Heute Morgen stand trotz der gestrigen email Kommunikation noch ein Anruf bei der Malerfirma auf dem Programm. Dieser verlief aber auch für einen deutsch vorgeprägten Menschen, der weiss welch Augenmerk die deutschen auf Ihr Auto legen, entgegen allen Erwartungen. „Bilder von Peter bekomme ich morgen, meinem Bruder teile ich das auch morgen mit, aber so schlimm kann es nicht sein, das Auto fährt ja noch. Vor allem ist keinem was passiert und das ist die Hauptsache.“ Auf die Aussage, dass wir als Deutsche doch anders an unserem Auto hängen meinte Sie nur, das jemand aus ihrer Familie im vergangen Jahr in der Uniklinik lag und es um Leben und Tot ging, das wäre schlimm, aber doch nicht so ein paar Kratzer am Auto. Sie bedankte sich noch, dass sie ja von uns alle Daten komplett hätte und auch ihr Versicherungsmensch hätte noch 14 Tage Urlaub, aber das eile ja auch alles nicht. Und dann wünschte sie uns zum Abschied noch ein einen schönen Urlaub hier in Schweden.
Anschließend sind wir dann aufgebrochen nach Strängnäs, wo geli die nächsten KFZ Werkstätten ausgemacht hatte. Also sind wir 1 über die E40 nach Strängnäs gefahren. Auf der Autobahn und auch im Vorfeld hat TobbY immer wieder überprüft, ob er selbst feststellen könne, das das Auto in eine Richtung „ziehen“ würde. Dem war nicht so, es lief auch bei 120 km/h 2 noch sauber in der Spur. Also ist zu vermuten, dass außer verbogenem Blech und über den Urlaub eine Einschränkung beim Einsteigen auf der Fahrerseite 3 doch alles sehr glimpflich abgegangen ist 4 .
Da es in Strängnäs keine spezielle Opel Werkstatt gibt, haben wir die erste beste Freie Werkstatt angesteuert, die wir finden konnten. Dort haben TobbY und geli ihr Problem so gut es ging geschildert und der Mechaniker kam zum Auto und schaute sich das an. „Also der Kotflügel ist kosmetisch, hat keine Funkion. An der Radkappe ist eine Stelle zu sehen, wo es zu einer Berührung gekommen ist, aber auch dort ist kein Schaden an der Felge oder dem Reifen zu erkennen. Da ist nix, Sie können beruhigt auch die lange Strecke nach Deutschland damit fahren.“ Diese Aussage nach gefühlten 5 flüchtigen Blicken ist dem Dr.-Ing. nicht geheuer, das merkte auch der Mechaniker. „Ich habe gerade keinen Kollegen und auch keine Bühne frei, fahren sie mal zu der Werkstatt gegenüber, vielleicht haben die Kapazitäten frei und können genauer schauen. Also rüber zu der anderen Werkstatt, und die gleiche Geschichte noch mal erzählt. Daraufhin kamen beide Mechaniker 5 mit raus zu dem Auto und schauten sich das an. Wieder ging der Blick zuerst zu dem unbeschadeten Gummi, dann wurde die Hand an den Reifen gelegt und mal kräftig geruckelt 6 . Auch diese Überprüfung wurde dann mit der Aussage abgeschlossen, machen Sie sich keine Sorgen, da ist nur das Blech verbogen, aber funktional alles i.O. So ganz passt das dem Dr.-Ing. mit deutscher Prägung nicht, aber in einer dritten Werkstatt die gleiche Aussage mit ähnlichen Methoden einzuholen ist irgendwie auch albern. „Schwedische Gelassenheit vs. Deutscher Perfektionissmus“ – zwei Welten prallen aufeinander.
Wenn wir schon in Strängnäs sind, dann sollten wir wenigstens den Dom noch besichtigen. Und hier wurde der Kulturschock dann perfekt. Das Mittagsgebet war vorbei, also konnten wir den Dom besichtigen. Geli ist erst mal aufs „Toalett“ abgebogen während TobbY als erstes den Kindergarten gefunden hat. In der ersten Nische war ein kleiner Altarraum aufgebaut, in dem für Kinder auch die passenden Priestergewänder hingen. Auf den Stühlen im Altarraum saßen die verschiedensten Kuscheltiere, von Krokodil über Affen bis zum Teddy im Pastorendress. Damit der Kulturschock aber perfekt wurde, war in der nächsten Nische eine Vernissage, eine Kunstausstellung mit drei Sesseln und verschieden Ausstellungstücken eingerichtet. Der Rest der Kirche war dann zwar interessant anzuschauen, hat den Kulturbewanderten Ausflügler aber nicht mehr so geschockt.
Anschließend haben wir noch einen ausführlichen Einkaufsbummel gemacht und unser Vorräte für die nächsten 4 – 5 Tage aufgefrischt. Es wird heute Abend Gefüllte Zucchini geben, für morgen steht dann noch mal Lachs auf der Karte. Gehacktes für einmal Nudeln Bolognas und Würstchen für den Grill sind auch noch nebst ausreichend Salat mit Tomaten und Gruken in den Einkaufswagen gewandert. Anschließend ging es über zwei Straßen mit grüner Markierung zurück nach Mariefred und auf den Campingplatz. Dort haben erst die Jungs anschließend TobbY und geli eine Bad genommen und jetzt klingt der Tag entsprechend aus.







