Dieses Motto haben wir doch schon vor zwei Jahren nach Venedig geteilt, dieses Motto muss TobbY auch für diesen Besuch in Stockholm ausgeben. An und für sich haben wir Mariefred auch unter dem Gedanken ausgewählt, das wir einen Tagesausflug nach Stockholm machen wollen. Also ging bereits gestern die Planung los. Erstes Ziel in Stockholm sollte die Wachablösung am Schloss sein, diese findet immer um 12:15 Uhr statt. Somit ist der Zeitrahmen gesteckt, wenn man mit dem Pendleltag von Södertälje fahren will.

Nachdem TobbY bereits gegen 07:00 Uhr mal wieder aufs Klo musste, ist er dann aber noch mal eingedöst sodass geli 07:45 Uhr zum allgemeinen Wecken aufrufen konnte. Nach einem Frühstück, das aber schon von der Abfahrtsplanung geprägt war und dem üblichen Abwasch ging es dann lost mit dem Auto über die E20 Richtung Stockholm um dann in Södertälje am Bahnhof einen der Pendlerparkplätzen zu bekommen. Dies war leider aussichtslos, aber die bestens vorbereitete Reiseleitung hatte als Ausweichbahnhof schon Östertälje mit 400 Pendlerparkplätzen ausgemacht. Dort wurden wir auch in den letzten Reihen fündig uns haben uns am Kiosk ein Nahverkehrsticket besorgt 1 .

Nachdem wir dann alle mit dem einen Ticket erfolgreich auf dem Bahnhof waren, hieß es kaum warten, denn der Zug war überpünktlich im Bahnhof eingefahren. Nach gut 40 min Zugfahrt sind wir alle am Bahnhof T-Centralstation ausgestiegen. Das T steht für Tunnelbahn und bezeichnet die U Bahn hier in Stockholm. Vor wenigen Jahren ist die Pendeltag 2 aber auch unter die Erde verlegt worden und kommt nun unter der Tunnelbahn im untersten Geschoss 3 an. Die Fahrt mit der Rolltreppe zurück ans Tageslicht hat etwas, das man aus den Reiseberichten von der Moskauer U-Bahn kennt. Der Autor hofft, das er diesen Eindruck im den beigefügten Bildern verdeutlichen kann.

Von der Centralstation ging es dann zu Fuß in die Altstadt bis zum Königspalast. Dieser wird seit den 80er Jahren vom König aber nur noch als Arbeitszimmer und Räpräsentationsschloss genutzt, ansonsten sind sie umgezogen ins Schloss Drottningholm. Ca. 30 min vor der Wachablösung war schon massiver Besucherandrang auf dem Innenhof und die Wachsoldaten haben schon ein Seil gespannt um den Exerzierplatz frei zu halten. Kurz nach 12 Uhr sammelten sich immer mehr Soldaten in Ausgehuniform an dem Wachgebäude und es wurde ein Vortrag über das zu erwartende Ereigniss gehalten. Leider konnten wir weder dem Schwedischen noch dem Englischen Vortrag schnell genug folgen.

Die Wachablösung wurde eingerahmt von einem berittenen Musikcorp. Dann kam die neue Wache eingeritten, die Pferde wurden raus geführt und die Soldaten mussten die Wache übernehmen. Dabei haben die berittenen Neuankömmlinge ihre Säbel Präsentiert, genauso wie sie auf das Gewehr das Bajonett aufgepflanzt haben 4. Einige Runden marschieren, salutieren und einige Musikstücke später zog die alte Wache sowie der Musikcorp ab 5 und die Soldaten haben die Absperrung wieder weggeräumt. Die neuen Wachsoldaten zogen nicht nur symbolisch in die Wache ein, sie luden aus einem weißen Transporter ihre Taschen aus und brachten diese in das Wachgebäude.

Nachdem die Absperrungen aufgehoben waren sind wir noch eine Runde über den Platz gegangen und als TobbY dabei die Kanonen fotografieren wollte war er in den Militärischen Bereich eingedrungen und wurde harschen Tones zurückgeschickt.

Nach der Wachablösung stand dann die Deutsche Kirche 6 auf dem Plan der Reiseleitung. Diese haben wir auch schnell gefunden, sind dabei durch einige hübsche, aber völlig überlaufene Gassen der Altstadt und and der Schwedischen Akademie vorbei gekommen. In der deutschen Kirche musste TobbY dieses mal aus der Reihe tanzen und hat erst mal nach der Toilette gefragt. Für die Kinder gibt es „Suchbilder“ und für geli und TobbY ein Begleitheft, das die Führung ersetzt. Den nahezu bleibensten Eindruck haben die zwei Orgeln auf TobbY gemacht. Kindermund tut bekanntlich Wahrheit kund und so fragte der Nick, was es mit den zwei Orgeln auf sich hat, also soll das dem geneigten Leser nicht verborgen bleiben. Die Juno-Orgel über dem Westportal der Kirche ist aus dem Jahr 1887. Sie wurde 1972 abgebaut und eingelagert, da sie als altmodisch galt und durch eine neue Orgel ersetzt. 2017/2018 wurde die eingelagerte Orgel aufwendig restauriert und ging an ihrem ursprünglichen Platz wieder in Betrieb. Die Dübenorgel auf der ersten Südemprore stammte aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie wurde bereits 1779 nach Nordschweden verkauft, da sie in einem schlechten Zustand war und als unmodern galt. Die heutige Dübenorgel ist ein Nachbau der Orgel aus dem Jahr 2004.

In dem Waffenhaus und Turm der Kirche gibt es ein Glockenspiel das Mittwochs um 15:30 Uhr vom Organisten der Gemeinde bespielt wird. Aktuell war es ca. 14:15 Uhr sodass wir überlegten, was wir bis dahin noch unternehmen könnten. Nach einer Erkundigung haben wir die Information erhalten, das das Glockenspiel nur im Umkreis der Kirche ordentlich zu hören sei, sodass Ausflüge nur in die nähere Umgebung führen können. Bereits gestern hatte geli berichtet, das in Stockholm eine Schleuse (Slussen) 7 die Ostsee vom See Mälaren trennt. Diese war theoretisch nicht weit entfernt von dem Bereich der Altstadt, in der wir gerade waren. An der Slussen angekommen waren wir aber sehr enttäuscht. Wir hatten im Vorfeld nicht eruiert, das Slussen aktuell eine Großbaustelle ist. Aber auch auf so einer Großbaustelle gibt es immer wieder interessante Dinge zu entdecken, die aber nicht für diesen Reisebericht von Interesse sind.

Also wurde überlegt, was wir weiterhin in Stockholm besichtigen wollen und wofür die Zeit 8 wohl reichen würde. Wir sind insgesamt zu dem Schluss gekommen erst mal an der Baustelle entlang zu gehen. So sind wir bis zu dem Fähranleger der Personenfähre 82 gekommen und haben uns anschließend erst mal wieder auf den Rückweg zur Deutschen Kirche gemacht. Dort hat der Papa erst mal im Gartenkaffe geschaut was ein Kaffee kostet und wurde sogleich als deutscher Tourist identifiziert. Während wir noch auf das Glockenspiel gewartet haben, wurde überlegt, wie wir den Tag weiter laufen lassen wollen. Google sei dank ist TobbY dann auf die Idee gekommen, das wir noch das Außengelände des Vasa Museums 9 besuchen sollten. Dort liegen, so wie wir das auch schon aus Göteborg kennen Museumsschiffe am Kai. Diese gehören zu dem Seehistorischen Museum 10 . Den Weg zu diesem Museum nur Fußläufig zu absolvieren war uns dann doch zu viel, sodass wir von unserem Nahverkehrsticket gebrauch gemacht haben und mit der Fährverbindung 82 zum Freizeitpark Gröna Lund abgekürzt haben. Beim Einsteigen ist uns dann aufgefallen, dass wir vermutlich von dem Kiosk an der Bahnstation Östertälje falsch beraten wurden. Daher hat geli ein zweites Handy Ticket dazugekauft.

Besichtigen kann man das Feuerschiff Finngrundet (1903) und den Eisbrecher Sankt Erik (Indienststellung 1915). Bei dem Feuerschiff konnte man auch bis hoch zum Leuchtfeuer klettern. Geli hatte diese Möglichkeit im Bauch des Schiffes gefuden, dann TobbY erzählt, der es auch ausprobieren musste. Nachher taten ihm dann beide Oberschenkel für den Rest des Tages weh. Auch der Eisbrecher brachte etliches an Wissen mit sich. So handelte es sich um ein Dampfbetriebenes Schiff. Der Dampf wurde zu Anfang mit einer Kohlefeuerung erzeugt, später dann mit Öl. Das Schiff konnte knapp 360 t Kohle bunkern und damit bei maximaler Feuerung 5-6 Tage auf See bleiben. Nach der Umstellung auf die Ölfeuerung fuhr das Schiff mit einer 8 man kleineren Besatzung. Die eigentliche Antriebsmaschine war eine sogenannte Verbunddampfmaschine 11 , die den Dampf drei mal verwendet.

Nach der Besichtigung der Museumsschiffe hätten wir noch gut 30 min Zeit gehabt, uns das Vasa Museum selbst anzuschauen. Aber für 300 kr. und nach dem Tag hatten wir dann keine Lust und sind lieber Richtung Campingplatz aufgebrochen. Dazu haben wir die Staßenbahn zum T-Central gewählt. Und als ob geli es geahnt hat wurden wir in der komplett überfüllten Straßenbahn kontrolliert. Diese Kontrolle ging aber wohl auch angesichts des Füllstandes der Bahn in der schwedischen Gelassenheit ab, die wir in den vergangenen Tagen mehrfach bewundern durften.

An dem Einstieg in das Nahverkehrsnetzt mussten wir dann auch noch erfragen wie es denn nun geht und wo wir die Abfahrt des Pendeltag finden. Der Tiefbahnhof war dann aber doch schnell gefunden und uns als Ausländern wurde auch mit den komischen Zugangstüren geholfen. Im Zug stieg dann noch mal die Verwirrung, als für unsere Halstestelle Östertälje ein „Wasserrohrbruch“ angesagt und auch in der App angezeigt wurde. Dieser Hinweis war leider nur auf Schwedisch sodass auch die Reiseleitung ihr Problem damit hatte. Am ende betraf er uns aber nicht und wir konnten einfach zu unserem Auto gelangen.

Von gestern haben wir noch Rest der 1,6 kg Lachs über, sodass wir noch mal einkaufen müssen, damit wir Bandnudeln mit Lachssahnesauce an Salat machen können. Am Campingplatz angekommen ging es für zwei Mann und eine Frau noch fix ins Wasser, auch wenn es eigentlich schon zeitlich sehr spät war und wir, wenn wir beim Essen noch natürliches Licht haben wollen uns sputen sollten. Nach so einem anstrengenden Tag rief nach dem Abendessen auch zeitnah das Bett.

  1. Hierbei wurden wir vermutlich falsch beraten, aber uns ist auch in der Kontrolle nix passiert[]
  2. vergleichbar einer S-Bahn []
  3. 40 – 44 m unter der Erde []
  4. Nils fragte, was das denn auf dem Gewehr wäre, er konnte sich darauf keinen Reihm machen. []
  5. Auffallend für den Nils, der selbst bei Opa Uwe reitet, war das der Trommler die Zügel seines Pferdes nicht in der Hand oder am Stattelhon hatte, sondern jeweils zu dem entsprechenden Steigbügel gezogen hat. So hat er die Hände frei zum Spielen und kann sein Pferd dennoch vernünftig steuern. []
  6. Wikipedia []
  7. Wikipedia []
  8. jetzt nur noch 45 min []
  9. Wikipedia []
  10. Wikipedia []
  11. Wikipedia []

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *