Bis 15:00 Uhr haben wir Zeit aufzubrechen. Da wir aber noch gut 300 km Fahrt vor uns haben bis zum nächsten Campingplatz in Osby und dort auch wieder das Zelt aufstellen müssen, sollten wir nicht allzu spät aufbrechen. Geli hatte gestern Abend als ich die Fahrräder verladen hatte bereits die Wäschekisten sortiert und fertig gepackt. Nur leider ist von der Gewichtsverteilung die Küchenkiste am Wichtigsten und die brauchen wir noch zum Frühstücken. Nach dem Aufwachen haben wir also begonnen die Isomatten einzurollen, die Feldbetten abzubauen und gleichzeitig Frühstück vorzubereiten. Da irgendwie aber eine Reserveklappbox auch beladen war, stimmten plötzlich die Stellplätze auf dem Anhänger nicht mehr. So wurde beim Laden umsortiert und das Zelt bekam einen neuen Platz im Kofferraum, sodass der Innenspiegel seinen Nutzen komplett verloren hatte.

Als wir eigentlich schon fast fertig waren mit dem Abbau schrie der Nick plötzlich, da ist Wasser im Kofferraum. Nur leider war es kein Wasser sondern WD40. Die Schutzkappe war irgendwie abgerutscht und eine Kiste die dann darauf gestellt wurde hat dafür gesorgt, dass sich die gesamte Dose ausgesprüht hatte. Gott sei Dank hat sie sich erst nur in der gelben Postkiste versprüht und anschließend ist sie in die Kofferraumwanne gelaufen und der Teppich vom neuen Auto ist verschont geblieben.

Nachdem alles Beladen und der Anhänger am Auto angeschlossen war konnten wir sicher sein, dass die Reparaturversuche der Anhängerelektrik erfolgreich waren. Es blinkten alle Lampe wieder und auch das Auto hatte zur Anhängerelektrik nichts mehr zu beanstanden.

Was kann man über die Fahrt sagen. Sie war entspannt, aber wichtig ist zu beachten, wenn man mit dem Tempomaten und einem Schaltfahrzeug in bergigem Gelände unterwegs ist, sollte man die Drehzahl im Auge behalten. Ansonsten kann es ganz schnell passieren, dass man am Berg verhungert. Die erste Hälfte, der nach Südosten gerichteten Strecke ging entlang der 180 durch den Wald, die zweite Hälft dann über die E 4, die Teilweise eine gut ausgebaute Autobahn war. Hier habe ich auch zum ersten mal ein Geschwindigkeitsbegrenzung mit 120 erlebt. Die Geschwindigkeiten mit denen hier gefahren wird sind für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Auf einem zweispurigen Stück wurde ich von einem Boot überholt, an Busse oder LKW’s bin ich meist eh nicht ran gekommen, aber deshalb gibt es auf der 180 scheinbar eine ausführliche Geschwindigkeitsüberwachung mit Fotodokumentation.

Am zweiten Zeltplatz in Osby angekommen konnten wir sofort einchecken. Hier gibt es W-Lan nicht vom Campingplatzbetreiber sondern von einem extra Anbieter. Die Woche für 10 USD. Die Stellplätze sind durchnummeriert, zwischen zwei Stellplätzen befindet sich jeweils die Steckdose für die Stellplätze mit eigener Sicherung. Also habe ich mich mit dem Einparken des Anhängers an der Sicherung orientiert. Kaum waren wir dabei den Anhänger so abzustützen, dass man auch rein klettern kann um ihn zu entladen meldete sich unser Nachbarin von hinten. Eine klassische Dauercamperin wie sie im Buch der Vorurteile zu finden ist. „Sie müssen aber zwischen den einzelnen Wohnwagen / Anhängern mind. 4 m Platz einhalten, das ist in Schweden so Gesetz. Ich bin das ganze Jahr hier und ich kann ihnen sagen, da kommt die Feuerwehr und kontrolliert. Außerdem arbeite 1 ich auf dem Zeltplatz mit und ich muss das ja wissen.“ Da die Stellplätze am anderen Campingplatz, der bekannter maßen auch in Schweden lag, diesen Abstand gar nicht her gaben hat geli mal recherchiert und heraus gefunden, das es nur ein Empfehlung ist.

Ich habe also in Ruhe die Aufstellfläche unseres Zeltes analysiert und mich dann Gott sei dank entschieden, das Zelt noch mal um 90° zu drehen. So können wir vor dem Zelt im Schatten sitzen. Und frech wie ich in so einem Fall nun mal bin, habe ich unser Zelt jetzt genau vor Ihren Sommersitz gestellt. Sie hat vor ihrem Wohnwagen eine große mit Holz ausgelegte überdachte Treasse mit Zaun und Windfang 2 . Nach dem Zeltaufbau habe ich dann unseren Anhänger mit den Fahrrädern drauf auch noch die geforderten 4 m vom Nachbarn weg gestellt, so dass jetzt das Zelt nebst Anhänger uns von Ihr vollständig abschottet. Beim wieder Aufbau des Zeltes habe ich mitbekommen, das nicht nur die Zeltbahn durch den Zusammenstoß mit dem Wohnwagen Schaden genommen hatte, sondern dass auch eine Kunststoffecke so massiv angerissen ist, das wir sie nach dem Urlaub austauschen sollten 3 .

Nach dem Zeltaufbau sind geli und Nick fix einkaufen gewesen während Nils planschen war und Papa Siesta gemacht hat. Dann wurde das Abendessen angefangen und ja und als Papa dann mit dem Abwasch begonnen hatte ist die Sonne unter gegangen und man merkt, dass man hier gut 250 km südlicher ist. Die Sonne verschwindet hinter dem Horizont und ca. eine Stunde später ist des dunkel.

  1. helfe trifft es wohl besser []
  2. Natürlich in Richtung See mit Fenster, aber da stehen jetzt wir []
  3. Oder sind das alles Zeichen, das wir es unseren Freunden nachmachen sollten und für’s nächste Jahr aufrüsten? []

1 Comment

  1. Mit welchem Wohnwagen seid Ihr denn zusammengestossen.? Naja zu Hause könnt Ihr dann die grosse Teppichreinigungsorgie starten. Papi hat nicht umsonst eine Schutzfolie im Kofferraum.

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