und wir hatten in dem Abteil noch eine zweite Familie sitzen, die aber alle anstandslos ordentlich Masken getragen haben, aber im Abteil unter uns schwang der Großvater große Reden über die weitere Tagesplanung, die Maske unter der Nase und der Rest der Familie ihre Maske sonst wo. Für mich ist die aktuelle Entwicklung damit nicht weiter verwunderlich und ich fürchte fast, wir werden von der Politik mit einem erneuten Lockdown versucht auf Kurs zu bringen. Ich denke aber auch, das wir weit mehr erreichen könnten, wenn man nicht alles mit Gesetzen und Regeln durch drücken will, sondern die Menschen in der Situation abholen würde und Ihnen Ihr Verhalten erklären würde, aber das verhindert schon das Präventionsparadox 7 .

Ich denke ich sollte aber mal zurück zum Thema kommen, wobei die aktuelle Situation vielleicht auch die Entscheidung zum Besuch des nächstes Museums geführt hat. Was ich nicht wusste, das Hygiene Museum 8 9 ist schon recht alt, vom Erfinder des ODOL, Karl August Ferdinand Lingner 10 1912 als „Volksbildungsstätte für Gesundheitspflege“ gegründet und indirekt der Vorgänger der BZgA. In der DDR erfüllte das Museum  gesundheitsaufklärende Aufgaben, ein ehemaliger Angestellter der in den Westen ausgewandert war gründete das Deutsche Gesundheits-Museum in Köln, aus dem 1967 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervorging.

Dies und viel mehr über den Menschlichen Körper und seine Organe haben wir in den aktuell zugänglichen drei 11 Räumen der Dauerausstellung der Mensch gelernt. Für den technisch interessierten Betrachter interessant war auch noch das Röntgengerät, eins der ersten Ausstellungstücke, aus der Jahrhundertwende des 20ten Jahrhunderts. Dies war bis ende des 20ten Jahrhunderts noch im Einsatz obwohl alle Anschlüsse und sogar die Röntgenröhre offen und ohne Schirmung eingebaut war.

Bevor wir aber ein Einlassfenster für die Dauerausstellung Mensch hatten, hatten wir ein Einlassfenster für die Ausstellung Gefängnis, die über das Leben in und die Probleme während sowie nach einem Gefängnisaufenthalt berichteten.

Nach dem Museumsbesuch haben wir über das Abendessen am letzen Abend beraten und uns dann entschieden doch am Camplingplatz selbst wieder die Grillzange zu schwingen. Zum einen sind die Auflagen für Restaurantbesuche auch in Dresden strenger geworden 12 zum anderen waren noch Reste der Salate von gestern übrig und da am Wochenende Funkwettkampf ist keiner diese essen würde … Also haben wir uns auf den Weg zurück zum Camping Platz gemacht und unterwegs bei Netto / LIDL angehalten um noch ein bisschen Grillgut nachzubeschaffen. In Thüringen wäre das auch kein Problem gewesen, aber hier in Sachsen ist die Grillsaison wohl schon beendet.

Während also geli noch mal fix einkaufen war, sind die drei Jungs im Auto sitzen geblieben. Leider haben die beiden jüngeren sich so dermaßen zerfleischt und für Unruhe gesorgt, das sich TobbY nach dem Verlassen des Parkplatzes zu einer unbedachten Äußerung hat hinreißen lassen. Er meinte: “am liebsten würde ich die Jungs morgen vergessen”. Diese Aussage sorgte am Campingplatz noch mal für ein größeres Problem, da Nick diese Aussage für bare Münze genommen hat und aus Angst vergessen zu werden, das Auto nicht verlassen wollte bzw. als geli ihn in Unkenntnis des Problems aus dem Auto gehoben hatte, den Türgriff mit beiden Händen umklammerte, damit er ja nicht vergessen wird. Jetzt musste Papa ran und ihn erst mal in den Arm nehmen und beruhigen, das er doch zur Familie gehört und keiner irgendwo zurückgelassen wir.

  1. 400 m []
  2. https://www.dvb.de/de-de/entdecken/bergbahnen/schwebebahn/ []
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwebebahn_Dresden []
  4. Abstand, Hygiene, Altagsmasken und Lüften []
  5. Bei der Bergfahrt war der Wagon fast leer und wir hatten ein Abteil für uns, auch wenn die Abteile nicht baulich getrennt sind. []
  6. auch in der Körpergröße groß []
  7. https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/praeventionsparadox/ []
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Hygiene-Museum []
  9. https://www.dhmd.de/ []
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_August_Lingner []
  11. von normal sieben []
  12. Inzidentzahl > 35 / 100.000 Einwohner []

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