Die erste Nacht im Wohnwagen, für TobbY mit seiner Atemhilfe wäre überstanden. Es ging besser als erwartet, aber schlechter als daheim. Irgendwie ist die Luft trotz Heizung kühler und damit werden kleine vom Gerät nicht mal detektierte Undichtigkeiten am Übergang Luftschlauch Nase zu einem empfindlich kalten und störenden Wind im Gesicht. Aber irgendwie geht es dann doch …
Ursprünglich sah die Planung vor, dass Nils gegen 07:30 Uhr beim Bäcker sein sollte, damit wir möglichst pünktlich um 09:00 Uhr zur Öffnung des Museums in Sinsheim sind. Leider haben wir aber alle keinen Wecker gestellt und somit ein bisschen Verschlafen.
Nach dem Aufstehen mussten wir im Vorzelt erst mal feststellen, dass es im Vorzelt regnet und TobbY’s Stuhl über Nacht feucht, nahezu Nass geworden ist. Also hat Nils, der als letzter ins Bett geht jetzt den Auftrag bekommen, die Heizung vor dem Verlassen des Zeltes abzuschalten und noch mal durchzulüften, damit es am nächsten Morgen nicht so viel Kondenswasser an der Decke gibt. Außerdem fiel TobbY ein, das wir das Problem schon mal hatten, und das wir dem am besten begegnet sind, indem wir die Zeltwand mit einem Fensterputzer abgezogen haben. So kommt der Regen einmal kontrolliert und stört danach nicht weiter.
Nach dem Frühstück sind wir dann aufgebrochen und mit gut einer Stundeverspätung um 10:12 Uhr auf den Parkplatz des Museums eingebogen. Woher weiss ich die Zeit so genau, weil das Technik Museum auch moderne Technik auf seinem Parkplatz einsetzt. Was meine ich damit? Wenn man auf die Schranke zufährt, wird das Kennzeichen erkannt und auf dem Monitor angezeigt, zusammen mit der Uhrzeit, wann man auf den Parkplatz gefahren ist.
Gleich nach dem Bezahlen, wollten wir das Museum betreten, sind aber an einer Gruppe vorbeigekommen und diese umringten zwei U-Boot Fahrer, die ein wenig über die Deutschen Nachkriegs U Boote berichteten. Alles kann ich leider nicht wiederholen, was ich aber sehr interessant fand, und was mir daher im Gedächtnis geblieben ist, war die Information über die U-Boote, ihren Einsatzzweck und Ihre Besonderheiten. Die Deutschen durften nach dem Beitritt zur Nato wieder U-Boote bauen, aber nur bis zu einer Wasserverdrängung von50 to. Die Boote sollten fast ausschließlich in der Ostsee eingesetzt werden, denn durch die geringe Tiefe von überwiegend weniger als 30 m ließ sich mit den Großen Taktischen Nuklear angetriebenen U-Boten der westlichen Siegermächte in der Ostsee nicht operieren. Und wenn man sich dazu die Karte der Ostseeanrainer aus der Zeit des kalten Krieges anschaut, dann wird klar, warum diese besondere Aufgabe den Deutschen zugedacht wurde. Die Boote sollten in zwei Linien den Durchbruch eines russischen Angriffes auf dem Seeweg in den Nato Bereich verhinden.
Das in den vergangenen Jahren nach Sinsheim gebrachte U-Boot aus den wieder Anfängen der deutschen U-Boote ist wahrscheinlich auch das letzte Boot, was in einem Inländischen Museum ausgestellt werden kann, denn die nachfolge Boote sind alle noch etwas größer und somit für den Straßentransport nicht weiter geeignet.
Die kleinen, konventionell angetriebenen Boote der Deutschen haben aber auch einige Vorteile, denn zum einen können Sie sich in der Ostsee super verstecken. Die Wasserschichtung in der Badewanne Ostsee lenkt die Sonarsigale so weit ab, dass es für einen guten Kapitän möglich ist, sich vor der Luftaufklärung zu verstecken. Der zweite Vorteil liegt in dem konventionellen Antrieb der Boote. Dieser ermöglicht getaucht ein Manöver, das sich Schleichfahrt nennt. Und mit dieser Fähigkeit hat es jeweils ein Deutsche U-Boot in Manövern Verbände der USA aufgemischt und konnten sogar einen Flugzeugträger oder ein Schlachtschiff aufbringen.
Interessant war auch die Erklärung, wie die U-Boote tauchen. So gibt es zwei Tauchmanöver, die beide notwendig sind, aber auch gänzlich unabhängig voneinander ausgeführt werden können. Zwischen Über- und Unterwasserfahrt muss als erstes statisch abgetaucht werden. Dafür werden die Tauchkammern geflutet und das Schiff sinkt unter die Wasseroberfläche ab. Von dort kann dann dynamisch weiter getaucht werden, dazu wird mit einem Tiefenruder im Vortrieb die Tauchtiefe verändert. Der Auftauchvorgang erfolgt nahezu in umgekehrter Reihenfolge. Bis unter die Wasseroberfläche in Steigfahrt kommen und anschließend die Ballasttanks mit Druckluf an- bzw. ausblasen.
Auch erzählten die beiden U-Bootfahrer über das Training und die Vorbereitung zu einem Notausstieg und warum auch ein U-Boot eine Rettungsinsel mitführen muss.
Nun ging es aber rein ins Museum, wovon ich nicht so viel berichten werde. Das Museum besteht in Sinsheim aus aktuelle 2 Hallen, einem Freigelände und einige Flugzeugmodelle oberhalb der Hallen.
Gerade hier in Sinsheim sind in der Ausstellung vor allem sehr viele verschiede Fahrzeuge, und da die Fahrzeugentwicklung gezeigt werden soll, auch etliche Militärische Fahrzeuge, sowohl aus der Zeit der beiden Weltkriege als auch aus dem Kalten Krieg. Interessant und mir im Gedächtnis ist mir geblieben, das kleine Artilleriegeschütze aus dem 1. von den Soldaten im 2. Weltkrieg als Panzer Anklopfgerät bezeichnet wurden.
Im Freigelände standen auch etliche Panzer, was für mich angesichts der aktuellen Weltpolitischen Lage sehr verwunderlich ist, es fand sich auch die gesamte Historie aus der russischen Produktion wie der T34 und ähnliche. Angesichts der Verbreitungsgeschichte 1 ist das dann aber nicht mehr so verwunderlich. Auf dem Außen Gelände wurde auch erklärt, warum und wie die Panzer demilitarisiert werden (müssen) bevor sie in der Ausstellung gezeigt werden dürfen. Und auf dem Freigelände werden die Stücke der Panzerung, die ausgebaut wurden, auch immer neben den Fahrzeugen ausgestellt.
Neben den Fahrzeugen am Boden, muss man auch immer mal wieder nach oben schauen. Über den Köpfen schweben unterschiedliche Flugzeuge, Segel- oder Motorflugzeuge, Hubschrauber und Düsenjets. Details bitte den entsprechenden Fotos entnehmen.
Ein Fahrzeug hat mich angesprochen, da ich mir den zivilen Gebrauchswert gut vorstellen kann. Das Kettenkrad. Es wurde militärisch im 2. Weltkrieg entwickelt, bekam dann aber in der Land- und Forstwirtschaft seine zweite, zivile Blütezeit.
Besonders ins Auge und ins Ohr gingen die mechanischen Musikinstrumente. Vor allem von der Firma Mortier hergestellte Tanzorgeln, mit bis zu 121 Stimmen. Die Musik wurde auf gelochten Faltkarten aufgezeichnet und dann wurden mit Druckluft das unterschiedliche Instrument angesteuert. Selbst ein Schlagzeug oder eine Orgel konnten so gespielt werden.
Interessant war auch ein Dampftraktor, oder soll man besser sagen eine Kombination aus zwei Dampftraktoren, die sich seitlich eines Feldes bewegen und untereinander mit Windenseilen verbunden sind. Entlang dieser Windenseile haben sie dann die eigentlichen Ackergeräte gezogen, z.B. den Pflug.
Was habe ich noch entdeckt, es sind einige Fahrzeuge mit einem Holzvergaser ausgestellt, darunter nicht nur LKW die in der Mangelzeit so noch im zivilen Einsatz bleiben konnten, sondern sogar Luxus KFZ, die zwar so schon sehr Schwachbrüstig waren und mit dem Holzgas noch schwächer, aber sie konnten fahren. Genauso interessant waren die Beschriftungen der Fahrzeuge mit der zu besteuernden Leistung, der tatsächlichen Leistung und bei Modellen mit Turboladern auch noch die Leistung mit Turbo.
Beim Wechsel in Halle 2 haben wir gemeinsam dann erst mal den Ausflug auf das Dach unternommen und uns die beiden Konkurrierenden Zivilen Überschalljets angeschaut, die TU-144 und die Concord. Gefühl vom Innenraum kann man nicht sagen, wer bei wem abgeschrieben hat. Technisch sichtbar gibt es vor allem den Unterschied, dass die TU-144 über dem Cockpit zwei Hilfsflügel hat. Außerdem hatte ich innen das Gefühl, dass das Cockpit der TU-144 etwas geräumiger war im Vergleich zur Concord, vor allem für den 3. Mann im Cockpit, den Flugingenieur.
Was bleibt mir noch aus der Halle 2 zu berichten? Hier wurden überwiegend zivile PKW ausgestellt. Besonders aufgefallen sind mir dort 3 Fahrzeuge:
- Das Columbias Elektroauto, Baujahr 1904 mit 3kW und einer Fahrdauer von 3h.
- Ein BSA mit geschlossenem Beiwagen
- Ein Fiat 500 mit Schneeschild. Er hatte nach < 1000 km einen schweren Verkehrsunfall der die Frontpartie kostete und wurde von der Werkstatt dann wieder aufgebaut um auf dem Werkstattgelände Schnee zu räumen.
Außerdem war dort noch der Lotus Super Seven, der wenn er als Bausatz verkauft wurde keinen Steueraufschlag erhielt, aber nur, wenn es keine Montageanleitung zum Bausatz gibt. Also wurde eine Demontageanleitung mitgeliefert und der Käufer musste diese nur rückwärts befolgen und hatte seinen Sportwagen.
Außerdem habe ich gelernt das Miele auch Fahrräder baute und das man einen „Simson-Vogel“ nicht füttern darf 2 .
Durch war ich im Museum so gegen 18:30 damit wir dann auch pünktlich bis 19:00 Uhr aus dem Museum raus sind. Schon auf der Anfahrt hatten wir mitbekommen, dass an der Autobahnauffahrt am Museum auch das Stadion vom der TSG Hoffenheim ist. Im laufe des Tages wurden es dann immer mehr SixPacks von der Polizei und Nils hat mal recherchiert. 17:30 Uhr, Anpfiff Werder gegen Hoffenheim. Und im laufe des frühen Nachmittags tauchte auch so der ein oder andere Werder Fan in Trikot und Schal im Museum auf.
Während wir nach dem Museum noch bei KFC unser Abendbrot eingenommen haben, kamen die ersten Hoffenheimer Fans, schon vor Abpfiff des Spiels, da es zu dem Zeitpunkt, wenige Minuten vor dem Spielende 4:3 für Bremen stand. Also haben wir uns entschieden den Heimweg über die Bundesstraße anzutreten.
Abschließend am Zelt konnte ich meinen Code noch fertig stellen und habe einige Stichpunkte zusammengefasst, die mir das Schreiben dieses Tagesberichtes weiter ermöglichen sollte.
























