Leider ist heute ein Tag wie ihn Campingurlauber nicht unbedingt mögen aber irgendwie doch meistern müssen …
Bereits vor dem Aufstehen hörten wir vereinzelt Tropfen auf dem Dach. Selbst gegenüber gestern hatte sich auf unter 20 Grad abgekühlt. Aber eigentlich ist das ja das richtige Wetter für den geplanten Ausflug. Es sollte noch mal nach Fonyod auf den Markt gehen, da wir vor allem die Geschenke und Mitbringsel besorgen müssen. Ja Marco, 3l Akazienhonig sind im Kofferraum verstaut. Die Temperaturen auf dem Markt waren gegenüber der letzten Woche richtig angenehm, nur hoffentlich kommt kein Regen. Und das Wetter hat gehalten, zwischendurch hatte sich sogar die Sonne ein wenig durchgekämpft und wir konnten die Jacken ausziehen.
Nach dem Ausflug zum Markt sind wir weiter am See entlang zum Bahnhof von Ballatonfenyves gefahren denn dort gibt es noch die Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite und einem Streckennetz von 14 km auf der regelmäßig Touristen für lächerliche 265 Ft. pro Richtung und Erwachsenen einen 40 minütigen (pro Richtung) Ausflug “Irgendwo ins Nirgendwo” machen können. Bitte überzeugt euch auf den Bildern, der Endbahnhof ist an einer Stelle, wo man nicht mal begraben sein wollte.
Die Schmalspurbahn wurde in den Jahren um 1950 als Wirtschaftsbahn für einen Landwirtschaftlichen Großbetrieb in den trockengelegten Sümpfen gebaut. Als im Rahmen der Suche nach Öl in Csisztapuszta-gyógyfürdő eine Thermalquelle gefunden wurde, wurde das Streckennetz bis dorthin verlängert und so wurden zu den Hochzeiten der Bahn ca.100km befahren. Anfänglich als reine Wirtschaftsbahn unter anderem von politischen Häftlingen gebaut entwickelte sich die Bahn auch zum Beförderungsmittel der angrenzenden Siedlungen, wir haben aber nur eine Familie aus dem sonst gut gefüllten Zug aussteigen gesehen. Wie meine Recherchen ergaben wurde der Bäderbahnbetrieb 2002 eingestellt und die gesamte Bahn sollte 2009 außer Dienst gestellt werden, aber da sie sich mit ihrer beschaulichen Fahrweise (Blumen pflücken während der Fahrt verboten) als touristische Attraktion eignet wurde der Abschnitt nach Somogyszentpál erneuert und wie wir erleben dürften erfreut er sich großer Beliebtheit.
Nun muss ich aber wieder mal auf das Wetter zurückkommen. Ich hab ja schon berichtet, das wir heuer Wetter haben, das kein Campingfreund braucht. Also fing es auf der Rückfahrt dann auch noch ordentlich an zu Regnen. Was tun wenn wir im Bahnhof angekommen sind? Zurück zum Zelt und dann im geräumigen Vorzelt noch was spielen? Wenn wir schon ins Hinterland gefahren sind, dann können wir doch auch noch mal weiter fahren und uns Weinberge und Maisfelder anschauen.
Die Idee zwei gefiel uns (Mama und Papa) besser und so wurde noch mal in Kultur gemacht. Uferstraße bis Balatonlelle und dann rechts weg ins Hinterland und über Visz, Karád, Andocs, Pusztaszemes und Köröshegy zurück an den Balaton in Balatonföldvár.
Zum Abendessen ging es dann nach Balatonszárszó. Dummerweise waren wir in der Kneipe noch etwas früh, sodass wir denen in ihre Verpflegung eines Ferienlagers geplatzt sind.
























