Samstag, 29.06.2024
Für heute war Regen angekündigt und so haten wir uns das „Ájtte in Jokkmokk“ für heute aufgehoben. Nach dem Ausschlafen ist Nils erst mal Brötchen holen gefahren, wie in den vergangen Tagen üblich.
Da wir heute nicht nur rumgammeln, sondern was unternehmen wollten, haben wir vor dem Frühstück nicht erst noch das Funkgerät aufgebaut. Vor allem haben wir in den vergangen Tagen auch festgestellt, das Vormittags die Ausbreitungsbedingungen sich kaum vom Nachmittag oder der Nacht unterscheiden 1, aber die Anzahl erfolgreicher QSO erst so gegen einsetzendem Abend auf eine minimales Maß steigt.
Gestern haben wir noch überlegt, dass wir gemeinsam die 3 km zum Museum und dem Botanischen Garten laufen könnten, haben uns dann angesichts des Wetters und des zu entsorgenden Leergutes dagegen entschieden. Nils war mit der Entscheidung nicht so ganz einverstanden und hat daher mein Fahrrad genommen und uns gezeigt, dass er mit dem Fahrrad deutlich schneller in der Stadt ist, als wir, und vor allem als wir einen Parkplatz gefunden haben. Die Parkplatzsuche hat vor dem Museum heute etwas gedauert, denn es waren etliche Stellplätze frei, aber alle reserviert. Und die mit dem Schild P-Museum haben wir übersehen 2.
Was gibt es zu dem Museum zu erzählen. Am meisten hat mich geli beeindruckt. Sie hat die Beschaffung der Eintrittskarten für das Museum souverän in Schwedisch gemeistert. Danach ging es dann gemeinsam in das Museum rein.
Am Eingang lagen Hefte aus, die die einzelnen Räume in verschiedenen Sprachen beschrieben und die Ausstellungsstücke erklärt haben. Das wichtige hier in dem Museum sind alle Beschilderungen in drei Sprachen verfasst: Samisch, Schwedisch und Englisch. Und teilweise waren die zusammengefassten deutschen Erläuterungen auch für TobbY sehr hilfreich, denn z. B. die funktionsweise der 5 Rentiermägen konnte ich auf Englisch nur sehr schwer verstehen. So habe ich aber gelernt, das die Rentiere die fünf Mägen brauchen um ihr Futter soweit aufzubereiten, das sie die Nährstoffe aufnehmen können. Ein Reniter kann seine Hauptspeise „Rentierflechte“ bis 70 cm unter dem Schnee noch riechen, wenn der Schnee aber vereist ist es mit der Fähigkeit vorbei. Eine Vereiste Schneedecke kann ganze Herden aussterben lassen. Der natürliche Wiederaufbau einer entsprechenden Herde kann nach so einem Ereignis gut ein halbes Jahrhundert sein. Und wie kommt es nun dazu, dass ein Rentier an Nahrungsmangel verstirbt? Das liegt in der Funktionsweise der Mägen. In den Mägen kommen Microorganismen zum Einsatz und wenn diese absterben, kann das Rentier die notwendigen Nährstoffen nicht mehr aus dem Futter gewinnen. Und diese Microorganismen werden wohl auch nicht vom Tier selbst erzeugt und damit ist der Nahrungsmangel zwar für das Rentier an sich nicht das Problem, wohl aber für seinen Verdauungsapparat.
In einem anderen Raum konnten wir auch etwas über die Trachten und den Schmuck, den Handel oder die Lebensgewohnheiten der Samen erfahren. Auch wenn die großen Märkte nur einmalig im Jahr abgehalten werden, so sind sie doch unter strengen Auflagen entstanden. Handel war nur auf den Märkten, auf denen dann auch die Steuern eingetrieben werden konnten, erlaubt. Und wenn man wegen des Handels als Nomade schon mal in der Stadt war, dann hat man die Chance auch gleich genutzt zum Heiraten oder um den Pfarrer nach seinem Alter zu befragen. Ursprünglich war die Siedlung Jokkmokk auch eher klein und hatte einige Häuser, die nur zur Zeit des Marktes kurzzeitig bewohnt war.
Zu dem Museum gehört noch ein Botanischer Garten 3 den wir ursprünglich schon am Freitag besuchen wollten, dann aber festgestellt hatten, das er mit zum Museum gehört und daher haben wir ihn mit dem Museumsbesuch heute zusammen gelegt. Bitte lasst die Bilder auf euch wirken, denn wir mussten dann doch zeitnah die Flucht 4 antreten, denn auch hier gab es einen heftigen Angriff der Stechmücken und wir waren nicht dagegen gerüstet.
Anschließend ging es gemeinsam in den ICA, Lerrgut wegbringen und Abendessen besorgen 5 und dann ging es zum Campingplatz zurück. Dieser Weg wurde auf drei verschiedene Arten bewältigt. TobbY und geli haben das Auto genommen. Nils das Fahrrad 6 und Nick ist gelaufen bzw. anschließend irgendwie bei Nils auf dem Gepäckträger mitgefahren 7.
Am Wohnwagen hat geli dann die Eismaschine an- und sich in Schale geworfen, denn sie musste ihren Baderekord ja erhalten und noch mal in den See springen. TobbY hatte dazu keine Lust, dafür beide Jungs 8 , als sie dann endlich angekommen sind. Es steht somit 4:2:2:1. Nach dem Eis und einem Gebäckteilchen sind geli und TobbY noch mal in die Sauna gegangen und haben jeweils 2 Durchläufe gemacht.
Wieder zurück am Wohnwagen fiel ein interessantes Gespann auf. Ein Wohnwagen am Abschlepper und ein vermutlich defekter PKW auf der Ladefläche. Nachdem der Wohnwagen auf einem Stellplatz angekommen war, ging es für die Hunde aus dem Kofferraum ins freie und für das Auto in die Werkstatt.
Was beendet den Tag gegen 22:00 Uhr? Richtig, das Abendessen. Wir sind mit den Abendlichen Zeiten ganz schön durcheinander, denn auch jetzt um 0:30 Uhr scheint noch die Sonne, nicht hoch aber hinter dem Berg. Während der Zubereitung musste Nils Papas Hose 9 in Gurkenwasser baden und beim Essen ist Papa den zweiten Tag in folge mit einem Brätel und zwei Tellern Salat hingekommen 10
Und wie ging es nach dem Abendessen weiter? Mit einem Wolkenbruch in Kombination mit einem Temperatursturz. Wir waren gerade alle vom allabendlichen Ausflug in den Sanitärbereich zurück und Nils und ich saßen noch im Vorzelt 11 als es anfing zu Regnen und die Temperaturen noch mal ein wenig gefallen sind. Am Ende ließ es sich aber aushalten bis mich dann das Bett gerufen hat.
- Gestern bildet eine Ausnahme [↩]
- Und das man auf den Parkplätzen am Gymnasium am Samstag in den Ferien problemlos stehen kann, hätte uns auch auffallen können [↩]
- Ájtte fjällträdgård [↩]
- und ja ich meine die Flucht [↩]
- die Entscheidung was es gibt fiel mal wieder allen schwer [↩]
- er war ja damit schon rein gefahren [↩]
- ohne Helm! [↩]
- Dafür das Nick im Wasser war gibt es allerdings keinerlei Beweise [↩]
- jetzt ist sie Reif für die Wäsche [↩]
- Er wird doch nicht krank werden? [↩]
- Ich schon mit Decke [↩]



























