Heute liegt ein langer Tag vor uns. Da wir allein insgesamt sechs Stunden Fahrzeit einplanen müssen begann der Tag um 05:30 Uhr mit Mama’s Wecker, die Bombe von den Prinzen. Um 06:00 Uhr saßen dann alle im Auto und wir sind Richtung Pula aufgebrochen. Wir hatten extra gestern Abend abgesprochen, dass wir auch schon von 07:00 Uhr durch das Tor vom Capmingplatz durften. Auf dem Weg wollten wir noch bei der Bäckerbude Frühstück einpacken, doch leider heißen Öffnungszeiten von 06:00 – 21:00 Uhr hier in Kroatien nicht, dass man auch um 06:03 Uhr dort schon etwas bekommen kann, es war noch alles zu. Also sind wir erst mal weiter gefahren und haben in Pula in der nähe des Marktes einen Bäcker gefunden, sodass wir dann doch mit Verpflegung an Bord gehen konnten.
Ab 06:30 Uhr war dann einchecken und Tickets abholen angesagt. Dann ging es durch eine kurze polizeiliche Ausreisekontrolle (am Tor zur Pier stehen zwei Beamte und schauen in die bereitgehaltenen Ausweise) zum Schiff. Nick: “Eine große Katze”. An Bord wurden wir dann auf die drei Passagierdecks des Katamarans aufgeteilt. Deutsch sprechende Gäste ins Unterdeck vorn, Englisch sprechende im Oberdeck vorn und Polnisch / Russisch / Koroatisch sprechende Gäste durften im Unterdeck hinten platz nehmen. Wir haben uns schon über die getroffene Aufteilung gewundert, aber wenn das so sein soll … Nach der Sicherheitseinweisung und ca. 1 1/2 Stunden der 3 stündigen Fahrt war es dann klar. Die Fähre (Adriatic Jet) und die betreibenden Agenturen (Kompas und Atlas) bieten nicht nur die Fährfahrt an, sondern auch noch ein Tagesprogramm für den Aufenthalt in Venedig. Und die Werbeveranstaltung für die Tagestouren fand dann in jedem Deck in der passenden Sprache statt. Ich gebe zu, wir sind dann auch Opfer der Werbeveranstaltung geworden, sind aber auch im Nachgang der Meinung, sie war zwar “teuer” aber so haben wir in der kurzen Zeit 11:00 – 17:00 Uhr doch die wichtigsten Punkte eines Venedig Besuches erschlagen können. Den einzeigen Punkt den man von dem Besuchsprogramm hätte weg lassen können, war das speedup Mittagessen. Aber ok, auch der Weg zu dem Restaurant war ein Erlebnis.
Aber nun der Reihe nach: nach gut 2 Stunden 15 musste die Fähre die Geschwindigkeit von 30 Knoten auf 7 reduzieren, da sie dann in die Lagune eingefahren ist. Während der langsamen Fahrt wurde dann das Sonnendeck geöffnet. Leider bin ich nicht sofort mit dem ersten Schwung aufgebrochen. Und als ich dann nach einem Besuch auf der Toilette das Sonnendeck erreicht habe, konnte man sich dort kaum noch bewegen, ungeachtet dessen, das brauchbare Stehplätze zum Fotos machen nur in minimaler Anzahl vorhanden waren. Außerdem standen auch die ganzen Raucher oben, die es ja kaum zwei Stunden ohne Kippe aushalten. Also bin ich doch wieder ins klimatisierte Unterdeck zurück und habe die Einfahrt nur von dort aus weiter beobachtet.
Am Anleger (San Basilio) mussten alle drängeln obwohl die Ankündigung an Bord recht eindeutig war. Das Super Shuttel fährt wenn der letzte Gast durch die Einreisekontrolle ist. Und da wir vom Meer kommen und Kroatien nicht zu Shengen gehört sind die Italiener dort etwas gründlicher.
Anschließend ging es mit der Pink Lady wieder ein Stückchen zurück zum Piazza San Marco. Unterwegs wurden uns verschieden Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte erklärt. Unter anderem die Geschichte der ersten Nudel Fabrik Europas, die aber leider nicht überlebt hat. Der Chef muss sich mit den Arbeitern zerstritten haben und wurde von Ihnen umgebracht. Ohne Führung hat die Firma dann aber nicht lange überlebt und das Gebäude stand leer. Leerstand kann sich die Lagunen Stadt kaum leisten und so überlegte man, was man mit dem Gebäude machen kann. Und wenn man bedenkt, dass in der Stadt 50 000 Einwohner leben, sie aber täglich von über 60 000 Touristen heimgesucht wird, was liegt da näher als ein Hotel aus dem Komplex zu machen. Genauso Eindrucksvoll war die Geschichte über den 7. Stadtteil Judecka, dem ersten jüdischen Getto in Europa. Oder die Geschichte der Kirche, zu der immer am 3. Sonntag im Juli eine Ponton Brücke gebaut wird, damit sie fußläufig zu erreichen ist. Früher wäre das eine Brücke aus Gondeln gewesen, nur sein die Anzahl der Gondeln und ihrer Gondolieri auf 300 gesunken. Gondolieri dürfen nur echte Venezianer werden, eine Gondel kostet wohl soviel wie ein guter Oberklassewagen … und alles in allem sind Jobs auf dem Festland für die Jugend wohl lukrativer als der Job eines Gondolieri.
Vom Ausstiegspunkt ging es dann dem blauen Schirm folgend zum zentralen Treffpunkt auf dem Marcusplatz und weiter zum Mittagessen. Und jetzt wurde es beeindruckend. Die meisten Gässchen die wir geführt wurden, waren gerade mal so breit, das zwei Menschen aneinander vorbei gehen konnten. Und teilweise waren die Brücken breiter als die Gassen oder die Brücken verbanden auch versetzte Gassen auf direktem Weg miteinander. Die Kneipe hatte sich wohl auf die Touristengruppen eingestellt, denn damit wir rein konnten musste die vorherige Gruppe los. Anschließend wollten wir noch zur Rialto Brücke und hatten nach dem Essen bis zum nächsten Programmpunkt noch 20 min bei ca. 50 m bis zur Brücke und 500 m zurück zum Markusplatz. Nur hatten wir die Rechnung ohne die Schlange vor der Damentoilette gemacht. Außerdem haben wir es erfolgreich geschafft, uns in dem Gewirr aus kleinen Gassen zu verlaufen. Für den Einen Abschnitt des Weges mussten wir drei Anläufe nehemen, da wir zwei mal einfach am Ende der Gasse vor einem Kanal standen und hier keine Brücke den die unsrige mit der andern Seite verband. Viel mehr war hier der Weg vom Kanal einfach druchschnitten…. Ergebnis, wir haben den nächsten Programmpunkt, eine kurze Erzählung über den Markusplatz und den Besuch eines Glasbläsers auslassen müssen. Da mich nur die Erzählung aber nicht der Glasbläser interessiert hat, war das am ende nicht mal so schlimm.
Der nächste Programmpunkt auf der Agendas war eine Fahrt mit einer Gondel … Diese begann in der nähe des Markusplatzes und ging dann über zwei kleine Gassen wieder zum Ausgangspunkt zurück. Diese Gondelfahrt war klasse, nur hab ich mir darunter immer mehr vorgestellt. Was man bei der Fahrt aber sehen konnte, waren die verschiedenen Zugänge zu den einzelnen Häusern, die vom Wasser aus erreichbar sind. Auch haben wir eine “Wassergarage” für ein kleines Motorbot beobachten können. Wie Ihr auf den Bildern auch erkennen könnt, haben wir auch mal ein technisches Schiff, ein Mülltransport gesehen. So was ist dann schon beeindruckende. Ansonsten hat sich bei mir nicht dieses viel beschriebene romantische Gefühl eingestellt, vor allem das die Strecke von den Gondeln wohl als “Rennbahn” genutzt wurde. Es ging Gondel an Gondel. Interessant war auch die Variante, wie sich die Gondolierie mit dem Fuß an den Häuserwänden abgestoßen haben.
Nach der Rückkehr ging es wieder zum Treffpunkt Markusplatz für den letzten Programmpunkt: Die Taxibotfahrt über den Kanale Grande. Irgendwie hatten dabei geli und ich den NDW Hit im Ohr: “Wenn am Kanale Grande U-Bote vor Anker gehen … ” Aber ansonsten war diese Taxifahrt nur bedingt ihr Geld wert. Taxis sind Motorbote für max. 12 Personen plus Fahrer. Die 12 Gäste könne sich gedrängt in die Kajüte setzten oder 6 können sich außerhalb aufhalten. Leider waren die Außenplätze schon besetzt und aus der Kajüte, in der so gut platz war, war die Aussicht ein wenig eingeschränkt und Fotos gingen fast gar nicht. Was ich aber endlich in Bits pressen konnte war ein Rettungsboot 1 …
Die Taxis haben uns dann am Hafen San Basilio raus gelassen. Es war inzwischen 16:15 Uhr und die Italiener nehmen es mit den Kontrollen deutlich genauer als die Kroaten. Das hatte uns die Reiseleitung Gott sei Dank vorher verraten und ich hatte mein großes Messer noch im Boot in der Garderobe 2 hinterlegt. Wir mussten dieses Mal durch eine Sicherheitskontrolle und selbst als ich den Gürtel abgelegt und alles aus den Taschen genommen hatte blieb mir eine Leibesvisitation nicht erspart, denn ich hatte wohl immer noch zu viel Metall am Körper, auch wenn ich nicht weiss wo. Auch mussten wir noch einmal eine Ausweiskontrolle überstehen und dann ging es wieder an Bord.
Kaum an Bord hatten wir das Gefühl, Venedig schmeißt uns raus. Es wurde immer dunkler, sodass kaum jemand auf’s Sonnendeck wollte, um sich die Hafenausfahrt auch noch anzuschauen. Nach gut 3 Stunden Fahrt sind wir dann immer vor der Front geflohen und in Pula angekommen schaute noch mal die Sonne um die Ecke … Interessant war dann die Einreise nach Kroatien, nachdem sich die Italiener so affig hatten. Am Pier stand ein vereinsamter Polizist und schaute sich eher gelangweilt die Ausweise an. Leider ist mir die Rückfahrt in Verbindung mit dem Wetterumschwung, fehlendem Abendessen und … nicht so gut bekommen.
In Pula angekommen ging es mir im Bauch rum und ich hatte Schmopfkerzen. Dennoch mussten wir noch im Kaufland vorbei, denn die Jungs hatten ja unsere Salatschüssel auf dem Gewissen und der Konzum hatte nix adequates. Außerdem hatten wir daheim das Salatbesteck vergessen und wir wollten ja noch was zum Abendessen holen/ bzw. später machen. Salatschüssel das Stück 12 kn, zwei Küchenlöfel (einen geschlossen, einen offen als Salatbesteck) jeweils 19 kn, was wollen wir mehr. Da es nach dem Einkauf aber schon 21:30 Uhr durch war, hatten wir beschlossen am Zeltplatz nur noch fix etwas zu trinken, ein wenig Weintrauben 3 und ein bisschen Chabatta zu essen, wodurch es zwar meinem Bauch, nicht aber meinem Kopf besser ging. Da es sich aber auch am Zeltplatz abgekühlt hatte, konnte man so platt wie wir waren ins Bett gehen. Ich hab es sogar geschafft heute zu gewinnen und der erste im Bett und im Traumland zu sein.


































