Nach einer sehr kalten Nacht (8°) begrüste uns die Sonne und gegen 09:00 Uhr zum Frühstück war das Vorzelt schon wieder angenehm temperiert. Geli drängelte ein bisschen, da wir für heute geplant hatten einen Ausflug zum Science Museum ( genauer zum steno museum ) zu unternehmen. Dieses Museum hat anders als „Den Gembel BY“ nur bis 16:00 Uhr geöffnet und da TobbY ja zu einem Schleicher im Museum geworden ist, sollten wir ausreichend Zeit einplanen. Aber auch heute fing der Tag erst mal mit Arbeit an, denn gestern Abend konnten TobbY und der liebe Phillip nicht mehr alle Probleme an der Anlage und dem Aufbau beheben. So hatten Sie dann nur eine einfache Messung über Nacht laufen lassen, und wollten heute früh noch mal schauen. Nachdem Phillip noch mal einige Stellen kontrolliert hatte ging dann auch die letzte Netzwerkverbindung und wir konnten die erste Testmessung noch vor dem Frühstück hier starten. Leider sollten sich aber auch da kleine Ungereimtheiten zeigen, sodass TobbY im laufe des Tages mehrfach mit Phillip telefonieren musste.
Also sind wir dann wieder erst gegen Mittag aufgebrochen zum Museum, das mitten im Universitätsviertel liegt. Nach den Erfahrungen mit der Parkplatzsuche gestern ist geli um die letzte Kurve gebogen und meinte, mal schauen wie das heute mit dem Parkplatz klappt und sie fand sich nahezu allein auf einem Riesen Parkplatz wieder. In den Bedingungen stand, es ist der Parkplatz des Museums und man muss bei dem Kauf des Tickets sein Kennzeichen registrieren. Tickest für das Museum gab es wieder nur für geli und TobbY und zum Spottpreis von 30 DKK / Person.
Was gibt es im Museum zu bestaunen: Im Erdgeschoss auf der rechten Seite eine Ausstellung zu Elektrizität, ,Elektromagnetismus, Radioaktivität und Kernphysik. Dazu wurde über Hans Christian Oersted und seine Grundlagenversuche genauso berichtet, wie über Nils Bohr, oder die Familie Currie. Damit die Bericht auch anschaulich werden, wurden die entscheidenden Erkenntnisse über Experimente zum Anfassen dargestellt. Leider, anders als sonst üblich war die Beschreibung der Versuche nur in Dänisch und Englisch, sodass die Jungs die Versuche zwar ausprobiert, aber die Theorie nicht gelesen haben.
Neben den Anfängen wurde auch über den größten Europäischen Verbundversuch zur Teilchenphysik beim Zern berichtet und einige notwendige Baugruppen zur Beschleunigung, Strahlbündlung und -lenkung ausgestellt. Um zu erläutern was versteckt in der langen Röhre bzw. in den Messkammern passiert, konnte man mit virtuellen Teilchen Fußball spielen und sie aufeinander schießen. Dies war die Lieblingsbeschäftigung der Jungs, da man für die ganzen anderen Versuche zu den Naturgesetzten im zweiten Stock die entsprechenden Anleitungen hätte lesen und verstehen müssen.
Für TobbY gab es auch noch eine Neuigkeit zu erfahren. Madam Currie hat wie alle Wissenschaftler ein Laborbuch geführt. Dieses ist bis heute unter Verschluss, nicht weil es ein Geheimnis birgt, sondern weil es so verstrahlt ist, das es heute noch nicht einfach genutzt werden kann. Es ist komplett abgeschrieben / digitalisiert worden, aber das Original muss wohl noch eine Weile unter Verschluss bleiben.
Neben dem Teil über die Physik gibt es in dem Museum noch einen Teil über die Medizin, Medizingeschichte und Forschung. Diesen Teil hat sich TobbY im Anschluss angeschaut und war kaum überrascht, über die verschiedenartigen Labore, die von einzelnen Wissenschaftlern ausgestellt waren. Sie sollen wohl dem „Otto Normalbürger“ einen Eindruck vermitteln, wie in der Wissenschaft gearbeitet wird.
In dem Teil des Museums fanden sich auch einige Ausstellungsstücke zu der Entwicklungsgeschichte von medizinischen Geräten bzw. medizinischem Personal. Diese Ausstellungen sind eng miteinander verknüpft, wie sich am Beruf des Zahnarztes am besten erläutern lässt. Bevor sich eine spezielle Berufsgruppe mit speziellem Werkzeug ausgebildet hat, wurden Zahnschmerzen vom Schmied mit der Großen Zange und viel Gewalt behandelt.
Auch gelingt es dem Museum eine Brücke zwischen den zwei Bereichen zu schlagen indem bei den Geräten einer Arztpraxis auch ein Röntgengerät dargestellt wird. Hier sitzt der Arzt aber noch direkt vor der Fotoplatte und betrachtet die Abbildung direkt. Erst im Laufe der Zeit hat man herausgefunden, das diese Arbeit gefährlich ist und die Strahlung auch hier Opfer fordert. Als erste schmerzten die Finger, sodass man Handschuhe zum Schutz trug.
Eine Ausstellung im Medizinischen Teil des Museums befasst sich auch mit Epedemien und Virus Erkrankungen. So wie auf der Übersichtstafel CoVid-19 ergänzt wurde, so war das nicht von vorn herein geplant. Und wenn man sich dann die aktuellen Fallzahlen anschaut, hat CoVid-19 dieses Jahr alle anderen immer wieder auftretenden Epedemien und Virus Erkrankungen weit übertroffen. Interessant in der Ausstellung, in der auch Teil über Polio war, sind einige Punkte:
- Bei der Behandlung von Polio wurde in Dänemark auch vor der technischen Beatmung schon über eine Luftröhrenschnitt in Kombination mit einer Bebeutelung beatmet. Dies mussten dann aber Schwestern und Medizinstudenten übernehmen. Wenn ich an die Anfangsdiskussionen zum Thema Beatmung aus dem März / April denke, in den Verschiedene „Maschinen“ zur automatischen Bebeutelung entworfen wurden.
- Behandlungsdauer für Kinder mit Polio waren teilweise 2 bis 4 Jahre in Medizinischen Heil und Pflegeeinrichtungen. Ich frage mich, warum unsere hochentwickelte Medizin nicht mehr an diese Situationen erinnert werden will.
- Wenn ich über die Impfdiskussionen der letzten Zeit, auch zu der Diskussion von Impfungen gegen CoVid-19 nachdenke und dann in der Ausstellung lese, das Pocken ausgerottet wurden, da die WHO eine weltweite Impfkampagne auf den Weg gebracht hatte 1 und das auch die Polio dank wirksamer Impfungen fast ausgerottet ist, dann verstehe ich die Argumente nicht mehr.
Abschließend haben wir noch das Foucaultsches Pendel 2 im Eingangsbereich betrachtet und erfahren, das ein Umlauf des Pendels hier in Aarhus 29h dauert. Und was muss ich noch in Zeiten von Corona erwähnen: Auch wenn hier keine Maskenpflicht im Museum herrscht muss man eigentlich kaum sorgen haben. Nicht nur das alle Abstand halten können, auch war das Museum als wir es verlassen haben unsers. Also nur die Mitarbeiter und wir.
Nach dem Museumsbesuch wollten wir noch einen Blick in die Innenstadt werfen. Das gab ein wenig Diskussionen, da die Jungs es eigentlich vorgezogen hätten, bereits jetzt zum Camping Platz aufzubrechen. Nach einigen Überlegungen haben wir uns dann aber doch noch mal in die Innenstadt gewagt. Ja in diesem Fall muss man wirklich gewagt schreiben, denn gerade in der Fußgängerzone stimmte der Ausspruch jetzt mal: „Aarhus, die kleinste Großstadt der Welt. Uns kam die Fußgängerzone auch sehr Voll vor, aber wir sind ja auch verwöhnt. Hoffentlich wird Hamburg am Freitag kein Schock für uns.
Beim Spaziergang durch die Fußgängerzone in Richtung des Doms sind wir noch auf das Unterirdische Vikinger Museum 3 gestoßen. Und wieder durften wir neue Erfahrungen machen. Ein Museum aus einem Raum ohne Personal. Die Kasse ist ein Automat und dann kann man, wieder für 30 DKK / Erwachsener sich das Museum in aller Ruhe anschauen. Zu Beginn waren wir ganz allein in dem Museum, als die andern schon draußen waren, kamen aber noch ein paar zusätzliche Besucher dazu. Danach ging es noch um die Kirche und zurück zum Auto.
Am Wohnwagen haben wir uns auch wegen der Wettervorhersage überlegt, das wir heute das letzte Grillen für diesen Urlaub durchziehen werden und wir haben es so gerade noch im Trockenen hin bekommen. Für morgen ist noch mal ein ruhiger Tag vielleicht endlich mit dem Besuch des Wildparks angedacht.
- Die seit 1967 von der WHO vorgeschriebene Impfpflicht endete in der BRD 1976 [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Foucaultsches_Pendel [↩]
- https://www.vikingemuseet.dk/ [↩]



















