Der Tag begann verregnet und so wurde noch in den Betten liegend überlegt, ob man einen weiteren Tag faulenzen oder doch etwas Kultur machen möchte. Schlussendlich fiel die Entscheidung auf etwas Kultur.

Bei der Fahrt von der Autobahn nach Mariafred hatten wir schon ein Dampfeisenbahn gesehen und geli wusste, dass es sich um eine Museumsbahn handelt. Diese, so haben wir herausbekommen fährt Samstag, Sonntag und Mittwoch in der Zeit in der wir hier Station machen wollen. Nach einer weiteren Recherche heute Früh hat die Reiseleitung dann verkündet, dass man die Zugfahrt mit einer Dampfschifffahrt kombinieren kann. Mit der SS Mariafred 1 2 kann man von Mariafred weiter nach Taxinge-Näsby fahren. Dort ist auch die eine Endhaltestelle der schmalspurigen Museumseisenbahn, mit der wir dann zurück kommen können.

Abfahrt ist um 13:50 Uhr in Mariefred. Nach der Ankunft 14:15 Uhr in Taxinge haben wir eine kurze Besichtigungsrunde gemacht um dann 14:50 Uhr die Rückfahrt mit dem Museumszug 3 anzutreten. Dieser fuhr mit einer Diesellock bespannt die 7,5 km nach „Läggestra nedre“. In diesem Sackbahnhof wird dann umgespannt und eine Dampflock kommt für die 3,2 km nach Mariefred zum Einsatz. Wie wir aus interessanten Gesprächen nach der Fahrt im Bahnhof Mariefred herausbekommen haben, gibt es für die Dampfbahnfreunde eine Warnung vor Graslandbränden sodass sie es vorziehen auf der langen Strecke eine Diesellock einzusetzen, vor allem da die Langstreckendampflock einen Rostigen Feuerkasten hat und immer wieder Glut auf die Strecke fällt. Da in Schweden 80% der Feuerwehren Hauptamtliche Kräfte sind, müssen sie als Verein versuchen ihre Brände an der Strecke selbst zu bekämpfen.

Nach Ankunft in Mariefred haben wir uns zuerst die Schalttafel der Bahnanlage angeschaut. Diese Bahnanlage, die nach dem Abbau der Streck „Södertälje–Eskilstuna“ 4 von 2009 bis 2011 auf 600 mm Schmalspur umgebaut wurde. Die Bahnanlage im Bahnhof Mariefred ist mit relaisgesteuerten Signalen und Schranken ausgestattet, während die Weichen mit Schlüsseln gesichert manuell zu stellen sind. Auf dem Streckenabschnitt Taxinge-Läggestra nedre findet man an auch ein Bahnwärterhäuschen, von dem Weichen und Signale mit Drahtzügen gesteuert werden. Da ich neugierig mit dem Stationsvorsteher ins Gespräch gekommen bin 5 durften wir auch teile der Technik in seinem Büro bewundern. Auch haben sie uns gezeigt, wie man ohne Computer einen Bahnbetrieb abwickelt und dokumentiert.

Neben dem Bahnhofsvorsteher war noch ein weiters Vereinsmitglied im Bahnhofsbüro und hat uns dann weiter herum geführt und unsere ganzen neugieren Fragen beantwortet. Nur leider hatte der Nils nichts davon, da er nach der Zugfahrt unbedingt sofort zum Camping Platz laufen wollte. Er hatte keinen Schlüssel mit, und musste dann überraschend lange auf die anderen Drei warten.

Kommen wir also zu der weiteren Führung. Diese führte erst in die kleine Ausstellung, die vor allem die Herkunft des rollenden Materials dokumentiert und auch Fahrzeuge auf Bildern darstellte, die wir in Natur nicht sehen konnten. Sie zeigte uns aber auch Bilder des Streckenbaus, zu dem unser Begleitung auf Englisch Erklärungen geben konnte, da die Bildertafeln überwiegend in Schwedisch beschriftet waren. So hat TobbY auf den Bildern eine Stopfmaschine für die 600 mm Schmalspurgleise entdeckt und weiss nun, das diese Maschine extra für die Museumsbahn entworfen worden ist, das die Schmalspurbahnen sonst kein so aufwändiges Gleisbett erhalten. Auch ist der Unterhalt dieser 10.5 km langen Strecke aufwändig und es müssen regelmäßig Schwellen und Geleise getauscht werden.

Nachdem geli schon gedrängelt hatte, dass wir dem Eisenbahner doch seinen wohlverdienten Feierabend nicht so stehlen können, bat er uns von sich aus an, dass wir noch die Locks und das Wagenmaterial vor dem Schuppen besichtigen können. Dieses Angebot konnte TobbY natürlich nicht ausschlagen, auch wenn der Nils sicher schon am Camping Platz angekommen ist und auf uns warten muss. So haben wir dann noch die zwei vor den Werkstätten abgestellten Dampflocks besichtigt, erfahren das diese nur gut 4 Stunden vor der Fahrt angeheizt werden müssen und die Lockfüher ihre Lizenz im Verein erwerben können. Die Prüfung wird aber dann durch die Staatliche Aufsicht dokumentiert, genauso wie die Locks, vor allem die Kessel alle 16 Monate einen Staatlichen TÜV durchlaufen müssen.

So lange wie wir dann auf dem Bahngelände unsere neugierigen Nasen in alles rein stecken durften hat es auch für die Bahn gedauert einmal von Mariefred nach Gäggesta nedre und zurück zu fahren. Also blieben wir noch einen Moment länger und haben beobachtet, wie die Wagons in den Wagonschuppen eingeparkt wurden.

Dann ging es los, und da wir schon 17:00 Uhr durch hatten bot es sich an, den Versuch Grillhähnchen für 50 kr. aus dem ICA oder Coop mitzunehmen. Außerdem hat das Auto schon wieder nach Benzin geschrien. Leider konnten wir weder im ICA noch im Coop noch Hähnchen erstehen und werden nachher Körterbullar verspeisen. Am Campingplatz angekommen haben wir den Nils gleich den Hügel herauf sprinten gesehen und als er dann mit uns gesprochen hat kam raus, das er sich die Zeit mit schwimmen vertrieben hatte.

  1. Das Dampfschiff Mariefred []
  2. Die Geschichte des Dampfschiffs Mariefred []
  3. Wikipedia []
  4. Wikipedia[]
  5. erst auf Deutsch, dann weil es für beide Seiten einfacher war auf Englisch []

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